Die Qualität der Kamera-Schnappschüsse erreicht nicht ganz das Niveau von aktuellen Top-Smartphones. Generell sollte man jedoch von Kameras in Telefonen nicht sehr viel erwarten. Trotz der in den vergangenen Jahren erzielten Verbesserungen in diesem Bereich, sind qualitativ hochwertige Fotos mit Smartphones gegenwärtig kaum zu realisieren.

Störend beim RAZR i ist das laute Aufnahmegeräusch, sodass Serienaufnahmen von 10 Bildern in der Sekunde von einer akustischen Maschinengewehrsalve begleitet werden. Leider lässt sich das Schnappschuss-Signal nicht standardmäßig abschalten. Hierfür muss das Gerät gerootet werden.

Mit dem am rechten unteren Gehäuserand angebrachte Schalter kann die Kamera-App aktiviert werden, sodass man schnell „schussbereit“ ist. Andererseits passiert es in der Praxis häufig, dass man beim Umgreifen des Smartphones zufällig diesen Schalter erwischt und die Kamera ungeplant aktiviert. Nach etwas Eingewöhnungszeit sollte man dieses Problem aber in den Griff bekommen.

Performance

Das RAZR i mit 2 GHz schnellem Atom-Prozessor arbeitet durchaus flott. Ruckler sind so gut wie nicht wahrnehmbar. Taskwechsel zwischen geöffneten Anwendungen gelingen sehr schnell. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn man die Home-Screens konfigurieren möchte, werden die einzelnen Seiten miniaturisiert dargestellt und sobald man auf eine klickt, wird diese durch eine Zoom-Animation vergrößert dargestellt. Diese Animation gelingt dem Gerät nicht ruckelfrei.

Ansonsten zeigen die Benchmarks, dass der verwendete Atom-Prozessor durchaus mit der ARM-Plattform konkurrieren kann. Im Sunspider-Test, der die JavaScript-Performance des verwendeten Browser untersucht, erreicht das RAZR i fast die Performance eines iPhone 5. Beim Geekbench-Test, der die Rechenleistung der CPU anhand zahlreichen Testverfahren ermittelt, zeigt die Intel-CPU jedoch Schwächen. Die Integer-Berechnung gelingt dem RAZR i nur halb so gut wie dem iPhone 5. Mit 661 Punkten im Passmark-3D-Test kann es mit dem iPhone 5, das 1752 Punkte erzielt, ebenfalls nicht mithalten. Wer also sein Smartphone häufig für 3D-Spiele verwendet, sollte sich nach einem anderen Gerät umsehen.

Die Audioqualität während eines Telefongesprächs liegt auf dem Niveau vergleichbarer Geräte. Empfangsprobleme konnten weder zu Mobilfunkzellen noch zu WLAN-Hotspots ausgemacht werden. Der mitgelieferte Kopfhörer ist besser als beispielsweise das Modell, das Apple seinen Smartphones beilegt. Trotzdem sollten audiophile Anwender Kosten für die Anschaffung einer höherwertigen Variante einplanen.

Software

Auf dem RAZR i läuft Android 4.0.4, ein Update auf Version 4.1 hat Motorola versprochen. Angeblich soll es noch dieses Jahr ausgerollt werden. Die von den Herstellern meistens vorgenommene Modifikation der Android-Bedienoberfläche hält sich beim RAZR i in Grenzen. Lediglich durch ein Menü, das links neben dem ersten Home-Screen erscheint und über das Schnelleinstellungen für Klingelton, WLAN, Bluetooth, GPS, Mobilfunkdaten, Flugmodus, Telefonsperre und zu den weitern Einstellungen möglich sind, unterscheidet sich die Bedienung von Standard-Android-Versionen.

Akkulaufzeit

Die Laufzeit des 2000 mAh starken Akkus des RAZR i überzeugt. Damit hält das Gerät deutlich länger durch als iPhone 5 oder Galaxy S III. Zudem bietet das RAZR i noch eine App namens Smart Actions, die sich so einstellen lässt, dass ausgewählte Funktionen bei niedrigem Akkustand deaktiviert werden, sodass sich die Laufzeit nochmals verlängern lässt.

Fazit

Das RAZR i bietet ein sauber verarbeitetes und stabiles Aluminiumgehäuse. Dank der Rückseite aus Kevlar und der Glasvorderseite vermittelt es einen wertigen Eindruck. Auch das nahezu randlose 4,3-Zoll-Display trägt in Bezug auf Design zum sehr guten Eindruck des Geräts bei. Trotz der Displaygröße ist es bei fast gleicher Breite wie das iPhone 4S nicht einmal einen Zentimeter länger als das Apple-Handy, das nur über einen 3,5-Zoll-Bildschirm verfügt.

Die gute Performance des Intel-Chips, mit der für den Gelegenheitsspieler ausreichend Leistung bietenden 3D-Lösung, sorgt dafür, dass sich Android 4.0.4 auf dem Gerät meistens flüssig bedienen lässt. Die wenigen inkompatiblen Apps stellen ebenfalls kein Ausschlusskriterium dar.

Da stört die mittelprächtige Darstellung von Text schon mehr. Auch die mäßige Helligkeit und die zu poppige Farbdarstellung stehen auf der Negativseite. Mittelmaß herrscht auch in Sachen Kamera. Wer mit diesen Mängeln klar kommt, erhält mit dem RAZR i ein elegantes und kompaktes Smartphone zu einem noch akzeptablen Preis.

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