Kamera

Auf der Rückseite des G615 hat Huawei wie LG beim Nexus eine 8-Megapixel-Kamera verbaut. Sie bringt einen BSI-Sensor, Auto-Fokus und eine Dual-Flash-LED mit. Videos nimmt sie in Full-HD mit einer Auflösung von 1080p auf. Außerdem ist das Gerät mit einer 1,3-Megapixel-Front-Kamera für Videotelefonie mit 720p ausgerüstet.

Die Kamera-App selbst bringt natürlich nicht die Features der Jelly-Bean-Anwendung mit, hat aber alle üblichen Funktionen an Bord. Zum Arsenal gehören verschiedene Aufnahmemodi für Gruppen, HDR- und Panoramafotos oder ein Modus mit Lächel-Erkennung. Daneben gibt es verschiedene Szene-Modi wie Nachtaufnahme oder Portrait sowie Einstellungsmöglichkeiten für Weißabgleich, Auflösung und ISO-Wert. Zudem bietet die Kamera-App eine Option zum Reduzieren des Rote-Augen-Effekts bei Aufnahmen von Personen, sowie Gesichtserkennung und Geo-Tagging. Zum Verschönern der Fotos hält sie auch gleich einige Effekte wie Sepia, Negativ oder Antik parat und lässt den Nutzer ähnlich wie mit der App Gesicht Effekte seinen Freunden ein breites Grinsen, eine große Nase oder ein langes Kinn verpassen.

Die Bildqualität der Fotos ist durchwachsen. Die Farben fängt die Kamera im Großen und Ganzen naturgetreu ein, sie könnten aber etwas satter ausfallen. Die Schärfe der Fotos ist im Detail eher mittelmäßig. In dunklen Bereichen ist ein deutliches Bildrauschen zu erkennen. Bei helleren Lichtverhältnissen schlägt sich die 8-Megapixel-Knipse besser. Das Nexus liefert im Vergleich etwas sattere Farben, hat aber ebenso mit Bildrauschen zu kämpfen. Die Qualität der Video-Aufnahmen überzeugt schon eher. Bei ausreichend Licht wirken die Videos scharf und deutlich weniger verrauscht. Bei schnellen Schwenks muss die Kamera auch kaum nachfokussieren.


Performance

Im CF-Bench, der hauptsächlich die CPU- und Speichergeschwindigkeit misst, erreichte das G615 einen Score von 13074 Punkten. Zum Vergleich: Das Nexus 4 schaffte 13598 Punkte und das HTC One X+ 14278 Punkte. Im AnTuAnTu-Benchmark, der auch die 2D- und 3D-Performance ermittelt, kam es auf 14703 Punkte. Das Nexus 4 erzielte in diesem Test 17601 Punkte, das One X+ (1.7 GHz starker Quad-Core-Prozessor mit Nvidia-Tegra-3-Chip ) 15976 Punkte. Damit ist das G615 zwar nicht ganz so schnell wie das Nexus, liefert aber durchweg solide Werte. In der Praxis läuft das G615 mit ICS auch flott. Beim Bildschirmwechsel, Scrollen oder Starten von Apps gibt es kaum merkbare Verzögerungen. Mit seinem Quad-Core-CPU ist das G615 auch für grafisch aufwendigere Spiele wie den Shooter Dead Trigger gerüstet. Ruckler sind hier nur selten zu sehen, allerdings wird das Gerät beim Zocken mit der Zeit richtig warm. Für Sound sorgen zwei Lautsprecher auf der Rückseite und Dolbys Audiotechnologie. Sie liefern entsprechend ihren Möglichkeiten auch akzeptablen Sound. Natürlich sind auch In-Ear-Kopfhörer im Lieferumfang enthalten. Bei unserem Testgerät lagen diese allerdings noch nicht bei.

Die Sprach- und Empfangsqualität ist ordentlich – hier gibt es keine Beanstandungen. Die Lautstärke ist absolut ausreichend und der Gesprächspartner ist klar zu verstehen.

Akku

Im Huawei Ascend G615 ist ein Litium-Polymer-Akku mit einer 2150-mAh-Kapazität verbaut. Er soll für 360 Stunden im Standby-Modus und 11 Stunden während einem Gespräch für Strom sorgen. Praktisch ist, dass sich der Akku auswechseln lässt, falls einmal der Saft ausgeht. Das geht beim Nexus 4 nicht. Dafür lässt sich das G615 beispielsweise nicht per Induktion aufladen.

Im Test hat der Akku im Standby-Modus mit aktivierter WLAN-Verbindung in rund 60 Stunden 25 Prozent an Leistung verloren. Spielt man durchgehend mit Handy herum, gibt der Akku ca. nach 16 Stunden den Geist auf. Bei normaler Nutzung sollte man mit dem G615 also locker über den Tag kommen. Das ist eine solide Leistung.

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Fazit

Das Huawei G615 sieht nicht ganz so edel und schick aus wie das Nexus 4 und ist auch nicht ganz so schnell, bietet aber mit einem Preis von 299 Euro ein ebenso unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis. Die Vorteile des G615 liegen in einem MicroSD-Karten-Slot zum Erweitern der Speicherkapazität und einem auswechselbaren Akku. Die Kamera konnte nicht voll überzeugen, aber das Nexus 4 bringt auch nicht unbedingt die beste Knipse mit. Sollte das Nexus 4 weiterhin mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen haben, ist das Ascend G615 von Huawei durchaus eine in Betracht zu ziehende Alternative. Wem das Design des Ascend G615 von Huawei nicht zu unspektakulär ist und wer kleine Abstriche bei Hardware und Betriebssystem in Kauf nehmen kann, macht bei diesem Preis sicherlich nicht viel falsch.

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Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Ascend G615 im ausführlichen Test: Huaweis Antwort auf Googles Nexus 4

  • Am 23. Januar 2013 um 12:43 von Thomas

    In eurem Test steht, das smartphone hat eine scheibe aus gorilla-glas, ich kann aber weder bei anderen tests noch auf der huawei hompage ein wort über gorilla-glas finden.
    Könnt ihr bitte nochmal bestätigen, dass es sich um eine solche scheibe handelt?
    Danke.

    • Am 23. Januar 2013 um 15:20 von Christian Schartel

      Hallo Thomas,

      nach unseren ersten Informationen sollte es Gorilla-Glas sein. Auf Nachfrage bei Huawei hat sich nun ergeben, dass das Display wie Sie schon vermutet haben doch nicht von Cornings Gorilla-Glas geschützt ist. Wir haben den Testbericht entsprechend berichtigt.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Christian Schartel, CNET.de

      • Am 12. Juli 2013 um 17:16 von hotto

        Dragontail Glas wurde verbaut. 🙂

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