Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich eine Reihe von ergonomisch sinnvoll platzierten und gut zu bedienenden Tasten. Der Live-View/Video-Umschalter mit integrierter Videoaufnahme-Taste sitzt direkt neben dem rechten Daumen. Unmittelbar darunter gibt es einen drückbaren Acht-Wege-Joystick, eine Schnellmenü-Taste und ein großes, auf Wunsch sperrbares Einstellrädchen, das im Videomodus auch eine lautlose Touch-Bedienung ermöglicht. Wer damit beispielsweise an der Blende dreht, hört aber natürlich weiterhin die Iris des Objektivs auf den Clips. Neu hinzugekommen sind außerdem noch eine Vergleichsfunktion, bei der der Fotograf zwei Aufnahmen direkt am Display nebeneinander begutachten kann, und ein Wertungsfeature, dessen Ergebnis die Kamera in Form von eins bis fünf Sternen in die EXIF-Daten schreibt.

Mit dem neuen Bildprozessor Digic 5+ gewinnt die Canon EOS 5D Mark III eine Reihe von Features hinzu, darunter etwa die Unterstützung für UDMA-7-CompactFlash-Karten. Außerdem bietet die Kamera jetzt zwei Kartenslots – einen für CompactFlash und einen für SD-, SDHC- und SDXC-Medien. In diesem Zusammenhang gefällt uns auch die Möglichkeit gut, verschiedene große oder unterschiedlich komprimierte JPEG- und RAW-Dateien automatisch auf die Karten verteilen zu lassen. Außerdem gibt es nun eine HDR-Automatik, die auf Wunsch auch die Originalfotos speichert und das Hinzufügen diverser Effekte erlaubt. Wer die HDR-Aufnahmen lieber in Eigenregie am PC zusammenbastelt, darf sich über eine Belichtungsreihenfunktion freuen, die insgesamt bis zu sieben Bilder einfängt und in beide Richtungen jeweils fünf Blenden einschließt. Außerdem ist dieselbe, mächtige Mehrfachbelichtungsfunktion an Bord, wie sie die EOS 1D X bietet.


Die Bedienung der Canon EOS 5D Mark III ist gelungen. Lediglich mit dem arretierenden Modusrädchen mussten wir uns erst anfreunden.

Auch für Videofreaks gibt es ein paar nennenswerte Neuerungen. Die 5D Mark III verfügt jetzt über eine Kopfhörerbuchse, Timecode-Unterstützung, einen in 64 Schritten regelbaren Mikrofonpegel und einen Windfilter. Die einzige Enttäuschung: Über den HDMI-Port gibt die Kamera lediglich den Displayinhalt aus. Damit ist das Einfangen von hochauflösendem Video mit einem externen Aufnahmegerät nicht möglich. Zudem wären die diversen Info-Elemente des Displays dann auch auf dem Bildschirm zu sehen. Auf der anderen Seite entfällt die 12-Minuten-Beschränkung bei der maximalen Länge der Clips.

Außerdem gibt es keine Möglichkeit, benutzerspezifische Einstellungen auf die Speicherkarte zu schreiben oder von ihr zu laden – diese Funktion bleibt Besitzern der 1D-Serie vorbehalten. Abgesehen von dieser Funktion und dem enttäuschenden HDMI-Ausgang vermissen wir keine wichtigen Funktionen. Ein integrierter Blitz wäre noch ganz praktisch, um andere Slave-Blitze drahtlos anzusteuern, und von einer Kamera in dieser Preisklasse darf man im Jahr 2012 eigentlich auch ein dreh- und schwenkbares Display erwarten. Ansonsten ist die Ausstattung und die Anpassbarkeit der Kamera herausragend – und deutlich besser als bei der Vorgängerin 5D Mark II.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Canon EOS 5D Mark III im Test: tolle Spiegelreflexkamera für Foto- und Videofreaks

  • Am 26. Mai 2012 um 17:36 von Wolf

    Canon EOS 5D Mark III
    Es wäre aufschlußreich zu erfahren, ob es Kurse gibt, die dem Benutzer die vielfältigen Möglichkeiten der Kamera erschließen helfen.
    F. Wolf

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