Da bei unseren US-amerikanischen CNET-Kollegen eine ganze Menge moderner HDTVs im Testlabor stehen, haben wir einfach einmal geprüft, wie viele eine solche Meldung einblenden. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte. Neue HDTVs von Sony und Panasonic zeigen eine solche Nachricht, neue Modelle von Samsung dagegen nicht (wobei ein älterer Samsung-TV sehr wohl eine Mitteilung anzeigte).

Glücklicherweise können Interessenten bereits vor dem möglichen Kauf eines SB 16 ganz einfach prüfen, ob das auch für den eigenen Fernseher gilt. Dazu geht man ins Menü des Fernsehers und schaltet dessen interne Lautsprecher ab oder wechselt die Einstellung auf „externe Lautsprecher“. Danach verlässt man das Menü und ändert einfach mal die Lautstärke. Wer dann eine solche Nachricht sieht, sollte sich überlegen, wie sehr sie erstens stört und ob das SB 16 zweitens wirklich das Wunschsystem ist.

Praktischerweise sind alle wichtigen Kontrollen – Ein/Aus, Lautstärke und Quellenwahl – aber auch am SB 16 selbst realisiert, so dass man bei ernsten Probleme mit der Fernbedienung immer noch eine Ausweichmöglichkeit hat. Dennoch hätten wir eine kleine eigene Fernbedienung im Lieferumfang vorgezogen – selbst wenn es nur aus dem Grund wäre, eine lernfähige Fernbedienung (z.B. eine Logitech Harmony) programmieren zu können.

Setup

Das SB 16 benötigt zwar keine Lautsprecherkalibrierung, bietet aber dennoch Möglichkeiten zum Tuning des Sounds. Da gibt es beispielsweise einen „Trim“-Schalter, der die Eingangsempfindlichkeit in drei Schritten regelt. Ab Werk wird das System auf der Einstellung „1“ ausgeliefert, mit der das System für unseren Geschmack selbst bei voll aufgedrehter Lautstärke zu leise ist. Die Einstellung „2“ erhöhte die maximale Lautstärke bereits weit genug für uns. Neben dem „Trim“- gibt es auch noch einen „Wall-Table“-Schalter, der die tonale Balance per Equalizer an Wand- oder Tischmontage anpasst.

An der Rückseite des Subwoofers finden sich ebenfalls physische Kontrollen, hier für Crossover, Lautstärke und Phase. Die ersten beiden haben einen großen Einfluss auf die subjektiv wahrgenommene Sound-Balance des SB 16. Wir stellten die Lautstärke des Subwofers auf etwa drei Viertel und den Crossover auf etwa 125 Hz (der Bereich geht von 50 bis 150 Hz). Jedenfalls kann man diese Einstellungen nach Gehör machen und so einen möglichst glatten Übergang von Subwoofer und Soundbar erreichen. Den Phasen-Schalter empfiehlt Harman Kardon auf „0“ zu setzen, was für uns auch gut funktioniert. Die alternative Position „180“ mag abhängig vom Raum aber durchaus ein besseres Ergebnis erzielen; hier sollte man einfach mal experimentieren und schauen, was besser klingt.

Und noch kurz zur Positionierung des Subwoofers: Laut Harman Kardon kann der Subwoofer zwar „überall“ im Raum platziert werden, aber für den besten Klang würden wir ihn maximal anderthalb bis zwei Meter von der Soundbar entfernt aufstellen.

Performance

Das SB 16 hat einen „größeren“ und volleren Sound als jede andere Soundbar mit integriertem Verstärker (benötigt also keinen AV-Receiver), die wir seit Längerem getestet haben. Dafür ist natürlich primär der große Subwoofer verantwortlich, aber dennoch haben wir nie das Gefühl, dass der Bass überbetont ist oder der Subwoofer sich zu sehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.

Beim Test mit unseren „Folter“-Discs Master and Commander und Black Hawk Down beeindruckt uns das Harman Kardon SB 16, das auch unter Druck seine Haltung wahrt. Schüsse, Geschützfeuer und Explosionen in großen Kampfszenen klingen sauberer und weniger verzerrt als bei den meisten anderen Soundbars. Trotz der Größe des Subwoofers ist der Bass zwar nicht ausgesprochen kraftvoll oder tief, dafür aber qualitativ hochwertig und knackig. Dialoge und Gespräche klingen selbst dann natürlich, wenn die 3D Surround-Nachbearbeitung des SB 16 aktiviert ist – und das ist bei Stereo-Soundbars mit imitierten Surround-Effekten selten genug der Fall. Harman Kardons 3D Surround-Feature generiert zwar keinen raumfüllenden 3D-Surround-Sound, verhilft der Soundbar aber zu einer weiteren Soundstage, die weit über die physischen Grenzen der Soundbar hinausgeht.

Auch der Film „3:10 to Yuma“ demonstriert, wie gut das SB 16 ist: Wenn beim Raubüberfall die Kugeln fliegen und metallisch klirrend von der gepanzerten Postkutsche abprallen und das Echo der Gewehrschüsse von den Bergen zurückgeworfen wird, klingt das schon sehr realistisch.

Unseren Musik-Check starten wir mit der „The Gipsy Life“-Blu-ray des Sängers und Songschreibers John Gorka. Das Timbre der akustischen Musik klingt natürlich und die dynamischen Schattierungen von Gorkas Stimme, Piano und Gitarre sowie dem Rest der Band werden nuancierter reproduziert als bei den meisten anderen Soundbars. Was die Klarheit und Präzision der Höhen und die allgemeine „Leichtigkeit“ angeht, ordnet sich das SB 16 ebenfalls über dem Durchschnitt ein – und das spielt durchaus eine Rolle bei der Erzeugung einer weiten und tiefen Soundstage. Alles in allem erreicht das SB 16 bei der Musikwiedergabe fast das Niveau eines guten dedizierten 2.1-Lautsprecher-Sets und lässt damit viele Soundbar-Systeme weit hinter sich.

Rock-Musik von CD zeigt dem SB 16 dann aber seine Grenzen auf. Wenn man hier auf volle Lautstärke geht, klingt das Soundsystem zunehmend angestrengt. Aber selbst so war es auch hier einen Tick besser als der Durchschnitt.

Alles in allem kann man die Performance des Harman Kardon SB 16 als exzellent bezeichnen.

Fazit

Das Harman Kardon SB 16 ist zwar recht teuer und kann in Sachen Fernbedienung abhängig vom TV-Modell nerven, bietet aber einen für eine Soundbar erstklassigen Klang und punktet mit seinem unaufgeregten Design und hochwertiger Verarbeitung. Wer eine gute Soundbar für seinen HDTV sucht, sollte das SB 16 daher unbedingt im Kreis der Favoriten belassen, vor einem möglichen Kauf aber sicherheitshalber die von uns angesprochenen Fernbedienungsproblematik am eigenen Gerät ausprobieren.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Harman Kardon SB 16: Optisch dezente Soundbar mit sehr gutem Klang, aber Macken bei der Fernbedienung

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *