Logitech Touch Mouse M600: Elegante kabellose Maus mit Touch-Funktionalität

von Gerald Strömer und Rich Brown am , 00:28 Uhr

Pro
  • effektive, Touch-basierte Maussteuerung
  • attraktives Profil
Con
  • kaum funktionelle Unterschiede zu mechanischen Mäusen
Hersteller: Logitech Listenpreis: 70 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,7 von 10 Punkte
Fazit:

Logitechs Touch Mouse M600 funktioniert durchaus zufriedenstellend, ist aber nicht so ambitioniert wie die konkurrierenden Touch-Mäuse von Apple und Microsoft. Folgerichtig sollte auch der Preis nicht auf dem gleichen Niveau liegen.

Logitech hat mit der Touch Mouse M600 eine berührungssensitive Maus ins Rennen geschickt, die es mit ähnlichen Modellen von Apple und Microsoft aufnehmen soll. Auf dem Papier macht die Logitech-Maus funktionell gar keinen schlechten Eindruck – aber kommt sie auch in der Praxis an ihre eingesessenen Konkurrenten heran? CNET hat die Maus getestet.

Die Logitech Touch Mouse M600 [1] wird vom Hersteller selbst für 69,99 Euro verkauft. Wer den Weg über die deutschen Webshops nimmt, kann die Maus aber bereits zu Preisen ab 58 Euro geliefert bekommen.

Der Preis der M600 wird mit zunehmender Verbreitung sicherlich noch sinken, aber mit dem aktuellen Straßenpreis von 58 Euro ist die M600 immer noch mindestens so teuer wie die Touch-sensitiven und von unseren US-amerikanischen CNET-Kollegen getesteten Konkurrenten von Apple [2] (Apple Magic Mouse [3], ab 58 Euro) und Microsoft [4] (Microsoft Touch Mouse [5], ab 44 Euro).

So sehr wir auch das Aussehen der M600 und die Art und Weise mögen, wie sie Touch-Eingaben im Smartphone [6]-Stil zu replizieren versucht: ihr fehlt die Bibliothek spezialisierter Gesten, die die beiden anderen Touch-Mäuse bieten. Das muss nicht heißen, dass man diese Gesten unbedingt braucht, aber eine geringere Feature-Zahl sollte sich auch in einem niedrigeren Preis niederschlagen. Aufgrund dieser Preisdiskrepanz und der Tatsache, dass die Touch-Eingabe immer noch irgendwo in den Kinderschuhen streckt, verbietet sich eine enthusiastische Empfehlung schon im Vorhinein.

Design und Ausstattung

„Blättern, scrollen und surfen durch Berührung“, wirbt die Produktseite der Touch Mouse M600 [1]. Dies beschreibt im Grunde schon die Hauptinnovation von Logitechs Bemühungen zur Touch-Eingabe. Anstatt sich mit einem mechanischen Scrollrad und seitlich angebrachten Daumentasten für die Vor-/Zurück-Funktion abmühen zu müssen, muss man bei Logitechs neuer, ausschließlich in Windows 7 unterstützter Touch-Maus lediglich mit dem Finger in die entsprechende Richtung über die glänzende Kunststoffhaut streichen, um in einer Webseite oder einem Dokument zu scrollen oder vor und zurück zu navigieren.

Es spricht überhaupt nichts gegen die Nutzung Touch-basierter Eingabemöglichkeiten, um solche Navigationsaspekte abzudecken. Aber es muss auch ganz klar gesagt werden, dass das Ganze keine neue Funktionalität bietet, die man nicht auch bei einer klassischen mechanischen Maus finden würde.

Touch-Mäuse haben üblicherweise größere Ambitionen. Apples Magic Mouse mit ihrer äußerst unkomfortablen Formgebung unterstützt beispielsweise die gleichen Swipe-basierten Gesten, die Apple in seine neuesten MacBook-Trackpads integriert hat. Microsofts Touch Mouse wiederum bietet ein mehr oder weniger intuitives hierarchisches Eingabesystem, mit dem abhängig von der Zahl der genutzten Finger in und zwischen verschiedenen Anwendungen navigieren kann.

