Apple iPad Mini: reizvolle Größe, aber stolzer Preis

von Anja Schmoll-Trautmann und Kai Schmerer am , 19:00 Uhr

Pro
  • tolles Design
  • geringes Gewicht
  • stellt Webseiten gut dar
  • vollständiges iPad-Erlebnis
Con
  • hoher Preis
  • Prozessor im Vergleich zum iPad 3 und iPad 4 deutlich langsamer
Hersteller: Apple Listenpreis: ab 329 Euro (WLAN 16 GByte 329 Euro, 32 GByte 429 Euro, 64 GByte 529 Euro; WLAN + 4G 16 GByte 459 Euro, 32 GByte 559 Euro, 64 GByte 659 Euro)
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,2 von 10 Punkte
Fazit:

Wer auf ein Apple-Tablet mit all seinen Vorzügen nicht verzichten will, aber dennoch auf eine kompakte Bauweise Wert legt, der ist beim iPad Mini richtig. Dann ist das kleine iPad auch seinen vergleichsweise stolzen Preis wert. Ansonsten gibt es durchaus gute Alternativen für weniger Geld.

Apples iPad Mini ist preiswerter und leichter als sein großes Vorbild, wenn auch nicht ganz so leistungsstark. Es ist ohne Zweifel reizvoll. Aber ist es wirklich das ultimative Tablet und lohnt sich der Mehrpreis im Vergleich zu den Android-Konkurrenten?

Während sich Hersteller wie Amazon und Google [1] einen Preiskampf bei Tablets liefern, bleibt Apple [2] bei seiner Hochpreispolitik. Getreu dem Motto Gutes darf auch teuer sein, kostet das neue iPad mini mit 7,9-Zoll-Display und einer Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten mindestens 329 Euro. Zum Vergleich: Das Google Nexus 7 mit 7-Zoll-Screen und 1280 mal 800 Bildpunkten und der Kindle Fire HD ( ebenfalls 7-Zoll)-Schirm kostet jeweils nur 199 Euro. Die 3G/LTE-Variante des kleinen iPads schlägt sogar mit 459 Euro zu Buche.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Die Frage ist also, was erhält der Anwender für den Aufpreis von 130 Euro? Was ist das Spezielle am iPad Mini? Zweifellos werden die Kunden vom Design des neuen Apple-Tablets begeistert sein. Es sieht sehr gut aus, ist leicht und fühlt sich wertig an. Die Geräte vom Mitbewerb liegen nicht so geschmeidig in der Hand, sind größer und etwas schwerer. Wer also neben Funktionalität auch ästhetische Merkmale in die Kaufentscheidung mit einfließen lässt, dürfte kein Problem damit haben, 130 Euro mehr für das Apple-Tablet auszugeben als beispielsweise für das Nexus 7.

Wer allerdings auf eine hochwertige Darstellung von Inhalten Wert legt, ist mit dem Original-iPad der 4. Generation mit 9,7 Zoll und Retina-Display besser bedient. Wer einmal ein hochwertiges Foto auf dem Retina-iPad betrachet hat, weiß wovon die Rede ist. Außerdem bietet die aktualisierte Variante des großen iPads deutlich mehr Leistung.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Design

Der große Vorteil des iPad Mini gegenüber dem Mitbewerb ist sein Design und sein geringes Gewicht. Dadurch kann es sich auch gegenüber seinem großen Bruder deutlich abheben. Es liegt einfach super in der Hand und lässt sich komfortabel bedienen. Kein Wunder: So bringt das iPad Mini mit 312 Gramm nicht mal die Hälfte an Gewicht auf die Waage wie das Retina-iPad, dessen 662 Gramm dafür sorgen, dass es nach einiger Zeit von vielen Anwendern als Hantel empfunden wird. Nicht nur das Gewicht überzeugt, sondern auch die Abmessungen. Mit 7,2 mm Tiefe ist es sogar dünner als das iPhone 5 (7,6 mm). Gewicht, Form und Handhabung machen es zu einem echten Mobilgerät. Das Original-iPad ist hingegen eher etwas für die Couch.

Das iPad 4. Generation, das iPad Mini und der iPod Touch (Foto: CNET)
Das iPad 4. Generation, das iPad Mini und der iPod Touch (Foto: CNET)

(Foto: CNET)
(Foto: CNET)

Durch die abgeflachten Kanten ähnelt das iPad Mini mehr dem iPod Touch als dem iPhone oder Retina-iPad. Das Gehäuse wirkt stabil und sämtliche eingelassene Elemente wie Mikrofon, Lightning-Connector, Lautsprecher, Kamera und Blitz sind akkurat verarbeitet und hinterlassen keineswegs den Eindruck eines Billig-Geräts.

Aufgrund der geringeren Abmessungen ist natürlich die Bildschirm-Tastatur etwas kleiner. Trotzdem lässt sich mit dem iPad Mini gut tippen. In der Handhabung gibt es ansonsten keinerlei Beeinträchtigungen durch die geringere Größe.

Bildschirm

Wer noch nie ein Retina-iPad in den Händen gehalten hat und daher nicht weiß, wie gut die Darstellung von hochqualitativen Fotos sein kann, wird an dem Bildschirm des iPad Mini kaum etwas auszusetzen haben. Auch gegenüber dem iPhone erscheint die Schrift nicht ganz so scharf. Die Pixeldichte ist im Vergleich zum Nexus 7 ebenfalls geringer (163 ppi zu 216 ppi beim Nexus 7). Anderseits bietet das iPad Mini gegenüber den 7-Zoll-Geräten des Mitbewerbs eine 35 Prozent größere Fläche (191,4 cm2 im Vergleich zu 141,9 cm2 beim Nexus 7). Damit und mit dem 4:3-Seitenverhältnis gegenüber dem 16:9-Format bei der Konkurrenz stellt es Webseiten und Ebooks noch lesbar dar, während man mit den anderen Geräten bereits den Ausschnitt vergrößern muss, um die gleiche Schriftgröße zu erhalten.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Auch lassen sich bisherige, für den größeren Bildschirm der 9,7-Zoll-iPads optimierte, Anwendungen auch auf dem iPad Mini ohne Einschränkungen bedienen. Die geringere Größe stellt also in der Praxis kein Problem dar.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Das 4:3-Seitenverhältnis bietet beim Betrachten von Webseiten und Ebooks Vorteile. Es gibt aber auch Nachteile: Für die Videowiedergabe sind Displays mit 16:9-Format natürlich besser geeignet, weil auch die meisten Videos in diesem Format vorliegen. Beim Abspielen auf dem iPad Mini erscheinen die Filme mit einem schwarzen Balken oben und unten. Das gleiche trifft auf 16:9-Fotos zu.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Auch für Spiele bietet sich das Gerät gut an. Aufgrund der im Vergleich zum Retina-iPad niedrigeren Auflösung ist es in der Praxis leicht verschmerzbar, dass die Grafikeinheit längst nicht so leistungsstark erscheint wie die im iPad 3 und 4. Dafür muss das iPad Mini auch weniger Pixel darstellen, sodass sich die vermeintliche Leistungsschwäche im 3D-Bereich in der Praxis so gut wie nicht auswirkt.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Hardware-Ausstattung

Viele der günstigen Tablet-Alternativen bieten Ausstattungsmerkmale, die man beim iPad Mini nicht findet. Hierzu zählen ein erweiterbarer Speicher und eine HDMI-Schnittstelle. Im Wesentlichen bietet das iPad Mini die gleichen Anschlüsse wie die größeren iPad-Modelle. Auch die Speicheroptionen mit 16, 32 und 64 GByte sowie die LTE-Funktion sind identisch. Die LTE-Variante im iPad Mini wird in Deutschland allerdings nur von der Telekom unterstützt.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Performance

Der für das iPad Mini verwendete Dual-Core-A5-Prozessor setzt Apple bereits seit 2011 ein. Er kommt im iPad 2, iPhone 4S, iPod Touch und AppleTV zum Einsatz. Wer bereits mit dem iPad 2 Erfahrungen gesammelt hat, wird keinen Unterschied zum iPad Mini in Sachen Performance feststellen. Im Geekbenchtest erreicht das Mini-Tablet 752 Punkte, während das iPad 2 755 erzielt. Zum Vergleich: Das iPhone 5 kommt auf rund 1600 Punkte in diesem Test und das iPad 4 erreicht sogar 1700. Das iPad Mini reißt hinsichtlich Performance zwar keine Bäume aus, bietet aber selbst für anspruchsvolle 3D-Spiele noch genügend Leistung.

Kamera

In Sachen Kameraausstattung setzt Apple beim iPad Mini auf die gleiche Technik wie im iPad 3. Die für Fotos gedachte iSight-Kamera bietet eine Auflösung von 5 Megapixel. Die Facetime-Kamera kommt auf 1,2 Megapixel und bietet damit eine Videoauflösung von 720p. Das iSight-Modell nimmt Videos hingegen mit 1080p auf. Für Schnappschüsse und kurze Videoclips ohne besondere Ansprüche reicht die Ausstattung aus. Einen LED-Blitz gibt es nicht, ebenso wenig unterstützt das iPad Mini den von der Kamera-App im iPhone bekannten HDR- und Panorama-Aufnahmemodus. Die aufgenommen Fotos mit dem iPad Mini sehen so gut respektive so schlecht aus wie mit jedem anderen iPad. Für gehobene Ansprüche reicht die Qualität – wie auch die Lösungen in vergleichbaren Produkten – kaum aus.

(Foto: CBS Interactive)
(Foto: CBS Interactive)

Batterielebensdauer

Die Batterielebensdauer gibt Apple mit 10 Stunden an. Das LTE-Modell soll 9 Stunden durchhalten. Praxistests bezüglich der Akkuleistung liefert CNET in wenigen Tagen nach.

Fazit

Auf den ersten Blick ist das iPad Mini mit einem Preis von 329 Euro zu teuer. Vergleichbare 7-Zoll-Tablets gibt es vom Mitbewerb bereits ab knapp 200 Euro. Für das iPad spricht allerdings die 35-Prozent größere Bildschirmfläche im Vergleich zur 7-Zoll-Konkurrenz. Zudem bietet das 4:3-Format Vorteile beim Lesen von Webseiten und Ebooks.
Das hochwertige und präzise gefertigte Gehäuse sowie das Design insgesamt sprechen ebenfalls für das iPad Mini. Auch in Sachen Tablet-Apps bietet die iOS-Plattform gegenüber der Android [4]-Konkurrenz noch Vorteile. Zwar finden sich bei Google Play (ehemals Android-Market) inzwischen genauso viele Anwendungen wie im App Store. Doch dürfte das Zählen von für Tablets optimierten Varianten eindeutig zugunsten von Apple ausgehen.
Nicht zu vergessen ist auch die enge Verzahnung in die übrige Apple-Welt. Wer beispielsweise ein AppleTV nutzt, wird kaum auf den Gedanken kommen, sich ein Android-Tablet anzuschaffen. Dann müsste man sich von liebgewonnen Features wie AirPlay Mirroring und AirPlay Videostreaming verabschieden.

(Mit Material von Scott Stein, CNET.com [5]]

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Galerie: Apple iPad Mini im Test: https://www.cnet.de/41565879/galerie-apple-ipad-mini-im-test/?pid=1#sid=41565878

[4] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[5] CNET.com: http://reviews.cnet.com/ipad-mini/