Bildqualität

Auch wenn die Canon EOS 5D Mark III einen anderen Sensor nutzt wie ihre große Schwester EOS 1D X, so kommen doch die gleichen technologischen Verbesserungen zum Einsatz. Darunter finden sich beispielsweise lückenlose Microlinsen, die das Licht auf die Fotozellen weiterleiten und die dazwischenliegenden Abstände kompensieren. Außerdem findet bereits auf dem Chip selbst eine Rauschunterdrückung statt, und Canon hat die Auslesegeschwindigkeit des Sensors verbessert – auf zweimal vier Kanäle. Und obwohl sich die Pixelgröße gegenüber der 5D Mark II von 6,4 auf 6,25 Micron verkleinert hat, sorgen die Neuerungen laut Hersteller dafür, dass auch die Bildqualität einen Sprung nach vorne macht. Canon schreibt der EOS eine Steierung um zwei Blenden im Foto- wie im Videomodus zu. Zur EOS 1D X soll allerdings noch einmal eine Blende Unterschied bestehen.

Keine Frage: Die Canon EOS 5D Mark III bietet eine ausgezeichnete Bildqualität. Die unbearbeiteten Fotos scheinen weniger Farbrauschen aufzuweisen als die der 5D Mark II. Und bei mittleren bis hohen Empfindlichkeiten sehen die JPEG-Aufnahmen sauberer aus. Im unteren ISO-Bereich gibt es allerdings eine Enttäuschung: Hier gefallen uns die JPEG-Bilder der 5D Mark II einen Tick besser. Die Details wirken natürlicher, und es treten weniger Bidlverarbeitungsartefakte auf. Dennoch: Die Aufnahmen der 5D Mark III sehen bis einschließlich ISO 1600 gut aus. Je nach Verwendungszweck sind sie auch bis ISO 6400 noch sehr brauchbar. Die RAW-Aufnahmen sind ihrem JPEG-Gegenstück allerdings einen deutlichen Schritt voraus, was die Bildqualität angeht. Hier liefert die EOS großartige Ergebnisse.


Von links nach rechts beträgt die Empfindlichkeit bei diesen Fotos ISO 200, ISO 800 und ISO 6400. Ein Klick auf die Bilder führt zu den unbearbeiteten Originalen.

Ein weiterer Grund, wieso sich die Mühe mit dem Rohdatenformat bei der 5D Mark III lohnt, ist der Tonwertumfang. Die JPEG-Aufnahmen verlieren in hellen Bildbereichen an Details. Und auch sehr helle Farben lassen etwas an Sättigung und Detail vermissen, selbst wenn sie nur eine knappe Blende überbelichtet sind – also eigentlich noch innerhalb vertretbarer Grenzen. Hier helfen zwar die Automatische Belichtungsoptimierung und die Einstellung Tonwert Priorität weiter, mit dem RAW-Format lässt sich aber noch mehr aus den Aufnahmen herausholen.

In den RAW-Daten finden sich erfreulich viele Feinheiten, die sich mit einem RAW-Konverter noch herausarbeiten lassen. Wer Schatten aufhellt, muss jedoch mit einem deutlichen aber nicht überraschenden Bildrauschen rechnen. Im Großen und Ganzen bietet die 5D Mark III auch bei höheren Empfindlichkeiten noch eine gute Dynamik.

Die Farbwiedergabe der neuen EOS ist ausgezeichnet. Wie bei den meisten Canon-Kameras liefert der Standard-Bildstil zu gesättigte und zu kontrastreiche Ergebnisse mit leicht verschobenen Farben und etwas beschnittenen Schatten. Mit einem Wechsel des Farbprofils auf Neutral ist dieses kleine Problem leicht behoben. Allerdings heben wir im Neutral-Modus die Schärfe um zwei Einheiten an. Mehr Details zur Bildqualität und eine Reihe von Testfotos gibt es in der folgenden Bildergalerie.

In Sachen Videoqualität macht die Canon EOS 5D Mark III gegenüber ihrer Vorgängerin sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen einen Sprung nach vorne. Auch, wenn daran möglicherweise nur der neue All-intraframe-Codec verantwortlich ist, der die Videos weniger stark komprimiert. Wir stellen im Test weder Moiré- und Aliasing-Artefakte noch Ruckeln oder Rolling-Shutter-Effekte fest. Der Tonwertumfang sieht gut aus, und bei schlechten Lichtverhältnissen rauschen die Aufnahmen deutlich weniger als die der 5D Mark II oder der Nikon D800.

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Canon EOS 5D Mark III im Test: tolle Spiegelreflexkamera für Foto- und Videofreaks

  • Am 26. Mai 2012 um 17:36 von Wolf

    Canon EOS 5D Mark III
    Es wäre aufschlußreich zu erfahren, ob es Kurse gibt, die dem Benutzer die vielfältigen Möglichkeiten der Kamera erschließen helfen.
    F. Wolf

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