Leistung

Die Olympus OM-D E-M5 ist ziemlich schnell – genau genommen, wenn man ein paar Einzeldisziplinen außer Acht lässt, die schnellste in ihrer Klasse. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen knapp 1,1 Sekunden. Das ist nicht rekordverdächtig, aber ordentlich. Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen genehmigt sich die Kamera Verschnaufpausen von 0,5 im JPEG- und 0,6 Sekunden im RAW-Format. Mit zugeschaltetem Blitz steigt die Auszeit auf 1,8 Sekunden an.

Um bei optimalen Bedingungen auf das Motiv zu fokussieren, benötigt die Olympus E-M5 0,3 Sekunden und ist damit einen Hauch langsamer als die NEX-7, unterm Strich aber immer noch ziemlich flott. Im Zwielicht verschlechtert sich die Auslöseverzögerung auf hervorragende 0,5 Sekunden. Im Serienbildmodus schließlich zeigt die E-M5 der Konkurrenz die Rücklichter: Pro Sekunde schaufelt die Kamera 8,4 Bilder in die recht großzügig dimensionierten Pufferspeicher. Eine schnelle SD-Karte ist dennoch Gold wert. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch, dass der elektronische Sucher während des Serienbild-Dauerfeuers recht nah am aktuellen Geschehen dran bleibt und nicht – wie leider bei vielen Konkurrenten – so lange hinterherhängt, dass man praktisch blind fotografiert.

Der Autofokus der E-M5 ist so schnell, dass wir in der Praxis häufig auf das Vorfokussieren verzichten und recht impulsiv fotografieren. Einzig die recht lange Zeit, die die Kamera zum Aufwachen aus dem Standby-Modus benötigt, irritiert etwas. In der Praxis vergewissern wir uns regelmäßig, ob die Kamera tatsächlich eingeschaltet ist, weil sie so lange braucht, bis sie reagiert. Außerdem geht der automatische Wechsel zwischen OLED-Display und elektronischem Sucher recht langsam vonstatten, was bei Digitalkameras dieser Klasse leider die Regel ist. Nervig, aber leider eher die Regel als die Ausnahme.

Das Autofokus-System selbst hat keine Überraschungen zu bieten. Das Knipsen mit dem mittigen Autofokus-Feld geht flott von der Hand, und die Gesichtserkennung in den allermeisten Fällen eine sinnvolle Unterstützung. Nur gelegentlich sorgt sie dafür, dass der Autofokus am falschen Motivteil hängenbleibt – etwa dann, wenn die Personen nicht der Hauptbestandteil des Motivs sind und unscharf erscheinen sollen. Der kontinuierliche Autofokus lässt sich leider recht leicht aus dem Trab bringen und pulsiert im Videomodus zu viel durch die Gegend. Der Verfolgungs-Autofokus leistet recht gute Dienste, hinkt aber leider gelegentlich hinter dem Motiv hinterher. Mit diesen Problemen haben allerdings derzeit alle Hersteller zu kämpfen. Für die ambitionierte Sportfotografie führt eben noch kein Weg an einer ausgewachsenen Spiegelreflexkamera vorbei.

Bildqualität

Die Foto- und Videoqualität der Olympus OM-D E-M5 sorgt bei uns für gemischte Gefühle. Sie ist zwar sehr gut, und definitiv besser als die der allermeisten Kompaktkameras. Doch trotz des verbesserten Sensors fehlt den Fotos das gewisse Etwas, das wir von einer Kamera dieser Klasse erwarten. Auf der einen Seite liefert die Kamera sehr schöne Farben und zuverlässig präzise Belichtungen. Abgesehen von einer etwas zu aggressiven Nachschärfung spuckt die Kamera bei ISO 200 ausgezeichnete Aufnahmen aus, die in hellen Bildbereichen viele Details erhalten und auch mit extrem gesättigten Farben keine Probleme haben.


Von links nach rechts haben wir hier mit ISO 200, ISO 800 und ISO 3200 fotografiert. Ein Klick auf die Bilder führt zu den Originalen.

Andererseits wird ab ISO 400 die Rauschunterdrückung aktiv und vernichtet bei den JPEG-Aufnahmen bereits zahlreiche Details. Bei den meisten Motiven würden wir keine höheren Empfindlichkeiten als ISO 800 empfehlen, und selbst dann hängt die Qualität vom Bildinhalt ab. Leider stellt die OM-D E-M5 in ihrer Klasse da keine Ausnahme dar. In dunklen Bildbereichen verliert die Kamera verhältnismäßig viele Details. Das macht es leider schwierig, oberhalb von ISO 1600 gute Ergebnisse zu erzielen – es gibt wenige Details zu retten und dafür umso mehr Bildrauschen. Mehr Details zur Fotoqualität gibt es in der folgenden Galerie.

Die Videoqualität der Olympus OM-D E-M5 ist grundsätzlich gut, dürfte in erster Linie allerdings eher Privatnutzer ansprechen und weniger professionelle Videographen. Bei den typischen Urlaubsmotiven, Kindern und Haustieren leistet die Kamera allgemein gute Dienste. Doch treten bei guten Lichtverhältnissen Moiré- und Kantenaliasing-Artefakte auf. Immerhin: Die Rolling-Shutter-Effekte haben gegenüber den früheren Olympus-Modellen deutlich nachgelassen, selbst mit aktiviertem Bildstabilisator. Bei schlechten Lichtverhältnissen machen sich die gleichen Störungen bemerkbar, wie sie auch die JPEG-Fotos bei höheren ISO-Empfindlichkeiten aufweisen.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Olympus OM-D EM-5 im Test: wetterfeste Vollgas-Systemkamera mit JPEG-Problemen

  • Am 8. Juni 2012 um 06:57 von ralf purkart

    olympus om-d-e-m5
    ihr test der olympus om-d-e-m5 … lol

    für wie blöd oder blind halten sie ihre leser / Innen …
    habe soeben auf

    http://www.dpreview.com/reviews/olympusem5/19

    den jpg( 200)`vergleich zwischen olympus… nikkon d800
    sony alpha nex-7 samsung nx200 am schirm LG s900

    und egal wohin ich auf dem testbild den vergleich ansehe …
    die mit abstand beste bild`qualität bringt die olympus om-d-e-m5

    ja… was nun ? info dazu wäre nett – oder ?

    m v v – ralf purkart

  • Am 8. Juni 2012 um 07:08 von ralf purkart

    Canon EOS 5D Mark III … oder die orgie in lila statt blau ! huijh
    habe soeben gegen ihren test`sieger / lol

    anstatt der sony alpha nex-7 eingeblendet – jetzt ist bereits peinlich … dass blau der uhr … violett verfärbt… unscharf… usw. usf… dass soll ein testsieger sein – einfach lächerlich …

    m v v – ralf purkart

    ps… wieviel zahlt canon für diese getürkte PR ? …

  • Am 20. Januar 2013 um 20:11 von Andreas

    jpg-Probleme?

    Die haben wohl eher immer die anderen; nikon mit seinen gelebn Gesichtern zum Beispiel. Jeder, der etwas Ahnung hat weiß, dass Olympus die besten JPGs liefert. Und die OM-D ganz besonders.

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