Samsung Galaxy Camera: Der Hybrid aus Smartphone und Kamera im Test

von Anja Schmoll-Trautmann und Joshua Goldman am , 16:30 Uhr

Pro
  • hervorragende Ausstattung
  • Android OS 4.1 Jelly Bean
  • Touchscreen mit HD-Auflösung
  • 21fach optischer Zoom
  • 16 Megapixel
Con
  • Bildqualität für eine Kamera in dieser Klasse eher durchschnittlich
  • relativ kurze Akkulaufzeit
  • um die Features voll auszunutzen, bietet sich einen Datenflat an
Hersteller: Samsung Listenpreis: 499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die Galaxy-Kamera ist zweifelsohne eine spannende Alternative zur Kompaktkamera, gerade wenn man Bilder schnell und unkompliziert verschicken oder auch online weiterverarbeiten will. Je nach Netz oder Vertrag können dann auch zusätzliche Kosten entstehen. Die Fotoqualität ist ordentlich, reine Kompaktkameras bieten hier aber in der Regel mehr Leistung für weniger Geld.

Samsungs Galaxy Camera ist kein Handy mit einer richtig guten Kamera, sondern viel mehr eine Kamera mit kabellosen Netzwerkfunktionen. Sie bietet ein 16-Megapixel-Sensor, 21-fach-Zoomobjektiv, Android 4.1 und Netzwerkfunktionen eines Smartphones.

Fotos werden in der Regel mit der Kamera geschossen, die man gerade dabei hat und das wiederum ist häufig die Kamera im Smartphone [1]. Smartphone-Kameras sind zwar praktisch, bieten aber meist nicht die Qualität selbst einfachster Kompaktkameras. Das weiß jeder Nutzer, der ein optisches Zoomobjektiv auf seinem Handy vermisst.

Genau hier setzt Samsung [2] mit Galaxy Camera auf Android [3]-Basis an, die auf der IFA vorgestellt wurde und in Weiß und Dunkelblau erhältlich ist. Der koreanische Hersteller hat kurzerhand eine Kompaktkamera mit einem Breitband-Zugang kombiniert und spricht damit allen aus der Seele, die nicht nur gerne Schnappschüsse erstellen und diese schnellstmöglich mit anderen online teilen wollen, sondern dabei auch komfortable Features wie ein Zoomobjektiv schätzen und zudem auf eine bessere Foto- und Videoqualität Wert legen.

Mit einem Preis von 499 Euro liegt die Galaxy Camera (EK-GC100) im Bereich von hochwertigen Kompaktkameras, ist allerdings nicht ganz so teuer wie spiegellose Kameras mit Wechselobjektiv, wie die NX-Serie von Samsung.

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Die Samsung Galaxy Camera ist mehr als nur ein einfacher Fotoapparat. Diese Schnappschusskamera verfügt über besondere Fähigkeiten (Foto: Samsung).

Design und Ausstattung

Samsung kombiniert eine 16-Megapixel Kamera mit einem 21-fachem Zoomobjektiv mit Googles Andoid-Betriebssystem in der Version 4.1 und einem großen Touchscreen. Zur Krönung packt Samsung noch Netzwerkfunktionen hinzu. Der letzte Punkt ist der Clou an diesem Gerät: einer der größten Vorteile eines Smartphones ist, dass der Nutzer sofort nach der Aufnahme eines Fotos dies mit seinen Freunden und Bekannten zum Beispiel auf Facebook teilen kann. Obwohl es bereits Kameras mit WLAN gibt, hebt sich die Galaxy Camera durch die Unterstützung der HSPA+- Technologie hervor. Das bedeutet, dass der Fotograf die Welt mit seinen Bildern unabhängig von WLAN beglücken kann.

Auf den ersten Blick wirkt die Galaxy Camera mit ihrem weißen Gehäuse zwar edel aber dennoch recht mächtig. Mit einer Höhe von 7, einer Breite von rund 13 und einer Tiefe von 3,5 Zentimetern bei eingefahrenem Objektiv ist die etwa 300 Gramm schwere Android-Kamera nicht unbedingt handlich. Der angedeutete Griff an der Vorderseite ist eher knapp bemessen, so dass man unweigerlich immer auf das 4,77 große Display greift, das sich nahezu komplett über die Rückseite der Kamera erstreckt. Der große HD-Bildschirm selbst bietet eine Auflösung von 1280 mal 720 Pixel und sorgt natürlich im Vergleich zu den häufig verbauten 3-Zoll-Displays nicht nur beim Fotografieren, sondern auch beim Spielen und bei der Medienwiedergabe für deutlich mehr Komfort und Spaß.

Die Auswahl an Bedienelementen am Gehäuse ist übersichtlich, da die Steuerung vorrangig über den Touchscreen erfolgt. An der Oberseite befindet sich nur der Ein-/Ausschalter, der Zoom-Regler und der Blitz, der komplett im Gehäuse verschwindet. Auf der einen Seite sind der Blitzschalter und der Lautsprecher untergebracht, auf der anderen der Micro-USB- und der Kopfhörer-Anschluss. Die Kunststoff-Klappe auf der Unterseite gibt den Akku und die Slots für die SIM-und die MicroSDHC-Karte frei. Auf dieser Klappe befindet sich eine zusätzliche kleine Abdeckung, die den Micro-HDMI-Anschluss schützt. Daneben sitzt das Stativgewinde.

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Mit einer Ausgangsbrennweite von 23 Millimetern bewegt sich das Objektiv geschmeidig durch seinen 21-fachen optischen Zoom und endet bei 483 Millimetern (Foto: CNET).

Die maximale Bildauflösung der Galaxy Camera beträgt 16 Megapixel, Samsung setzt auf eine rückwärtige Belichtung. Diese BSI-Technologie (Back Side Illumination) soll eine bessere Leistung selbst unter schlechten Lichtverhältnissen sorgen. Mit einer Ausgangsbrennweite von 23 Millimetern bewegt sich das Objektiv geschmeidig durch seinen 21-fachen optischen Zoom und endet bei 483 Millimetern.

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Der 21fach-Zoom kann sowohl über die physikalischen Tasten als auch den Touchscreen gesteuert werden (Foto: CNET).

Durch das vollwertige Android-Betriebssystem haben Nutzer der Galaxy Camera Zugang zu der ganzen Palette an Apps, wie zum Beispiel Facebook, Flickr, Instagram, Pinterest, Google [7]+.  Zusätzlich wird es mit der Samsung-eigenen Software Photo Wizard und Video Wizard ausgestattet, sowie einem weiteren Tool, das gelungene Gruppenaufnahmen ermöglichen soll. Die Kamera bietet Cloud-basiertes Backup, sowie dieselben Vernetzungsfunktionen für Fotos, wie sie auch bei Galaxy Smartphones vorzufinden sind: AllShare Play (Inhalte werden mit Samsung Geräten geteilt, die im selben Netzwerk angemeldet sind) und Share Shot (Fotos können direkt mit anderen Galaxy Geräten, wie Galaxy S3 und Galaxy Note, ausgetauscht werden).

Bildqualität

Zum Fotografieren bieten sich verschiedene Grundeinstellungen an: Samsungs Smart Auto eignet sich für die meisten Situationen, in denen man nur einfach und schnell einen guten Schnappschuss erstellen will. Desweiteren gibt es noch den intelligenten Modus. Hier findet man Motivprogramme für die gängigsten Situationen wie Porträt, Makro und Landschaft, hat aber auch Zugriff auf ein paar innovative Features wie Gesichtstönung oder das bestes Gesicht. Damit kann man aus fünf Bildern das jeweils beste einer Person heraussuchen, um ein optimales Gruppenbild zu erstellen. Im Expertenmodus lassen sich Einstellungen wie Blende, Belichtungsdauer und der ISO-Wert von 100 bis 3200 einstellen.

Wie bei den meisten Schnappschusskameras fällt auch hier unter besseren Lichtverhältnissen die Bildqualität entsprechend höher aus. Wer überwiegend bei Tageslicht fotografieren will, wird mit den Resultaten durchaus zufrieden sein. Bei schlechteren Lichtverhältnissen ist teilweise ein deutliches Rauschen sowie Artefakte erkennbar, die Darstellung wirkt gelegentlich zu weich und die Detailgenauigkeit bleibt dann öfters auf der Strecke. Auch wenn die Ergebnisse bei schlechter Ausleuchtung nicht optimal sind, sind sie in der Regel doch besser als die Resultate, die viele Smartphones unter gleichen Umständen erzielen.

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(Foto: CNET)

Leistung

Aus dem Standby dauert es etwa 3,2 Sekunden bis zu Aufnahme des ersten Bildes, da es natürlich etwas Zeit braucht, bis das große Objektiv komplett ausfährt. Zwischen den Aufnahmen liegen 1,7 Sekunden, kommt der Blitz zum Einsatz, verlängert sich der Zeitraum auf 4,2 Sekunden. Die Auslöseverzögerung variiert abhängig von den Lichtverhältnissen zwischen 0,4 und 0,7 Sekunden. Bei schlechten Konditionen liegt sie sogar bei 0,9 Sekunden. Die Kamera verfügt über eine Serienbildfunktion, mit der sich 20 Bilder hintereinander und vier Bilder pro Sekunde schießen lassen – ein respektabler Wert. Fokus und Belichtung werden bei der ersten Aufnahme festgelegt.

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(Foto: CNET)

Die Kamera präsentiert sich mit einer insgesamt guten Performance. Der 1,4-GHz-Quad-Core-Prozessor und die 2 GByte RAM sorgen für ein flottes Tempo, auch wenn es bei der Wiedergabe der Bilder hier und da etwas hakelt. Samsungs Kamera bietet sich auch als Mediaplayer an und kann im Grunde all das, was ein Smartphone auch kann – außer eben telefonieren.

Der Akku ist austauschbar und wird direkt über den USB-Anschluss geladen. Die Ladezeit beträgt etwa vier Stunden. Eine volle Ladung soll für 200 Bilder reichen, in den Tests wird der Wert allerdings nicht erreicht. Wer viel fotografiert, sollte über die Anschaffung eines zweiten Akkus nachdenken.

Fazit

Bei der Galaxy Camera handelt es sich nicht um ein Handy mit einer richtig guten Kamera, sondern um eine Kamera mit kabellosen Netzwerkfunktionen – sprich ein cooles Gadget. Sie bietet keine klassischen Telefonfunktionen eines Handys, obwohl sie auf mobile Netzwerke zurückgreifen kann. Für den Nutzer ist damit eine uneingeschränkte Internettelefonie (VoIP) möglich, herkömmliche Telefon- und SMS-Eigenschaften eines Handys stehen aber nicht zur Auswahl. So gesehen wird die Galaxy Camera noch eine Weile in der misslichen Lage einer normalen Kompaktkamera stecken. Jeder hat sein Smartphone dabei, doch die Galaxy Camera bleibt weiterhin ein Zweitgerät, an das man beim Verlassen des Hauses zusätzlich denken muss.

 

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Technische Daten Samsung Galaxy Camera (EK-GC100)
Preis 499 Euro
Abmessungen 128,7 mm x 70,8 mm x 19,1 mm
Gewicht 300 Gramm
Auflösung, Bildsensor 16 Megapixel, 1/2.3-Zoll BSI CMOS
Display 4,8-Zoll-HD-Touchscreen
Objektiv 21fach-Zoom, Blende f2.8-5.9, Brennweite 23-483 mm (35 mm equivalent)
Dateiformat (Foto/Video) JPEG/H.264 AAC (.MP4)
Maximale Auflösung (Foto/Video) 4.608 x 3.456 Pixel /1.920 x 1.080 bei 30fps
Bildstabilisator optisch und digital
Akku Lithium-Ionen-Akku
Anschlüsse Micro-USB
Speichermedien Slot für microSDHC-Karten; 8 GByte interner Speicher
Betriebssystem Android 4.1 Jelly Bean

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[5] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2012/12/samsung_galaxy_camera_107.jpg

[6] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2012/12/samsung_galaxy_camera_108.jpg

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[8] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2012/12/samsung_galaxy_camera_110.jpg

[9] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2012/12/samsung_galaxy_camera_111.jpg

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