Einrichtung

Beim ersten Auspacken waren wir etwas erstaunt: Im Inneren des Kartons befindet sich keine Fernbedienung. Stattdessen benötigt der Anwender entweder ein Smartphone oder ein Tablet mit Android-Betriebssystem in der Version 2.3 oder höher. Auch wenn Google die potenzielle Zielgruppe damit einschränkt, spricht ja nichts dagegen, dass der Hersteller in der Zukunft eine App für iOS oder Windows Phone veröffentlicht.

Außerdem etwas verwunderlich ist, dass der Nexus Q zwar über einen Micro-HDMI-Ausgang, aber nicht über ein User-Interface in OSD-Form verfügt. Zwar zeigt der Media-Streamer Videos, Song-Titel, Cover und verspulte Musik-Visualisierungen an, eine Menü-Navigation oder ähnliches bekommt man auf dem Fernseher jedoch nie zu sehen. Die Steuerung läuft komplett über das Display des Android-Geräts ab.

Der erste Versuch, den Nexus Q einzurichten, war mit mittleren bis größeren Schmerzen verbunden. Idealerweise reicht es aus, die Kugel einzustöpseln, die App herunterzuladen und den Anweisungen zu folgen. Allerdings hat sich das von Google mit dem Nexus Q mitgelieferte Samsung Galaxy Nexus geweigert, die erforderliche Bluetooth-Verbindung mit dem Streamer herzustellen. Nach elend langem Trial und Error stand zwar die Verbindung, doch das Gerät weigerte sich, Musik oder Videos wiederzugeben. Wir haben schließlich einen Reset durchgeführt und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, und siehe da: Fünf Minuten später funktioniert alles. Ob für die anfänglichen Schwierigkeiten unsere Testumgebung oder die Kollegen, die das Nexus Q am Vortag mit einem anderen Smartphone gepaart hatten, verantwortlich waren, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Fest steht: Unter Umständen läuft hier alles noch nicht ganz reibungslos ab.

Ohne Smartphone oder Tablet geht nichts - im Lieferumfang mit dem Nexus Q ist keine Fernbedienung enthalten.
Ohne Smartphone oder Tablet geht nichts – im Lieferumfang mit dem Nexus Q ist keine Fernbedienung enthalten.

Was der Nexus Q streamt

Für den Nexus Q kommen nur drei verschiedene Medienquellen in Frage: Google Play Music, Google Play TV & Movies und YouTube. Um einen der drei Services zu nutzen, öffnet der Anwender einfach die entsprechende der drei Apps auf seinem Android-Smartphone und drückt auf das Icon, das wie eine Play-Taste mit Schallwellen aussieht. Unterm Strich fühlt sich das ziemlich nach AirPlay an, funktioniert aber eben nur mit drei Apps. Ebenso wie der Google Q derzeit noch nicht in Deutschland erhältlich ist, stehen auch die Dienste Google Play Music und Google Play TV & Movies hierzulande nicht zur Verfügung. Unsere Kollegen von CNET.com hatten aber bereits die Gelegenheit, die Features in Übersee auszuprobieren.

Google Play Music passt am besten zum Nexus Q – schließlich ist in der kleinen Kugel ein Verstärker verbaut. Hier steht sämtliche Musik zur Verfügung, die der Anwender hochgeladen oder gekauft hat – und zwar erfreulich direkt und problemlos. Hier steht Googles Lösung denen von Sonos oder Apple in nichts an. Befinden sich mehrere Android-Geräte im Heimnetzwerk, kann jeder Nutzer zu einer einzigen universellen Playliste beitragen. Analog dazu ist es auch möglich, die Musik an mehrere Nexus Qs in einem Haus gleichzeitig zu streamen oder in unterschiedlichen Räumen verschiedene Inhalte wiederzugeben. Wie gut die zeitliche Synchronisierung bei mehreren Qs funktioniert, konnten wir mit nur einem Gerät leider nicht feststellen.

Google Play TV & Movies gewährt Zugang zu Googles Video-Inhalten. Hier kaufen Nutzer Serien und Filme oder leihen sich Filme aus. Die Auswahl ist in den USA derzeit ganz ordentlich, kommt aber noch nicht an das Angebot von Amazon oder iTunes heran. So fehlt bei Google beispielsweise der Blockbuster Avatar, und auch etliche Episoden von Mad Men sucht man hier vergeblich. Wenn die ganze Familie im Wohnzimmer sitzt und einen Film aussucht, wäre es außerdem schön, das am Fernseher tun zu können. Derzeit ist man aber leider auf das Smartphone- oder Tablet-Display beschränkt, um das sich dann zwangsläufigerweise alle scharen müssen.

Das Ansehen von YouTube-Videos auf dem Fernseher geht mit dem Nexus Q so flott und unkompliziert, wie wir es bislang noch nirgends gesehen haben. Die Android-YouTube-App leistet beim Suchen von Videos hervorragende Dienste, und die Videos starten ohne nennenswerte Zeitverzögerung auf der Glotze. Nachdem die Clips direkt von YouTube an den Nexus Q gestreamt werden und sich den Umweg über das Smartphone sparen, ist die Bildqualität ausgezeichnet. Wer regelmäßig Katzen- und Faceplant-Videos auf dem HD-Fernseher im Wohnzimmer genießen möchte, wird hier seine Freude haben.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google Nexus Q im Test: futuristischer Media-Streamer mit Potenzial, aber nicht viel mehr

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *