HD Super-AMOLED, Retina-Display & Co.: Welche Anzeigetechnik ist die Beste?

OLEDs hingegen verfügen gar nicht über eine Hintergrundbeleuchtung: Hier leuchtet jedes einzelne Pixel aktiv. Je größer der Schwarzanteil beim darzustellenden Bild, um so weniger Energie benötigt die Anzeige – denn für Schwarz wird hier gar kein Strom aufgewendet, während LCDs unabhängig vom Inhalt immer gleich viel Energie benötigen. Darüber hinaus gelten OLEDs häufig als heller, und daraus resultieren kräftigere Farben. Allerdings neigen die selbstleuchtenden Panels dazu, die Farbe Grün zu extrem darzustellen. Ein großes Problem stellt tatsächlich auch die Alterung dar. Nicht nur, dass OLEDs im Betrieb schneller „abnutzen“ als LCDs – noch dazu lassen die unterschiedlichen Pixel ungleichmäßig nach. Rote und blaue Punkte nutzen sich laut Soneira schneller ab als grüne, und das führt in der Praxis dazu, dass neue Displays häufig eher blaustichig sind, während sie im Laufe der Zeit eine andere Färbung einnehmen. Damit geht die Farbballance zugrunde.

Außerdem sind OLED-Panels zumindest heute noch in der Produktion teurer als vergleichbare LCDs – auch deswegen, weil schlicht noch nicht genügend Fabriken zur Verfügung stehen, die die Anzeigen produzieren. Das hat in der Vergangenheit beispielsweise bei HTC dazu geführt, dass bei ein und dem gleichen Gerät zum Verkaufsstart OLEDs zum Einsatz kamen, die im weiteren Produktlebenszyklus gegen LCDs getauscht wurden.

Das LCD in Apples iPhone 4 und 4S gehört aufgrund der IPS-Paneltechnik und der hohen Pixeldichte zu den besten LCDs im Markt.
Das LCD in Apples iPhone 4 und 4S gehört aufgrund der IPS-Paneltechnik und der hohen Pixeldichte zu den besten LCDs im Markt. (Bild: Apple)

Was ist IPS?

Damit es nicht zu einfach wird, ist LCD nicht gleich LCD. IPS (in-plane switching) zum Beispiel ist eine besondere und besonders gute Form von LCD, die für ihre großen Blickwinkel und eine scharfe Darstellung bekannt ist. Entsprechende Anzeigen kommen beispielsweise beim iPhone und iPad von Apple zum Einsatz. Gemeinerweise ist IPS aber nicht nur eine gute Technik, sondern auch noch ein Markenname. Auch andere Hersteller setzen auf diese hochwertigen LCDs, müssen sie aber anders benennen.

Günstigere Panels fallen nicht nur im direkten Vergleich auf. Wenn die Blickwinkel stark eingeschränkt sind, die Farbsättigung schwach ist und die Reflexion stark, kommen beispielsweise TN-Displays zum Einsatz – etwa beim Motorola Xoom oder beim Acer Iconia A500.

Und was ist Super-AMOLED?

Wer beim Smartphone von OLED spricht, meint fast immer Super-AMOLED. Das ist nicht per se und aufgrund des Namens eine tolle Technik, sondern einfach nur der Markenname von Samsung für die organischen Smartphone-Displays – und da Samsung in diesem Segment Marktführer ist, heißen fast alle OLED-Displays in Handys Super-AMOLED.

Davon gibt es nun wieder verschiedene Varianten. Neben Super-AMOLED kommen auch Super-AMOLED Plus und HD Super-AMOLED zum Einsatz. Der Unterschied zwischen diesen drei Techniken kommt relativ tief im Display zum Vorschein: bei den Sub-Pixeln.

Grundsätzlich besteht jedes Pixel bei jedem Display aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB), die – je nach Farbmischung – dann wiederum jede beliebige Farbe darstellen können. Um das bereits angesprochene Problem der unterschiedlichen Alterung verschiedener Farben bei OLED-Anzeigen in den Griff zu bekommen, setzt Samsung bei Super-AMOLED nicht auf ein klassisches Pixel-Layout, sondern auf die sogenannte PenTile-Matrix. Dabei gibt es mehr grüne als rote und blaue Pixel – und aus RGB wird RGBG. Nach jedem blauen folgt ein grüner, dann ein roter und dann wieder ein grüner Leuchtpunkt respektive Subpixel.

Bei Super-AMOLED-Displays handelt es sich nicht um RGB-Displays, da ein Pixel nicht über Rot, Blau und Grün als Subpixel verfügt - sondern um ein RGBG-Display mit mehr grünen Bildpunkten.
Bei Super-AMOLED-Displays handelt es sich nicht um RGB-Displays, da ein Pixel nicht über Rot, Blau und Grün als Subpixel verfügt – sondern um ein RGBG-Display mit mehr grünen Bildpunkten. (Bild: Wikipedia)

Damit haben PenTile-Displays unterm Strich weniger Subpixel als LCDs (oder AMOLEDs anderer Hersteller, die beispielsweise im Nokia Lumia 900 zum Einsatz kommen). Ein einzelnes Pixel ist im PenTile-Layout schlicht nicht in der Lage, jede beliebige Farbe darzustellen – dafür sind zwei nebeneinander liegende Bildpunkte nötig. In der Praxis führt das dazu, dass beispielsweise dünne Linien oder Text je nach Farbe körniger wirken als bei LCDs. Das lässt sich sogar mit bloßem Auge erkennen, wenn man einen Vergleich hat.

50 Prozent mehr Subpixel gibt es dagegen bei der im letzten Jahr mit dem Galaxy S2 erstmals eingeführten Super-AMOLED-Plus-Technik, und damit die Möglichkeit, dass jedes Pixel tatsächlich jede Farbe darstellen kann. Das Ergebnis sind sanftere Farbübergänge und eine schärfere Darstellung, und nicht zuletzt auch eine höhere Helligkeit – denn mehr Pixel sorgen auch für mehr Licht. Bei Super-AMOLED-Plus-Panels kommt das klassische RGB-Farbschema zum Einsatz, genau wie bei LCDs.

Das HD Super-AMOLED-Panel hingegen setzt wieder auf die PenTile-Matrix, hat aber eine höhere Auflösung. Es stellt 1280 mal 720 Pixel dar und kommt beispielsweise beim Galaxy S3 zum Einsatz.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu HD Super-AMOLED, Retina-Display & Co.: Welche Anzeigetechnik ist die Beste?

  • Am 4. Juni 2012 um 22:23 von Exceljupp

    Guter Bericht,
    sachlich und informativ.
    Vielen Dank!

  • Am 10. Juni 2013 um 01:00 von Tyron

    Sehr guter Bericht danke!

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