Canon EOS 5D Mark III im Test: tolle Spiegelreflexkamera für Foto- und Videofreaks

von Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 19:10 Uhr

Pro
  • ausgezeichnete Foto- und Videoqualität
  • extrem gute Ausstattung und Anpassbarkeit
  • deutliche Leistungssteigereung
  • hervorragende Haptik
Con
  • JPEG-Fotos bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten enttäuschen
  • kein sauberer HDMI-Video-Ausgang
Hersteller: Canon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon EOS 5D Mark III ist eine hervorragende Kamera, kein Zweifel. Im direkten Vergleich zur 5D Mark II macht deren Nachfolgerin insbesondere in Sachen Autofokus und Anpassbarkeit deutliche Fortschritte. Wer in diesen Disziplinen mit der Vorgängerin zufrieden ist, sollte sich überlegen, ob sich der happige Aufpreis von 1500 Euro rentiert.

Auf die Nachfolgerin der Canon EOS 5D Mark II mussten Fotografen über drei Jahre warten. Jetzt ist die EOS 5D Mark III da – und dementsprechend hoch sind die Erwartungen. Das neue Modell bietet tonnenweise neue Features und einen enorm verbesserten Autofokus. Bei den Basics – der Foto- und Videoqualität – hat sich allerdings weniger getan, als man meinen möchte. Alle Details gibt es im ausführlichen Testbericht.

Wenig Änderungen bei Foto- und Videoqualität – das muss nichts Schlechtes heißen. Denn die Canon EOS 5D Mark II war hier eine fantastische Kamera. Allerdings gab es eben auch Defizite und Schwachstellen. Und genau hier greift das neue Modell an und versucht, diese auszubügeln. Ob das gelungen ist und für wen sich der Preisunterschied von rund 1500 Euro zwischen der 5D Mark II und der 5D Mark III lohnt, wollen wir auf den nächsten Seiten klären.

Design & Ausstattung

Das Gehäuse des Canon EOS 5D Mark III orientiert sich sehr stark an dem der Vorgängerin. Allerdings ist der Handgriff jetzt dank einer neuen Beschichtung etwas klebriger. Auch beim Layout der Bedienelemente gibt es ein paar Veränderungen – größtenteils Verbesserungen. Auf der linken Schulter der Kamera befinden sich das Modusrädchen und der Ein/Aus-Schalter. Das Modusrädchen verfügt über eine Sperrfunktion und dreht sich nur, wenn der Anwender die mittig darauf sitzende Taste drückt. Diese Funktion hat bereits bei der EOS 60D Premiere gefeiert und ist etwas gewöhnungsbedürftig. Mit dem Ein/Aus-Schalter, der unterhalb des Modusrädchens sitzt, haben wir keine Probleme. Allerdings betätigen wir diesen gelegentlich mal versehenlich, wenn wir die DSLR in die Kameratasche packen oder herausholen. Die Akkulaufzeit scheint davon jedoch nicht beeinträchtigt zu sein.

Rechts auf der Oberseite finden sich vier Bedienelemente für Belichtungsmessung und Weißabgleich, Autofokus- und Serienbildmodus, ISO-Empfindlichkeit und Blitzbelichtungskorrektur sowie Aktivieren der Beleuchtung für das obere Display. Im Internet toben Diskussionen, ob diese Displaybeleuchtung die Belichtungsmessung beeinflusst. Bei unserem Modell verändert sich die von der Belichtungsautomatik vorgeschlagene Verschlusszeit beim Aktivieren der Beleuchtung zwar auch um etwa eine Blende, wenn der Objektivdeckel aufgesteck ist. Doch in keiner einzigen, egal wie dunklen Alltagssituation konnten wir eine negative Beeinflussung feststellen.

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Außerdem hat Canon auf der Oberseite der 5D Mark III eine kleine programmierbare Funktionstaste hinzugefügt. Die Abblendtaste, mit der sich eine Vorschau über die Tiefenschärfe gewinnen lässt, ist außerdem auf die andere Seite des Objektivs gewandert und ist bequem mit dem Ringfinger der rechten Hand zu erreichen. Auf Wunsch lässt sich auch eine Funktionstaste so konfigurieren, dass sie im Sucher anhand der Autofokuspunkte eine Wasserwaage anzeigt. Die Darstellung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert in der Praxis aber gut.

All diese Einstellungen lassen sich unter einem der drei Custom-Slots auf dem Moduswahlschalter abspeichern. Wer nicht nur viel fotografiert, sondern gleichzeitig auch fleißig filmt, wird mit den drei Slots allerdings schnell an die Grenzen kommen. Wir würden uns alleine drei Speicherplätze für Fotos wünschen – Tag, Nacht und Serienbild – sowie zwei weitere für Video: Tag und Nacht. Platz auf dem Modusrädchen wäre jedenfalls genug vorhanden.

Die Canon EOS 5D Mark III bietet zahlreiche Möglichkeiten, die einzelnen Tasten neu zu belegen. [4]
Die Canon EOS 5D Mark III bietet zahlreiche Möglichkeiten, die einzelnen Tasten neu zu belegen.

Auf der Rückseite des Gehäuses befindet sich eine Reihe von ergonomisch sinnvoll platzierten und gut zu bedienenden Tasten. Der Live-View/Video-Umschalter mit integrierter Videoaufnahme-Taste sitzt direkt neben dem rechten Daumen. Unmittelbar darunter gibt es einen drückbaren Acht-Wege-Joystick, eine Schnellmenü-Taste und ein großes, auf Wunsch sperrbares Einstellrädchen, das im Videomodus auch eine lautlose Touch-Bedienung ermöglicht. Wer damit beispielsweise an der Blende dreht, hört aber natürlich weiterhin die Iris des Objektivs auf den Clips. Neu hinzugekommen sind außerdem noch eine Vergleichsfunktion, bei der der Fotograf zwei Aufnahmen direkt am Display nebeneinander begutachten kann, und ein Wertungsfeature, dessen Ergebnis die Kamera in Form von eins bis fünf Sternen in die EXIF-Daten schreibt.

Mit dem neuen Bildprozessor Digic 5+ gewinnt die Canon EOS 5D Mark III eine Reihe von Features hinzu, darunter etwa die Unterstützung für UDMA-7-CompactFlash-Karten. Außerdem bietet die Kamera jetzt zwei Kartenslots – einen für CompactFlash und einen für SD-, SDHC- und SDXC-Medien. In diesem Zusammenhang gefällt uns auch die Möglichkeit gut, verschiedene große oder unterschiedlich komprimierte JPEG- und RAW-Dateien automatisch auf die Karten verteilen zu lassen. Außerdem gibt es nun eine HDR-Automatik, die auf Wunsch auch die Originalfotos speichert und das Hinzufügen diverser Effekte erlaubt. Wer die HDR-Aufnahmen lieber in Eigenregie am PC zusammenbastelt, darf sich über eine Belichtungsreihenfunktion freuen, die insgesamt bis zu sieben Bilder einfängt und in beide Richtungen jeweils fünf Blenden einschließt. Außerdem ist dieselbe, mächtige Mehrfachbelichtungsfunktion an Bord, wie sie die EOS 1D X bietet.

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Die Bedienung der Canon EOS 5D Mark III ist gelungen. Lediglich mit dem arretierenden Modusrädchen mussten wir uns erst anfreunden.

Auch für Videofreaks gibt es ein paar nennenswerte Neuerungen. Die 5D Mark III verfügt jetzt über eine Kopfhörerbuchse, Timecode-Unterstützung, einen in 64 Schritten regelbaren Mikrofonpegel und einen Windfilter. Die einzige Enttäuschung: Über den HDMI-Port gibt die Kamera lediglich den Displayinhalt aus. Damit ist das Einfangen von hochauflösendem Video mit einem externen Aufnahmegerät nicht möglich. Zudem wären die diversen Info-Elemente des Displays dann auch auf dem Bildschirm zu sehen. Auf der anderen Seite entfällt die 12-Minuten-Beschränkung bei der maximalen Länge der Clips.

Außerdem gibt es keine Möglichkeit, benutzerspezifische Einstellungen auf die Speicherkarte zu schreiben oder von ihr zu laden – diese Funktion bleibt Besitzern der 1D-Serie vorbehalten. Abgesehen von dieser Funktion und dem enttäuschenden HDMI-Ausgang vermissen wir keine wichtigen Funktionen. Ein integrierter Blitz wäre noch ganz praktisch, um andere Slave-Blitze drahtlos anzusteuern, und von einer Kamera in dieser Preisklasse darf man im Jahr 2012 eigentlich auch ein dreh- und schwenkbares Display erwarten. Ansonsten ist die Ausstattung und die Anpassbarkeit der Kamera herausragend – und deutlich besser als bei der Vorgängerin 5D Mark II.

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Leistung

Im Einzelbildmodus befindet sich die Canon EOS 5D Mark III auf einem Niveau mit der Nikon D800 – beide Kameras sind erfreulich schnell. Nur im Serienbildmodus hat die 5D Mark III die Nase vorne. Im Vergleich zur Vorgängerin hat die neue 5D deutliche Fortschritte gemacht. Der Autofokus ist bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich flotter und treffsicherer, und auch der Serienbildmodus hat deutlich zugelegt.

Bei optimalen Lichtverhältnissen benötigt die 5D Mark III 0,2 Sekunden, um auf das Motiv zu fokussieren und das Bild einzufangen. Im Zwielicht beziehungsweise bei Motiven mit niedrigem Kontrast verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf immer noch sehr gute 0,4 Sekunden. Zwischen zwei in Folge geschossenen JPEG-Bildern genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 0,3 Sekunden, der RAW-Modus ist einen Hauch langsamer.

Mit einer Serienbildgeschwindigkeit von 5,6 fps setzt die Kamera eine neue Bestmarke in dieser Klasse. Zwar befindet sich die 5D Mark III damit noch nicht auf einem Niveau mit den Sport-Profi-Modellen, dürfte den meisten Fotografen aber absolut ausreichen. Zumal die 5D eben auch ein ganzes Stück kompakter ist, als die dicken 1D-Boliden. Erfreulich ist außerdem, dass die 5D Mark III im Serienbildbetrieb eine konstante Geschwindigkeit beibehält, während sie RAW- und JPEG-Fotos gleichzeitig einfängt. Im Test kam eine CompactFlash-Karte vom Typ SanDisk Extreme Pro mit 90 MByte/s zum Einsatz.

So sehr sich das Autofokus-System auch verbessert hat, unfehlbar ist es nicht. Motive, die sich vor einem sehr farbähnlichen Hintergrund bewegen, beispielsweise ein grauer Hund auf einem Kiesplatz, bringen die 5D Mark III gelegentlich aus dem Tritt. Aber dennoch schlägt sich das neue 61-Punkte-Fokussystem um Welten besser als das der 5D Mark II. So stehen jetzt beispielsweise sechs verschiedene Presets für das Autofokus-System zur Verfügung: Allgemein, Hindernisse ignorieren, in bestimmte AF-Felder eindringende Motive, schnell beschleunigte Motive, unstet bewegte Motive sowie unstet und beschleunigte Motive. Im Wesentlichen entstehen all diese Modi aus Kombinationen der drei Parameter AI-Servo-Reaktion, Nachführ-Beschleunigung/Verzögerung und AF-Feld-Nachführung. Und eben diese Parameter lassen sich bei jedem der Presets auch individuell noch feiner einstellen. Der Autofokus im Live-View-Betrieb wurde zwar etwas verbessert, ist für die allermeisten Anwendungen aber nach wie vor zu langsam und unbrauchbar.

Darüber hinaus hat Canon die Größe des Spotmessfelds auf 1,5 Prozent der Bildgröße geschrumpft. Ganz allgemein werten wir das positiv. Wer sich allerdings über die Jahre an das zuvor recht große Messfeld gewöhnt hat muss mit einer Lernphase rechnen – insbesondere bei vielen Weitwinkel-Fotos. Ebenfalls eine deutliche Verbesserung gibt es beim Sucherbild: Auf der Mattscheibe sind jetzt nämlich 100 Prozent des tatsächlichen Bildausschnitts zu sehen. Der optische Sucher bietet auf Wunsch außerdem ein Gitter und zeigt auf Wunsch diverse Warnungen an, wenn die Bildqualität gefährdet ist – beispielsweise bei extrem hohen ISO-Empfindlichkeiten.

Das größere, höher auflösende LC-Display ist besser geeignet, um die Schärfe zu beurteilen. Wer ernsthaft Videos aufnehmen möchte, sollte sich allerdings immer noch einen externen Monitor zulegen. In diesem Zusammenhang hätten wir uns auch sehr über eine Peaking-Funktion gefreut. Immerhin: Diese ließe sich wohl noch per Software-Update nachrüsten. Und bei der 5D Mark II wurden Videoenthusiasten ja noch großzügig mit Software-Updates mit neuen Features und Einstellungsmöglichkeiten versorgt.

Die folgende Tabelle zeigt noch einmal die wichtigsten technischen Daten der Canon EOS 5D Mark III und einiger aktueller Konkurrenten im direkten Vergleich.

Tabelle anzeigen: Canon EOS 5D Mark III im Vergleich mit aktuellen Vollformat-Kameras [11]

[11]

Hersteller Canon Canon Canon Nikon Nikon Nikon Hersteller
Produkt EOS 5D Mark II EOS 5D Mark III 1D X D700 D800 D4 Produkt
Preis (UVP) 2499 Euro 3299 Euro 6299 Euro 2479 Euro 2899 Euro 5929 Euro Preis (UVP)
Preis (Markt) 1750 Euro noch nicht verfügbar noch nicht verfügbar 1900 Euro noch nicht verfügbar noch nicht verfügbar Preis (Markt)
Bildsensor CMOS (36,0 x 24,0 mm) CMOS (36,0 x 24,0 mm) CMOS (36,0 x 24,0 mm) CMOS (36,0 x 23,9 mm) CMOS (35,9 x 24,0 mm) CMOS (36,0 x 23,9 mm) Bildsensor
Auflösung 21,1 Megapixel 22,3 Megapixel 18,0 Megapixel 12,1 Megapixel 36,3 Megapixel 16,2 Megapixel Auflösung
Formatfaktor 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 Formatfaktor
Empfindlichkeiten ISO 50 – 25.600 ISO 50 – 102.400 ISO 50 – 204.800 ISO 100 – 25.600 ISO 50 – 25.600 ISO 50 – 204.800 Empfindlichkeiten
Serienbildgeschwindigkeit 3,9 fps 6,0 fps 12 fps 5,0 fps 4,0 fps 11 fps Serienbildgeschwindigkeit
Sucherbildfeld 98 % 100 % 100 % 95 % 100 % 100 % Sucherbildfeld
Effektive Vergrößerung 0,71 x 0,71 x 0,76 x 0,72 x 0,70 x 0,70 x Effektive Vergrößerung
Autofokus 9 Punkte (1 Kreuzsensor) 61 Punkte (41 Kreuzsensoren, 5 Dual-Kreuzsensoren) 61 Punkte (41 Kreuzsensoren, 5 Dual-Kreuzsensoren) 51 Punkte (15 Kreuzsensoren) 51 Punkte (15 Kreuzsensoren) 51 Punkte (15 Kreuzsensoren) Autofokus
Belichtungsmessung 35-Zonen-TTL 63-Bereiche-iFCL 252-Zonen-RGB 1005-Pixel-RGB 91.000-Pixel-RGB 91.000-Pixel-RGB Belichtungsmessung
Verschlusszeiten 1/8000 – 30 s, Bulb 1/8000 – 30 s, Bulb 1/8000 – 30 s, Bulb 1/8000 – 30 s, Bulb 1/8000 – 30 s, Bulb 1/8000 – 30 s, Bulb Verschlusszeiten
Blitzsynchronzeiten 1/200 s 1/200 s 1/250 s 1/250 s 1/250 s 1/250 s Blitzsynchronzeiten
Kabellose Blitzsteuerung nein nein nein ja ja ja Kabellose Blitzsteuerung
Integrierter Blitz nein nein nein nein nein nein Integrierter Blitz
Display 3,0 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel 3,2 Zoll, fest, 720 x 480 Pixel 3,2 Zoll, fest, 720 x 480 Pixel 3,0 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel 3,2 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel 3,2 Zoll, fest, 640 x 480 Pixel Display
Touchscreen nein nein nein nein nein nein Touchscreen
Bildstabilisator optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) optisch (via Objektiv) Bildstabilisator
Videofunktion 1080/30p/25p/24p 1080/30p/25p/24p, 720/60p/50p 1080/30p/25p/24p, 720/60p/50p nicht verfügbar 1080/30p/25p/24p, 720/60p/50p 1080/30p/25p/24p, 720/60p/50p Videofunktion
Verschlusshaltbarkeit 150.000 Auslösungen 150.000 Auslösungen 400.000 Auslösungen 150.000 Auslösungen 200.000 Auslösungen 400.000 Auslösungen Verschlusshaltbarkeit
Speichermedien 1 x CF (UDMA 6) 1 x CF (UDMA 7), 1 x SDXC 2 x CF (UDMA 7) 1 x CF (UDMA 6) 1 x CF (UDMA 7), 1 x SDXC 1 x CF (UDMA 7), 1 x XQD Speichermedien
Mikrofoneingang ja ja ja nein ja ja Mikrofoneingang
Kopfhöreranschluss nein ja ja nein ja ja Kopfhöreranschluss
Akkulaufzeit (CIPA) 950 Fotos 950 Fotos 1120 Fotos 1000 Fotos 850 Fotos 2600 Fotos Akkulaufzeit (CIPA)
Abmessungen 15,2 x 11,4 x 7,5 cm 15,2 x 11,6 x 7,6 cm 16,4 x 15,8 x 8,3 cm 14,7 x 12,3 x 7,7 cm 14,6 x 12,3 x 8,2 cm 16,0 x 15,7 x 9,1 cm Abmessungen
Gewicht 810 g 950 g 1340 g 995 g 900 g 1180 g Gewicht
Marktstart November 2008 März 2012 April 2012 Juli 2008 März 2012 März 2012 Marktstart

Bildqualität

Auch wenn die Canon EOS 5D Mark III einen anderen Sensor nutzt wie ihre große Schwester EOS 1D X, so kommen doch die gleichen technologischen Verbesserungen zum Einsatz. Darunter finden sich beispielsweise lückenlose Microlinsen, die das Licht auf die Fotozellen weiterleiten und die dazwischenliegenden Abstände kompensieren. Außerdem findet bereits auf dem Chip selbst eine Rauschunterdrückung statt, und Canon hat die Auslesegeschwindigkeit des Sensors verbessert – auf zweimal vier Kanäle. Und obwohl sich die Pixelgröße gegenüber der 5D Mark II von 6,4 auf 6,25 Micron verkleinert hat, sorgen die Neuerungen laut Hersteller dafür, dass auch die Bildqualität einen Sprung nach vorne macht. Canon schreibt der EOS eine Steierung um zwei Blenden im Foto- wie im Videomodus zu. Zur EOS 1D X soll allerdings noch einmal eine Blende Unterschied bestehen.

Keine Frage: Die Canon EOS 5D Mark III bietet eine ausgezeichnete Bildqualität. Die unbearbeiteten Fotos scheinen weniger Farbrauschen aufzuweisen als die der 5D Mark II. Und bei mittleren bis hohen Empfindlichkeiten sehen die JPEG-Aufnahmen sauberer aus. Im unteren ISO-Bereich gibt es allerdings eine Enttäuschung: Hier gefallen uns die JPEG-Bilder der 5D Mark II einen Tick besser. Die Details wirken natürlicher, und es treten weniger Bidlverarbeitungsartefakte auf. Dennoch: Die Aufnahmen der 5D Mark III sehen bis einschließlich ISO 1600 gut aus. Je nach Verwendungszweck sind sie auch bis ISO 6400 noch sehr brauchbar. Die RAW-Aufnahmen sind ihrem JPEG-Gegenstück allerdings einen deutlichen Schritt voraus, was die Bildqualität angeht. Hier liefert die EOS großartige Ergebnisse.

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Von links nach rechts beträgt die Empfindlichkeit bei diesen Fotos ISO 200, ISO 800 und ISO 6400. Ein Klick auf die Bilder führt zu den unbearbeiteten Originalen.

Ein weiterer Grund, wieso sich die Mühe mit dem Rohdatenformat bei der 5D Mark III lohnt, ist der Tonwertumfang. Die JPEG-Aufnahmen verlieren in hellen Bildbereichen an Details. Und auch sehr helle Farben lassen etwas an Sättigung und Detail vermissen, selbst wenn sie nur eine knappe Blende überbelichtet sind – also eigentlich noch innerhalb vertretbarer Grenzen. Hier helfen zwar die Automatische Belichtungsoptimierung und die Einstellung Tonwert Priorität weiter, mit dem RAW-Format lässt sich aber noch mehr aus den Aufnahmen herausholen.

In den RAW-Daten finden sich erfreulich viele Feinheiten, die sich mit einem RAW-Konverter noch herausarbeiten lassen. Wer Schatten aufhellt, muss jedoch mit einem deutlichen aber nicht überraschenden Bildrauschen rechnen. Im Großen und Ganzen bietet die 5D Mark III auch bei höheren Empfindlichkeiten noch eine gute Dynamik.

Die Farbwiedergabe der neuen EOS ist ausgezeichnet. Wie bei den meisten Canon-Kameras liefert der Standard-Bildstil zu gesättigte und zu kontrastreiche Ergebnisse mit leicht verschobenen Farben und etwas beschnittenen Schatten. Mit einem Wechsel des Farbprofils auf Neutral ist dieses kleine Problem leicht behoben. Allerdings heben wir im Neutral-Modus die Schärfe um zwei Einheiten an. Mehr Details zur Bildqualität und eine Reihe von Testfotos gibt es in der folgenden Bildergalerie.

In Sachen Videoqualität macht die Canon EOS 5D Mark III gegenüber ihrer Vorgängerin sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen einen Sprung nach vorne. Auch, wenn daran möglicherweise nur der neue All-intraframe-Codec verantwortlich ist, der die Videos weniger stark komprimiert. Wir stellen im Test weder Moiré- und Aliasing-Artefakte noch Ruckeln oder Rolling-Shutter-Effekte fest. Der Tonwertumfang sieht gut aus, und bei schlechten Lichtverhältnissen rauschen die Aufnahmen deutlich weniger als die der 5D Mark II oder der Nikon D800.

Fazit

Im Gegensatz zur Nikon D800 ist die 5D Mark III kein Must-Have-Update für Besitzer der Vorgängerin. Allerdings ist das eher ein Kompliment für die 5D Mark II als eine Schwäche der Mark III. Sicherlich, die Canon EOS 5D Mark III hat ein paar deutliche Vorteile gegenüber dem alten Modell, insbesondere beim Autofokus, der Bedienung und der Videoqualität. Allerdings muss man eben abwägen, ob diese Neuerungen tatsächlich die derzeit erhebliche Preisdifferenz wert sind – zumal die 5D Mark II deutlich im Preis gesunken ist.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (RAW)
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (JPEG)
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)
Nikon D800 [16]

0.1
0.3
0.3
0.4
0.2
Canon EOS 5D Mark III

0.3
0.4
0.3
0.4
0.2
Canon EOS 5D Mark II [17]

0.3
0.4
0.4
0.6
0.3
Nikon D700 [18]

0.2
0.5
0.4
0.6
0.3

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Canon EOS 5D Mark III

5.6
Nikon D700 [18]

4.9
Nikon D800 [16]

3.9

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563987/canon_eos_5d_mark_iii_anschluesse2.jpg

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[11] Tabelle anzeigen: Canon EOS 5D Mark III im Vergleich mit aktuellen Vollformat-Kameras: #

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[14] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41563987/lk0c0977.jpg

[15] Testfotos: die Bildqualität der Canon EOS 5D Mark III: https://www.cnet.de/41563986/testfotos-die-bildqualitaet-der-canon-eos-5d-mark-iii/?pid=1#sid=41563987

[16] Nikon D800: https://www.cnet.de/tests/digicam/41563402/testbericht/nikon_d800_im_test_spiegelreflexkamera_mit_gewaltigen_36_megapixeln_im_vollformat.htm

[17] Canon EOS 5D Mark II: https://www.cnet.de/tests/digicam/41000767/testbericht/vollformat_dslr_mit_hd_videofunktion_canon_eos_5d_mark_ii.htm

[18] Nikon D700: https://www.cnet.de/tests/digicam/39201308/testbericht/hervorragende_profi_dslr_fuer_vollformataufnahmen_nikon_d700.htm