Die Farben sind kräftig und kommen mit guten Standardeinstellungen. Die „Overscan“-Standardeinstellung produziert allerdings wahrhaft fürchterliche Ergebnisse, wenn man den Projektor mit Standard-Definition-Inhalten füttert: Schon bei acht Prozent schiebt diese Funktion Bilder über die Wiedergabegrenzen hinaus. Da können wir nur empfehlen: abschalten!

Der Projektor verfügt zudem über einen ganz passablen Prozessor zur Judder-Entfernung (Judder = ruckelnde Bilder), der etliche unterschiedliche Einstellungen bietet. Diese Funktion interpoliert neue Bilder, die zwischen die eigentlichen Bilder des Quellsignals gepackt werden. Auf hohen Einstellungen resultiert dies in einem extrem flüssigen, allerdings auch leicht verrauschten Playback. Da empfehlen sich eher die niedrigen Einstellungen, bei den die gröbsten Ruckler ohne sichtbare Bildstörungen entfernt werden.

3D-Performance

Obwohl der EH-TW9000W zu Epsons Erstversuchen in Sachen 3D-Technik zählt, ist seine 3D-Performance so ziemlich auf einem Niveau mit den besten LcoS-Projektoren der zweiten Generation. Um genau zu sein: Er schafft es, ein sauberes, helles Bild mit nur minimalem Crosstalk zu produzieren. Damit ist gemeint, dass man 3D-Ghosts trotz allem noch wahrnehmen kann, wenn man gezielt nach ihnen sucht. Aber sie bleiben subtil genug, so dass man nicht übermäßig von ihnen abgelenkt wird. Man sollte nicht vergessen, dass 3D-Crosstalk den gewünschten 3D-Effekt im schlimmsten Fall komplett kollabieren lassen kann. Das hat man hier allerdings nicht zu befürchten, die 3D-Darstellung ist sehr gut definiert.

Wer auf die WirelessHD-Funktion verzichten kann, kann auch zum Epson EH-TW9000 greifen, der einen um 300 Euro günstigeren Listenpreis hat.
Wer auf die WirelessHD-Funktion verzichten kann, kann auch zum Epson EH-TW9000 greifen, der einen um 300 Euro günstigeren Listenpreis hat.

Der integrierte 3D-Sync-Transmitter funktioniert in unseren Tests mit absoluter Zuverlässigkeit und schickt sein Signal unsichtbar in Richtung Projektionswand, wo es zu den aktiven Brillen der Zuschauer reflektiert wird. Das Ganze scheint zudem nicht zu sehr mit anderen Fernbedienungssignalen zu interferieren.

Der Projektor akzeptiert nicht nur native 3D-Signale, sondern verfügt auch über einen 2D-zu-3D-Wandler. Dieser Wandler produziert Effekte, die manchmal sehr realistisch und manchmal auch sehr seltsam aussehen. Das dies aber letztlich eine Eigenschaft ist, die allen 2D-zu-3D-Konvertern zu Eigen ist, sollte man dies dem Epson EH-TW9000W nicht all zu sehr ankreiden. Wir würden einfach nur empfehlen, dass man die Funktion einfach abgeschaltet lässt.

Die WirelessHD-Anbindung funktioniert im Test sehr gut. Um die Probleme mit der direkten Sichtlinie im 60-GHz-Band auszuschließen, lässt das System sein Signal von nahen Oberflächen abprallen und kann durch diese Reflexion kleinere Hindernisse umschiffen. Nachdem wir das System aber unter Papier begraben oder uns zusätzlich direkt in den Weg stellen, quittiert es dann aber doch seinen Dienst. Ansonsten arbeitet die Technik auf der durch die Abmessungen unseres Testlabors auf vier Meter begrenzten Übertragungsdistanz selbst dann mit perfekter Zuverlässigkeit, wenn jemand sich zwischen Transmitter und Projektor bewegte. Das einzige Negative an diesem Setup ist eine langsamere Signalerkennung bei der Umschaltung des Signalstandards (z.B. von 1080p bei 60 Hertz auf 1080p bei 24 Hertz). Allein aus diesem Grund würden wir letztlich doch die Nutzung eines HDMI-Kabels vorziehen.

Fazit

Der Epson EH-TW9000W ist edler Heimkinoprojektor mit guter Performance und der revolutionären WirelessHD-Technik an Bord, der trotzdem preislich am unteren Ende des Spektrums der Geräte seiner Klasse angesiedelt ist und sich daher eigentlich als – relativer – Verkaufsschlager erweisen sollte.

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