Lenovo IdeaCentre A720: Leistungsstarker All-in-One-Computer mit riesigem, 27-Zoll-Multitouch-Display

von Andrew Hoyle und Gerald Strömer am , 10:45 Uhr

Pro
  • großer Bildschirm
  • schlankes Design
  • leistungsstarke, aktuelle Komponenten
Con
  • kleine Icons sehen aus der Nähe etwas verschwommen aus
  • Tastatur und Maus fühlen sich sehr billig an
Hersteller: Lenovo Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 9,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Lenovo IdeaCentre A720 integriert einen 27-zölligen Full-HD-Bildschirm und ein Blu-ray-Laufwerk, leistungsstarke Komponenten und eignet sich dank seines schicken, schlanken Designs besonders für Anwender, die eine Mischung aus Fernseher und Computer suchen.

Ihr sucht nach einem neuen Fernseher und einem starken neuen Rechner fürs Wohnzimmer, habt aber nicht den Platz für beide Geräte? Dann sollte ihr euch den AiO-Computer Lenovo IdeaCentre A720 anschauen. Das Gerät wird durch seinen 27 Zoll großen Full-HD-Bildschirm dominiert, der geradezu danach bettelt, mittels des integrierten Blu-ray-Players mit Inhalten beschickt zu werden. Und optisch passt das System mit seinem schlanken, minimalistischen Design und dem extrem dünnen Display ebenfalls gut ins Wohnzimmer.

Der von uns getestete Lenovo IdeaCentre A720 [1] ist mit einem Intel Core i7-3610QM und acht GByte RAM bestückt^.

Design und Fertigungsqualität

Die meisten All-in-One-Computer, die wir bisher gesehen haben, haben derart glänzende Kunststoffrahmen und große, klobige Standfüße, dass sie sich bestenfalls für ein dunkles Büro eignen. Lenovo scheint sich dagegen echt Gedanken um das Aussehen gemacht zu haben, denn der A720 ist ein wirklich attraktives Stück Technik.

Der Größenvergleich mit Maus und Tastatur zeigt erst, wie riesig das 27-Zoll-Display eigentlich ist.
Der Größenvergleich mit Maus und Tastatur zeigt erst, wie riesig das 27-Zoll-Display eigentlich ist.

Aufgrund seines 27-Zoll-Displays fällt das A720 sehr breit aus, braucht also entsprechend viel Platz auf dem Schreibtisch. Wer den AiO-Rechner im Wohnzimmer aufbauen will, sollte ebenfalls auf beiden Seiten für viel Platz sorgen. Viel Raum in der Tiefe muss dagegen nicht vorhanden sein, denn der A720 ist extrem flach. Die Bautiefe beträgt im Display-Bereich zwar nur 24,5 Millimetern, was bei der Platzierung allerdings nur bedingt hilft, denn hier entscheidet der Standfuß. Aber in der Tat: er sieht in der Tat ausgesprochen schlank aus.

Solche Abmessungen sind nur möglich, weil Lenovo viele der Kernkomponenten im Standfuß untergebracht hat. Aus diesem Grund ist der A720-Standfuß zwar ein bisschen klobiger als der des 27-zolligen Apple iMac [2], aber dennoch alles andere als fett. Dank der kleinen Bodenfläche lässt sich der zwar breite, aber nicht sehr tiefe Standfuß zudem auch auf ziemlich beengten Oberflächen gut platzieren. Der A720-Standfuß ist auf jeden Fall Welten kleiner als der des Workstation-Systems HP Z1 [3], den die britischen CNET-Kollegen getestet haben und das einen gigantische Kunststoff-Standfuß braucht, um die riesige Masse des Geräts sicher zu tragen.

Sowohl der Standfuß als auch der Bildschirmrahmen sind aus einem matt-silberfarbenen Metall gefertigt und haben ein ausgesprochen minimalistisches Design mit scharfen, eckigen Kanten. Uns gefällt der IdeaCentre A720 jedenfalls richtig gut; wir würden ihn jederzeit daheim im Wohnzimmer aufstellen – aber das muss natürlich nicht für alle gelten. Es kommt einfach ganz darauf an, ob man einen minimalistischen Look mag oder nichts damit anfangen kann.

Schlank, minimalistisch und deswegen einfach attraktiv – der Lenovo IdeaCentre A720.
Schlank, minimalistisch und deswegen einfach attraktiv – der Lenovo IdeaCentre A720.

Die Front des Geräts wird von einer enormen Glasfläche beherrscht, die von Kante zu Kante geht. Billige Kunststoff-Flächen glänzen durch Abwesenheit, was einen hochwertigen Gesamteindruck hinterlässt. Der Bildschirm kann übrigens komplett flach horizontal ausgerichtet werden, so dass er sich dann dank seiner Touchscreen-Fähigkeit wie ein riesiges Tablet nutzen lässt.

Beim Touchscreen handelt es sich um eine kapazitive Variante; man muss also nicht den Finger ins Display drücken, um eine Reaktion zu erhalten. Im Vergleich mit anderen All-in-One-Geräten gehört der Touchscreen des IdeaCentre A720 zudem zu den am akkuratesten arbeitenden Geräten. Aber auch er ist nicht perfekt: Wenn man kleine Icons (beispielsweise zum Minimieren von Fenstern) erwischen will, muss man sich schon gehörig anstrengen. Aber das Feature ist perfekt, wenn man Fenster verschieben, Ordner öffnen oder die Kontrollen der Blu-ray-Playback-Software bedienen möchte.

Sobald Windows 8 mit seinem Tablet-artigen Metro-Interface auf den Markt kommt und der A720-Besitzer auf das neue Betriebssystem umsteigt, steigt die Wichtigkeit des Touchscreens allerdings noch einmal ganz erheblich. Denn wenn man sich jetzt schon vom A720 angesprochen fühlt, dürfte man bei der Vorstellung begeistert sein, Windows 8 und die verschiedenen Swiping- und Touch-Gesten auf diesem riesigen Bildschirm nutzen zu können.

In Sachen Anschlüsse bietet der IdeaCentre A720 je zwei USB-2.0- und USB-3.0-Ports, je einen Kopfhörer- und Mikrofonanschluss sowie eine Ethernet-Schnittstelle (LAN). Da aber Bluetooth und WLAN (802.11b/g/n) ebenfalls an Bord sind, kann man in den meisten Fällen sogar auf eine feste Netzwerkverkabelung verzichten. Dazu kommen noch ein 6-in-1-Kartenleser (unter anderem für SD-Speicherkarten) und ein Blu-ray-Laufwerk mit Slot-In-Technik.

Über die ebenfalls integrierten HDMI-Ein- und -Ausgänge kann man einen echten Großbildschirm ansteuern oder externe Quellen anschließen. Unter letzteres fallen natürlich auch Spielkonsolen – sehr praktisch, wenn man den A720 im Wohn- oder Schlafzimmer aufstellen will. Mit der integrierten 720p-Webcam kann man außerdem Videochats durchführen und mit dem bereits erwähnten TV-Tuner Fernsehprogramme empfangen. Man braucht nicht einmal zwingend externe Lautsprecher, da das System – zugegeben bauartbedingt dünn klingende – Stereo-Lautsprecher mit Dolby-Optimierung integriert.

Der Displayteil des Rechners kann so schlank sein, weil alle Kernkomponenten im Standfuß sitzen.
Der Displayteil des Rechners kann so schlank sein, weil alle Kernkomponenten im Standfuß sitzen.

Der IdeaCentre A720 wird mit einem kabellosen Set aus Tastatur und Maus ausgeliefert, die allerdings keine Überflieger, sondern ziemliche Standardmodelle sind. Der metallene Rahmen und das Chiclet-Design der Lenovo-Tastatur erinnern zwar definitiv an Apples Tastaturen, allerdings erreicht die Tastatur des A720 nicht deren Qualität. Sowohl Maus als auch Tastatur reichen letztlich für den Alltag völlig aus, aber wenn man häufiger an langen Dokumenten arbeitet, sollte man ein Upgrade erwägen.

Bildschirm

Der riesige 27-Zoll-Display des IdeaCentre A720 löst 1920 mal 1080 Bildpunkte auf, was sowohl gut als auch schlecht ist. Gut ist, das er damit die genau richtige Auflösung hat, um Full-HD-Videos und Blu-rays optimal genießen zu können. Und dank seiner Größe ist der Bildschirms in kleinen Räumen der ideale Partner für die Xbox 360 oder die PlayStation 3.

Auf der rechten Seite finden sich die Slots für das Blu-ray-Laufwerk und den 6in1-Kartenleser.
Auf der rechten Seite finden sich die Slots für das Blu-ray-Laufwerk und den 6in1-Kartenleser.

Nachteilig ist, das aufgrund der schieren Größe des Bildschirm Icons, Texte und Fenster viel größer aussehen als auf einem kleineren Display mit der gleichen Auflösung, wodurch sie oft spürbar weniger scharf gezeichnet aussehen. Beim Anschauen von Filmen aus einer gewissen Distanz macht dies zwar keine Probleme, aber wenn man zum Arbeiten oder Spielen näher an den Bildschirm heranrückt, wird der Eindruck der Unschärfe stärker. Eine höhere Auflösung wäre daher zwar besser, aber letztlich ist das Klagen auf hohem Niveau – das Touchscreen-Display ist uneingeschränkt nutzbar.

Fairerweise muss man aber dennoch anmerken, dass Konkurrenten wie der HP Z1 oder Apples 27-zolliger iMac höher auflösende Display verbauen, die Texte und Bilder rasiermesserscharf darstellen, aber auch erheblich mehr kosten als Lenovos A720. Ein Bildschirm mit einer extrem hohen Auflösung ist davon abgesehen auch nicht für jeden Anwender die beste Wahl; nur wer professionall mit Grafiken arbeitet, braucht wirklich das absolute Maximum.

Links findet man die beiden HDMI-Schnittstellen und einen USB-Port.
Links findet man die beiden HDMI-Schnittstellen und einen USB-Port.

Das Display ist hell, dynamisch und farbenprächtig und somit perfekt geeignet, um eine Blu-ray-Disk einzuwerfen und es sich dann auf dem Sofa oder Bett bequem zu machen. Seine Größe macht ihn zum perfekten TV-Ersatz in einer Studenten-Bude oder einem kleinen Wohnzimmer – und dank digitalem TV-Tuner und HDMI-Eingang bietet er alle Features, die auch ein normaler Fernseher vorweisen kann.

Performance

Die Kernkomponenten sind im Standfuß des IdeaCentre A720 untergebracht. Hier werkelt mit dem Intel Core i7-3610QM (Basis-Takt: 2,3 GHz, Turbo-Takt: 3,3 GHz, Smart Cache: 6 MByte) ein Hyperthreading-fähiger Quad-Core-Prozessor, der von acht GByte RAM und einer 750 GByte großen Festplatte unterstützt wird. Der Prozessor entstammt Intels neuester, dritter Core-Generation, die auf den Codenamen Ivy Bridge hört, und bietet daher vor allem in Sachen integrierter Grafik erhebliche Verbesserungen gegenüber den Vorgängern der Sandy Bridge-Generation.

Um zu sehen, wie gut sich der A720 im Vergleich zu anderen All-in-One-Desktop-PCs leistungsmäßig schlägt, kommen nun die Benchmarks zum Einsatz. Als erstes starten wir den Geekbench, der einen Wert von knapp über 13.500 Punkten auswirft – ziemlich beeindruckend. HPs Workstation-AiO Z1 erreicht im gleichen Test rund 15.000 Punkte, kostet aber mehr als doppelt so viel wie der A720. Apples 27-zolliger iMac des Modelljahrs 2010 kam auf rund 12.000 Punkte, war aber ebenfalls erheblich teurer als der A720.

Da Benchmark-Ergebnisse aber immer relativ und nicht immer praxisrelevant sind, verzichten wir natürlich nicht auf echte Tests. Als nächstes muss der Rechner daher unsere 1080p-Testaufnahme in ein H.264-Video (24 fps) umrechnen, was er in blitzschnellen vier Minuten und vierzig Sekunden erledigt. Das ist fast die genau gleiche Zeit, die auch Apples MacBook Pro mit Retina-Display [4] für diese Aufgabe braucht. Das das Macbook Pro ein extrem fähiges Gerät ist, was das Handling selbst der anspruchsvollsten Anwendungen angeht, haben wir hier bereits keinen Zweifel mehr, dass der IdeaCentre A720 ein ebenso starkes Gerät ist, wenn es um das Arbeiten mit hochauflösenden Bilder und Videos geht.

Der Rest der Schnittstellen sitzt auf der Rückseite des schlanken Standfußes des A720.
Der Rest der Schnittstellen sitzt auf der Rückseite des schlanken Standfußes des A720.

Natürlich machen wir die Probe aufs Exempel und laden ein extrem hochauflösendes und mit der beeindruckenden Canon EOS 5D Mark III [5] aufgenommenes Bild im TIFF-Format in Adobe Lightroom 4. die Performance des A720 ist hier äußerst zufriedenstellend: Das Laden des Bildes ist sehr schnell erledigt und der Wechsel von der Bibliothek in den Editier-Modus geschieht unmittelbar und ohne nervige Verzögerungen. Das Umsetzen von Bildeffekten wie Gaußsche Unschärfe oder das Anpassen der Belichtung ist sehr einfach und schnell und nie haben wir den Eindruck, dass der Computer Mühe hat, mit dem Anwender mitzuhalten.

Die Tastatur wirkt auf den ersten Blick hochwertig, ist für Vielschreiber aber nicht empfehlenswert.
Die Tastatur wirkt auf den ersten Blick hochwertig, ist für Vielschreiber aber nicht empfehlenswert.

Der A720 hat aber nicht nur Rechenleistung ohne Ende, sondern hat mit der Nvidia Geforce GT 630 auch eine ganz passable Grafikkarte mit zwei GByte Videospeicher an Bord. Mit ihr lassen sich auch moderne Spiele spielen, wenn sie denn nicht zu anspruchsvoll sind.

Als wir unseren Rally-Wagen in DiRT 3 testweise durch die finnischen Hügel prügeln, schafft der IdeaCentre A720 eine durchschnittliche Framerate von 35 fps – für einen Rechner, der alles, aber kein Gaming-PC ist, eine durchaus zufriedenstellende Vorstellung. Wir spielten zudem in 1080p-Auflösung mit Schatten- und Textur-Einstellungen auf „Hoch“. Wenn man sich mit etwas weniger Grafikqualität zufrieden gibt, läuft das Spiel auch flüssiger mit um die 50 fps. Aber für Gelegenheitsspieler sind die 35 fps absolut erträglich.

Auch die kabellose Maus ist nur Standardkost. Wer anspruchsvoll ist, sollte hier nachrüsten.
Auch die kabellose Maus ist nur Standardkost. Wer anspruchsvoll ist, sollte hier nachrüsten.

Ältere oder Casual-Games laufen jedoch auf jeden Fall gut auf dem System. Wenn man beispielsweise kein Fan moderner Hochglanz-Games ist, kann man auch den Touchscreen zurückgreifen und sich mit dem klassischen Angry Birds oder Fruit Ninja amüsieren, die beide auf dem A720 vorinstalliert sind.

Fazit

Der Lenovo IdeaCentre A720 punktet mit einem großen, aber angenehm dünnen Bildschirm sowie einem viel attraktiveren Look als die meisten All-in-One-Konkurrenten auf dem Markt. Das System eignet sich zudem sehr gut als TV-Ersatz für kleine Wohnzimmer oder die Studentenwohnung und hat dank seines topaktuellen, leistungsstarken Intel-Prozessors genug Power, um auch anspruchsvolle Aufgaben wie Foto- oder Videobearbeitung souverän zu erledigen.

Wenn man also nach einem All-in-One-Computer sucht, der mit unterschiedlichsten Anforderungen klar kommt, und gleichzeitig Filme in bester Qualität und großflächig wiedergeben kann, dann ist der Lenovo IdeaCentre A720 eine großartige Wahl.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41565125/lenovo-ideacentre-a720-leistungsstarker-all-in-one-computer-mit-riesigem-27-zoll-multitouch-display/

URLs in this post:

[1] Lenovo IdeaCentre A720: http://shop.lenovo.com/deweb/de/de/learn/products/desktops/ideacentre/a-series/a720/index.html

[2] 27-zolligen Apple iMac: https://www.cnet.de/tests/desktop/41552591/neuer_27_zoll_imac_mit_3_1_ghz_core_i5_im_test.htm

[3] HP Z1: http://reviews.cnet.co.uk/desktops/hp-z1-workstation-review-50008380/

[4] Apples MacBook Pro mit Retina-Display: https://www.cnet.de/tests/notebook/41564391/macbook_pro_mit_retina_display_im_test_bester_allrounder__aber_teuer.htm

[5] Canon EOS 5D Mark III: https://www.cnet.de/tests/digicam/41563987/canon_eos_5d_mark_iii_im_test_tolle_spiegelreflexkamera_fuer_foto__und_videofreaks.htm