Sony XBA-4: Hightech-Ohrhörer mit exzellentem Klang

von Gerald Strömer und Steve Guttenberg am , 10:00 Uhr

Pro
  • vier Balanced-Armature-Treiber pro Ohrstück
  • gute Abschottung von Umgebungsgeräuschen
  • großartiger Klang
Con
  • hoher Preis
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Sony audiophiler Ohrhörer XBA-4 liefert einen höchst kultivierten Sound ab und punktet mit potentem Bass, luftigen Höhen und einer insgesamt exzellenten Performance, während er den Träger dank seiner Geräuschisolierung vor ungewünschten Umgebungsgeräuschen abschottet.

Laut Sony ist der Sound des XBA-4 für audiophile Nutzer optimiert und unser Test bestätigt, dass dieser Ohrhörer in der Tat ein großartig klingender Vertreter seiner Gattung ist. Er integriert wie alle Modelle aus Sonys XBA-Serie die neu entwickelten „Balanced Armature“-Treiber des Herstellers, die einen klareren Sound als konventionelle Ohrhörertreiber produzieren. Aber im Gegensatz zu den anderen, nicht nicht ganz so teuren XBA-Ohrhörern – namentlich die Modelle XBA-1 (bereits getestet), XBA-2 und XBA-3 – mit einem, zwei beziehungsweise drei dieser neuen Treiber je Ohrstück integriert der XBA-4 gleich statte vier „Balanced Armature“-Treiber – pro Seite!

Der Highend-Ohrhörer Sony XBA-4 [1] wird vom Hersteller mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro gelistet und kann zum gleichen Preis versandkostenfrei direkt von Sony [2] bezogen werden. Wirklich sinnvoll ist das aber nicht, denn am deutschen Markt bekommt man den XBA-4 bereits zu Lagerpreisen ab 222 Euro.

Design und Ausstattung

Der XBA-4 ist das Flaggschiff in Sonys XBA-Familie und verbaut in jedem Ohrstück je einen Full-Range-, Tweeter-, Woofer- und Super-Woofer-Treiber. Aus diesem Grund sind die Ohrstücke für Ohrhörerverhältnisse auch relativ massiv. Andererseits heben sich die geschützmetallgrau- und silberfarbenen Ohrstücke mit ihrem Metallic-Finish auch deutlich von der breiten Masse ab und haben unbestreitbar einen Hightech-Look. Die Ohrstücke bestehen aus einem Innengehäuse aus einer belastbaren Magnesium-Legierung, in dem die vier Treiber fest verankert ihren Platz haben, und einem Außengehäuse aus ABS-Kunststoff, das Vibrationen minimieren soll.

Der Sony XBA-4 klingt nicht nur hervorragend, sondern kann auch optisch überzeugen. [3]
Der Sony XBA-4 klingt nicht nur hervorragend, sondern kann auch optisch überzeugen.

Laut Sony zeichnet sich der acht Gramm schwere XBA-4 durch ein besonders geräuschisolierendes Design aus, das das Durchsickern von Sound in beide Richtungen verhindern soll. Wir empfinden die Performance des XBA-4 in dieser Hinsicht aber eher als durchschnittlich für einen Ohrhörer. Aber auf jeden Fall muss man sich keine Gedanken machen, ob die eigene Musik einen Störung für das direkte Umfeld darstellen könnte.

Das Ohrhörerkabel ist ein asymmetrisches Y-Design: Der linke Abzweig ist knapp 18 Zentimeter lang, der rechte dagegen satte 53 Zentimeter. Aufgrund dieses Kabeldesign trägt sich der Kopfhörer am besten, wenn man das Hauptkabel auf der linken Körperseite entlangführt. Das eigentliche Kabel ist rund 120 Zentimeter lang. Wer eine kürzere Kabellänge bevorzugt, kann das Kabel dank der mitgelieferten Wickelhilfe – eine flache, schwarze Kunststoffspule – auf die gewünschte Länge kürzen. Diese Wickelhilfe ist auch beim Transport ein feine Sache, da sich so Kabelknäuel vermeiden lassen, wenn man den Ohrhörer in den Rucksack oder die Hosentasche stopft.

Über den Stecker eines Kopfhörerkabels verlieren wir ja nur in den seltensten Fällen ein Wort, aber der der XBA-4 ist schon eine Ausnahmeerscheinung: Der im rechten Winkel abknickende Stecker im 3,5-mm-Klinke-Format ist goldbeschichtet, der Griff selbst in schwarz glänzendem Kunststoff ausgeführt – das strahlt Klasse aus.

Schon der  Winkelstecker sieht mit seinem glänzend schwarzen Griffstück einfach nur  klasse aus. [4]
Schon der Winkelstecker sieht mit seinem glänzend schwarzen Griffstück einfach nur klasse aus.

Der XBA-4 verfügt allerdings weder über eine Kabelfernbedienung noch ein integriertes Mikrofon für die Bedienung von Apple [5]-Geräten. Wer Wert auf diese Features legt, sollte zum Sony XBA-4iP greifen. Der wird zwar von Sony Deutschland nicht einmal gelistet, ist am deutschen Markt aber zu Preisen ab 329 Euro zu bekommen. Schade, dass Sony den XBA-4iP hierzulande nicht anbietet; in den USA ist er gerade mal 20 Dollar teurer als der normale XBA-4. Alternativ gäbe es da natürlich noch den XBA-1iP [6], den XBA-2iP [7] und den XBA-3iP [8], die ebenfalls über eine Kabelfernbedienung verfügen, aber klanglich nicht an den XBA-4iP herankommen.

Der Ohrhörer wird mit vier Paar Silikon- (SS, S, M und L) und drei Paar geräuschisolierenden Ohrpassstücken (S, M und L) ausgeliefert. Die „L“- und „R“-Markierungen sind ziemlich klein und bei schwacher Beleuchtung entsprechend schwer zu erkennen, aber dennoch sollte jedermann in der Lage sein, einen für seinen Gehörgang passendes Ohrpassstück aus dem mitgelieferten Sortiment herauszupicken. Denn ein komfortabler Sitz mit gutem Abschluss ist enorm wichtig, um den besten Sound und die optimale Geräuschisolation aus dem Kopfhörer herauszuholen. Im Lieferumfang findet sich übrigens auch ein Etui aus Kunstleder, so dass man den Ohrhörer auf Reisen gut geschützt transportieren kann.

Performance

Der XBA-4 ist ein superb klingender Ohrhörer mit einem ausgewogenen Mix tiefer Bässe, natürlicher Mitten und geschmeidiger, detaillierter Höhen. Der ultimative Test für jeden beliebigen Kopf- oder Ohrhörer ist letztlich, wie sie nach langem Hörgenuss klingen. Der XBA-4 enttäuscht in dieser Hinsicht nicht und lässt seinen Nutzer nie erschöpft zurück.

Abgesehen vom klasse Sound ist der Ohrhörer auch sehr komfortabel. Man ist sich zwar der Masse der vergleichsweise großen Ohrstücke bewusst, die einem da aus dem Ohr hängen, aber auf den empfundenen Kofort hat das keinen Einfluss: Die Ohrstücke sitzen immer sicher im Ohr und fallen nicht von allein heraus, dazu braucht es schon ein beherztes Ziehen am Kabel. Das Kabel kennt zudem keine „Mikrofonie“; es überträgt also keine Geräusche, wenn es sich an der Kleidung reibt.

Praktisch: Mit der Wickelhilfe lässt sich die Kabellänge anpassen und der Kopfhörer unterwegs knäuelfrei verstauen. [9]
Praktisch: Mit der Wickelhilfe lässt sich die Kabellänge anpassen und der Kopfhörer unterwegs knäuelfrei verstauen.

Hohe Lautstärken stellen übrigens keine Herausforderung für den XBA-4 dar. Im Test ertappen wir uns immer wieder dabei, wie wir den Ohrhörer mit ohrenbetäubender Lautstärke betreiben, ohne dabei die geringsten Verzerrungen befürchten zu müssen.

Im Vergleich mit dem von unseren US-Kollegen getesteten Etymotic ER-4PT [10] (Marktpreis ab 280 Euro) mit einzelnem „Balanced Armature“-Treiber – übrigens fällt auch der von uns getestete Sony XBA-1iP [11] (Marktpreis ab 65 Euro) in diese Kategorie – hat der der XBA-4 eine reichere, vollere klangliche Balance mit stärkerem dynamischen Kick, während der ER-4PT einen helleren Sound mit überlegener Auflösung feiner Details bietet. Beide Ohrhörer sind richtig gut, aber der XBA-4 setzt sich unserer Meinung nach mit seinem akkuraten, kultivierten Sound im Direktvergleich als Sieger durch.

Vergleicht man den XBA-4 mit dem von CNET USA getesteten Phonak Audeo PFE 132 [12] (ebenfalls ein Ohrhörer mit Single-„Balanced Armature“-Treibern, Marktpreis ab 199 Euro), dann punktet der Sony-Ohrhörer mit dem besseren Bass und klingt insgesamt dynamischer und merklich voller als der PFE-132. Dafür klingen Akustikgitarren mit dem Phonak-Ohrhörer realistischer, während der XBA-4 die einzelnen Noten etwas verwischt.

Die mitgelieferte Schutztasche ist zwar kein Designwunder, erfüllt ihren Daseinszweck aber tadellos. [13]
Die mitgelieferte Schutztasche ist zwar kein Designwunder, erfüllt ihren Daseinszweck aber tadellos.

Alle beschriebenen Hörvergleiche wurden an einem iPod Classic durchgeführt. Wir probierten den Ohrhörer aber auch mal mit ein paar Filme am Computer aus. Zusammen mit dem Kopfhörerverstärker FiiO E17 klingt der Sony XBA-4 hier noch geräumiger als mit Musik; er baut eine richtig dichte Sound-Kulisse auf.

Fazit

Sonys erster Vorstoß in das audiophile Ohrhörer-Design mit „Balanced Armature“-Treiber kann man eigentlich nur als äußerst erfolgreich beschreiben, denn der XBA-4 klingt einfach nur exzellent. Wenn man den hohen Preis tolerieren kann, dann darf man sich auf einen Ohrhörer mit sexy Design, komfortablem Sitz und vollem, Störschall unterdrückendem Klang freuen. Wer auf der Suche nach einem ausgewogenen audiophilen Ohrhörer ist, kann mit dem Sony XBA-4 kaum etwas falsch machen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41564859/sony-xba-4-hightech-ohrhoerer-mit-exzellentem-klang/

URLs in this post:

[1] Sony XBA-4: http://www.sony.de/product/hps-in-ear-performance/xba-4

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564859/sony_xba-4_02.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564859/sony_xba-4_03.jpg

[5] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[6] XBA-1iP: http://www.sony.de/product/hps-in-ear-performance/xba-1ip

[7] XBA-2iP: http://www.sony.de/product/hps-in-ear-performance/xba-2ip

[8] XBA-3iP: http://www.sony.de/product/hps-in-ear-performance/xba-3ip

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564859/sony_xba-4_04.jpg

[10] Etymotic ER-4PT: http://reviews.cnet.com/headphones/etymotic-er-4pt-micropro/4505-7877_7-34532714.html

[11] Sony XBA-1iP: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41564383/sony_xba_1ip_im_test_guenstiger_hifi_ohrhoerer_mit_apple_tauglicher_kabelfernbedienung.htm

[12] Phonak Audeo PFE 132: http://reviews.cnet.com/headsets/phonak-audeo-pfe-132/4505-13831_7-35151934.html

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564859/sony_xba-4_05.jpg