Optisch macht der KEF R700 jedenfalls ordentlich was her. Die Außenhaut der von uns getesteten Lautsprecher glänzt in einem herrlichen Piano-Schwarz, das auch einem Steinway gut zu Gesicht stehen würde. Die Tuchgitter lassen sich leicht entfernen – und das sollte man auch tun, wenn nicht gerade kleine Kinder oder große Haustiere vorhanden sind. Denn ohne die Abdeckungen auf den Treiber sieht der R700 noch besser aus; besonders die um die Treiber liegenden Ringe aus gebürstetem Aluminium konstratieren sehr schön mit dem Schwarz des Gehäuses.

Performance

Der Klang des R700 ist einfach gigantisch. Exzellent an diesen Lautsprechern ist, dass sie ihre Haltung auch dann bewahren, wenn man die Lautstärke erhöht. Die einzige offensichtliche Änderung am Sound ist, das er lauter wird – aber nicht harscher. Er wird auch nicht konfus. Das Schlagzeug in „Those Damned Blue Collar Tweakers“ aus dem „Sailing the Seas of Cheese“-Album von Primus bricht immer wieder sauber und kontrolliert selbst dann aus den melodischen Elementen des Sound hervor, wenn die komplexere Instrumentierung einsetzt. Es erhöht sich einfach nur das effektive Pegel: Unser Messgerät zeigt einen Schalldruckpegel von satten 100 dB. Die beiden R700-Boxen klingen subjektiv unglaublich laut, bleiben dabei aber extrem sauber und stimmig.

Mit einem Imbuss-Schlüssel kann die Höhe der Spikes von oben eingestellt werden.
Mit einem Imbuss-Schlüssel kann die Höhe der Spikes von oben eingestellt werden.

Einen Hinweis auf die Ursache für diese Performance der Lautsprecher erhalten wir, als der Bassist am Ende des Stücks ein kraftvolle Note zum unteren Ende seiner Möglichkeiten abrutschen lässt. Denn an dieser Stelle wurde die Grenze der Tiefbassfähigkeiten dieser Lautsprecher offensichtlich. Alles in allem reproduziert R700 auch Bässe sehr gut, den meisten Leuten wird diese Einschränkung gar nicht auffallen. Aber wer diesen Song normalerweise auf Lautsprechern hört, die problemlos bis auf 20 Hz heruntergehen, wird man bemerken, dass das solide Bassfundament erst leiser wird und dann fast komplett verschwindet, je tiefer die Note geht.

Unsere Vermutung ist, das KEF den extremen Tiefbass auf Priorität zwei gesetzt hat und stattdessen einer außergewöhnlichen guten Leistungskurve im normalen Bassbereich den Vorzug gegeben hat. Und das macht für die allermeisten Nutzer auch absolut Sinn – und letztlich wird der musikalisch signifikante Bass ja auch fast komplett wiedergegeben.

Um den Bass zu begrenzen, können die Bassreflexöffnungen mit Schaumstoffpfropfen verschlossen werden.
Um den Bass zu begrenzen, können die Bassreflexöffnungen mit Schaumstoffpfropfen verschlossen werden.

Aber Stereo-Musik wird natürlich durch mehr Faktoren definiert als nur rohe Kraft. Da der Primus-Song bereits eine erstklassige Stereo-Abbildung vermuten ließ, legen wir den Song „Nobody“ von der „Jazz CD“ von Ry Cooder auf. Die tonale Balance dieses Tracks wor in etwa so perfekt, wie sie nur sein kann: Die männlichen Stimmen werden ohne die für viele Lautsprecher so typische „Brustlastigkeit“, dafür aber mit geradezu verblüffender Natürlichkeit reproduziert. Der Gesang lässt sich wunderbar orten; selbst bei den mehrstimmigen Gesangsanteilen kann man die Position jedes Sängers einfach und präzise bestimmen.

Fazit

Mit den R700-Standlautsprechern von KEF können sich audiophile Musikliebhaber auf einen Klang freuen, der – bis auf den absoluten Tiefbassbereich – nahezu perfekt ist. Die Lautsprecher sehen gut aus, klingen fantastisch und bieten 5000-Euro-Sound für die Hälfte des Geldes.

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