HD Super-AMOLED, Retina-Display & Co.: Welche Anzeigetechnik ist die Beste?

Ist das ein Rückschritt?

Also haben die neuen Samsung-Displays wieder weniger Subpixel als die, die im letzten Jahr vorgestellt wurden. Das sorgt natürlich für Kritik. Eine offizielle Antwort von Samsung haben wir zu diesem Thema nicht erhalten. An anderer Stelle spricht Samsung aber davon, dass das HD-Super-AMOLED-Display haltbarer ist.

Dennoch bleibt natürlich der Fakt, dass beim Galaxy S3 weniger Subpixel zum Einsatz kommen als beim Vorgänger, dem Galaxy S2. Daran ändert die erhöhte Auflösung ebensowenig wie der Namenszusatz „HD“. Während man mit dem bloßen Auge wohl kaum einen Unterschied bei der Betrachtung von Fotos und Videos feststellt, lässt sich die kleinere Anzahl an Subpixeln aber durchaus an Grafiken und Text erkennen – beispielsweise daran, dass dünne Linien körnig wirken.

Aber die PenTile-Matrix hat auch ihre Vorteile. Entsprechende Panels lassen sich billiger produzieren als welche mit mehr Subpixeln, und das sorgt für geringere Gerätepreise. Außerdem ist der Energieverbrauch geringer – es gibt schließlich weniger Punkte, die leuchten.

Super-AMOLED-Plus-Displays hingegen verfügen über den klassischen RGB-Aufbau. In der Praxis führt das zu einem besseren Bild, wie Samsung hier selbst mitteilt. Nur: Die neuen HD-Super-AMOLEDs nutzen wieder die PenTile-Matrix - und damit RGBG.
Super-AMOLED-Plus-Displays hingegen verfügen über den klassischen RGB-Aufbau. In der Praxis führt das zu einem besseren Bild, wie Samsung hier selbst mitteilt. Nur: Die neuen HD-Super-AMOLEDs nutzen wieder die PenTile-Matrix – und damit RGBG. (Bild: Samsung)

Pixeldichte

Die Pixeldichte ist ein etwas schwieriger Wert. So kommt es unter anderem stark darauf an, wie die Pixel in Subpixel angeordnet sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass mehr Pixel pro Fläche eine bessere Bildqualität bedeuten. So hat das iPhone 4S nach heutigen Standards gemessen ein geradezu winziges 3,5-Zoll-Display, erreicht mit seinen 640 mal 960 Bildpunkten aber eine enorme Pixeldichte von 326 Pixel pro Zoll. Zum Vergleich: Das HTC One X mit seinem 4,7-Zoll-Display und 720 mal 1280 Bildpunkten kommt auf „nur“ 312 Pixel pro Zoll. Das Galaxy Note mit 5,3 Zoll und 800 mal 1280 Pixeln erreicht 285 ppi (pixel per inch). Trotz höherer Auflösung ist die Darstellung hier also nicht so scharf wie beim iPhone mit niedrigerer Pixelzahl, da die Displayfläche größer ist.

Pixeldichte im Vergleich

  Apple iPhone 4/4S HTC One X Samsung Galaxy Note
Screen size 3,5 Zoll 4,7 Zoll 5,3 Zoll
Auflösung 960 x 640 Pixel 1280 x 720 Pixel 1280 x 800 Pixel
Pixeldichte 326 ppi 312 ppi 285 ppi

Während die Pixeldichte sicherlich ein wichtiger Faktor ist dafür, wie fein das Bild schließlich aussieht, gibt es noch weitere Facetten, die mitspielen. Auch sehen die Anforderungen an Smartphones und Tablets anders aus, was die Pixeldichte angeht. Wie Ray Soneira von DisplayMate erklärt, reichen bei einem Tablet, das der Anwender weiter von seinem Auge entfernt hält, weniger Pixel aus, um für ein zufriedenstellendes Bild zu sorgen. Die kleineren Smartphone-Displays betrachten Nutzer dagegen häufig aus kürzerer Distanz.

Helligkeit und Farbe

Es wurde schon oft genug beschrieben, wie gut die Displays von iPhone 4 und 4S darin sind, Farben natürlich wiederzugeben. Und auch dass AMOLED-Displays extrem lebendige und helle, aber gleichzeitig eben auch übertriebene Farben darstellen, sollte kein Geheimnis mehr sein. 

Dementsprechend gibt es ein paar Tricks seitens der Hersteller, derer man sich im klaren sein sollte, wenn man sich Demogeräte im Geschäft ansieht. Bei allen Displays – ganz gleich, ob es sich um einen HD-Fernseher oder ein Smartphone handelt – fühlen sich potenzielle Käufer immer primär zu den hellsten und am knalligsten wirkenden hingezogen. Allerdings ermüden die Augen bei der Betrachtung übersättigter Farben schneller. Und wenn man sich bekannte Motive ansieht, beispielsweise Fotos vom eigenen Hund oder Haus, dann fallen die überdrehten Aufnahmen schnell auf und wirken billig. Einige wenige OLED-Geräte bringen hier Einstellungsmöglichkeiten mit, um das Display ein wenig in Richtung Realität zu trimmen. Aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Das gleiche Prinzip gilt für die Helligkeit von Displays. Wer ein Demogerät in die Finger bekommt, sollte die Leuchtkraft der Anzeige daher auf die mittlere Einstellung regeln und sich dort einen Eindruck verschaffen – und nicht auf der Maximaleinstellung, auf die Demogeräte häufig gesetzt sind.

An dieser Stelle ist noch der Hersteller LG zu erwähnen, der sich ein paar interessante Marketing-Tricks rund um die Displayhelligkeit ausgedacht hat. So bewirbt der Konzern seine Nova-Displays damit, dass sie 700 Nits erreichen. Das ist extrem hell, doch im Gegenzug opfert der Anwender damit Kontrast und Farbqualität. Außerdem geht mit der Maximaleinstellung eine deutliche Beeinträchtigung der Akkulaufzeit einher. Unterm Strich empfiehlt es sich dann also doch wieder, die Helligkeit zu reduzieren, womit die 700 Nits als Kaufargument deutlich entkräftet wären.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu HD Super-AMOLED, Retina-Display & Co.: Welche Anzeigetechnik ist die Beste?

  • Am 4. Juni 2012 um 22:23 von Exceljupp

    Guter Bericht,
    sachlich und informativ.
    Vielen Dank!

  • Am 10. Juni 2013 um 01:00 von Tyron

    Sehr guter Bericht danke!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *