Canon PowerShot A2400 IS und A2300: Langsame Kompaktkameras mit guter Bildqualität

von Gerald Strömer und Joshua Goldman am , 13:00 Uhr

Pro
  • sehr gute Bildqualität für ihre Klasse
  • viele Effekte und Filter
Con
  • flache Tasten und überfrachtetes Layout erschweren die Bedienung
  • langsames Auslöse-Performance (speziell Bild-zu-Bild)
  • braucht vor allem beim Zoomen viele Licht oder hohe ISO-Einstellungen
  • kurze Akkulaufzeit
Hersteller: Canon Listenpreis: ab 80 Euro (A2400 IS) bzw. ab 73 Euro (A2300)
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon PowerShot A2400 IS und die A2300 sind Kameras der Einstiegsklasse, die eine gute Bildqualität für Schnappschuss- und Gelegenheitsfotografen bieten. Die bis auf das fehlende IS-Feature baugleiche A2300 bietet zwar die gleiche Bildqualität wie die A2400 IS, aber der Preisunterschied ist so gering, dass man nicht auf die Bildstabilisierung verzichten und gleich zur A2400 IS greifen sollte.

Wenn es um günstige digitale Kompaktkameras geht, überzeugen Canons Powershot-Kameras der A-Serie in der Regel mit sehr guter Bildqualität. Dies gilt auch für die beiden 16-Megapixel-Modelle Powershot A2400 IS und PowerShot A2300. Die beiden einfachen, ultrakompakten Kameras sind bereits zu Preisen von unter beziehungsweise um die 80 Euro am deutschen Markt erhältlich und eine gute Wahl für all jene Anwender, die sowie nur geduldige Objekte im Automatikmodus bei vollem Sonnenschein fotografieren wollen. Diese Einschränkung muss gemacht werden, denn die Kameras sind ziemlich langsam und haben mit niedrigem Umgebungslicht und ISO-Werten über ISO 200 so ihre Probleme.

Der einzige Unterschied zwischen den beiden Kameras ist die optische Bildstabilisierung, die bei Canon unter dem Kürzel IS läuft. Die PowerShot A2400 IS [1] hat sie demzufolge, die PowerShot A2300 [2] dagegen nicht. Da der Preisunterschied zwischen den beiden Kamera je nach Farbvariante bei weniger als 10 Euro liegt, sollte man daher immer eher zur A2400 IS greifen – vor allem dann, wenn man in Innenräumen oder mit starkem Zoom fotografieren will.

Die Tasten von Canons A-Serie-Kameras sind sehr flach, was die Bedienung erschwert. [3]
Die Tasten von Canons A-Serie-Kameras sind sehr flach, was die Bedienung erschwert.

Wenn man dagegen viel Wert auf eine sehr gute Low-Light-Performance legt und nicht jedes mal einen externen Blitz oder ein Stativ mit sich herumschleppen will, sollte man sich anstelle der beiden PowerShot-A-Kameras eher die von unseren US-amerikanischen CNET-Kollegen getestete Canon PowerShot Elph 110 HS [4] greifen, die in Deutschland weitgehend der Ixus 125 HS entspricht und ganz nebenbei auch die insgesamt bessere Kamera ist.

Design und Ausstattung

Die Canon PowerShot A2400 IS ist eine kleine, leichtgewichtige und attraktive digitale Kompaktkamera und passt gut in Hosen- und andere Taschen. Dank ihres Metallgehäuses sieht sie schicker aus als die Konkurrenten mit Gehäusejn aus Kunststoff und fühlt sich auch merklich hochwertiger an.

Das Objektiv der beiden Canon-Kameras hat einen fünffachen optischen Zoom, eine Blende von 2,8 bis 6,9 und eine Brennweite von 28 bis 140 mm (35-mm-KB-Äquivalent). [5]
Das Objektiv der beiden Canon-Kameras hat einen fünffachen optischen Zoom, eine Blende von 2,8 bis 6,9 und eine Brennweite von 28 bis 140 mm (35-mm-KB-Äquivalent).

Ein Grund für die kompakte Bauform ist, dass Canon ein 2,7-zölliges Display verbaut hat und nicht – wie oft in dieser Preisklasse üblich – ein drei Zoll großes LCD. Ein 2,7 Zoll großes Display ist aber immer noch nicht schlecht; zudem ist der Bildschirm hell genug, dass man auch im direkten Sonnenlicht noch etwas erkennen kann.

Technische Eckdaten: Canon PowerShot A2400 IS / A2300
Preis (UVP): A2400 IS: 139 Euro; A2300: 129 Euro
Abmessungen (BxHxT): 9,44 x 5,42 x 2,01 cm
Gewicht (mit Akku und Speicherkarte:) 126 g (A2400 IS); 125 g (A2300)
Megapixel, Bildsensorgröße & -typ: 16 Megapixel, 1/2,3-Zoll-CCD
LCD-Größe, Auflösung/Sucher: 2,7 Zoll LCD, 230K Pixel/nicht vorhanden
Objektiv (Zoom, Blende, Brennweite): 5x, f2.8-6.9, 28-140mm (35-mm-KB-Äquivalent)
Dateiformat (Foto/Video): JPEG/H.264 (.MOV)
Höchste Auflösung (Foto/Video): 4608 x 3456 Pixel/1280 x 720 Pixel bei 30 fps
Art der Bildstabilisierung: optisch und digital (A2400 IS); nur digital (A2300)
Akkutyp, Akkulaufzeit (CIPA): Lithium-Ionen-Akku, 180 ((A2400 IS) beziehungsweise 230 Aufnahmen (A2300)
Wird der Akku in der Kamera geladen: nein, ein externes Ladegerät wird mitgeliefert
Speichermedien: SD, SDHC, SDXC
Mitgelieferte Software: CameraWindow DC 8.7 (Transfer-Utility), ImageBrowser EX 1, PhotoStitch 3.1/3.2 (Windows, Mac)

Auch die flachen Tasten tragen zur kompakten Bauform der Kamera bei, können im Gegenzug für Anwender mit großen Fingern aber auch ein Problem darstellen, da sie dann die akkurate Bedienung der Kamera erschweren. Besonders die „Func. Set“-Taste im Zentrum des Steuerkranzes ist schwer zu erreichen. Dazu kommt noch, dass bei älteren Canon-Modellen mit einem kleinen Hebel, einem Schiebeschalter oder einem Drehrad zwischen dem Auto- und anderen Aufnahmemodi umgeschaltet wurde. Bei der A2400 Is und der A2300 erfolgt das mit der Tastenfunktion am oberen Ende des Steuerkranzes – und die wird viel zu leicht unbeabsichtigt ausgelöst.

Eine feine Sache ist dagegen die „?“-Taste, die eine Onboard-Hilfe aufruft. Diese Hilfefunktion erklärt in einer Anzahl von Themen beispielsweise die Aufnahmeoptionen und gibt auch Ratschläge zum Fotografieren.

Auf der rechten Seite der Kamera sitzt ein Mini-USB-Port für den Anschluss der Kamera an Computern oder entsprechend bestückten Fernsehern. Den von einer Schiebetür abgedeckten Schacht für Akku und Speicherkarte findet an der Unterseite der Kamera. Dieser Zugang lässt sich leider nicht verriegeln und geht zu einfach auf; wenn man die Kamera ungeschützt mitführt, sollte man also aufpassen, dass Akku oder Speicherkarte sich nicht selbstständig machen. Die Ladung des Akkus ist für 180 (A2400 IS) beziehungsweise 230 Bilder (A2300) gut und somit leicht unterdurchschnittlich. Diese Angabe ist zudem eher als theoretischer Maximalwert anzusehen, da er von den Aufnahmeeinstellungen und der Art der Nutzung (intensives Zoomen, Filmaufnahme) abhängig.

Aufnahmeoptionen: Canon PowerShot A2400 IS / A2300
ISO-Empfindlichkeit (volle Auflösung): Auto, 100, 200, 400, 800, 1600
Weißabgleich: Automatik, Tageslicht, Bewölkt, Kunstlicht, Fluoreszenz, Fluoreszenz Hoch, Manuell
Aufnahme-Modi (Foto): Smart Auto (intelligenter Automatik-Modus für 32 Aufnahmesituationen), Programmautomatik (P), Livebildkontrolle, Digital IS, Porträt, Selbstauslöser durch Gesichtserkennung, Low Light (4,0 MP), Fischaugen-Effekt, Miniatur-Effekt, Spielzeugkamera-Effekt, Monochrom, Super Vivid, Poster-Effekt, Schnee, Feuerwerk, lange Verschlusszeit, diskrete Aufnahme
Aufnahme-Modi (Video): Programmautomatik (P), Livebildkontrolle, Porträt, Miniatur-Effekt, Monochrom, Super Vivid, Poster-Effekt, Schnee, Feuerwerk, iFrame Movie
AF-Modi: Normal AF (Gesichtserkennung mit 9-Punkt-AiAF, Schärfenachführung, Mitte mit zentralem AF-Spot), Makro, unendlich
Makro: 3 cm (Wide); 120 cm (Tele)
Belichtungsmessung: Mehrfeldmessung (verknüpft mit Gesichtserkennung), mittenbetonte Integralmessung, Spotmessung (Mitte)
Farbeffekte: keine
Reihenaufnahmen (volle Auflösung): ca. 0,8 Bilder/Sekunde bis die Speicherkarte voll ist

Canons A-Serie-Kameras sollten am besten im Smart Auto-Modus genutzt werden, der bis zu 32 verschiedene Szenarien erkennt und die Einstellungen entsprechend anpasst. Wer mehr Kontrolle will, nutzt den Programm-Modus (P), bei dem man Dinge wie Weißabgleich, ISO-Wert und Autofokus-Modus selbst festlegen kann. Leider hat Canon bei den beiden neuen A-Serie-Kameras auf die My Color-Optionen älterer Modelle verzichtet, mit denen man unter anderem Kontrast, Schärfe und Sättigung einstellen konnte. Als Ausgleich bieten die Kameras den Livebildkontrolle-Modus, mit dem man Helligkeit, Farbe und Tönung mit Onscreen-Schiebern anpassen kann und direkt sieht, wie das Foto nach den Änderungen aussehen wird.

Die Displays der A2300 und der A2400 IS sind 2,7 Zoll groß. [6]
Die Displays der A2300 und der A2400 IS sind 2,7 Zoll groß.

Alle Aufnahme-Modi werden übrigens in einer langen Reihe aufgelistet; man muss sich also durch alle durcharbeiten, um zum gewünschten Modus zu kommen. Die Vielzahl der Modi bietet viel Raum zum Experimentieren, aber wenn man die Kameras einfach im Automatikmodus belässt, erfüllen sie ihren Daseinszweck ebenfalls sehr gut.

Bildqualität

Wie bei den meisten anderen Kompaktkameras lässt auch die Bildqualität der A2400 IS bei höheren ISO-Werten spürbar nach. Der Faktor, der den größten Einfluss auf die Bildqualität hat, ist somit das Licht – je mehr, desto besser. Feine Details und die Schärfe sind bis zu ISO 200 sehr gut; Nachschärfen in einer ordentlichen Bildbearbeitungssoftware sorgt für eine zusätzliche Verbesserung. Ab ISO 400 und darüber werden die Fotos wegen der stärker eingreifenden Automatik zur Verringerung des Bildrauschens deutlich weicher, scharfe Fotos sollte man hier nicht erwarten.

Wer ganz genau hinschaut, wird bei allen ISO-Empfindlichkeiten Bildrauschen und Artefakte entdecken, aber bei reduzierten Bildgrößen werden diese Effekte erst ab ISO 800 wirklich augenscheinlich. Wenn man sich an weichen Bildern und etwas Bildrauschen (und gelben Flecken) nicht stört, reicht ISO 800 durchaus für kleinere Ausdrucke oder Web-Bilder aus. Die höchste ISO-Empfindlichkeit der Kamera bei voller Auflösung ist übrigens ISO 1600. Aber von diesem Wert würden wir die Finger lassen, wenn man nicht dringend und jetzt sofort ein Bild (z.B. ein Beweisfoto nach einem Unfall) in einer schlecht ausgeleuchteten Umgebung aufnehmen muss.

Die Aufnahme-Modi sind in einer langen Reihe angeordnet, die man zur Auswahl durchblättern muss. [7]
Die Aufnahme-Modi sind in einer langen Reihe angeordnet, die man zur Auswahl durchblättern muss.

Andererseits sind die Fotos dank der konsistenten Farben bei hohen ISO-Werten besser als bei anderen Kameras dieser Preisklasse; sie sehen ab ISO 400 und darüber halt einfach nur arg verwaschen aus. Aber bezüglich der Farbtreue macht die A2400 IS wirklich eine gute Figur, die Farben sind kräftig, lebendig und akkurat.

Man sollte außerdem im Hinterkopf behalten, dass die Kamera zwar mit einer Blende von f2,8 startet, aber bei vollem Zoom nur noch eine Lichtstärke von f6,9 hat. Wenn man also den vollen Zoom-Bereich nutzen will, braucht man entweder richtig viel Licht oder eine entsprechend hohe ISO-Empfindlichkeit, um auf schnelle Verschlusszeiten zu kommen und Wackler durch schnelle Objektbewegungen oder zitternde Hände zu vermeiden. Dies untermauert unsere Empfehlung, gleich zur A2400 IS zu greifen: Hier hilft die optische Bildstabilisierung zumindest bei zittrigen Händen schon ein bisschen aus.

Bis ISO 200 ist die Bildqualität sehr gut, aber spätestens ab ISO 800 wird es unschön. [8]
Bis ISO 200 ist die Bildqualität sehr gut, aber spätestens ab ISO 800 wird es unschön.

Die Qualität aufgenommener Videos ist gut genug für das Internet, aber nicht spektakulär. Ein Schwenken der Kameras produziert Ruckler, die typisch für die Videoaufnahmen von Kompaktkameras sind. Wer genau hinsieht, wird bei sich schnell bewegenden Objekten auch Bewegungsunschärfen feststellen. Der optische Zoom funktioniert während einer Videoaufnahme übrigens nicht. Die Kamera verfügt zwar über einen digitalen Zoom, aber von dessen Benutzung raten wir dringend ab – die Ergebnisse sind nicht unbedingt erfreulich.

Aufnahme-Performance

Die Aufnahme-Performance der beiden A-Serie-Kameras ist okay: Nicht schnell genug, um regelmäßig Kinder oder flinke Haustiere zu fotografieren, aber auch nicht so langsam, dass man ständig frustriert wird. Vom ausgeschalteten Zustand bis zum ersten Foto vergehen 2,4 Sekunden. Die Wartezeit zwischen zwei Aufnahmen lag bei uns im Durchschnitt bei 2,8 Sekunden und mit Blitz bei knapp vier Sekunden.

Als Auslöse-Verzögerung – also der Zeitraum zwischen dem dem Drücken des Auslösers und den Anfertigen des eigentlichen Fotos – verzeichnen wir 0,4 Sekunden bei hellem und 0,7 Sekunden bei niedrigem Umgebungslicht. Die Reihenaufnahmefunktion – Fokus und Blende werden mit der ersten Aufnahme gesetzt – ist mit etwa 0,9 Bildern pro Sekunde ebenfalls ziemlich langsam.

Die Auslöseverzögerung der beiden Kameras liegt je nach Umgebungslicht zwischen 0,4 und 0,7 Sekunden. [9]
Die Auslöseverzögerung der beiden Kameras liegt je nach Umgebungslicht zwischen 0,4 und 0,7 Sekunden.

Wenn man nur ab und an mal einen Schnappschuss machen will, sind diese Zeiten in Ordnung. Aber wenn man eine Kamera möchte, die verzögerungsfrei dann zum Knipsen bereit ist, wenn man es selber ist, wird man an Canons A-Serie-Kompaktkameras keine Freude haben. Bei solchen Ansprüchen muss man an anderer Stelle suchen – und ein bisschen mehr Geld einplanen.

Fazit

Wer nach einer unkompliziert zu benutzenden Kamera sucht, die man vor dem Spaziergang oder einem Event schnell in die Hosen- oder Jackentasche schiebt und für deren Bedienung man kein Handbuch studieren muss, ist mit der Canon Powershot A2400 IS gut bedient. Sie mag zwar nicht die schnellste Kamera ihrer Art sein und auch nicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in ihrer Klasse bieten, liefert im Auto-Modus aber zuverlässig gute Ergebnisse ab. Von der Canon PowerShot A2300 würden wir dagegen abraten: Der minimale niedrigere Einkaufspreis macht die die fehlende optische Bildstabilisierung einfach nicht wett.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] PowerShot A2400 IS: http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_Camera/PowerShot/PowerShot_A2400_IS/

[2] PowerShot A2300: http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/Digital_Camera/PowerShot/PowerShot_A2300/

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_003.jpg

[4] Canon PowerShot Elph 110 HS: http://reviews.cnet.com/digital-cameras/canon-powershot-elph-110/4505-6501_7-35127706.html

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_005.jpg

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_001.jpg

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_002.jpg

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_006_iso.jpg

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565720/canon_powershot_a2400_is_detail_004.jpg