Software, Online & StreetPass

Auch wenn es etwas klobig aussieht, leistet Nintendos Menüsystem größtenteils sehr gute Dienste. Die Icons sind klar und deutlich, und der große Home-Button führt den Anwender jederzeit wieder zum altbekannten Startbildschirm zurück, sollte er sich in einem Menü verirrt haben.

Während das von Musik im klassischen Nintendo-Stil untermalte Interface Spaß macht, gibt es noch ein paar Elemente, die einen Feinschliff vertragen könnten. So ist das Einrichten einer WLAN-Verbindung beispielsweise unnötig umständlich. Auch wurden wir während dem Spielen eines Online-Games einmal mit der Meldung konfrontiert, dass wir ein Software-Update benötigen. Wo dieses herkommen soll oder gar einen Link an die entsprechende Stelle in Nintendos eShop sucht man hier dann jedoch vergeblich.

Darauf, dass der Nachwuchs das eigenständig herausfindet, sollte man sich lieber nicht verlassen. Wir mussten selbst einmal Google bemühen und uns durch Foren wühlen, bis wir ein Spiel erfolgreich updaten konnten. Außerdem kommt es öfters mal vor, dass der Home-Button leider eben nicht den Notausgang aus einem Menü darstellt, sondern der Anwender trotzdem in einem Ladebildschirm oder manchen Menüs festhängt. Außerdem macht der integrierte Webbrowser bei der niedrigen Auflösung wenig bis gar keinen Spaß.

Online-Gamer dürfen sich mit etwas Glück fetzige Duelle gegen andere 3DS-Besitzer rund um den Globus liefern. Unseren Erfahrungen mit diesem und anderen Nintendo-Systemen nach gehört dazu allerdings ein wenig Glück. Immerhin verzichtet der japanische Hersteller bei der 3DS XL auf die lästigen Freundescodes der Wii. Dennoch sind uns zu viele Fehlermeldungen und Lags über den Weg gelaufen, als dass wir das Online-Gaming als eine der großen Stärken der 3DS oder ihrer großen Schwester XL hervorheben würden. Das ist schade, denn von einer modernen Konsole hätten wir hier deutlich mehr erwartet.

Bei den Features dürfte StreetPass wohl das Highlight sein. Sobald sich auf der Straße, in der U-Bahn oder am Flughafen zwei Konsolen „begegenen“ beziehungsweise annähern, kommunizieren sie miteinander. So gibt es etliche Spiele, die die Funktion nutzen, darunter etwa die vorinstallieren StreetPass-Minigames, bei denen die Anwender Puzzleteile sammeln müssen.

Akkulaufzeit

Die Nintendo 3DS XL hat gegenüber der 3DS ordentlich zugelegt – davon hat auch der Akku profitiert, der nun beim Zocken zwischen 3,5 und 6 Stunden lang durchhalten soll. Das klingt auf dem Papier zwar nicht schlecht, reicht in der Praxis aber nicht unbedingt immer aus. Wer beispielsweise unterwegs ist, muss das System bei fleißiger Nutzung täglich aufladen. Und ein Interkontinentalflug dürfte die Stromreserven des XL ebenfalls problemlos voll ausschöpfen. Wer WLAN und 3D abschaltet, dürfte hier immerhin noch etwas mehr Reichweite erzielen.

Apropos Reichweite: Diese beträgt ab Werk erst einmal genau null. Denn Nintendo verzichtet freundlicherweise darauf, der mobilen Spielekonsole ein Ladegerät beizulegen. Wer nicht gerade bereits eine 3DS oder DSi besitzt, wird also wohl oder übel noch im Zubehör shoppen müssen, bevor es losgehen kann. Das wird sicherlich bei vielen Kindergeburtstagen für Enttäuschung sorgen, wenn dann eben nicht gleich mit dem Geschenk losgedaddelt werden kann.

Hier ist der Stylus zu sehen, der es sich mittelfristig in einer tiefen Sofaritze bequem machen wird.
Hier ist der Stylus zu sehen, der es sich mittelfristig in einer tiefen Sofaritze bequem machen wird.

Kosten

Die Nintendo 3DS XL startet in Deutschland am 28. Juli. Bei diversen Online-Shops ist die mobile Spielekonsole für knapp 200 Euro vorbestellbar. Zum Vergleich: Das kleinere Modell wechselt derzeit für 150 Euro den Besitzer. Das ist zwar beides nicht megalomanisch teuer, allerdings muss man bei den Spielen ebenfalls noch einmal für deutliche Kosten rechnen – 30 Euro sickern für aktuelle Titel schnell mal aus dem Geldbeutel. Immerhin: Eine 4 GByte große Speicherkarte ist im Lieferumfang enthalten. Hier müssen Käufer also nicht noch einmal zusätzlich investieren.

Fazit

Die Jumbo-Version der 3DS ist genau dieses: eine vergrößerte Ausführung der eineinhalb Jahre alten Konsole. Das gewachsene Display ist hier die Hauptattraktion, allerdings müssen potenzielle Käufer mit einem sperrigeren und schwereren Gehäuse rechnen. Nachdem die Auflösung nicht mit der Bilddiagonale gewachsen ist, nimmt außerdem die Bildschärfe ab.

Wer noch keine 3DS besitzt, sollte sich auf jeden Fall auch noch einmal das kleinere Modell ansehen, das deutlich portabler und inzwischen auch merklich günstiger daherkommt. Außerdem stellt sich natürlich die Frage, ob es denn ein 3D-Display sein muss. Wenn nicht, ist der aktuelle iPod Touch, der derzeit ab rund 170 Euro den Besitzer wechselt, ebenfalls eine Erwägung wert. Hier gibt es nämlich tonnenweise kostenlose und sehr günstige Spiele, die inzwischen den Titeln aus dem Nintendo-Universum nicht unbedingt in so viel nachstehen.

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