Ausstattung

Wie es sich für eine Kamera dieses Schlages gehört, verfügt die Samsung NX20 über die typischen Halbautomatiken und einen manuellen Aufnahmemodus. Wer sich nicht mit Blende, Belichtungszeit & Co. herumschlagen möchte, findet auch eine Programmautomatik vor. Noch mehr Arbeit nimmt die Kamera dem Fotografen schließlich im Smart-Auto-Modus ab. Hier ordnet die Digicam das Geschehen vor der Linse einem von 15 Motivprogrammen zu und wählt entsprechend die sinnvollsten Aufnahmeeinstellungen. Alternativ hat der Fotograf auch die Möglichkeit, händisch eines von 16 Motivprogrammen auszuwählen. Hier finden sich in erster Linie Standards wie Makro, Sonnenuntergang und Portrait. Außerdem bringt Samsung hier den obligatorischen Schwenkpanorama-Modus und eine 3D-Foto-Funktion unter. Der Tonbild-Modus erlaubt es, ein Foto mitsamt eines zehnsekündigen Audio-Clips (je fünf Sekunden vor und nach der Aufnahme) aufzuzeichnen.

Wer mit den Farben, die die Samsung NX20 auf die Fotos bringt, nicht zufrieden ist, findet im Schnellmenü unter dem Punkt Bildassistent eine Reihe von Farbprofilen: Standard, Lebhaft, Portrait, Landschaft, Natur, Retro, Kühl, Moderat und Klassisch. Außerdem stehen hier drei Slots für benutzerspezifische Einstellungen zur Verfügung, unter denen der Fotograf jeweils Werte für Farbe, Sättigung, Schärfe und Kontrast einstellt. Eine stärkere Beeinflussung der Bildwirkung erlauben dann die sogenannten Smart Filter. Hier bietet Samsung die Effekte Vignettierung, Miniatur, Fischauge, Skizze, Anti-Nebel, Halbton, Soft Fokus, Antik-Film 1, Antik-Film 2 sowie Negativ an. Praktischerweise sieht der Fotograf beim Auswählen der jeweiligen Filter sofort deren Auswirkung auf das aktuelle Motiv.

Neben Bildassistent und Smart Filter hält das Schnellmenü Einstellungen zu Belichtungszeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Teilfarb-Filter, Fotoqualität, Fotogröße, AF-Bereich, AF-Modus, Verschluss-Modus, Belichtungsmessung und Blitz bereit. Ganz rechts unten in dem Menü-Dialog gibt es eine mit Custom betitelte Schaltfläche, mit der sich ein Set an getroffenen Einstellungen unkompliziert auf einem der drei auf dem Modusrädchen untergebrachten Slots abgespeichern lässt.

Fans von unkomplizierten HDR-Aufnahmen erleben bei der NX20 eine Enttäuschung: Es gibt keine HDR-Automatik. Dafür bietet die Samsung eine Belichtungsreihen-Funktion, die drei Fotos aufnimmt, die insgesamt bis zu sechs Lichtwerte umspannen. So kann sich der Fotograf dann am Rechner selbst seine Aufnahmen mit erhöhtem Dynamikumfang zusammenbasteln. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, Weißabgleich- und Bildassistent-Reihen aufzunehmen.

Die Samsung NX20 ist die erste Systemkamera mit integriertem WLAN-Modul.
Die Samsung NX20 ist die erste Systemkamera mit integriertem WLAN-Modul.

Die Samsung NX20 ist die erste spiegellose Systemkamera, die über ein integriertes WLAN-Modul verfügt. Damit ist es möglich, Aufnahmen ohne Umweg über den Rechner per E-Mail zu verschicken, auf Facebook, YouTube, Picasa und Photobucket hochzuladen oder direkt drahtlos auf einem kompatiblen Fernseher darzustellen.

In der Praxis funktioniert das gut, wenn auch mit Einschränkungen. Fotos lassen sich auf Facebook beispielsweise nicht in bestimmte Alben oder auf die Pinnwände von Freunden hochladen, sondern nur auf die eigene Pinnwand. Außerdem ist das Tippen mit Hilfe der Onscreen-Tastatur mangels Touchscreen recht anstrengend. Regelmäßig möchte man da nicht unbedingt ellenlange WLAN-Passwörter oder ausführliche Bildunterschriften tippen müssen.

