Microsoft Surface: Innovatives, aber leider in einer App-Wüste gestrandetes Windows-RT-Tablet

von Eric Franklin und Gerald Strömer am , 10:37 Uhr

Pro
  • die Metro-Oberfläche des Surface ist innovativ, elegant, leistungsstark und praktisch
  • Tablet fühlt sich robust und hochwertig verarbeitet an
  • bringt Preview-Version von Office 2013 mit
  • umfangreiche Video- und Musikdienste
  • angebotene Tastaturschutzhüllen sind die bisher beste Umsetzung einer Tablet-Tastatur
Con
  • träge Performance
  • Windows Store ist eine Geisterstadt - keine Apps in Sicht
  • steile Lernkurve für Metro
  • Desktop-Interface fühlt sich linkisch und nutzlos an
Hersteller: Microsoft Listenpreis: 479 Euro (32 GByte), 579 Euro (32 GByte, mit schwarzem Touch Cover), 679 Euro (64 GByte, mit schwarzem Touch Cover)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Für all jene, die sich gern mit neuen Technologien auseinandersetzen und bereit sind, alle bisherigen Gewohnheiten bezüglich der Tablet-/Computernavigation über Bord zu werfen, könnte sich Microsofts Surface-Tablet als Notebook-Ersatz erweisen. Für alle Anderen gilt: Wartet, bis mehr Apps verfügbar sind.

Microsoft Surface ist das bislang beste Produktivitäts-Tablet – und sollte es auch besser sein. Als die einzige Windows-RT-Hardware mit Microsoft-Label, die zusammen mit dem neuen Windows-Betriebssystem – Windows 8 wurde am am Freitag offiziell angekündigt – auf den Markt kommt, fungiert das Tablet als Botschafter und Flaggschiff für das Touch-fokussierte, extrem riskante Windows-Großexperiment. Das Surface überzeugt dank seines durchdachten Designs, der sensiblen Implementierung seines Keyboard-Zubehörs und den Innovationen. Die wichtigsten: Gesten-gesteuertes Menüsystem, leistungsfähige Suchwerkzeuge und das unglaublich coole und nützliche Split-Screen-Feature – der neuen Benutzeroberfläche, das früher unter dem Namen „Metro“ bekannt war.

Leider gibt es auch Nachteile, wenn Dinge auf einmal anders gemacht werden. Unser US-Kollege Eric Franklin hat eine Woche mit diesem Vorkämpfer für die Windows-Sache verbracht und prophezeit, dass viele Anwender die steile Lernkurve von Metro als entmutigend empfinden werden. Der App-Support ist – zumindest Stand jetzt – noch unterirdisch, die Performance speziell bei der Nutzung des IE 10 manchmal ziemlich gering und das traditionelle Windows-Interface hängt wie der letzte Gast in der Kneipe immer noch herum und fühlt sich einfach fehl am Platz an.

Microsofts Surface [2] ist kein Tablet für jedermann. Gerade wer Unmengen von Apps will, sollte sich besser woanders umsehen. Aber andererseits stellt das Surface einen ernsthaften Versuch dar, den Computer zu ersetzen – und kommt näher an dieses Ziel heran, als jedes andere Tablet am Markt.

Design

Wie unterscheidet sich das Surface eigentlich von jedem anderen generischen schwarzen Tablet? Ehrlich gesagt: nicht sonderlich; aber die Features und ästhetischen Details, in denen es sich unterscheidet, sind erheblich, wenn auch nicht sofort offenkundig. Beispielsweise integriert das Surface einen 10,6 Zoll großen Bildschirm, der eine rund 0,5 Zoll größere Bildschirmdiagonale als die Displays der meisten Mainstream-Tablets hat und 0,9 Zoll größer ist als der des iPads. Dieser größere Bildschirm hat ein 16:9-Seitenverhältnis und eine Auflösung von 1366 x 768 Pixel. Dieses Seitenverhältnis entspricht dem vieler Filme und Fernsehserien, so dass die altbekannten schwarzen Balken am oberen und unteren Rand des Bildschirm seltener auftauchen. Im Cinemascope-Format (2,35:1) aufgenommene Filme werden zwar immer noch mit schwarzen Balken gezeigt, aber sie sind auf dem Surface wesentlich schmaler als auf dem iPad mit seinem Display im 4:3-Seitenformat.

Das einzigartige 10,6-zöllige Touchscreen-Display des Surface in voller Aktion. [3]
Das einzigartige 10,6-zöllige Touchscreen-Display des Surface in voller Aktion.

Dann ist da die abgeschrägte Rückseite des Surface, die zu seiner glatten, irgendwie industriell-metallischen Ästhetik beiträgt. Es sieht praktisch, aber nicht kalt aus und fühlt sich einfach wie ein qualitativ hochwertiges Gerät an, bei dessen Herstellung Microsoft [4] keine Kompromisse eingegangen ist. Die Ecken des Geräts sind leicht gerundet, graben sich aber trotzdem ein bisschen in die Handflächen, wenn man das Tablet in beiden Händen hält. Das Chassis ist vollständig von einer Magensium-Außenhülle (VaporMg, ausgesprochen „Vapor Mag“) umgeben, die gegenüber Kratzern und der tagtäglichen Abnutzung immun sein soll – aber auf unserem Testgerät erscheinen trotzdem schon die ersten Kratzer.

Microsoft Surface Asus Transformer Tab Infinity TF700 Apple [5] iPad (3. Generation) Samsung [6] Galaxy Note 10.1
Gewicht: 680 g 600 g 650 g 600 g
Breite (Landscape): 27,4 cm 26,4 cm 18,5 cm 26,2 cm
Höhe: 17,3 cm 18,0 cm 24,13 cm 18,0 cm
Tiefe: 0,94 cm 0,84 cm 0,94 cm 0,89 cm
Breite des seitlichen Rahmens (Landscape): 2,1 cm 2,0 cm 2,2 cm 2,3 cm

Mittig im oberen Displayrahmen sitzt direkt neben dem Umgebungslichtsensor ist die 720p-fähige Frontkamera. Am unteren Bildschirmrahmen sitzt der Windows-Home-Touchsensor, mit dem man entweder auf den Startbildschirm oder zurück in die zuletzt geöffnete App wechseln kann, wenn man bereits auf dem Startbildschirm ist.

Von links: Ein Lautsprechergitter, ein Micro-HDMI-Port und ein vollwertiger USB-2.0-Anschluss. [7]
Von links: Ein Lautsprechergitter, ein Micro-HDMI-Port und ein vollwertiger USB-2.0-Anschluss.

An der rechten Kante findet man – von oben nach unten – ein Lautsprechgitter, einen Micro-HDMI-Port, einen vollwertigen USB-2.0-Anschluss sowie den Stromanschluss, an dem das Stromkabel magnetisch arretiert wird. Am äußersten rechten Rand der oberen Kante befindet sich eine einsame Power-/Sleep-Taste. An der linken Seite sitzen unterhalb des zweiten Lautsprechergitters ein Kopfhörer-Ausgang und eine befriedigend taktile Lautstärke-Wippe. Am unteren Ende der linken Kante findet man schließlich eine knapp drei Zentimeter langen Einschnitt, über den man den integrierten Standfuß ausklappen und das Tablet aufstellen kann.

Der integrierte Standfuß des Surface neigt das Tablet etwa 10 Grad nach hinten. [8]
Der integrierte Standfuß des Surface neigt das Tablet etwa 10 Grad nach hinten.

Auf den unter dem Standfuß befindlichen Slot für microSD-Speicherkarten kann nur dann zugreifen (und selbst dann nur ein bisschen mühsam), wenn der Standfuß ausgefahren und arretiert ist. An der unteren Kante des Gerät befinden sich schließlich etliche Magnete, mit denen die Touch Cover– und Type Cover-Keyboards angebunden werden.

Der Standfuß arretiert angenehm sicher und neigt das Tablet auf einer ebenen Unterlage um etwa 10 Grad nach hinten. Wir sind riesige Fans integrierter Standfüße bei Tablets – und der des Surface ist die beste Implementierung, die wir bislang gesehen haben. Er ist robust, einfach zu nutzen und fühlt sich klanglich und vom Gefühl her beim Einrasten und Lösen befriedigend hochwertig an.

Das Tablet wiegt 680 Gramm, fühlt sich aber nicht merklich schwerer an als Apples iPad – zumindest dann nicht, wenn man das Tablet mittig hält. Hält man es dagegen nur an einer Kante fest, machen sich das längere Gehäuse und das höhere Gewicht deutlicher bemerkbar. Das Surface ist ein bisschen klobiger als die meisten Premium-Tablets der 10-Zoll-Klasse, was vermutlich auf die Integration des Standfußes zurückzuführen ist. Obwohl Microsoft sein Möglichstes getan hat, um das Gewicht des Tablets gleichmäßig zu verteilen, fühlt es sich trotz des von uns geschätzen Widescreen-Displays etwas zu lang und zu linkisch an, wenn man es in der Hand hält. Unsere Empfehlung: Nutzt wann immer möglich den Standfuß.

Der microSD-Slot wird ziemlich effektiv vom eingeklappten Standfuß verborgen. Nur wenn der ausgeklappt ist, wird der Port enthüllt. [9]
Der microSD-Slot wird ziemlich effektiv vom eingeklappten Standfuß verborgen. Nur wenn der ausgeklappt ist, wird der Port enthüllt.

Touch Cover

Es ist schon eine seltsame Entscheidung, das Touch Cover nicht mit dem normalen Surface mitzuliefern. Denn zu sagen, dass die Schutzhülle eine vorherrschende Rolle in Microsofts Werbekampagne rund um das Surface gespielt hat, dürfte für jedermann ein offensichtliches Untertreibung sein, der allein den ersten Werbe-Clip zum Surface [10] gesehen hat. Jedenfalls muss man das (weiße) Touch Cover separat für 120 Euro kaufen, wenn man das Basismodell (32 GByte) des Surface für 479 Euro erwirbt. Bei den 579 und 679 Euro teuren Modellen (32 bzw. 64 GByte) wird das Touch Cover mitgeliefert.

Nach etlichen Tagen der testweisen Nutzung konstatierte unser US-Kollege Eric Franklin, dass das Touch Cover (oder das Type Cover; siehe weiter unten) eine essenziell wichtige Komponente ist, wenn man die Möglichkeiten des Surface voll ausschöpfen will. Das Touch Cover fungiert gleichzeitig als Bildschirmschutz und physische Tastatur. Es verbindet sich mit einem äußerst befriedigenden – und irgendwie süchtig machenden – „Crunch“-Sound magnetisch mit der unteren Gerätekante. Microsoft hat zugegeben, nicht wenig Zeit damit verbracht zu haben, diesen Klang genau hinzubekommen – so wie Porsches Sound-Ingenieure so lange an einem Neufahrzeug feilen, bis es richtig und nach Porsche klingt. Jedenfalls hat Microsoft diese Abstimmung sehr gut hinbekommen und bedient sich dabei anscheinend des gleichen Bereichs in unseren Hirnen, der einen dazu verführt, immer mehr dieser knusprigen Chips einzuwerfen, wenn man einmal eingefangen hat.

Die vielen Farben des Touch Cover. [11]
Die vielen Farben des Touch Cover.

Die Magnete sorgen für eine sehr feste und sichere Verbindung zwischen Tablet und Tastaturhülle; man kann die ganze Konstruktion am Keyboard selbst halten, während das Tablet nach unten hängt. In dieser Position kann man das Tablet sogar hin und her schwingen, ohne das sich die beiden Komponenten trennen – wenn man es nicht übertreibt. Jedenfalls ist die Verbindung stabiler als die zwischen Apples iPad und seinem Smart Cover. Wo wir schon dabei sind: Wie das Smart Cover beim iPad versetzt auch das Touch Cover das Surface in den Sleep-Modus, wenn es zugeklappt wird.

Laut Microsoft werden die meisten Anwender vier bis fünf Tage brauchen, um sich an das Tippen auf dem Touch Cover zu gewöhnen – und das ist eine faire Schätzung. Die größte Umstellung, an die sich Eric im Test gewöhnen musste, waren die praktisch absolut flachen Tasten, die sich nicht herabdrücken, wenn man sie anschlägt. Nach vielen Jahren des Tippens auf Tastaturen, die fast ausschließlich mit eindrückenden Tasten arbeiten, ertappt man sich hier bei Überkompensieren, was in schmerzenden Fingerkuppen resultiert. Aber bereits am zweiten Tag waren die anfänglichen leichten Schmerzen vergessen.

Das Surface lässt sich gut auf dem Schoß einsetzen. Man sollte nur sicherstellen, dass man sich nicht nach vorn beugt – der Standfuß verkrümelt sich dann blitzschnell. [12]
Das Surface lässt sich gut auf dem Schoß einsetzen. Man sollte nur sicherstellen, dass man sich nicht nach vorn beugt – der Standfuß verkrümelt sich dann blitzschnell.

Das Tippen auf dem Schoß braucht aber in der Tat Gewöhnung, denn das kartonartige Gefühl beim Tippen auf dem Touch Cover ist anfänglich äußerst seltsam. Und wenn man nicht aufpasst oder keine Hosen trägt, graben sich die Ecken des Standfußes in die Oberschenkel. Und wenn man beim Arbeiten dazu tendiert, sich nach vorn zu beugen und einen Buckel zu machen, kann das Tablet leicht nach hinten kippen und dabei den Standfuß einklappen.

Dank des großen Gehäuses des Surface ist auch das Touch Cover größer als die meisten Konkurrenz-Designs und bietet somit ein geräumigeres Areal zum Tippen, was einen deutlich höheren Komfort von Händen und Handgelenken resultiert. Die Hände können sich im Vergleich zu anderen Tablet-Keyboards – beispielsweise die für Asus‘ Transformer-Modellreihe oder die Tastaturen für das iPad – ein wenig weiter ausbreiten.

Die Unterseite des Touch Cover ist mit einem weichen, glatten und filzigen Schonbezug versehen. [13]
Die Unterseite des Touch Cover ist mit einem weichen, glatten und filzigen Schonbezug versehen.

Bei den meisten Tablets schalten wir die in der Regel nervig schrillen Tipp-Soundeffekte ab, bevor wir auch nur den ersten Anschlag gemacht haben. Dankenswerterweise erinnert das Tippgeräusch des Surface-Keyboards aber weniger an brechendes Glas, sondern an leise, rhythmische Bongo-Trommeln. Da die Tasten sich ja nicht eindrücken lassen, ist dieser Bongo-Trommel-Sound das einzige direkte Feedback, das man beim Tippen bekommt, und ist daher essenziell wichtig, um sich an das Schreiben auf der sich einzigartig anfühlenden Tastatur zu gewöhnen. Nach ein paar Tagen werden sich die meisten Anwender aber soweit an dieses besondere Schreibgefühl gewöhnt haben, das Trommelklänge nicht länger nötig sind.

Das Touch Cover erkennt selbstständig, wenn es unter das Tablet geklappt wird, und stellt in diesem Fall seine Funktion als Tastatur ein, so dass es zu keinen unerwünschten Eingaben kommt. Klappt man es in seine normale Position zurück, ist es in weniger als einer Sekunde wieder funktionsfähig und aufnahmebereit. Der Boden des standardmäßig schwarzen, aber auch in Weiß und – in anderen Märkten und in Kürze sicherlich auch in Deutschland – in Rot, Pink und Blau erhältlichen Touch Covers besteht aus einem weichen, filzigen Material, das den Bildschirm bedeckt, wenn das Tablet zugeklappt wird. Als schützende Abdeckung sieht sie auf den ersten Blick zwar nicht unbedingt angemessen für ein hochwertiges, robust gebautes Hightech-Gerät aus, fühlt sich aber fraglos richtig an, wenn man es in der Hand hält.

Trotz des Zuges der Schwerkraft bleiben Tablet und Touch Cover sicher verbunden – Respekt! [14]
Trotz des Zuges der Schwerkraft bleiben Tablet und Touch Cover sicher verbunden – Respekt!

Alles in allem ist das Touch Cover ein unbeschreiblich nützliches und fähiges Accessoire, das zum vollen Ausnutzen aller Möglichkeiten des Surfaces ebenso wichtig ist wie der Standfuß. Aber wer die Wahl hat, dem empfehlen wir dennoch, sich statt für das 120 Euro teure Touch Cover für das 130 Euro teure Type Cover zu entscheiden. Es bietet die gleichen Vorzüge, verfügt im Gegensatz zum Touch Cover aber über sehr komfortable, breite und vor allem herabdrückbare echte Tasten. Das Type Cover ist deshalb zwar ein bisschen dicker als das Touch Cover, aber wirklich nicht viel. Wer sein Surface als Produktivitätsgerät einzusetzen gedenkt, sollte sich unbedingt für eine der beiden Schutzhüllen-Tastaturen entscheiden. Und wenn man keine Produktvariante mit mitgeliefertem Touch Cover wählt und die Tastatur separat erwerben muss, sollte man in diesem Fall unbedingt zum marginal teureren Type Cover greifen.

Hardware-Features

Microsofts Surface beherbergt den 1,3 GHz schnellen Nvidia-Prozessor Tegra 3, zwei GByte Arbeitsspeicher sowie WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth 4.0, ein Gyroskop, einen Beschleunigungsmesser und einen Kompass, aber kein GPS. Das Tablet wird in drei Varianten mit 32 GByte (einmal mit und einmal ohne Touch Cover) und 64 GByte Festspeicher (mit Touch Cover) angeboten. Sein microSD-Slot unterstützt bis zu 128 GByte große Speicherkarten.

GPS hat das Surface nicht an Bord. Also warum sind wir dann im Freien? Und warum sieht es hier nach Italien aus? [15]
GPS hat das Surface nicht an Bord. Also warum sind wir dann im Freien? Und warum sieht es hier nach Italien aus?

„Metro“… Ich meine, „Start“. Moment: Wie wird das Interface nochmal genannt?

Das Surface Pro [16] soll ja Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen und eine Vollversion von Windows 8 mitbringen. Das nun erhältliche Surface setzt dagegen auf Windows RT. Windows RT ist eine Mixtur aus zwei verschiedenen Benutzeroberflächen: Ein Kachel-basiertes Interface (früher als „Metro“ bekannt), das den Startbildschirm enthält, und ein in gewisser Hinsicht traditionelles Windows-Interface, der „Desktop“. Der Desktop beinhaltet die meisten Kontrollmöglichkeiten, Bedienfelder und Einstellungen, die man in einem Windows-Betriebssystem vermuten würde, sowie eine abgespeckte Version des Internet Explorer 10, der auf einen IE-9-Look getrimmt wurde, und eine kostenlose Preview-Version von Office 2013. Auf dem Desktop-Interface können allerdings keine zusätzlichen Apps installiert werden.

Obwohl Microsoft sein neues Interface nicht länger Metro nennt (und ihm auch noch keinen neuen Namen verpasst hat), werden wir es um der Klarheit willen an dieser Stelle weiterhin Metro nennen. Wer eine Xbox 360 besitzt, wird mit dem Look von Metro bereits vertraut sein. Jede App ist durch eine Kachel repräsentiert, die kleiner oder größer gemacht und in verschiedenen Gruppen angeordnet werden können. Aus Gruppen kann man herauszoomen und sie ganz ganz nach Wunsch benennen.

Das Charms-Menü bietet kontextsensitive Informationen und Optionen für die gerade geöffnete App. [17]
Das Charms-Menü bietet kontextsensitive Informationen und Optionen für die gerade geöffnete App.

Wenn man vom rechten Displayrand nach innen wischt, ruft dies das „Charms“-Menü auf, das aus den Punkten „Suchen“, „Teilen“, „Start“, „Geräte“ und „Einstellungen“ besteht. Dieses Menü ist kontextsensitiv; beispielsweise ruft der Punkt „Einstellungen“ bei einer geöffneten App auch die Einstellungen dieser bestimmten App auf.

Streicht man vom linken Displayrahmen in Richtung Displaymitte ruft die zuletzt gestartete App auf. Eine Liste der kürzlich geöffneten Apps bekommt man, wenn man erst nach rechts und gleich wieder nach links wischt. Wischt man vom unteren oder oberen Bildschirmrahmen aus, werden zusätzliche App-Optionen am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Und wenn eine App geöffnet ist, kann man sie mit einem Wischer vom oberen zum unteren Bildschirmrand schließen.

Metro unterschiedet sich diesbezüglich ganz offensichtlich von anderen Tablet-Benutzeroberflächen; man muss sich mit einer Menge Neuheiten vertraut machen. Etliche Anwender werden von all den Neuerungen entmutigt sein (Eric zumindest war es), aber wer am Ball bleibt wird entdecken, dass das Ganze eine wirklich elegante Lösung für ein Tablet-Interface darstellt.

Das Split-Screen-Feature führt zu einem echten Produktivitätszuwachs: Film und Comic gleichzeitig, Spitze! [18]
Das Split-Screen-Feature führt zu einem echten Produktivitätszuwachs: Film und Comic gleichzeitig, Spitze!

Wenn man „Suche“ im Charms-Menü aufruft, kann man in der aktuell primären App suchen. Mittels „Teilen“ kann man Informationen aus der aktuellen App schnell und unkompliziert via E-Mail verschicken oder sie über die Social-App People (integriert Twitter und Facebook) in soziale Netzwerke einstellen. „Start“ schaltet zwischen dem Startbildschirm und der zuletzt geöffneten App hin und her und repliziert damit die Funktion der physischen Start-Taste am unteren Bildschirmrahmen. „Geräte“ führt eine Liste aller Geräte – einschließlich microSD-Speicherkarten und Drucker – auf, die derzeit mit dem Tablet vernetzt sind und mit der App interagieren können.

Über „Einstellungen“ greift man auf die grundlegenden Wireless-, Lautstärke- und Bildschirmhelligkeitseinstellungen zu, findet hier aber auch die Einstellungen der aktuell geöffneten App. Über dieses Menü können auch die PC-Einstellungen aufgerufen werden. Die meisten der hier verfügbaren Optionen sind zwar selbsterklärend, aber etliche sind einfach schlecht organisiert. Beispielsweise fühlt sich die Hauptliste zu überladen an und das meiste, was man hier findet, wäre in separaten Listen besser aufgehoben gewesen.

Die globalen Metro-Einstellungen werden "PC-Einstellungen" genannt. Mehr Optionen an dieser Stelle und weniger im Desktop wären eine feine Sache. [19]
Die globalen Metro-Einstellungen werden „PC-Einstellungen“ genannt. Mehr Optionen an dieser Stelle und weniger im Desktop wären eine feine Sache.

Zudem finden sich Einstellungen wie der Zeitraum bis zur Abschaltung des Bildschirms, die in den meisten Tablet-Benutzeroberflächen für gewöhnlich unkompliziert aufgerufen werden können, hier in einem Windows-Desktop-Kontrollfenster. Dies wäre nicht so schlimm, wenn der Windows Desktop überarbeitet und für die Touch-Bedienung optimiert worden wäre. Aber so muss man durch ein traditionellen Windows-Interface navigieren, was sich als überraschend frustrierende Erfahrung herausstellen kann.

Einige Windows-Features sind zudem komplett nutzlos. Das Systemsteuerungsfenster „Programme und Funktionen“ ist hier völlig überflüssig. Da keine Programme auf dem Desktop installiert werden können, gibt es auch keinen Grund für eine Liste installierter Programme. Und ganz allgemein: Warum ist der Desktop-Modus überhaupt nötig? Könnte man Office nicht auch in der Metro-Umgebung laufen lassen?

Man sollte nicht gezwungen sein, diese Einstellungen in der Desktop-Systemsteuerung zu ändern; sie sollten ebenfalls im Metro-Interface integriert sein. [20]
Man sollte nicht gezwungen sein, diese Einstellungen in der Desktop-Systemsteuerung zu ändern; sie sollten ebenfalls im Metro-Interface integriert sein.

Wir denken schon und würden es begrüßen, wenn sich Microsoft an dieser Stelle noch weiter von der traditionellen Windows-Umgebung entfernt. Das Surface und andere ARM-basierte Windows-Tablets würde von einem solchen Schritt jedenfalls profitieren.

Das gehört sich aber nicht für ein Tablet

Abgesehen vom Zwang, auf die Windows-Systemsteuerung zuzugreifen, wenn man die Timeout-Optionen für den Bildschirm setzen will, ist uns noch eine Anzahl andere Dinge aufgefallen, die einfach nicht zu einem Tablet passen. Letztlich handelt es sich auch dabei um kleiner Vergehen, die aber nichtsdestotrotz erwähnenswert sind. Wenn man versucht, ein Google [21] Drive-Webdokument ohne angeschlossenes Hardware-Keyboard zu editieren, taucht die Software-Tastatur nicht automatisch auf. Stattdessen muss man in die Einstellungen gehen und sie manuell aktivieren.

Bug oder Feature? Ist das Hardware-Keyboard nicht angeschlossen, taucht die virtuelle Tastatur nicht automatisch auf. [22]
Bug oder Feature? Ist das Hardware-Keyboard nicht angeschlossen, taucht die virtuelle Tastatur nicht automatisch auf.

Ein weiteres Unding: Wenn man eine App heruntergeladen hat, gibt es keine Möglichkeit, sie über ihre Webseite im App Store zu öffnen. Man muss die App erst schließen und dann ihre Kachel auf dem Startbildschirm finden. Auch das ist nur ein kleines Detail und betrifft nur eine Annehmlichkeit, demonstriert aber letztlich, wie wenig erwachsen und ausgereift der Windows Store im Vergleich zu Google Play oder Apples App Store ist.

Und noch ein drittes und viertes Beispiel: Wenn man den Power-Knopf gedrückt hält, um das Tablet herunterzufahren, gibt es keine Bestätigungsmeldung – das Tablet schaltet sich einfach ab. Außerdem gibt es keine Akkustandanzeige auf dem Startbildschirm. Man sieht sie auf dem Sperrbildschirm und bei aktivem Charms-Menü, aber selbst da gibt es keine genaue prozentuale Anzeige. Auch hier muss man im Windows-Desktop stöbern, um an diese Information heranzukommen.

Wenn man auf "Games" tipp, landet man hier und nicht in der Liste der auf dem Tabnlet installierten Spiele, wie es eigentlich sein sollte. Eine klarere Unterscheidung zwischen Games aus dem Windows Store und Xbox-Spielen wäre ebenfalls schön. [23]
Wenn man auf „Games“ tipp, landet man hier und nicht in der Liste der auf dem Tabnlet installierten Spiele, wie es eigentlich sein sollte. Eine klarere Unterscheidung zwischen Games aus dem Windows Store und Xbox-Spielen wäre ebenfalls schön.

Apps

Wir sind davon überzeugt, dass Apps der Treibstoff sind, ohne den ein Tablet nicht auskommt. Ohne einen ständigen Nachschub qualitativ hochwertiger und interessanter Apps kann ein Tablet ziemlich schnell ziemlich langweilig werden. Aber andere Anwender wollen einfach nur ein Gerät, auf dem man Filme anschauen, E-Mails checken oder möglicherweise etwas Arbeit erledigen kann, wenn man nicht am eigentlich Arbeitsplatz sitzt.

Wir sind uns zwar sicher, dass sich das App-Angebot im Windows Store künftig deutlich vergrößern wird, aber Stand heute ist die Auswahl ausgesprochen mager. Wer nach einer Plattform sucht, die von tausenden ausgezeichneten Apps unterstützt wird, sollte sich daher allein aus diesem Grund lieber in Richtung iPad und dann Android [24]-Tablets orientieren.

Alle wirklich nützlichen Apps werden bereits mit dem Surface und allen anderen Windows-RT-Tablets ausgeliefert. [25]
Alle wirklich nützlichen Apps werden bereits mit dem Surface und allen anderen Windows-RT-Tablets ausgeliefert.

Video und Musik

Via Xbox Video hat man Zugriff auf eine große Auswahl von Filmen und Fernsehserien in HD- und SD-Qualität, die man mieten oder kaufen kann. Die Preise sind mit den gleichen Inhalten auf iTunes, Google Play und Amazon Prime in etwa vergleichbar.

Wenn eine vorhandene Xbox mit dem Surface synchronisiert wird, kann man ein Video anstatt auf dem Surface auch auf der Xbox und damit dem Fernseher oder Bildschirm abspielen, an dem sie angeschlossen ist. Aber während ein HD-Video auf dem Tablet knackig und sauber aussieht, sieht das gleiche Video beim Abspielen über die Xbox auf unsrem 40-zölligen Test-Fernseher ein bisschen körnig aus.

Wie bei den meisten digitalen Videobibliotheken sind sowohl SD- als auch HD-Versionen verfügbar. [26]
Wie bei den meisten digitalen Videobibliotheken sind sowohl SD- als auch HD-Versionen verfügbar.

Über den zusammen mit Windows 8 neu vorgestellten Musikdienst Xbox Music kann man wiederum auf eine Bibliothek mit 30 Millionen Songs zugreifen. Wer gewillt ist, Werbeeinblendungen zu ertragen, kann das Ganze kostenlos nutzen. Die werbefreie Version kostet rund 10 Euro im Monat. Man kann die Songs im Rahmen des jeweiligen Abomodells auf dem Surface und der Xbox streamen und sie natürlich auch käuflich erwerben. Unser US-amerikanischer Kollege Eric Franklin war jeden beeindruckt von dem umfangreichen Angebot und der Geschwindigkeit, mit der der Titelsprung beim Streamen von Songs erfolgt.

Internet Explorer

Es gibt zwei Versionen des Internet Explorers in Windows RT: Die Desktop- und die Metro-Version. Die Desktop-Version sieht so aus wie der aktuelle Internet Explorer 9 unter Windows 7, Interface und Optionen ähneln sich sehr. Die Metro-Version ist dagegen nur unter Windows RT und Windows 8 verfügbar.

IE10 Metro hat im Vergleich mit den meisten anderen Browsern einen etwas anderen Look. So ist seine Adressleiste unten und nicht oben lokalisiert und sie selbst sowie alle offenen Tabs verschwinden automatisch, wenn man sie nicht mit einem Wischer von oben oder unten wieder einblendet. IE10 Metro beinhaltet außerdem ein cooles Feature namens Flip, dank dem man auf Webseiten mit Wischbewegungen durch Artikel mit mehreren Seiten navigieren kann, ohne dazu auf Links klicken zu müssen.

Solange eine Webseite nicht seitens Microsoft grünes Licht bekommen hat, gibt es keinen Flash-Support für IE10. [27]
Solange eine Webseite nicht seitens Microsoft grünes Licht bekommen hat, gibt es keinen Flash-Support für IE10.

In Sachen Geschwindigkeit fühlt sich der IE10 – speziell im direkten Vergleich mit dem iPad und seinem Safari-Browser – definitiv ein bisschen zäh und behäbig an. Beim Laden vieler Webseiten war das iPad schneller (teilweise bis zu neun Sekunden), bei etlichen Webseiten lieferten sich die beiden Tablets dagegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Der Gesamteindruck unseres US-Kollegen Eric Franklin: Die Geschwindigkeit des IE10-Browsers ist manchmal schnell genug, aber für gewöhnlich hatte er das Gefühl länger zu warten, als eigentlich nötig sei und er tolerieren würde. Dazu kommt noch, dass sichtbare Links deaktiviert sind und man nicht in der Webseite scrollen kann, solange sie noch nicht vollständig geladen ist. Dieses Verhalten kann den Frust des Anwenders noch zusätzlich steigern, der ja schon warten musste, um überhaupt erst mal auf die Webseite zu kommen.

Zu guter Letzt erlaubt der Browser nur von Microsoft bewilligten Webseiten die Benutzung von Flash – und bislang hat Microsoft nur einer Handvoll von Webseiten grünes Licht gegeben. Allein dies ist schon ein nicht unerheblicher Faktor für all jene, die ihr Notebook [28] durch ein Surface-Tabnlet ersetzen wollen.

Microsoft Surface Asus Transformer Pad Infinity TF700 Apple iPad (3. Generation) Samsung Galaxy Note 10.1
Ladezeit CNET.com 10,43 Sekunden 7,87 Sekunden 4,18 Sekunden 4,72 Sekunden
Ladezeit Comicbookmovie.com 7,12 Sekunden 8,45 Sekunden 6,74 Sekunden 6,52 Sekunden

Performance

Das Surface integriert ein extrem helles IPS-Panel mt beeindruckend weiten Einblickwinkeln und hohem Kontrast. Die Farben sehen im Vergleich zu Apples iPad oder Asus‘ Transformer Infinity aber etwas gedämpft aus, wenn man sich die gleiche Webseite anschaut.

Trotz seiner niedrigeren Auflösung ist die Klarheit von Texten beim Surface nur marginal niedriger als bei den anderen beiden Tablets. Wer nah genug herangeht und nach Unterschieden sucht, würde sie auch finden. Aber Microsoft hat bei der Optimierung des Displays einen sehr guten Job gemacht, es hat keine Problem, klare und knackige Bilder abzuliefern.

Getestete Spezifikationen Microsoft Surface Asus Transformer Pad Infinity TF700 Apple iPad (3. Generation) Samsung Galaxy Note 10.1
Max. Helligkeit im IPS-Modus (Super IPS) 391 cd/m² 422 cd/m² (644 cd/m²) 455 cd/m² 411 cd/m²
Standard-Helligkeit 148 cd/m² 112 cd/m² 160 cd/m² 175 cd/m²
Max. Schwarzwert im IPS-Modus (Super IPS) 0,27 cd/m² 0,34 cd/m² (0,53 cd/m²) 0,49 cd/m² 0,47 cd/m²
Standard-Schwarzwert 0,10 cd/m² 0,10 cd/m² 0,17 cd/m² 0,22 cd/m²
Standard-Kontrastverhältnis 1480:1 933:1 941:1 874:1
Max. Kontrastverhältnis im IPS-Modus (Super IPS) 1448:1 1241:1 (1215:1) 939:1 795:1

Oft starteten wir im Test unabsichtlich eine App, obwohl wir eigentlich nur an ihr vorbei wischen wollten. Aber abgesehen von dieser nervigen Eigenart, die man leider auch bei anderen Geräten antrifft, reagiert der Touchscreen gut auf Wisch-Kommandos und setzt solche Gesten ordentlich um. Wenn man die Home-Taste drückt, gibt es eine Vibrationsbestätigung. Aber manchmal war ein zweiter, zusätzlicher Fingerdruck nötig, bevor das Kommando dann tatsächlich umgesetzt wurde.

Das Starten von Apps braucht ein bisschen mehr Zeit als bei anderen Geräten, dieser Vorgang könnte noch die eine oder andere Optimierung vertragen. Auf unserem Testgerät zeigten sich auch ein paar Bugs, so wurden beispielsweise Änderungen an einstellungen nicht übernommen, bevor das Gerät nicht komplett neu gestartet wurde. Einmal kam es in Verbindung mit einem verschwindenden Cursor auch auch zu ernsthaften Hängern, die nach einem Neustart aber ebenfalls verschwunden waren.

Hydro Thunder ist zwar nicht Riptide, aber wird jetzt wohl erst mal genügen müssen [29]
Hydro Thunder ist zwar nicht Riptide, aber wird jetzt wohl erst mal genügen müssen

Das Riptide noch nicht im Windows Store verfügbar ist, testeten wir ein sehr ähnliches Spiel namens Hydro Thunder, um die 3D-Performance des Tablets zu testen. Obwohl das Spiel Riptide-artige Effekte abliefert, schien die maximale Framerate bei etwa 25 fps gedeckelt zu sein – also weniger als die durchschnittliche Riptide-Framerate bei Android-Tablets mit Nvidia-Tegra-3-Prozessoren. Aber ohne die Performance des gleichen Spiels auf allen Plattformen gesehen lässt sich die 3D-Performance nur schwerlich gerecht vergleichen.

Die mit 720p-auflösung arbeitenden Front- und Rückseitenkameras machten keine Probleme beim Aufnehmen von Videos und Fotos. Sie sind zwar ganz sicher nicht beeindruckend, erledigen ihren Job aber zufriedenstellend.

Die Rückseitenkamera des Surface nimmt schicke Bilder von Monster-Statuen auf. [30]
Die Rückseitenkamera des Surface nimmt schicke Bilder von Monster-Statuen auf.

Der Akku des Tablets schien selbst bei nur 33-prozentiger Bildschirmhelligkeit sehr schnell leer zu sein, nach ein paar Stunden – unter zugegeben ziemlicher schwerer Belastung – gingen die Lichter aus. Sobald die CNET Labs die Messungen am Surface abgeschlossen haben, hoffen wir, hier die entsprechenden konkreten Messewerte nachreichen zu können.

Fazit

Ist das Surface sein Geld wert? Wobei die sinnvollere Frage wahrscheinlich wäre: Könnte ich mein Notebook durch das Surface ersetzen, wenn ich auf einer Geschäftsreise bin? Die kurze Antwort darauf: Nein. Die längere Antwort ist immer noch ein Nein, aber es gibt Gründe, warum dem so ist. Die Schwerfälligkeit und die Bugs im Interface – speziell bei der Benutzung von IE10 – sind enttäuschend, was auch für die derzeitige Flash-Unterstützung für IE10 gilt. So ist IE10 beispielsweise mit Web-Tools wie CNETs CMS (Content Management System) nicht kompatibel. Und schließlich gibt es nicht einmal annähernd genug Apps, um die Unterhaltungs- und Social-Networking-Bedürfnisse von anspruchsvollen Anwendern zu befriedigen, die gerade mal nicht arbeiten.

Bis Microsoft diese und andere Probleme adressiert hat, ist das Surface noch kein echtes Allround-Gerät und noch nicht in der Lage, beispielsweise für unseren US-Kollegen Eric Franklin das Notebook zu ersetzen.

Aber natürlich setzt jeder User andere Prioritäten – und das Surface hat ja auch genügend Punkte, die für das Tablet sprechen. Zusammen mit einem Tastaturschutzhülle ist das Surface beispielsweise ein exzellentes Office-Produktivitätswerkzeug und in Sachen Tablets das Beste, was uns diesbezüglich bisher untergekommen ist. Und wer seinen Anspruch an Entertainment nicht weiter spannt als bis zu Filmen, Fernsehserien, Musik und dem gelegentlichen simplen Spiel, wird in diesen Bereichen ebenfalls gut bedient. Das gilt besonders für Anwender, auf Multitasking setzen:, denn gerade für sie ist das Split-Screen-Feature ein unglaublich nützliches und cooles Ausstattungsmerkmal.

App-Süchtige sollten aber zumindest derzeit noch Abstand wahren; der Windows Store erinnert an eine Geisterstadt nach der Apokalypse. Und obwohl uns das Interface wirklich zu schätzen gelernt haben und uns seine Eleganz gefällt, gibt es dennoch ein sehr steile Lernkurve für Nutzer, die an iOS und Android gewöhnt sind. Zudem fehlen noch einige typische Tablet-Features, die man bei anderen Geräten als selbstverständlich voraussetzt; andere sind tief in den Eingeweiden der archaischen Windows-Benutzeroberfläche verborgen oder (noch) nicht für die Touch-Bedienung optimiert.

In sechs Monaten mag das Angebot im Windows Store schon ganz anders aussehen, aber Stand heute sind die derzeit dort herrschende gähnende Leere und die wackelige Performance noch Hürden, die einem an sich wirklich praktischen Produktivitätswerkzeug den Weg zum richtig großen Erfolg versperren.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41565798/microsoft-surface-innovatives-aber-leider-in-einer-app-wueste-gestrandetes-windows-rt-tablet/

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[1] Galerie: Microsofts Surface im Test: https://www.cnet.de/41565799/galerie-microsofts-surface-im-test/?pid=1#sid=41565798

[2] Microsofts Surface: http://www.microsoft.com/surface/de-de

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_001.jpg

[4] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[5] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[6] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_002.jpg

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_003.jpg

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_004.jpg

[10] ersten Werbe-Clip zum Surface: http://www.microsoft.com/Surface/de-DE/commercials

[11] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_005.jpg

[12] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_006.jpg

[13] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_007.jpg

[14] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_008.jpg

[15] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_009.jpg

[16] Surface Pro: http://reviews.cnet.com/tablets/microsoft-surface-pro/4505-3126_7-35332542.html

[17] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_010.png

[18] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_011.png

[19] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_012.png

[20] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_013.png

[21] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[22] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_014.png

[23] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_015.png

[24] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[25] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_016.png

[26] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_017.png

[27] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_018.png

[28] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[29] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_019.png

[30] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41565798/microsoft_surface_detail_020.jpg