Sharp Aquos LC-60LE635E getestet: riesiger Fernsehspaß zum Schnäppchenpreis

von Peter Pernsteiner am , 18:40 Uhr

Pro
  • sehr niedriger Betriebsstromverbrauch
  • Time-Shift-Speicher einfach per USB-Stick
  • 3 USB-Ports
  • WLAN-Dongle im Lieferumfang
Con
  • nicht 3D-fähig
  • kein Dreh-Tischfuß
  • magere Akustik
  • umständliche Senderprogrammierung
  • hoher Standby-Stromverbrauch und fehlender Netzschalter
Hersteller: Sharp Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Preis-Leistungsverhältnis des Sharp ist einfach unschlagbar. Zwar könnte die Ausstattung besser sein, aber 60 Zoll TV-Vergnügen zu diesem Preis? Das gibt es ansonsten nirgendwo.

Ein 60-Zoll-Fernseher für das Wohnzimmer? Da kommt echtes Kino-Feeling auf – aber eins, das vermeintlich unbezahlbar ist. Allerdings sind die Preise von Riesen-TVs signifikant gefallen. Wir haben deswegen einen wirklich preiswerten Großbild-Fernseher mit 152 cm Bilddiagonale im Praxiseinsatz getestet. Der Sharp ist zwar bereits seit Ende letzten Jahres zu haben, aber inzwischen ist er bereits für um die 1300 Euro zu haben. Ein echtes Schnäppchen oder großer Mist? Wir haben es getestet.

Full-HD-Fernseher mit 46 Zoll Bilddiagonale gibt es ja heute schon des öfteren für wirklich kleines Geld. Wer ein noch größeres Bild genießen will, der musste bislang tief in seine Taschen greifen. Von Sharp gibt es aber schon seit einiger Zeit eine echte Spar-Alternative: der LC-60LE635E mit einer fürstlichen Bilddiagonale von 152 Zentimetern (60 Zoll) hat eine UVP von 1799 Euro. Bei Preisvergleichsdiensten im Internet hat dieses Gerät inzwischen sogar schon die Schallmauer von 1300 Euro nach unten durchbrochen. Doch kann so ein Schnäppchen wirklich was taugen oder ist es sein Geld nicht wert? Vor diesem Test waren wir noch sehr skeptisch!

Ohne 3D, aber erfreulicherweise mit mattem Display

Für so einen echten Kampfpreis darf man natürlich kein Wunder in Form einer Kinofilm-Wiedergabe in 3D erwarten, aber ansonsten hat der Sharp doch einiges zu bieten. Dies beginnt bei einem integrierten Mediaplayer zur Wiedergabe von Musik, Fotos und Videos aus einem USB-Stick oder aus einem DLNA-Heimnetz und reicht über einen integrierten Internetzugang bis hin zum Anschluss eines USB-Sticks als Zwischenspeicher für den Timeshift-Betrieb und einer SD-Karte als Speicher für einen Video-Downloaddienst aus dem Internet.

Das Full-HD-Panel mit 1920 mal 1080 Pixeln ist zwar nicht für die 3D-Wiedergabe ausgelegt, aber im Gegensatz zum manch anderem wesentlich teureren Fernseher hat dieses Gerät eine matte Displaybeschichtung und sorgt so für eine deutliche Reduzierung von Lichtreflexionen eines Fensters oder einer Wohnzimmer-Stehleuchte neben der Couch. Der schwarze Displayrahmen glänzt zwar, aber mit nur 25 mm Breite kann er für ein so großes Gerät durchaus noch als dezent bezeichnet werden. An den Seiten und oben ist das Display etwa 25 mm schlank – lediglich an der rechten Seite gibt es unten einen Bereich mit 14 cm Höhe, der etwa 10 mm dicker aufträgt. Er enthält sieben Tasten zur schnellen Direktbedienung Fernsehers (Power, Menü, Input, Kanalwechsel, Lautstärkeregelung). Zur Gerätemitte hin wird der Sharp etwas dicker, weil er dort die Anschaltefelder für diverse Buchsen sowie die Bordelektronik wie Tuner, Netzteil und mehr enthält.

Selbst an der dicksten Stelle noch 72 mm schlank

Ganz in der Mitte ist der Sharp nochmal verstärkt, weil sich dort vier Schraubgewinde für eine VESA-Wandhalterung befinden. Am stärksten trägt das Gerät unten auf – in der Mitte etwa 65 mm, weil dort der 535 mm breite und 333 mm tiefe Standfuß fixiert wird. Links und rechts daneben befinden sich noch zwei 25 cm breite Zonen, bei denen der Sharp dann 72 mm dick ist. Darin ist jeweils ein immerhin 150 mal 32 mm großer Lautsprecher untergebracht worden. Schade ist allerdings, dass die Lautsprecher nur nach unten abstrahlen und dadurch etwas dünn klingen. Vor allem die Bässe sind für ein Gerät mit dieser Display-Diagonale doch etwas mager, aber von einer Audioleistung mit zweimal 10 Watt darf man auch keine Wunder erwarten. Immerhin lässt sich aber im Soundmenü eine ganz nett klingende Raumklangsimulation zuschalten. Wer jedoch echtes Kinofeeling genießen will, wird nicht umhin kommen, sich ein separates Surround-Sound-Lautsprechersystem zu gönnen. Schade ist, dass der Tischfuß nur eine starre Aufstellung erlaubt und sich nicht drehen lässt, aber diese kleine Manko kann man bei einem so großen Fernseher in dieser Preisklasse wirklich schlucken.

Zum Auspacken und für die Montage des Tischfußes am Panel sind unbedingt zwei Personen erforderlich. Zunächst müssen die zwei Metallstützen mit je vier Schrauben im Ständersockel fixiert werden und dann wird der komplette Ständer über vier weitere Schrauben mit dem Display verbunden. Hierzu sollte das Panel laut Bedienungsanleitung mit der Displayseite nach unten auf eine Ablagefläche (natürlich auf eine weiche Decke) gelegt werden und am Rand sollte nach unten mindestens 15 cm Platz bleiben. Dieses Procedere könnte allerdings problematisch werden, weil ja viele Wohnzimmertische kleiner als das 1383 mal 838 mm große Display sind und weil eine Couch oder ein Bett bei Belastung nachgibt – das Display könnte damit unter Umständen in der Mitte eine Druckbelastung abbekommen. Im Test hat eine andere Methode ganz gut funktioniert, bei der aber noch eine dritte Person zur Sicherung erforderlich ist. Hierzu stellt man den Tischfuß auf den Boden und setzt dann vorsichtig zu zweit das Panel auf, während eine dritte Person für die „Zielführung“ der Stützen ins Panel und fürs Festschrauben der Stützen am Panel zuständig ist.

Wer am Sharp noch eine Spielekonsole wie die Wii per Scart-Kabel betreiben möchte, muss damit leben, dass der entsprechende Stecker unschön aus der Rückwand nach hinten herausragt oder sollte sich einen entsprechenden Winkelstecker besorgen. Dies gilt auch für die acht in der Rückwand befindlichen Cinch-Buchsen, die RS-232-Buchse und die VGA-Monitor-Buchse. Alle anderen Schnittstellen sind nach unten geführt (zwei mal USB, Ethernet, Sat-Antenne, terrestrische Antenne, optischer Digitalaudio-Ausgang, Audioeingang für HDMI2 bzw. PC) oder weisen zur Seite (SD-Karten-Slot, Kopfhörer, USB, vier mal HDMI, Common Interface). Erfreulicherweise sind die seitlichen Schnittstellen mit 19 cm Randabstand so weit innen, dass keine Kabel unschön aus dem Gerät heraus ragen.

Das 100 Hz-Panel kann sich sehen lassen

Helligkeit und Kontrast des Displays sowie einige weitere Parameter kann man für sechs schnell und einfach umschaltbare AV-Modi individuell voreinstellen. Zudem gibt es auf der Fernbedienung eine Eco-Taste, mit der sich das Bild für den energiebewussten Betrachter in zwei Stufen umschalten lässt. Ein vergleichsweise gut arbeitender Umgebungslichtsensor unter dem Display ermöglicht außerdem die automatische Bildanpassung. In einem weiterführenden Bildmenü lassen sich verschiedenste Einstellungen für Farbton, Farbsättigung, Helligkeit, Farbtemperatur, Gamma-Anpassung, aktive Kontrastregelung, Rauschunterdrückung und mehr einstellen.

Die Edge-LED-Rückbeleuchtung zeigt leider bei gleichmäßigen Bildinhalten an den Displayrändern leichte Helligkeitsunterschiede, bei üblichen TV-Inhalten oder Blu-ray-Filmen mit bewegten Bildern fällt dies aber kaum auf. Obwohl das Panel nur mit einer 100 Hz-Technik arbeitet, wirken selbst schnelle Bildschwenks ganz ordentlich – sowohl vertikal als auch horizontal. Auf dem 60 Zoll-Display kann man HD-Fernsehsendungen und Kinofilme von einem Blu-ray-Player durchaus in einem Abstand von nur zwei Metern genießen. Bei SD-Programmen sollte man sich aber unbedingt einen deutlich größeren Abstand gönnen, weil das Bild sonst sehr unscharf wirkt.

Das Sharp-Panel eignet sich übrigens auch hervorragend als Beamer-Ersatz für kleine Besprechungsräume. Hierzu hat es neben den HDMI-Buchsen auch eine konventionelle VGA-Monitorbuchse und unterstützt die verschiedensten Auflösungen von VGA und SVGA über XGA, WXGA, SXGA, SXGA+ und UXGA bis hin zum 1080p-Format. Dabei bleibt der Geräuschpegel im Besprechungsraum erfreulich ruhig, weil der Sharp keinerlei Lüftermotoren an Bord hat.

USB-Stick für Fotos, Musik, Videos und Timeshift-TV-Wiedergabe

Alternativ zur PC-Präsentiation lässt sich der Sharp auch ganz einfach für eine Präsentation per USB-Stick nutzen – hierzu muss man lediglich seine Powerpoint-Grafiken in JPG-Dateien umwandeln. Das Bildgröße wird dabei automatisch entweder an die Displaybreite oder an die Displayhöhe angepasst – ist das Bild in einer der Dimensionen schmäler, wird es erfreulicher Weise nicht gestreckt, sondern bleibt in diesen Bereichen schwarz. Auf Wunsch kann man eine USB Diaschau aber auch automatisch in einen Intervall von 10, 30 bzw. 60 Sekunden ablaufen lassen. Eine USB-Stick-Diaschau kann auch mit einer beliebigen MP3-Hintergrundmusik vom selben Stick ablaufen. Der Sharp unterstützt zudem die Wiedergabe der Video-Dateiformate .avi, .mkv, .asf, .wmv, .mp4, .mov, .mpg und .mpeg. Bei Bedarf kann man außerdem eine DivX-Registrierung durchführen.

Praktisch ist auch, dass man einen USB-Stick als Speicher für die Timeshift-Wiedergabe nutzen kann. Dieser muss zunächst aber auf dem Fernseher registriert werden. Im Test haben wir einen Stick mit 7628 MB (8 GByte) verwendet – er reicht laut Display-Info am Sharp für eine Aufzeichnungskapazität von 60 Minuten in HD-Qualität oder 151 Minuten in SD-Qualität. Zum Start des Timeshift-Betriebs muss man nur kurz die Timeshift-Ready-Taste auf der Fernbedienung drücken – die Sendung läuft dann ganz normal weiter und wird parallel dazu auf den USB-Stick gespeichert. Und jetzt kann man fortan in der laufenden Aufzeichnung per Fernbedienung in 10 Sekunden-Schritten rückwärts oder in 30-Sekunden-Schritten vorwärts springen oder auf die Pause-Taste drücken, um die Wiedergabe zu unterbrechen oder wieder neu zu starten. Außerdem ist eine Zeitrafferwiedergabe möglich – sowohl vorwärts als auch rückwärts. Der Timeshift-Speicher bleibt allerdings nur bei der aktuellen Programmwiedergabe nutzbar. Bei einem Programmwechsel wird er automatisch gelöscht. Vor einem Programmwechsel während des Timeshift-Betriebs erfolgt vorsichtshalber immer die Sicherheitsabfrage, ob man den Timeshift-Modus tatsächlich beenden möchte – nur bei Bejahung dieser Abfrage wechselt der Receiver das Programm.

Erfreulich genügsames Display, aber umständlicher Audio-Sparbetrieb

Im Stromverbrauch ist der Sharp erfreulich zurückhaltend. Bei Tageslicht hat er im Dynamik-Modus etwa 150 Watt Leistungsaufnahme, im Normalmodus etwa 120 Watt und in den beiden Eco-Modi rund 100 bzw. 80 Watt. Abends bei gedämpfter Raumbeleuchtung schafft der Sharp sogar erstaunliches: Im Normalmodus kam er im Test mit unter 75 Watt Leistungsaufnahme aus, im einfachen Sparmodus mit unter 65 Watt und im verbesserten Eco-Modus sogar mit knapp 55 Watt, obwohl dabei das Bild noch recht ansehnlich ist.

Wer im Satellitenradio-Betrieb oder bei der MP3-Wiedergabe per USB-Stick ohne Bild auskommt, kann noch mehr Strom sparen und das Display komplett deaktivieren – der Stromverbrauch sinkt dann sogar auf nur mehr 35 Watt. Schade ist allerdings, dass man das Bild nicht simpel per Eco-Taste komplett abschalten kann, sondern nur sehr umständlich über den Umweg das Bildeinstellungsmenüs. Ebenfalls etwas unverständlich ist der Standby-Modus des LC-60LE635.

Heimlicher Standby-Stromfresser

Während der Sharp im normalen Betrieb vorbildlich sparsam arbeitet, ist dies im Standby-Betrieb leider nicht unbedingt der Fall. Laut Datenblatt beträgt die Standby-Leistungsaufnahme lediglich 0,1 Watt. Dieser Tiefschlafbetrieb tritt allerdings erst exakt drei Stunden nach Betätigung der Aus-Taste an der Fernbedienung oder am Gerät ein. Bis dahin beträgt die Leistungsaufnahme noch zwischen 22 und 24 Watt. Wenn im Einstellungen-Menü des Sharp die Schnellstart-Funktion des Fernsehers aktiviert ist, dann schaltet der Fernseher selbst nach drei Stunden nicht in den Tiefschlafmodus, sondern entpuppt sich als heimlicher Standby-Stromfresser mit kontinuierlich 22 bis 24 Watt Dauerleistungsaufnahme. Das summiert sich dann pro Jahr auf unnötig verplemperte 142 Kilowattstunden, weil der Sharp so nach üblicher Weise vier Betriebsstunden pro Tag und drei Stunden Schnellstart-Standby-Betrieb die restlichen 17 Stunden munter weiterhin Strom frisst. Fragt sich nur, was sich die Sharp-Ingenieure dabei wohl gedacht haben. Die Schnellstartfunktion sorgt lediglich dafür, dass man beim Einschalten nicht 15 Sekunden auf das Bild warten muss, sondern nur fünf Sekunden. Sehr schade ist in diesem Zusammenhang, dass man beim Sharp leider einen mechanischen Netzschalter vergeblich sucht.

Netzwerk-Zugriff und Internet-Apps

Mit dem LC-60LE635E kann man trotz äußerst attraktiver Anschaffungskosten nicht nur sparsam Fernsehen, Musik hören und Fotos oder Videos angucken, sondern auch von einem Heimnetzwerk auf Multimediainhalte zugreifen oder direkt ins Internet gelangen. Hierzu hat der Sharp eine RJ45-Buchse für ein Ethernet-Kabel an der Rückwand. Zudem kann man auch drahtlos per WLAN auf seinen Router zugreifen. Zum Lieferumfang gehört sogar schon ein entsprechender USB-Dongle.

Ruft man per NET-Taste der Fernbedienung das Internet auf, dann erscheint im Display ein Auswahlfeld mit 16 vorprogrammierten Apps – die gewünschte App wählt man einfach per Cursortasten der Fernbedienung aus. Alternativ blättert der Nutzer zu einer weiteren App-Seite oder passt den Katalog der vorkonfigurierten Apps individuell mit Hilfe einer „App-Gallery“-Applikation an. Im Testbetrieb waren unter anderen schnell und einfach Zugriffe auf YouTube, Twitter, eBay, das Web-Fotoalbum Picasa, Wetter.com, HD Traffic Live, den Falk-Routenplaner, Niederschlagsradar, immowelt.de, das Net-TV Automagazin Autozine, den Video-Abrufdienst Sevenload, die ARD-Tagesschau und die Mediatheken von ARD, ARTE und ZDF möglich. Bei Bedarf lassen sich einzelne Apps auch durch eine Kindersicherung sperren.

Mit dem Sharp kann man außerdem einen speziell angepassten Internet-Browser aktivieren. Wie auch bei der Konkurrenz üblich unterstützt dieser Browser keine Darstellung von PDFs und keine Flash-Inhalte. Zur Eingabe von Internetadressen wird im Display ein Fenster mit einer Eingabemaske eingeblendet. Schade ist, dass man nicht wie bei manch anderem Fernseher einfach in Analogie zu Handys über die Zehner-Tastatur der Fernbedienung Buchstaben eingeben kann, und dass auch USB-Tastaturen nicht erkannt werden.

Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass der Sharp leider trotz Internet-Zugang nicht den modernen Fernsehprogramm-begleitenden HbbTV-Dienst unterstützt. Immerhin hat er aber einen konventionellen Videotext-Decoder an Bord, der auch gezielt Subtextseiten aufrufen kann und auf Wunsch per Knopfdruck eine auf die halbe Displaybreite verkleinerte Darstellung ermöglicht, während das TV-Bild dann in der linken Displayhälfte gestaucht zu sehen ist.

Fernbedienung etwas überfrachtet

Die 14 bis 27 mm dicke und 120 Gramm leichte Infrarot-Fernbedienung liegt mit ihren 24 mal 4,9 cm gut in der Hand. Allerdings ist sie mit 60 zum Teil sehr kleinen Tasten an einigen Stellen fast etwas überfrachtet und erfordert doch eine etwas längere Eingewöhnungszeit. Über die OK-Taste der Fernbedienung gelangt man schnell und einfach in die TV-Programm-Liste. Am rechten Bildschirmrand erscheint eine Scroll-Liste mit einem Ausschnitt von zehn Programmen. Ganz nett ist dabei, dass immer unter dem jeweiligen Programmnamen die ersten 20 Buchstaben der Namens der dort laufenden aktuellen Sendung erscheinen.

Alternativ kann man auch über die EPG-Taste der Fernbedienung einen umfassenden Programmguide aufrufen. Er zeigt untereinander 15 Programme mit einem Zeitfenster von etwa sechs Stunden. Für die im EPG aufgeführten Sendungen stehen mit Hilfe der roten Fernbedienungstaste ausführlichere Programminformation bereit. Mit Hilfe der horizontalen Cursortasten verschiebt man schnell und einfach das Zeitfenster des EPG. Alternativ lässt sich der EPG auch nach Genres eingrenzen – alle Sendungen aus anderen Genres graut die Software dann aus. Auf Wunsch schaltet der TV per Timer automatisch auf eine Sendung um, wenn sie beginnt. Und wer möchte, kann den EPG alternativ in einer Spaltenansicht organisieren. Dann sieht man auf dem Panel zehn Programme nebeneinander und die Zeitschiene verläuft vertikal.

TV-Programme umständlich sortierbar

Ein großes Manko des Sharp ist die Programmauswahl – insbesondere dann, wenn man beim Betrieb an einer Satellitenantenne hunderte Sender zur Verfügung hat. Mit der OK-Taste gelangt der Nutzer zwar blitzschnell in die Programmliste, die jeweils zehn Sender auflistet, und immerhin ist das Blättern in der Liste in 10er-Schritten möglich. Alternativ tippt der Nutzer die Programmnummer auf der Fernbedienung ein. Allerdings ist keine Suche nach einem Programmnamen möglich. Die individuelle Erstellung einer Favoritenliste mit wichtigen persönlich bevorzugten Programmen ist ebenfalls nicht vorgesehen.

Wenigstens kann man Sender in der Programmliste manuell verschieben und auch einzelne Sender ganz aus der Liste löschen, vorübergehend sperren oder für den Programmwechsel per Up-Down-Tasten überspringen lassen. Die „Verschieberei“ von Programmen ist allerdings bei einer Liste mit mehreren hundert Sat-Programmen extrem zeitaufwendig und wird schnell sehr nervig. Hier wäre es sehr hilfreich, wenn man zumindest Programmnamen nach Buchstabenfolgen finden könnte. Wenigstens der Satelliten-Suchlauf erfolgt sehr komfortabel und nahezu vollautomatisch.

Abschließend noch ein paar Worte zur Menüführung und Bedienungsanleitung. Mit der großen Fülle an Menüs muss man sich erst einmal etwas vertraut machen, danach lässt sich der Sharp aber weitestgehend gut bedienen. Schade ist nur, dass der Zugriff auf die Toneinstellungen nicht ebenso einfach erfolgt wie die Eco-Mode-Umschaltung und die sechs AV-Modi. Die mitgelieferte, gedruckte DIN-A5-Bedienungsanleitung ist leider extrem dürftig. Sie beschränkt sich auf ein paar Zeichnungen zur Erklärung der Geräteaufstellung und eine Seite mit der Beschreibung der Grundeinstellungen sowie ein einseitiges Inhaltsverzeichnis zur immerhin auf USB-Stick mitgelieferten ausführlichen Bedienungsanleitung. Auf dem Stick ist diese Anleitung mit mehr als 70 Seiten in allen gängigen Sprachen enthalten – erfreulicherweise sowohl als PDF-Datei als auch in Form von Einzelseiten im JPG-Fotoformat. So kann man immerhin selbst ohne PC die Bedienungsanleitung direkt auf dem Fernseher studieren. So ganz durchdacht ist das allerdings nicht. Sharp hat für jedes Kapitel einen eigenen Ordner angelegt. Das ersetzt zwar das Inhaltsverzeichnis, allerdings ist das Blättern von Seite zu Seite so nicht möglich.

Fazit

Abgesehen von den unbestreitbaren Schwächen bei der Erstellung einer Senderliste, vom hohen Standby-Stromverbrauch für die ersten drei Stunden und von der unterdimensionierten Akustik ist der LC-60LE635E ein durchaus sehr brauchbarer Großformat-Flachbildfernseher. Selbst für den Listenpreis von 1799 Euro erhält man schon reichlich Multimedia-Komfort und guten Bildgenuss bei gleichzeitig sehr niedrigem Stromverbrauch. Und wenn man den aktuellen Straßenpreis des Sharp berücksichtigt, dann ist dieser 60-Zöller ein fast unschlagbares und wirklich empfehlenswertes Schnäppchen.

Neben dem hier getesteten 60-Zoll-Einsteiger-Fernseher zum UVP von 1799 Euro bietet Sharp übrigens inzwischen noch einige weitere – und zum Teil sogar noch wesentlich größere – Flachbild-Fernseher. Den 60-Zoll-Einstieg in die 3D-Technik ermöglicht etwa der LC-60LE740E für 1999 Euro (alle Preise UVPs inkl. MwSt.) und der LC-60LE830E hat für 2999 Euro bereits ein Quattron-Display von Sharp, das zusätzlich zu den RGB-Pixeln (rot, grün, blau) noch ein gelbes Pixel pro Farbpunkt besitzt und dadurch einen deutlich erweiterten Farbraum ermöglicht. Wer ein noch größeres, 3D-fähiges Bild im Wohnzimmer oder beispielsweise in seiner Sky-Kneipe haben möchte, erhält für 3499 Euro den LC-70LE740E mit königlichen 177 cm Bilddiagonale (70 Zoll) oder den ebenso großen LC-70LE835E mit Quattron-Display zum Preis von 4499 Euro. Eine gigantische Bilddiagonale mit 203 cm (80 Zoll) bietet schließlich der LC-80LE645E für 5499 Euro. Bei diesem Fernseher muss man allerdings wie beim hier getesteten Gerät auf den 3D-Genuss verzichten.

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