Leistung

Bei der Geschwindigkeit leistet sich die Samsung NX20 leider ein paar Schwächen. Der Kaltstart geht mit durchschnittlich 1,3 Sekunden durchaus in Ordnung – so lange braucht die Kamera, bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist. Die Speicherzeiten zwischen zwei Aufnahmen sind mit 0,9 Sekunden im JPEG- wie im RAW-Format ebenfalls akzeptabel. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 1,3 Sekunden. Bei optimalen Bedingungen benötigt die Samsung NX20 0,3 Sekunden, um auf das Motiv scharfzustellen und das Bild einzufangen. Im Zwielicht steigt die Auslöseverzögerung erfreulicherweise nur leicht auf 0,4 Sekunden an.

Eines der Hauptverkaufsargumente der Samsung NX20 ist ihre Serienbildgeschwindigkeit: die kleine Systemkamera schafft hier bis zu acht Fotos pro Sekunde. Im Praxistest messen wir 6,9 Bilder pro Sekunde, was zwar nicht ganz den Herstellerangaben entspricht, aber immer noch extrem schnell ist. Allerdings laufen die Pufferspeicher nach bereits elf Aufnahmen voll – respektive nach 1,6 Sekunden.

Und hier kommt das zweite Problem ins Spiel: Leider benötigt die Kamera sehr lange, um die Fotos auf die Speicherkarte zu schreiben und verweigert währenddessen komplett den Dienst. Nicht einmal die Aufnahmeeinstellungen sind während dieser Pause anpassbar. Pro JPEG-Aufnahme darf man durchaus mit ein bis zwei Sekunden rechnen. So ist nach jeder Serienbildsalve eine 10- bis 20-sekündige Pause erforderlich. Blöd, wenn das Motiv nicht wartet. Wer übrigens während des Serienbilddauerfeuers den kontinuierlichen Autofokus aktiviert, muss noch einmal mit einem deutlichen Einbruch der Geschwindigkeit rechnen. Wie ausgeprägt dieser ist, hängt vom Motiv ab. Wir kommen aber im Test auf nur mehr ein Bild pro Sekunde. Damit eignet sich die Kamera nur dann für Sportaufnahmen, wenn sich die Entfernung zwischen Motiv und Fotograf nicht signifikant ändert – denn in diesem Fall führt kein Weg an einem schnellen, nachführenden Autofokus vorbei. Stand heute gibt es diesen aber einfach nur bei DSLRs, die den Fokus mittels Phasenvergleich und nicht per Kontrastmessung bestimmen.
high, low, burst

Bildqualität

Im Großen und Ganzen liefert die Samsung NX20 eine ausgezeichnete Bildqualität. Allerdings gibt es ein paar Kleinigkeiten, die ambitionierten Fotografen durchaus sauer aufstoßen könnten. So hat die Kamera quer durch den gesamten Empfindlichkeitsbereich Probleme mit sehr intensiven Farben. Das macht sich insbesondere bei intensiv roten Flächen bemerkbar, die stark an Details verlieren. Mit dem Umweg über das RAW-Format lässt sich dieses Problem jedoch gut aus der Welt schaffen.

Das RAW-Format lohnt sich übrigens auch bei wenig Licht beziehungsweise höheren ISO-Empfindlichkeiten. Oberhalb von ISO 800 weisen die JPEG-Aufnahmen ein deutliches Bildrauschen auf – hier empfehlen wir das Rohdatenformat. Die Grenze für JPEG-Bilder liegt bei ISO 1600, im RAW-Modus liefert auch ISO 3200 noch verwendbare Bilder.

Mehr Details zur Bildqualität der Samsung NX20 gibt es in der folgenden Fotostrecke.

Die Videos der Samsung NX20 sehen ordentlich aus. Wir stellen im Test weder Rolling-Shutter-Effekte noch störende Aliasing- oder Moiré-Artefakte fest. Allerdings sorgen bewegte Objekte für ein merkliches Ruckeln. Allerdings ist der kontinuierliche Autofokus nur eingeschränkt brauchbar: Er pumpt selbst bei statischen Motiven im Sekundentakt deutlich hör- und sichtbar in der Gegend herum. Schade.

Fazit

Samsungs EVIL-Flaggschiff NX20 präsentiert sich als gelungener Allrounder. Während die Kamera in Sachen Bedienung, Bildqualität und Ausstattung inklusive WLAN überzeugt, hinterlässt die Kamera bei uns in puncto Leistung etwas gemischte Gefühle. Serienbildgeschwindigkeit und Auslöseverzögerung sind zwar auf hohem Niveau, doch die langen Speicherzeiten für die Aufnahmen enttäuschen. Wer sich damit abfinden kann, steigt in ein kompaktes Kamera-System ein, das inzwischen überdurchschnittlich gut mit Objektiven aufgestellt ist. Nur Panasonic und Olympus haben hier mit ihrem gemeinsamen Micro-Four-Thirds-Standard mehr zu bieten.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Samsung NX20 im Test: gelungene Kompakt-Systemkamera für Anspruchsvolle

  • Am 2. Juni 2012 um 08:19 von ohg

    Canon und Nikon sind die einzigen Hersteller, die derzeit noch aktiv echte DSLRs bauen???
    So auf die Schnelle fallen mir da noch Pentax und Sigma ein und vielleicht auch noch einige im MF-Bereich.

  • Am 5. Juni 2012 um 14:36 von hardbonemac

    samsung
    Langsam, aber sicher verschwinden die Spiegelreflexkameras

    ja sicher und jeder selber Schuld, wenn er den Marketingabfall
    wie diese Samsung oder andere Derivate ( Nikon v1…ich kann schon gacken bevor du drückst…)kauft… 249 euro is das Ding wert…wer mer gibt hat halt nur KONSUMENTEN-STROH im
    Hirnleerraum..

  • Am 15. Juni 2012 um 08:12 von Olli

    Firmware V1 (neue Version)
    Es gibt auf der Samsung Website eine neue Version der Firmware (allerdings mit der selben Versionsnummer, die sich aber Problemlos in der NX20 installieren lässt)

    Diese halbiert die Speicherzeiten in etwa und addressiert so aus meiner Sicht einen der bestehenden Kritikpunkte.

  • Am 15. Juni 2012 um 08:47 von cyco2

    Speicherzeiten
    Durch ein neues FW-Update wurden die Speicherzeiten bei Raws! etwa halbiert!

  • Am 25. August 2012 um 11:52 von Roland

    NX20
    Warum sollten die DSLR’s verschwinden?
    Ich habe die NX20 und einen Canon 600D und ich benutze beide für verschiedene Einsatzzwecke.
    Warum sollte ich auf die Canon verzichten.

    Der Kritikpunkt über die JPEG-Entwicklung ist mir unverständlich. Die läßt sich doch unter Bildstile einfach einstellen und verändern, je nach Geschmack.

  • Am 25. März 2015 um 17:08 von Dieter Hertrampf

    Diese Hinweise habe ich als s e h r nützlich empfunden, da sie fast eine Gebrauchsanweisung ersetzen. Danke sehr!

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