Logitech muss ja nicht zwangsläufig die Maus neu erfinden; traditionelle Mäuse funktionieren so gut, dass nur wenige Nutzer eine steile Lernkurve in Kauf nehmen würden, um eine Touch-Eingabe genießen zu können. Aber wenn Logitech schon mit „flüssigem Scrollen wie auf einem Smartphone“ wirbt, wie wäre es dann mit Multi-Gesten-Erkennung im Smartphone-Stil? Oder Pinch-to-Zoom-Funktionalität?

Performance

Logitech bietet zur M600 die sogenannte FlowScroll-Software zum Download an. Dabei handelt es sich im Kern um eine Reihe von Plugins für den Internet Explorer, Chrome und Firefox, die das Hoch- und Runterscrollen weicher gestalten und so das nahtlose Gefühl eines Smartphones oder Tablets replizieren sollen. Der Effekt ist nur marginaler Natur, aber wir konnten uns auch vor der Installation des Add-Ons nicht über die Glattheit des Scrollings beschweren.

Logitech setzt im Endeffekt darauf, dass sich potenzielle Nutzer durch das simple, moderne Gefühl der Touch-Bedienung und das schlanke, schicke Maus-Design zum Kauf der M600 animieren lassen. Wer sich von diesen Argumenten einfangen lässt, kann sich zumindest auf ein unkompliziertes Setup und die guten Features freuen, die vielen Logitech-Eingabegeräten gemein sind.

Der Unifying-Empfänger ist vielleicht eines dieser nützlichen Features: Über den im Lieferumfang enthaltenen USB-Mikro-Receiver können bis zu sechs kompatible Geräte von Logitech mit dem Rechner verbunden werden. Im Moment gehören dazu Mäuse, Tastaturen, ein kabelloses Touchpad [7] und die Cube [8], eine Mischung aus portabler Maus und Präsentationsgerät. Das Limit von sechs Geräten in der Praxis auszuschöpfen dürfte daher eher schwerfallen.

Wer übrigens auf die Touch-Bedienung verzichten kann, spart mit der kleinen Schwester M510 richtig Geld. Diese mechanische Maus bietet die gleichen Navigationsfunktionen wie die M600, hat aber echte, physische Tasten – und kostet mit Marktpreisen ab 28 Euro weniger als die Hälfte der M600.

Logitech muss an dieser Stelle auch einmal für seine intuitive SetPoint-Konfigurationssoftware gelobt werden, die nicht nur der M600 sondern auch jedem anderen Eingabegeräte von Logitech beiliegt. Hier kann man Cursor- und Scroll-Sensitivität einstellen, Links- mit Rechtsklick (und umgekehrt) vertauschen und andere Einstellungen treffen. Die software bietet alle benötigten Konfigurationsmöglichkeiten, ohne den Anwender erst durch ein respekteinflößendes Interface abzuschrecken.

Fazit

Die Logitech Touch Mouse M600 macht nichts falsch, aber macht andererseits auch nicht genug, um den Preis von knapp 60 Euro zu rechtfertigen. Sie strahlt einen gewissen Reiz des Neuen aus und sieht auch noch gut aus, was zusammen durchaus zu einem Kauf verleiten kann. Ein Kauf ist kein Fehlgriff, aber wir wünschten, dass Logitech sich ein bisschen mehr angestrengt hätte, um der Touch-Funktionalität Bedeutung zu verschaffen – oder aber die M600 entsprechend günstiger anbieten würde.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Maus
  • Kommunikation - Funk

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41565194/logitech-touch-mouse-m600-elegante-kabellose-maus-mit-touch-funktionalitaet/

URLs in this post:

[1] Logitech Touch Mouse M600: http://www.logitech.com/de-de/mice-pointers/mice/devices/touch-mouse-m600

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Apple Magic Mouse: http://reviews.cnet.com/mice/apple-magic-mouse/4505-3148_7-33783857.html

[4] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[5] Microsoft Touch Mouse: http://reviews.cnet.com/mice/microsoft-touch-mouse/4505-3148_7-34558800.html

[6] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[7] kabelloses Touchpad: http://reviews.cnet.com/pointing-devices/logitech-wireless-touchpad/4505-3147_7-35020269.html

[8] Cube: http://news.cnet.com/8301-17938_105-57352487-1/logitech-cube-mouse-offers-clicks-in-a-box/