Alienware X51: leistungsstarker Gaming-Rechner für das Wohnzimmer

von Andrew Hoyle und Gerald Strömer am , 17:48 Uhr

Pro
  • extrem leistungsstark
  • klein, passt gut ins Wohnzimmer
  • relativ preisgünstig
Con
  • schwaches Netzteil limitiert Upgrade-Optionen
  • Design wird nicht jedem gefallen
Hersteller: Dell Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Alienware X51 ist zwar schlank und kompakt, aber gleichzeitig auch extrem leistungsfähig. Wenn man einen Gaming-PC sucht, der nicht gleich den ganzen Raum dominiert, aber dennoch mit den neuesten Spielen klarkommt, dann ist der Alienware X51 eine exzellente Wahl.

Gaming-Desktop-PCs sind normalerweise enorme Rechner mit einem gewaltigen Strombedarf und mehr Lichtern und Leuchtelementen als Las Vegas bei Nacht. Aber was ist, wenn man etwas Kleines fürs Wohnzimmer sucht – ohne bei der Leistung Kompromisse einzugehen? Glaubt man Alienware, dann ist der X51 die Lösung. Ein Desktop-PC im Spielkonsolen-Format mit genügend Power für ernsthaftes Gaming. Wir haben getestet, ob das stimmt.

Unser Testgerät ist ausgestattet mit einem Intel Core i7-2600 (2. Core-Generation, Quad-Core [4C/8T], 3,4 GHz/3,8 GHz Turbo, 8 MByte Cache), acht GByte Arbeitsspeicher (1600 MHz, Dual-Channel), einer ein TByte große SATA-Festplatte und einer Nvidia GeForce GTX 555 mit einem GByte GDDR5-Speicher. Der Preis des Geräts lag zum Testzeitpunkt gut 1100 Euro entspricht.

Für das Geld gibt es aktuell sogar noch ein bisschen mehr Leistung: Wer aber heute einen gleichwertigen Alienware X51 ordert, bekommt mit dem Intel Core i7-3770 (Quad-Core [4C/8T], 3,4 GHz/3,9 GHz Turbo, 8 MByte Cache) bereits einen Prozessor der dritten Core-Generation (Ivy Bridge; etwas mehr Leistung, weniger Energieaufnahme) – und das bei gleicher sonstiger Ausstattung für 1049 Euro.

Der Alienware X51 ist ein kompakter Rechner, der mit Maus und Tastatur – aber ohne Monitor – ausgeliefert wird.

Wenn das Budget die gut 1000 Euro nicht hergibt, kann man den X51 auch schon zu Preisen ab 749 Euro bekommen. Die GeForce GTX 555 und die 1-TByte-Festplatte haben auch die günstigeren Modelle ebenso an Bord wie WLAN und Windows 7 Home Premium (64 Bit), sie unterscheiden sich lediglich im verbauten Prozessor und dem Ausbau des 1333-MHz-Arbeitsspeichers (Dual-Channel). Das 749-Euro-Modell integriert einen Core i3-2120 (Dual-Core [2C/4T], 3,3 GHz/kein Turbo, 3 MByte Cache) und vier GByte RAM, das 799-Euro-Modell einen Core i5-2320 (Quad-Core [4C/4T], 3,0 GHz/3,3 GHz Turbo, 6 MByte Cache) und vier GByte RAM und das 899-Euro-Modell einen Core i5-2320 (Quad-Core [4C/4T], 3,0 GHz/3,3 GHz Turbo, 6 MByte Cache) und acht GByte RAM.

Achtung: Die im Verlauf dieses Tests angegebenen Testwerte beziehen sich auf unser Testgerät, das noch mit dem Core i7-2600 bestückt ist. Die aktuell in Deutschland verkauften Modelle mit Core i7-3770 sollten allen anderen Tests zufolge mindestens genauso schnell, in der Regel aber noch einen Tick fixer sein. Die Energieaufnahme der neuen Rechner sollte dagegen etwas niedriger sein.

Design und Fertigungsqualität

Das erste, was beim X51 auffällt, sind seine kompakten Abmessungen. Die meisten fürs Gaming bestimmten Desktop-PCs sind enorme Monster, aber der Alienware X51 ist gerade mal ein bisschen größer als die aktuellte Xbox. Man kann ihn also problemlos fast überall unterbringen, ohne erst die halbe Wohnung umräumen zu müssen.

Der X51 muss nicht zwingend senkrecht aufgestellt, sondern kann auch flach ins Regal integriert werden.

Anstatt ihn unterm im Hobbyraum oder im Schlafzimmer unter dem Schreibtisch verstecken zu müssen, kann man den Alienware locker direkt neben dem Fernseher unterbringen. Mit seiner geringen Größe dürfte der X51 Familien gefallen, die keinen blinkenden Monster-Tower im Wohnzimmer stehen haben wollen, aber dennoch gern etwas mit ordentlich Power hätten, um sich die neuesten Spiele vorzunehmen. Wer seine bessere Hälfte davon zu überzeugen versucht, dass eine leistungsstarke Maschine in den Raum gehört, in dem man mit der Familie und mit Gästen zusammensitzt, dürfte mit dem X51 wesentlich bessere Chancen haben als beispielsweise mit dem Alienware Aurora.

Das Design des X51 wird ihn sofort für jeden als Alienware-Rechner erkennbar machen, der sich auch nur ansatzweise fürs PC-Gaming interessiert. An der Front findet man das Alienware-Logo in Form des bekannten Alien-Kopfes, der im angeschalteten Zustand sanft glüht. Er kann um 90 Grad gedreht werden, so dass er auch dann richtig ausgerichtet ist, wenn man den Rechner flach hinlegt.

Die äußere Hülle des Systems ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt und zeigt die für Alienware so typischen aggressiven Kanten und Lüftungsschlitze. Fans werden sich über die beleuchteten Kunststoffelemente an den Seiten freuen, die entweder in der gleichen Farbe wie der Alien-Kopf glühen oder in separaten Farben konfiguriert werden können, wenn man sich experimentierfreudig fühlt. Wir entschieden uns für das klassische Alienware-Blau an allen drei Leuchtelementen.

Das Design des Alienware X51 wird nicht jedermanns Geschmack treffen (Fans von edlen Hölzern und Stoffen werden vom Kunststoff nicht begeistert sein), aber immerhin ist der Rechner klein genug, um ihn bei Bedarf unauffällig zu verstecken.

Die Front des X51 beherbergt einen DVD-Brenner im Slot-Format. Wer zu viel Geld übrig hat, kann anstelle des 1049 Euro teuren Topmodells mit DVD-Laufwerk auch zur 1499 Euro teuren Alternative mit Blu-ray-Combo-Laufwerk greifen. Aber selbst wenn man den Rechner als Media-Center im Wohnzimmer nutzen will, lohnt sich das einfach nicht. Ein externes Blu-ray-Laufwerk macht dann meist deutlich mehr Sinn, da es Welten billiger ist. Neben dem Laufwerks-Slot findet man an der Front des X51 außerdem zwei USB-2.0-Steckplätze sowie Kopfhörer- und Mikrofon-Buchsen.

Die Front beherbergt neben dem Laufwerks-Slot auch zwei USB-2.0- sowie Audio-Anschlüsse (beispielsweise für ein Headset).

Auf der Rückseite sitzen zwei HDMI-Ports (einer davon direkt auf der Grafikkarte), vier USB-2.0- und zwei USB-3.0-Ports, Buchsen für ein 7.1-Surround-Sound-Lautsprechersystem, zwei DVI-Ports sowie koaxiale und optische digitale Audioausgänge, mit denen man qualitativ hochwertigen Sound an ein Heimkinosystem übergeben kann.

Wie viele andere kleinen Rechner ist auch der Alienware X51 ein individuell maßgeschneidertes System, bei dem im Inneren alles aufeinander abgestimmt ist und ineinander greift. Das macht das Öffnen und das Durchführen von Upgrades merklich schwieriger als bei einem normalen Desktop-PC, bei dem alle Komponenten letztlich standardisiert sind. Schon das Abnehmen der Seitenteile ist ein schwieriger Prozess, der unsere US-Kollegen ein ums andere Mal die Stirn runzeln ließ. Der Versuch des Austauschs von Komponenten setzte dem Ganzen dann die Krone auf – aber dazu kommen wir später.

Wenn das System geschlossen ist, fühlt es sich ausgesprochen solide an. Die Seitenteile biegen sich kein bisschen und Knarr- oder Klick-Geräusche glänzen beim Drücken durch Abwesenheit. Es ist beruhigend, dass es derart gut gefertigt ist – und hilft auch irgendwo, den Preis zu rechtfertigen. Aber davon abgesehen wird man den X51 sowie nicht mit auf die Weltreise nehmen; er muss also nicht die Fertigungsqualität von Outdoor-Notebooks aufweisen.

Die seitlichen Leuchtelemente lassen sich farblich auf den Alien-Kopf in der Front abstimmen.

Der X51 ist trotz seiner kompakten Abmessungen trotz allem nur ein ganz normaler Desktop-PC und wird daher ohne Monitor ausgeliefert – außer man ordert beim Bestellvorgang bei Dell einen solchen gegen Aufpreis. Wenn man aber bereits einen ordentlichen Monitor sein Eigen nennt, kann man ihn wie jeden normalen Rechner an diesen anschließen. Ein Keyboard und eine Maus im Alienware-Design werden mitgeliefert, aber beide sind ziemliche Standardware. Sie reichen für die alltägliche Nutzung völlig aus, aber Hardcore-Gamer werden sie vermutlich gegen Alternativen austauschen wollen, die mehr Tasten haben als eine Boeing 747.

Performance

In Sachen technischer Spezifikationen kann unser Testgerät durchaus beeindrucken: Sein Quad-Core-Prozessor Intel Core i7-2600 taktet mit 3,4 GHz (im Turbo-Modus sogar maximal 3,8 GHz) und wird von schnellen acht GByte RAM unterstützt, die mit 1600 MHz takten. Dazu kommt noch die Nvidia GeForce GTX 555 mit ihrem GDDR5-Speicherausbau von einem satten GByte und eine schnelle, mit 7200 U/min. arbeitende SATA-Festplatte mit einem Terabyte Speicherkapazität – alles in allem eine ziemlich massive Feuerkraft für ein physisch so kleines Gerät. Im Testlabor warfen wir dann unsere Benchmark-Suite an und durften uns wenig überraschend über exzellente Ergebnisse freuen.

Als erstes starten wir den PCMark05, der die Systemleistung mittels Aufgaben wie Webseiten-Rendering und dem Kopieren von Dateien überprüft. Der X51 kommt hier auf ein Ergebnis von 13.138 Punkten – ein extrem beeindruckender Wert, der sogar den des beängstigend leistungsstarken Gaming-Notebooks Toshiba Qosmio X770 in den Schatten stellt.

Ein solcher Wert garantiert praktisch, dass das System alltägliche Office-Aufgaben ohne jegliche Anstrengung absolviert – und das bestätigt sich während der Nutzung im Verlauf unseres Tests. Anspruchsvolles Multi-Tasking absolviert der Rechner dank des reichlichen Arbeitsspeichers im Handumdrehen und auch anspruchsvolle Programme laufen ohne jegliche Probleme.

Die Alienware-Tastatur ist nichts Besonderes, reicht aber zum Tippen und Spielen aus.

Dank der leistungsstarken Grafikkarte des Rechners (und natürlich der dicken CPU- und RAM-Bestückung) erfahren auch Foto- und Videobearbeitung einen ordentlichen Leistungsschub. Unser 11-minütiges 1080p-Video wurde in nur knapp über vier Minuten ins H.264-Format (24 Bildern pro Sekunde) umgerechnet. Damit ist der X51 vergleichsweise blitzschnell und schlägt locker das Toshiba-Notebook [1], das hier satte 11 Minuten brauchte. Wer den X51 als Media-Center im Wohnzimmer nutzen will, kann sicher sein, dass er sämtliche High-Definition-Dateien ohne das geringste Ruckeln flüssig abspielen und eine schnelle Bearbeitung von Urlaubsbildern und Familienvideos erlauben wird.

Aber natürlich ist der Alienware X51 in erster Linie ein Gaming-PC, also testen wir als nächstes, wie gut seine GeForce-GTX-555-Grafikkarte Polygone handhabt. Im 3DMark06 liefert er erstaunliche hohe 21.762 Punkte und damit eines der besten Ergebnisse ab, das wir jemals gesehen haben. Zum Vergleich: Das Gaming-Notebook MSI GT680 kam im gleichen Test nur auf 13.995 Punkte. Testwerte in synthetischen Benchmarks sind aber nicht immer zu einhundert Prozent aussagekräftig, weswegen wir den X51 noch mit einigen aktuellen Spielen füttern.

Wie die Tastatur ist auch die Alienware-Maus ein simples Gerät. Ambitionierte Gamer werden beide austauschen wollen.

Als erstes setzen wir ihm unser Lieblingsrennspiel Dirt 3 vor, wählen als Auflösung 1920 mal 1080 Bildpunkte (Full-HD, 1080p), setzen alle Grafikeinstellungen auf ihren Maximalwert und begeben uns auf die Pisten in der finnischen Hügellandschaft. Der X51 liefert hier durchschnittliche Frameraten von 50 fps (Frames per Second, Bilder pro Sekunde) ab, das Maximum liegt bei ungefähr 65 fps. Das Gameplay ist somit absolut flüssig, Ruckler und andere Lags glänzen durch Abwesenheit.

Als nächstes ist das Prügelspiel Batman: Arkham City dran; auch hier stehen alle Grafikeinstellungen auf Maximum. Der X51 lässt sich nicht lumpen und liefert eine durchschnittliche Bildwiederholrate von 45 fps ab, die Maximalwerte liegen bei 71 fps – genug, um auch anspruchsvolle Spieler zufrieden zu stellen.

Wenn klasse aussehende Rollenspiele eher euer Ding sind, dann wird es euch freuen zu hören, dass der X51 auch im auf maximale Grafikqualität getrimmten Edel-RPG The Elder Scrolls V: Skyrim auf eine durchschnittliche Framerate von 45 fps kommt. Bei flüssigem Gameplay macht es doch gleich doppelt so viel Spaß, Drachen und Mammuts – und viel häufiger natürlich menschenähnlichere Gegner – mit Pfeilen zu füllen.

Shooter-Fans können ebenfalls beruhigt durchatmen: In Call of Duty: Modern Warfare 3 legt der X51 durchschnittlich 100 fps vor. Wer da nicht respektvoll die Lippen spitzt, ist wahrscheinlich ein hoffnungsloser Fall. Denn wenn man bedenkt, dass 25 fps die Untergrenze für eine flüssige Darstellung sind, dann sind über 100 fps eine echt gute Leistung. Das kann man als Garant dafür nehmen, dass man auch die nächste Spiele-Generation noch locker mitnehmen kann – im Zweifel schraubt man halt die Details ein wenig herunter.

Was ist besser: Alienwares X51 oder eine Xbox?

Die meisten Wohnzimmer-Gamer werden bereits eine Konsole – wahrscheinlich eine Xbox 360 oder eine PlayStation 3 – besitzen. Also was bietet der X51 an Mehrwert, das man dafür einen Haufen Geld auf die Ladentheke blättern sollte?

Der kompakte Alienware X51 ist nicht viel größer als eine Xbox 360, aber wesentlich vielseitiger.

