Der Projektor startet standardmäßig mit voller Lampenleistung, was man allerdings unter „Cinema Black Pro“ einstellen kann. Auch die Lüfter arbeiten von Haus aus auf ihrer höheren Leistungsstufe. Deshalb ist der Beamer – wenn man ihr direkt aus dem Karton nimmt und anschließt – ziemlich laut. Wenn man die Lampe auf „Low“ stellt, sind die projizierten Bilder immer noch hell genug – zumindest in unserem abgedunkelten Testraum – und die Lüfter arbeiten merklich leiser. Schaltet man die Lüfter ebenfalls auf „Low“, arbeitet der Projektor extrem leise. Die Schwarzlevel verbessern sich durch niedrigere Lampenhelligkeit ebenfalls, so dass man in dunklen Szenen Details ein bisschen besser erkennen kann. Alles in allem einfache Änderungen, die für wesentlich bessere Resultate sorgen.

Der Beamer hat mit Sonys „Motion Flow“ zudem eines der besten System zum Entfernen von Bild-Rucklern („Judder“) an Bord. Irgendwie schafft es dieses System, ohne das störende Rauschen und den seltsamen Glanz zu arbeiten, der den meisten anderen Anti-Judder-Systeme zu Eigen ist. Dieses System kann man also ganz beruhigt nutzen.

3D-Performance

Die 3D-Performance ist ebenfalls ganz ordentlich, wenn auch ein bisschen schwer zu verstehen. Die Helligkeit ist in Ordnung und der Projektor schaltet im 3D-Betrieb automatisch auf den stärkeren Lampenmodus, was den verdunkelnden Effekt der Brillen ausgleicht.

Der VPL-HW30ES kann dank manueller vertikalem und horizontalem Lens-Shift ziemlich flexibel installiert werden.
Der VPL-HW30ES kann dank manueller vertikalem und horizontalem Lens-Shift ziemlich flexibel installiert werden.

Die 3D-Crosstalk-Performance ist größtenteils ebenfalls ziemlich gut. Ghosting ist zwar sichtbar, wenn man danach sucht, aber es ist nicht offensichtlich und hat keinen Einfluss auf den 3D-Effekt. Allerdings ist der Crosstalk ein bisschen unbeständig: Eine Szene, bei der wir normalerweise gern pausieren, weil sie Ghosting sehr gut enthüllt, zeigt in der Mitte der Projektionsfläche gute Performance, aber deutlich dunkleres Ghosting am oberen Rand. (Der obere Rand ist in diesem Fall übrigens eigentlich der untere Rand, da wir den Projektor verkehrt herum an der Decke montiert haben.) Das ist ziemlich seltsam, da wir normalerweise Timing-Probleme bei der Kontrolle des Crosstalks erwarten, aber keine Probleme aufgrund der Position auf dem Bildschirm. Vielleicht gibt es da Polarisationsprobleme, die uns unbekannt sind.

Bei einem Nachtest mit einem Crosstalk-Testmuster scheint sich zu beweisen, dass die Performance immer besser wird, je weiter man in den unteren Bereich (beim gedrehtem Projektor, wohlgemerkt) kommt. Der Bildeindruck in diesem Bereich gehört sogar zu den besten überhaupt, wenn man DLP-Projektoren einmal außen vor lässt. Aber im oberen Bereich bricht Weiß an Stellen durch, wo es schwarz sein sollte, und es gibt ein Farbverschiebung von schwarzen Inhalten hin zu dunklem Kastanienbraun.

Fazit

Trotz der eben beschriebenen Crosstalk-Probleme – die wie gesagt nicht offensichtlich sind – ist die 3D-Funktionalität des Sony VPL-HW30ES perfekt nutzbar. Zusammen mit der sehr guten 2D-Performance, der soliden Ausstattung und dem vergleichsweise moderaten Preis macht ihn das zu einem rundum guten Heimkinoprojektor.

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