Die Farben sind wunderschön, die Schwarzstufen außergewöhnlich tief. Dieser Projektor hat einen nativen (!) Kontrastumfang von 80.000:1, eine dynamische Iris glänzt durch Abwesenheit. Im Ergebnis ist bei einem komplett schwarzen Bildschirm fast kein Lichtschimmer zu sehen. Noch besser: Bei unserem Testmuster, bei dem ein kleiner Teil des Bildschirms reinweiß ist, während der Rest komplett schwarz bleibt, behalten die am weitesten entfernten Endpunkte ihr tiefes Schwarz bei – ein Modell mit dynamischer Iris schafft das normalerweise nicht.

Die Progressive-Scan-Umwandlung eingehender Signale ist ziemlich gut, aber nicht hundertprozentig perfekt und produziert manchmal Artefakte (z.B. sich bewegende Moire-Muster). Diese Umwandlung ist standardmäßig aktiv, kann aber auch abgeschaltet werden. Wir hätten allerdings erwartet, dass bei einem so teuren Projektor eine Option zur Erzwingung des Film-Modus für perfektes Playback vorhanden wäre. Grundsätzlich funktioniert das Ganze gut genug mit einem HDTV-Receiver. Man sollte aber am besten einen Blu-ray-Player mit eigener, qualitativ hochwertiger Progressive-Scan-Umwandlung nutzen, um die beste Performance aus Discs herauszukitzeln.

Die 4K-Auflösungsverbesserung produziert glattere Schrägen, der Treppchen-Effekt (Aliasing) wird so minimiert. Allerdings müssen wir sagen, dass dies nur dann sichtbar ist, wenn man sehr nahe an die Leinwand herantritt. Selbst von unserer raumbedingt zu nahen Sesselposition aus sieht man die Stufenmuster bei ordentlichem 1080p-Quellmaterial normalerweise nicht. Ob diese Funktion daher in praktischen Belangen zur allgemeinen Bildqualität beiträgt, ist somit schwer zu sagen.

JVC behauptet von dem Beamer zwar, das er mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) arbeitet, aber mit nativem 4K-Material kommt er dennoch nicht klar.
JVC behauptet von dem Beamer zwar, das er mit 4K-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) arbeitet, aber mit nativem 4K-Material kommt er dennoch nicht klar.

Jedenfalls sorgt das technische Gesamtpaket für eines der besten 2D-Projektionsbilder, das wir jemals im Test gesehen haben – natürlich vorausgesetzt, dass man den Projektor mit hochwertigem Quellmaterial füttert. Das Bild ist einfach nur prächtig und lässt praktisch keinen Raum für Kritik.

Allerdings gibt es da auch eine Funktion namens „Clear Motion Drive“, die man besser nicht aktivieren sollte. Dieses Feature fügt interpolierte Bilder zwischen die Originalbilder ein, um Bewegungsabläufe flüssiger zu gestalten. Sie hat vier verschiedene Modi, von denen der vierte der vom Effekt her stärkste ist. Bei komplexeren Bildinhalten macht die Funktion aber keine wirklich gute Figur und produziert gleichzeitig irritierende Artefakte, was den Bildeindruck insgesamt sogar verschlechtert. Lasst sie daher am besten aus.

3D-Performance

Die 3D-Performance des Projektors ist interessant. Es gibt zwar definitiv sichtbaren Crosstalk (sprich: die Trennung zwischen den Bildinhalten für das linke und das rechte Auge ist nicht absolut, ein Teil „sickert“ durch), aber nicht mit einem konstanten Wert, sondern unbeständig.

In einem unserer Tests, in dem ein rot- und pinkfarbenes Vordergrundbild vor einem starken, himmelblauen Hintergrund liegt, waren die geisterhaftern Abbilder des Vordergrundelements fast unsichtbar. Wir entdecken sie zwar beim Pausieren des Bildes, aber gleichzeitig sind sie so schwach, dass sie nicht im Geringsten mit dem 3D-Effekt interferieren und den satten Eindruck räumlicher Tiefe überhaupt nicht beeinträchtigen.

Aber einige Sekunden später resultierte die gleiche Farbkombination in einer anderen Szene in deutlich sichtbarem Crosstalk, für den wir nicht einmal das Bild pausieren müssen – und das ist dann schon äußerst seltsam. Im 3D-Menü findet man zwar eine Einstellung namens „Crosstalk Cancel“, aber wir können bei einem Hin- und Herbewegen des Schiebers keinen sichtbaren Effekt auf die Stärke des Crosstalks oder die Frequenz seines Auftretens feststellen.

Der 2D-zu-3D-Wandler schafft es, normalen Szenen einen gewissen Eindruck räumlicher Tiefe zu verschaffen. Beispielsweise werden die Frontobjekte in zentralen unteren Bereich des Bildes gerückt und scharf fokussiert dargestellt. In einem Test hatte die Funktion dagegen kaum einen Effekt. Die Ergebnisse dieses Features variieren eben von Szene zu Szene.

Fazit

Obwohl die 3D-Fähigkeiten dieses Projektors alles in allem ziemlich gut sind, sollte man sich als Hardcore-Fan absolut überragender 3D-Performance besser anderswo (sprich, bei DLP-Projektoren) umsehen. Aber wenn man primär an 2D-Bildqualität allerhöchster Perfektion interessiert ist, dann sollte man dem JVC DLA-X70RBE D-ILA unbedingt in die Liste der näher zu begutachtenden Geräte aufnehmen.

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