Der erste Grund: Der X51 ist in jeglicher Hinsicht deutlich stärker als die Xbox. Atmosphärisch dichte Spiele wie Skyrim spielt man mit höheren Bildwiederholraten, deutlich besserer Grafik und schnelleren Ladezeiten. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass der X51 grundsätzlich besser für die nächste Spiele-Generation geeignet ist. Die Xbox ist jetzt schon lange am Markt und damit für viele Spieler schlichtweg überaltert. Das wird sich mit der nächsten Xbox-Generation sicher ändern, aber bis die auf den Markt kommt, dauert es noch ein Weilchen.

Wer dagegen ein Fan von Bewegungssteuerung ist und begeistert und mit vollem Körpereinsatz vor dem Kinect-Sensor der Xbox 360 herumtanzt, ist nicht mehr nur auf die Xbox beschränkt. Denn den Kinect-Sensor gibt es mittlerweile auch für Windows-Rechner, so dass man sich auch vor dem X51 zum Affen machen und die Wohnzimmereinrichtung zerlegen kann.

Natürlich ist der X51 auch ein uneingeschränkt nutzbarer und dabei durchweg leistungsfähiger Rechner, so dass man mit ihm auch Office-Jobs erledigen, im Internet surfen, Fotos und Videos bearbeiten sowie chatten, skypen und sich in sozialen Netzwerken herumdrücken kann.

Analoge 7.1- und digitale optische und koaxiale Anschlüsse, HDMI, DVI, USB – was will man mehr?

Angesicht der 7.1-Surround-Sound- und der digitalen Audioanschlüsse für ein Heimkinosystem würde sich der X51 auch extrem gut als Media-Center fürs Wohnzimmer eignen. Er kann DVDs abspielen, seine ein Terabyte fassende Festplatte bietet viel Platz für Filme, Musik und andere Medien und dank dem HDMI-Ausgang ist er schnell und qualitativ hochwertig mit dem HDTV verkabelt. Wenn man ihm dann noch über das Netzwerk Zugriff auf den NAS-Speicher im Keller gibt, bleibt kaum noch etwas zu wünschen übrig. Lediglich ein (externes) Blu-ray-Laufwerk würde dann, wie bereits erwähnt, noch Sinn machen.

Der X51 ist teurer als eine Xbox, keine Frage. Aber er bietet auch mehr Funktionen als die Spielkonsole und fungiert gleichzeitig als Media-Center, DVD-Player und Office-PC. Wer sich ein schlichtes Heimkino-System einrichten will, sollte gut überlegen, ober auf einen Mix aus verschiedenen Geräten setzt oder eine platzsparende, kompakte Einzellösug vorzieht.

Kann man Nvidias GeForce GTX 680 im X51 verbauen?

Die GeForce GTX 680 ist Nvidias neuestes Grafikkarten-Flaggschiff. Die Karte basiert auf der neuen Kepler-Architektur, wird in 28-nm-Fertigungstechnik produziert und bietet bessere Grafik-Performance bei niedrigerer Energieaufnahme. Wie gut die neue Grafikkarte ist, konnte man bereits beim Test des Acer [2] Timeline U M3-581TG sehen, den unsere britischen CNET-Kollegen kürzlich auf Herz und Nieren prüften. Das Notebook ist das reinste 3D-Gaming-Monster, dabei aber schlanker und leichter als die meisten normalen Laptops.

Der besondere Reiz eines Desktop-PCs liegt für viele Anwender in der Tatsache begründet, dass man einfach seine Seitenteile abnehmen und sich in seine Innereien vertiefen kann. Bei Bedarf tauscht man einfach eine der Standardkomponenten gegen ein neues, stärkeres Modell aus und schon ist die Systemleistung wieder auf der Höhe der Zeit. So spart man sich ein Menge Geld, weil man gezielt aufrüsten kann und sich nicht gleich jedes mal einen komplett neuen Rechner kaufen muss.

Der Alienware X51 ist allerdings deutlich kleiner als die meisten normalen Desktop-PC mit ihren Tower-Gehäusen. Wir hatten daher unsere Bedenken, wie leicht (oder schwer) ein an ihm ausgeführtes Upgrade sein würde. Letztlich gibt es aber nur einen Weg, diese Frage zu klären: Wir schnappten uns eine der neuen 680er und einen Schraubendreher, bissen die Zähen zusammen und machten uns ans Werk.

Für das Öffnen des X51-Gehäuses und den Umbau der Grafikkarte braucht man Zeit, Kaffee, gute Nerven, etwas Rücksichtslosigkeit und Kraft und einen Schraubendreher.

Die GeForce GTX 680 ist ein bisschen größer als die original im X51 verbaute GeForce GTX 555 und auch der zur Verfügung stehende Raum ist äußerst begrenzt. Gerade die Stromverkabelung braucht ein bisschen Kreativität (lies: Gewalt), bis sie sitzt. Irgendwann hatten wir die Karte allerdings an Ort und Stelle und drückten gespannt auf den Ein-/Aus-Schalter des X51.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, ob es funktioniert, richtig? Um in einem Wort zu antworten: Nein. Die GTX 680 benötigt eine Stromversorgung von minimal 550 Watt, das Netzteil des X51 leistet aber maximal 330 Watt. Wir konnten ein bisschen Dirt 3 spielen und vermerkten begeistert den Anstieg der durchschnittliche Bildwiederholrate von 45 auf 140 fps. Das gleiche galt für Call of Duty: Modern Warfare 3, wo selbst während intensiver Kampfszenen durchschnittlich 250 fps anlagen.

Versuchten wir aber etwas komplizierteres – beispielsweise das Starten des Grafik-Benchmarks – schaltete sich der Rechner einfach ab – und das ist wirklich eine Schande, denn die GTX 680 ist ein absolutes Monstrum. Mit einem solchen Brummer könnte man es mit praktisch jedem anderen dedizierten Gaming-System am Markt aufnehmen, hätte aber immer noch einen super-kompakten Wohnzimmer-PC. Das Netzteil des X51 bringt aber einfach nicht genug Leistung für die 680er – und wie es langfristig mit der höheren Abwärme bei längerem Spielen aussehen würde, ist auch noch unklar.

Die Stromversorgung der GPU war anfänglich etwas widerspenstig, ergab sich aber schließlich unseren beherzten Bemühungen.

Es gibt aber wirklich keinen Grund, jetzt deswegen trübsinnig in der Ecke zu hocken, denn der Alienware X51 ist auch so ein sehr starker Rechner. Wenn Nvidia die Kepler-Familie weiter entwickelt und den Strombedarf noch weiter senkt, wird es genügend Alternativen für den Austausch der X51-Grafikkarte geben. Spätestens mit der nächsten Generation der Mittelklasse-Karten wird es soweit sein. Letztlich werden wir immer stärkere Grafikkarten in kleinen, kompakten Rechnern wie dem X51 sehen.

Fazit

Wer nach einem Rechner für das Wohnzimmer sucht, der nicht sonderlich auffällt, aber immer noch genügend Power für die neusten Spiele hat, ist mit dem Alienware X51 sehr gut bedient. Er mag nicht die beste Wahl sein, wenn man ein überzeugter Konsolen-Spieler mit dem entsprechenden Vorrat an Spielen ist, aber wenn man einen guten Allrounder für den leeren Platz neben dem Fernseher sucht, bekommt beim X51 eine ordentliche Gegenleistung für einen absolut vertretbaren Preis.

Spezifikationen

  • 3G - nein
  • WLAN - 802.11b; 802.11g; 802.11n
  • Betriebssystem - Windows 7
  • Touchscreen - nein
  • Multitouch - nein
  • Computer-Typ - Desktop-PC
  • Prozessor - Intel Core i7-2600
  • Grafik - Nvidia GeForce GTX 555
  • optisches Laufwerk - CD; CD-Brenner; DVD; DVD-Brenner
  • Bluetooth - nein
  • Spiegeldisplay - nein

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/