Was der Nexus Q nicht streamt

Das war’s dann aber auch schon weitgehend mit dem Funktionsumfang. Wir waren jedenfalls ziemlich enttäuscht, als wir festgestellt haben, dass die 300-Dollar-Wunderkugel eigentlich kaum etwas kann. Neben den drei zuvor erwähnten Google-Services streamt der Nexus Q nämlich: nichts. Nada. Niente. Wer Videos, Fotos oder Musik auf einem DLNA-Server liegen hat, kann diese nicht anspielen. Musik, die auf dem Smartphone liegt, aber nicht in Google Play Music hochgeladen ist? Fehlanzeige. Und auch Third-Party-Streaming-Dienste à la Napster, Spotify und Amazon Instant sucht man hier noch vergeblich. Selbst innerhalb des Google-Universums gibt es Einschränkungen: So zeigt der Nexus Q keine Fotos von Picasa- oder Google+-Accounts an. Damit kann die 300 Dollar teure Medien-Sphäre unterm Strich weniger als Apples Konkurrenzprodukt, das gerade einmal ein Drittel kostet.

Und genau das ist auch der große Krähenfuß am Google Nexus Q. Eigentlich könnten wir den Testbericht an dieser Stelle beenden. Denn bis der Google-Media-Streamer in puncto Funktionsumfang einen kräftigen Sprung nach vorne macht, dürfte er wohl für kaum jemanden eine echte Alternative zu den günstigeren Konkurrenten darstellen.

Integrierter Verstärker

Der Nexus Q verfügt über einen integrierten Verstärker, dem Google „audiophile Qualitäten“ zuschreibt. Damit ist der Media Streamer in der Lage, Lautsprecher mit Musik zu befeuern, ohne, dass ein separater AV-Receiver oder Verstärker erforderlich wäre. Das Prinzip erinnert ein wenig an Sonos‘ Connect:Amp, der mit 450 Euro etwas teurer, dafür aber auch deutlich flexibler aufgestellt ist.

Wir haben den Nexus Q im Test mit einem Paar Regallautsprechern vom Typ Sony SS-B1000 in einem mittelgroßen Zimmer ausprobiert. Der Verstärker klingt gut und liefert auch bei voller Lautstärke verzerrungsfreie Musik. Bei voller Power macht die Google-Kugel zwar ordentlich Krach, bricht aber leider auch keine Rekorde. Heißt: Man kann sich bei Maximal-Lautstärke noch einigermaßen normal unterhalten, ohne sich anzubrüllen. Für eine wilde Hausparty reicht die Kraft nicht aus. Ersetzen wir die Sony-Lautsprecher durch Standlautsprecher vom Typ Aperion Intimus, ist der klang merklich besser und lauter. Es kommt also auch darauf an, wie effektiv die Lautsprecher arbeiten.

Die Lautstärke lässt sich durch Drehen der oberen Kugelhälfte anpassen.
Die Lautstärke lässt sich durch Drehen der oberen Kugelhälfte anpassen.

Einen ausgewachsenen AV-Receiver kann der Nexus Q damit allerdings nicht ersetzen. Das Gerät verfügt nämlich über keinerlei Eingänge. Und wenn man nicht gerade plant, ausschließlich Googles Services im Wohnzimmer zu nutzen, benötigt man eben noch einen separaten Verstärker, um TV-Receiver, Spielekonsole etc. zu versorgen.

Fazit

Für die allermeisten Endverbraucher ist der Google Nexus Q kein besonders attraktives Produkt. Dafür ist er einfach zu teuer und kann viel zu wenig – daran kann auch das geniale Design nicht mehr rütteln. Allein die Tatsache, dass er ein Android-Smartphone als Fernbedienung benötigt, schränkt die Nutzbarkeit des Geräts im Heimkino deutlich ein. Was, wenn das Familienmitglied mit dem Android-Handy gerade nicht zu Hause ist?

Unterm Strich bleibt zu sagen: Der Nexus Q hat definitiv Potenzial. Das gleiche gilt allerdings auch für ein weiteres Produkt – Google TV. Damit hat der Suchmaschinenriese jetzt zwei „Lösungen“ fürs Heimkino im Programm, die beide nicht richtig in die Puschen kommen, und darüber hinaus nicht einmal zusammenarbeiten. Von den beiden Projekten sieht der Nexus Q derzeit vielversprechender aus. Was aber nicht bedeutet, dass der Weg zur tatsächlichen Konkurrenzfähigkeit nicht noch sehr lang und steinig wäre.

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