Wer auf seinem Rechner die mitgelieferten Programme Intelli-Studio und Auto Backup installiert, kann außerdem die Bilder von der Kamera automatisch auf den Computer übertragen lassen.

Zu guter Letzt gibt es noch zwei Wege, wie die NX20 – und im Übrigen auch ihre beiden Schwestern NX210 und NX1000 – mit Smartphones zusammenarbeiten. Unterstützt sind dabei sowohl das iPhone als auch Android-Smartphones. Mit der App MobileLink ist es möglich, Fotos von der Kamera auf das Handy zu übertragen und von dort aus weiterzuverwerten. Die Anwendung Remote Viewfinder schließlich verwandelt das Smartphone in einen drahtlosen Sucher inklusive Auslöser. Mit der aktuellen Version der App ist es leider nicht möglich, Videos einzufangen. Und an Aufnahmeparametern lassen sich lediglich Selbstauslöser, Auflösung und Blitz konfigurieren. Wir würden uns freuen, wenn Samsung der App künftig noch mehr Features verpasst, beispielsweise manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende und Belichtungszeit. Die Verbindung zwischen Smartphone und Kamera wird in beiden Fällen durch ein Ad-Hoc-Netzwerk realisiert. Das bedeutet, dass kein vorhandenes WLAN erforderlich ist, um diese beiden Funktionen nutzen zu können.

Wie alle aktuellen Kameras aus Samsungs NX-Serie arbeitet auch die NX20 mit den i-Function-Objektiven der Koreaner zusammen. Diese Optiken ermöglichen es, mit einer Taste auf dem Objektiv auf ein Schnellmenü zuzugreifen und hier mit dem Schärfering der Linse diverse Parameter einzustellen. Wie das genau funktioniert, zeigt unser Video von der IFA 2011, als i-Function an der NX100 Premiere feierte.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Samsung NX20 im Test: gelungene Kompakt-Systemkamera für Anspruchsvolle

  • Am 2. Juni 2012 um 08:19 von ohg

    Canon und Nikon sind die einzigen Hersteller, die derzeit noch aktiv echte DSLRs bauen???
    So auf die Schnelle fallen mir da noch Pentax und Sigma ein und vielleicht auch noch einige im MF-Bereich.

  • Am 5. Juni 2012 um 14:36 von hardbonemac

    samsung
    Langsam, aber sicher verschwinden die Spiegelreflexkameras

    ja sicher und jeder selber Schuld, wenn er den Marketingabfall
    wie diese Samsung oder andere Derivate ( Nikon v1…ich kann schon gacken bevor du drückst…)kauft… 249 euro is das Ding wert…wer mer gibt hat halt nur KONSUMENTEN-STROH im
    Hirnleerraum..

  • Am 15. Juni 2012 um 08:12 von Olli

    Firmware V1 (neue Version)
    Es gibt auf der Samsung Website eine neue Version der Firmware (allerdings mit der selben Versionsnummer, die sich aber Problemlos in der NX20 installieren lässt)

    Diese halbiert die Speicherzeiten in etwa und addressiert so aus meiner Sicht einen der bestehenden Kritikpunkte.

  • Am 15. Juni 2012 um 08:47 von cyco2

    Speicherzeiten
    Durch ein neues FW-Update wurden die Speicherzeiten bei Raws! etwa halbiert!

  • Am 25. August 2012 um 11:52 von Roland

    NX20
    Warum sollten die DSLR’s verschwinden?
    Ich habe die NX20 und einen Canon 600D und ich benutze beide für verschiedene Einsatzzwecke.
    Warum sollte ich auf die Canon verzichten.

    Der Kritikpunkt über die JPEG-Entwicklung ist mir unverständlich. Die läßt sich doch unter Bildstile einfach einstellen und verändern, je nach Geschmack.

  • Am 25. März 2015 um 17:08 von Dieter Hertrampf

    Diese Hinweise habe ich als s e h r nützlich empfunden, da sie fast eine Gebrauchsanweisung ersetzen. Danke sehr!

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