Heimlicher Standby-Stromfresser

Während der Sharp im normalen Betrieb vorbildlich sparsam arbeitet, ist dies im Standby-Betrieb leider nicht unbedingt der Fall. Laut Datenblatt beträgt die Standby-Leistungsaufnahme lediglich 0,1 Watt. Dieser Tiefschlafbetrieb tritt allerdings erst exakt drei Stunden nach Betätigung der Aus-Taste an der Fernbedienung oder am Gerät ein. Bis dahin beträgt die Leistungsaufnahme noch zwischen 22 und 24 Watt. Wenn im Einstellungen-Menü des Sharp die Schnellstart-Funktion des Fernsehers aktiviert ist, dann schaltet der Fernseher selbst nach drei Stunden nicht in den Tiefschlafmodus, sondern entpuppt sich als heimlicher Standby-Stromfresser mit kontinuierlich 22 bis 24 Watt Dauerleistungsaufnahme. Das summiert sich dann pro Jahr auf unnötig verplemperte 142 Kilowattstunden, weil der Sharp so nach üblicher Weise vier Betriebsstunden pro Tag und drei Stunden Schnellstart-Standby-Betrieb die restlichen 17 Stunden munter weiterhin Strom frisst. Fragt sich nur, was sich die Sharp-Ingenieure dabei wohl gedacht haben. Die Schnellstartfunktion sorgt lediglich dafür, dass man beim Einschalten nicht 15 Sekunden auf das Bild warten muss, sondern nur fünf Sekunden. Sehr schade ist in diesem Zusammenhang, dass man beim Sharp leider einen mechanischen Netzschalter vergeblich sucht.

Netzwerk-Zugriff und Internet-Apps

Mit dem LC-60LE635E kann man trotz äußerst attraktiver Anschaffungskosten nicht nur sparsam Fernsehen, Musik hören und Fotos oder Videos angucken, sondern auch von einem Heimnetzwerk auf Multimediainhalte zugreifen oder direkt ins Internet gelangen. Hierzu hat der Sharp eine RJ45-Buchse für ein Ethernet-Kabel an der Rückwand. Zudem kann man auch drahtlos per WLAN auf seinen Router zugreifen. Zum Lieferumfang gehört sogar schon ein entsprechender USB-Dongle.

Ruft man per NET-Taste der Fernbedienung das Internet auf, dann erscheint im Display ein Auswahlfeld mit 16 vorprogrammierten Apps – die gewünschte App wählt man einfach per Cursortasten der Fernbedienung aus. Alternativ blättert der Nutzer zu einer weiteren App-Seite oder passt den Katalog der vorkonfigurierten Apps individuell mit Hilfe einer „App-Gallery“-Applikation an. Im Testbetrieb waren unter anderen schnell und einfach Zugriffe auf YouTube, Twitter, eBay, das Web-Fotoalbum Picasa, Wetter.com, HD Traffic Live, den Falk-Routenplaner, Niederschlagsradar, immowelt.de, das Net-TV Automagazin Autozine, den Video-Abrufdienst Sevenload, die ARD-Tagesschau und die Mediatheken von ARD, ARTE und ZDF möglich. Bei Bedarf lassen sich einzelne Apps auch durch eine Kindersicherung sperren.

Mit dem Sharp kann man außerdem einen speziell angepassten Internet-Browser aktivieren. Wie auch bei der Konkurrenz üblich unterstützt dieser Browser keine Darstellung von PDFs und keine Flash-Inhalte. Zur Eingabe von Internetadressen wird im Display ein Fenster mit einer Eingabemaske eingeblendet. Schade ist, dass man nicht wie bei manch anderem Fernseher einfach in Analogie zu Handys über die Zehner-Tastatur der Fernbedienung Buchstaben eingeben kann, und dass auch USB-Tastaturen nicht erkannt werden.

Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass der Sharp leider trotz Internet-Zugang nicht den modernen Fernsehprogramm-begleitenden HbbTV-Dienst unterstützt. Immerhin hat er aber einen konventionellen Videotext-Decoder an Bord, der auch gezielt Subtextseiten aufrufen kann und auf Wunsch per Knopfdruck eine auf die halbe Displaybreite verkleinerte Darstellung ermöglicht, während das TV-Bild dann in der linken Displayhälfte gestaucht zu sehen ist.

Fernbedienung etwas überfrachtet

Die 14 bis 27 mm dicke und 120 Gramm leichte Infrarot-Fernbedienung liegt mit ihren 24 mal 4,9 cm gut in der Hand. Allerdings ist sie mit 60 zum Teil sehr kleinen Tasten an einigen Stellen fast etwas überfrachtet und erfordert doch eine etwas längere Eingewöhnungszeit. Über die OK-Taste der Fernbedienung gelangt man schnell und einfach in die TV-Programm-Liste. Am rechten Bildschirmrand erscheint eine Scroll-Liste mit einem Ausschnitt von zehn Programmen. Ganz nett ist dabei, dass immer unter dem jeweiligen Programmnamen die ersten 20 Buchstaben der Namens der dort laufenden aktuellen Sendung erscheinen.

Alternativ kann man auch über die EPG-Taste der Fernbedienung einen umfassenden Programmguide aufrufen. Er zeigt untereinander 15 Programme mit einem Zeitfenster von etwa sechs Stunden. Für die im EPG aufgeführten Sendungen stehen mit Hilfe der roten Fernbedienungstaste ausführlichere Programminformation bereit. Mit Hilfe der horizontalen Cursortasten verschiebt man schnell und einfach das Zeitfenster des EPG. Alternativ lässt sich der EPG auch nach Genres eingrenzen – alle Sendungen aus anderen Genres graut die Software dann aus. Auf Wunsch schaltet der TV per Timer automatisch auf eine Sendung um, wenn sie beginnt. Und wer möchte, kann den EPG alternativ in einer Spaltenansicht organisieren. Dann sieht man auf dem Panel zehn Programme nebeneinander und die Zeitschiene verläuft vertikal.

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