Leistung

Die Nikon D3200 hat sich gegenüber ihrer Vorgängerin merklich beschleunigt. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz, beispielsweise der Sony Alpha SLT-A37, ist sie aber immer noch keine Rakete. Die Startzeit ist mit 0,3 Sekunden, die zwischen dem Betätigen des Einschalters und dem Einfangen des ersten Fotos vergehen, ordentlich schnell. Um bei idealen Bedingungen auf das Motiv scharfzustellen und das Bild einzufangen, benötigt die Kamera 0,3 Sekunden. Im Zwielicht verlängert sich die Auslöseverzögerung auf 0,5 Sekunden. Das ist typisch für diese Klasse und ziemlich flott.

Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmen genehmigt sich die Nikon D3200 eine Verschnaufpause von 0,5 bis 0,6 Sekunden, je nach dem, ob sie im JPEG- oder im RAW-Modus fotografiert. Mit zugeschaltetem Blitz wächst die Verschnaufpause auf 0,9 Sekunden an. Der Serienbildmodus dürfte mit 3,9 Fotos pro Sekunde für die allermeisten Hobbyfotografen schnell genug sein.

In der Praxis fühlt sich der Autofokus gelegentlich etwas langsamer an, als es die reinen Zahlen vermuten lassenwürden. Er ist zwar intelligent genug, beim mehrmaligen Ablichten desselben Motivs nicht hin und her zuspringen und jedes Mal neu auszuholen. Doch in schlechten Lichtverhältnissen wird die Kamera gelengetlich doch merklich ausgebremst. Wie es für diese Klasse typisch ist, macht der Live-View-Autofokus keine gute Figur. Der kontinuierliche Autofokus ist im Videomodus – wie im Übrigen bei allen DSLRs – nur sehr eingeschränkt hilfreich. Er kann zwar fokussieren, doch bleibt er selten auf dem Motiv hängen und pumpt auch bei unbewegten Motiven durch die Gegend.

Bildqualität

Im Gegenzug zur Geschwindigkeit hat sich die Bildqualität der Nikon D3200 im direkten Vergleich mit der Vorgängerin nicht verbessert. Eher im Gegenteil, im Großen und Ganzen gefallen uns die Aufnahmen der D3100 einen Tick besser, was auch die Messwerte durch den Empfindlichkeitsbereich bis hin zu ISO 12.800 bestätigen. Dennoch bewegt sich auch das neue Modell in puncto Bildqualität mit der Konkurrenz auf einem Niveau.

Bis ISO 400 sehen die JPEG-Aufnahmen der D3200 sauber aus. Bei höhren Empfindlichkeiten nimmt das Rauschen zu und die Detailwiedergabe verschlechtert sich zunehmend. ISO 3200 liefert immerhin noch bei verkleinerter Betrachtung brauchbare Aufnahmen. Alle Werte darüber eignen sich nur noch für Notfälle.

Mit dem RAW-Format lässt sich bis einschließlich ISO 1600 keine signifikante Verbesserung erzielen. Zwar ist der Spielraum bei der Bildbearbeitung etwas größer. Doch ein merklich rauschfreieres Ergebnis lässt sich nicht erzielen, ohne nicht auf einem anderen Gebiet – beispielsweise bei der Detail- oder Farbwiedergabe – Einbußen hinnehmen zu müssen.

          

Hier haben wir von links nach rechts mit ISO 100, ISO 800 und ISO 1600 fotografiert. Ein Klick auf die Thumbnails führt zu den Originalfotos.

In anderen Belangen – Farbe, Belichtung, Schärfe und Tonwertumfang – schlägt sich die Nikon D3200 sehr gut. Die JPEG-Aufnahmen gelingen scharf, ohne überschärft zu wirken. Und gleichzeitig erhält die Kamera in dunklen wie in hellen Bildbereichen viele Details, die sich mit dem Umweg über das Rohdatenformat wieder hervorholen lassen. Auch die Farbwiedergabe ist relativ präzise. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Standard Picture-Control-Einstellung den Kontrast etwas nach oben schiebt, wodurch etliche Feinheiten in den Schatten verloren gehen.

Die Videoqualität der Nikon D3200 beeindruckt uns nicht gerade. Für das eine oder andere Urlaubsvideo mögen die Clips ausreichen. Doch selbst bei guten Lichtverhältnissen wirken die Aufnahmen ziemlich weich und weisen zahlreiche Kantenartefakte auf. Im Zwielicht schließlich tritt ein recht starkes Bildrauschen auf.

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