Geeksphone Keon im Vorab-Test: erste Test-Plattform für Mozillas mobiles Firefox OS

Performance

Um es geradeheraus zu sagen: Das Keon lässt auf ganzer Breite Leistung vermissen. Sein träger Touchscreen macht das Tippen zu einem anstrengenden Prozess, der akribische Präzision erfordert. Jede Aktion auf dem Bildschirm – egal ob Wisch-Geste oder das Antippen von Onscreen-Kontrollen – braucht einen Herzschlag, bevor man ein Ergebnis sieht. Wenn man das Telefon also für längere Zeiträume nutzt, verbrennt man regelrecht Zeit. Für ein Entwickler-Gerät ist das allerdings akzeptabel und Teil des Gesamtpakets.

Wir sind die ersten, die zugeben, dass wir normalerweise an die blitzschnellen Reaktionen von Smartphones mit Dual- oder Quad-Core-Prozessoren gewöhnt sind. Doch auch wenn der Hersteller nach Kräften die besonders niedrigen Systemanforderungen betont, die das Keon an seinen 1-GHz-Prozessor stellt, kann das nicht aber nicht über die gemächliche Performance dieses Entwicklergeräts hinwegtrösten. Die Denkpausen zeigen sich auch bei der Kamera, die langsam startet, mit Verzögerung knipst und genauso langsam wieder in Bereitschaft geht.

Andere Firefox-OS-basierte Smartphones von Geeksphone oder anderen Herstellern, die für den Verkauf an Endkunden konzipiert sind, können sehr wohl deutlich schneller sein. Letztlich liegt es ja an jedem Anwender selbst, ob er mit der Rechenleistung seines Geräts zufrieden ist. Aber für Entwickler, die einfach nur ein billiges, einfaches Gerät zum Testen ihrer Apps suchen, mag das Keon durchaus eine gute, völlig ausreichende Wahl sein.

Das Keon unterstützt 3G (HSPA, 2100/1900/900) und 2G (GSM/Edge, 850/900/1800/1900). Auch hier gilt, dass diese Features bei diesem Smartphone weniger zum eigentlichen Telefonieren und Surfen sondern eher dazu gedacht sind, damit Entwickler probieren können, ob ihre Apps korrekt mit dem Adressbuch und dem Wählprogramm zusammenarbeiten.

Was uns bei diesem Gerät bislang wirklich beeindruckte war seine Akkulaufzeit. Obwohl intensive Akkutests noch ausstehen, leerte sich der 1580 mAh starke Akku während unserer Testphase mit dem Keon gefühlt nur sehr langsam. Natürlich streamten wir nicht gerade dauerhaft Videos oder nutzten das Keon so intensiv, wie es bei einem leistungsfähigeren Gerät der Fall gewesen wäre, so dass man diesen Eindruck nicht als abschließende objektive Beurteilung ansehen sollte.

Das Keon und seine künftigen Verwandten sind als Budget-Smartphone für Wachstumsmärkte gedacht und sollen nicht mit Highend-Geräten konkurrieren.

Das Keon und seine künftigen Verwandten sind als Budget-Smartphone für Wachstumsmärkte gedacht und sollen nicht mit Highend-Geräten konkurrieren.

Aber bezüglich des finalen Seriengeräts wäre eine lange Akkulaufzeit gar nicht so schlecht. Denn in Märkten, wo Steckdosen nicht überall jederzeit verfügbar sind, ist ein solches Feature ein echter Vorteil.

Fazit

Woran muss noch gearbeitet werden? Vielleicht ist die bessere Frage aber auch, was das Keon und Firefox OS für wen noch zusätzlich bieten müssen. Denn wie bereits angemerkt, ist es das ausgesprochene Ziel des Keon, eine Testumgebung für Firefox-OS-Entwickler zu sein. Andere Geeksphone-Geräte und Firefox-OS-basierte Smartphones werden einfache, preiswerte Lösungen für Menschen in Wachstumsmärkten sein, die sich teure mobile Endgeräte preislich oft nicht leisten können.

Diese Smartphones sollen eben nicht auf gesättigten Märkten in Europa, Asien und Nordamerika in den Handel kommen, so dass sie sich auch nicht mit High-Performance-Konkurrenten mit in Megaflops gemessenen Prozessorgeschwindigkeiten oder Kameras mit Low-Light-Funktionen messen müssen.

Dennoch gibt es da einige Punkte am Firefox OS, an denen Mozilla noch für künftige Nutzer aller Demografien feilen könnte. Uns gefällt der modifizierte App-Tray, in dem Programme nach Typ gruppiert sind und auch nach dem Namen gesucht werden können. Gleichzeitig fragt man sich aber auch, wieso sich Mozilla genötigt fühlt, den zentralen Homescreen komplett leer zu lassen.

Das Betriebssystem könnte auch noch einige Performance-Verbesserungen vertragen. App-Inhalte sollten über WLAN etwas flinker laden und wenn das Betriebssystem wirklich so schlank ist, wie Mozilla behauptet, sollte sich der 1-GHz-Prozessor des Keon unabhängig vom Datendurchsatz noch ein bisschen spritziger verhalten.

Und natürlich gibt es noch ein Dutzend weiterer kleiner Dinge wie Sharing-Funktionen, Copy & Paste, E-Mails und so weiter, die man funktionell noch aufpeppen und verbessern könnte. Aber letztlich müssen wir einfach abwarten, wie Firefox OS final aussehen wird und wie es sich dann mit seinen proprietären Features und Apps sowie denen von Drittanbietern präsentieren wird.

Bis dahin stellt das Geeksphone Keon ein interessantes kleines Fenster dar, durch das man das seltene Ereignis der Entwicklung eines alternativen mobilen Betriebssystems beobachten kann – und zwar eines, das sich ausschließlich um Web-Apps herum formt.

[Mit Material von Jessica Dolcourt, CNET.com]

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Geeksphone Keon im Vorab-Test: erste Test-Plattform für Mozillas mobiles Firefox OS

  • Am 3. Juni 2013 um 15:00 von Kay T.

    Ich habe mir voller Hoffnung und Begeisterung das Keon bestellt, da das Peak gerade mal wieder ausverkauft war. Ich war froh überhaupt eins bestellen zu können, da der Shop online ständig nicht liefern konnte und kann. Schnell geliefert und ausgepackt hatte ich viel Zeit das Smartphone ausgiebig zu testen. Von der Haptik finde ich das Teil toll und so lahm wie Ihr es beschreibt ist es gar nicht. Handling ist gewöhnungsbedürftig aber es liegt gut in der Hand uns der Kunststoff ist zwar billig wirkt aber nicht so. Akku hält wirklich lange aber das entscheidende und daher vernichtenende Urteil beruht auf der Tatsache das der Empfang grottenschlecht ist und zwar mit allen Anbietern/Providern. Egal ob D1, D2 oder Eplus, egal ob Telekom oder Congstar, egalo ob Vodafone oder Bild Mobile, egal ob E-Plus, Base, Blau, Simyo, Aldi Talk mit allen Simkarten wurden,selbts hier im Ballungsraum Berlin, maximal und ich wiederhole, maximal 2 Balken auf der Empfangsanzeige angezeigt. Zum Teil brachen die Telefonate ab und der Internetempfang mit „2G, 3G“ zum Teil gar nicht möglich. WLAN wiederum hat sehr starken Empfang. Ich habe alles dokumentiert und das Keon nach Spanien zurückgesendet. Der Versuch so löblich und hoffnungsvoll er war ist kläglich gescheitert und ich bin froh das ich es zurückgeben konnte.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *