Überhaupt lässt die Fujifilm Finepix XP200 in einigen Bereichen jene Art von Hightech-Raffinesse vermissen, die viele Anwender von einem Spitzenmodell eines renommierten Kameraherstellers erwarten würden. So bietet beispielsweise die Belichtungsmessung außer einer Messung über 256 Zonen keine weiteren Optionen. Ambitionierte Anwender würden sich zumindest Spot- und Mehrfeldmessung wünschen.

Deutlich variabler agiert die Finepix XP200 beim Scharfstellen. Hier stellt sie Möglichkeiten wie mittenbetonte Messung, Mehrfeld oder Schärfenachführung zur Verfügung. Zudem kann man den Fokus-Messwert gemeinsam mit der Belichtung speichern. Dazu richtet man den Scharfstellbereich in der Mitte auf das Motiv, drückt den Auslöser halb durch, richtet die Kamera auf den gewünschten Bildausschnitt aus und drückt den Auslöser ganz durch.

Im Makromodus bietet die Kamera eine solide Leistung, aber keine Spitzentechnik. Nahaufnahmen sind ab einer Entfernung von neun Zentimetern möglich, andere Kameras wie etwa die Pentax WG-3 oder die Olympus Tough TG-2 stellen schon ab etwa ein Zentimeter scharf.

Effektfilter und Motivprogramme

Bei den Effektfiltern steht das übliche Repertoire zur Verfügung wie „Lochfilter“, „Popart“ und „Sternenfilter“. Neben den gängigen Effekten, sowie Automatik- und Motiverkennungsmodi bietet die Fujifilm weitere sinnvolle Aufnahmeoptionen. Beispielsweise die Option, bei der die Kamera unmittelbar hintereinander ein Foto mit und eines ohne Blitz macht. Oder der HDR-Modus (HDR, High Dynamic Range), bei dem die Kamera mehrere Bilder mit leicht unterschiedlicher Belichtung zu einem kontrastreichen Foto zusammenfügt. Da sind dann sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche nach Möglichkeit voll durchgezeichnet.

Erwähnenswert ist auch die Funktion Pro Low Light. Dabei macht die Kamera vier Fotos hintereinander und setzt diese zu einem Bild zusammen. Das verringert Rauschen und Unschärfe bei schwach beleuchteten Motiven. Angesichts der vielen nützlichen Voreinstellungen und Optionen lässt es sich verschmerzen, dass es keinen echten manuellen Belichtungsmodus gibt. Immerhin lässt sich die Belichtung auf Tastendruck leicht korrigieren.

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Fujifilm)

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Mehmet Toprak)

Sehr schnelle Serienbilder

Im Serienbildmodus schafft die XP200 bis zu zehn Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Allerdings ist nach neun Bildern Schluss, dann werden die Fotos auf die SD-Karte übertragen. Bei reduzierter Auflösung macht die XP200 sogar bis zu 60 Bildern pro Sekunde – ideal für schnelle Bewegungsabläufe. Die Serie ist nach einer Sekunde beendet, danach benötigt die Fujifilm einige Sekunden, um die Fotos auf die Speicherkarte zu übertragen. Praktisch ist die Taste, mit der man direkt zur Serienbildfunktion schalten kann.

Full-HD mit 60 Bildern

Ein weiterer Pluspunkt ist die Full-HD-Video-Funktion (1080i), die mit 60 Bildern pro Sekunde arbeitet und so auch schnelle Bewegungen flüssig darstellt. Daneben kann man aber auch niedrigere Auflösungen wie HD (720p, 1080 × 720, 60 Bilder pro Sekunde) oder VGA (640 × 480, 30 Bilder pro Sekunde) nutzen.

Die Camera Application App von Fujifilm wird auf dem Smartphone installiert und empfängt Bilder von der XP200.

Die Camera Application App von Fujifilm wird auf dem Smartphone installiert und empfängt Bilder von der XP200.

Nicht ganz so überzeugend präsentiert sich die Zeitlupen-Funktion. Zwar bietet die XP200 drei unterschiedliche Modi mit 120, 240 und sogar 360 Bildern pro Sekunde. Die Aufnahme ist auf jeweils 30 Sekunden begrenzt, das Mikrofon abgeschaltet und die Auflösung auf 640 × 480, 320 x 240 oder 224 x 168 Pixel reduziert. Aber spätestens im 240-Bilder-Modus ist die Auflösung (320 x 240) so niedrig, dass das Betrachten der Videoclips keinen großen Spaß mehr macht. Sinnvoller wäre es, die maximale Länge der Aufnahme auf 10 oder 15 Sekunden zu begrenzen und dafür eine höhere Auflösung zu bieten. Meistens reichen schon 10 Sekunden, um einen bestimmten Bewegungsablauf festzuhalten, zumal die Zeitlupen-Clips bei der Wiedergabe ja wesentlich länger dauern.

Wi-Fi-Modul und Smartphone-App

Die Fujifilm ist mit einem Wi-Fi-Modul ausgestattet. Nach Installation der Software „Fujifilm PC Auto Save“ lassen sich Bilder und Videos über den Router drahtlos auf einen PC übertragen. Das ist noch nicht alles. Nach Download der „Camera Application App“ von der Fujifilm-Webseite (auch bei iTunes oder im Google Play Store erhältlich) bieten sich weitere Möglichkeiten. Die App holt sich beispielsweise die GPS-Daten von einem Smartphone und verknüpft diese mit dem Foto. Keine besonders elegante Lösung, denn ein eigenes GPS-Modul hat die XP200 nicht vorzuweisen.

Daneben stehen drei weitere Funktionen zur Verfügung: Die App empfängt Bilder aus der Digicam oder sucht in der Kamera nach Bildern. Außerdem verschickt sie die Fotos auch „an einen Freund“. Natürlich stünde diese Funktion auch ohne spezielle App zur Verfügung, wenn das Foto erst mal im Smartphone gelandet ist. Im Praxistest kommt die Verbindung zu einem Smartphone problemlos zustande, auch die Übertragung der Fotos klappt.

Insgesamt ist die Funktionsvielfalt bei der Fujifilm-App aber etwas mager. Wenigstens ein Live-Bild von der Digicam und eine Fernauslösung sollte eine solche App schon bieten.

Fazit

Die Fujifilm Finepix XP200 ist eine kompromisslose Outdoorkamera, die mit durchdachter Bedienung, guter Bildqualität und sinnvollen Optionen überzeugt. Auch der Full-HD-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde ist ein Pluspunkt. Als Nachteil sind das lichtschwache Objektiv und die niedrige Auflösung bei Zeitlupe zu nennen, auch GPS ist nicht an Bord.

Für 249 Euro ist die Fujifilm Finepix XP200 eine gute Wahl für Anwender, die eine echte Outdoorkamera suchen und dabei auf das letzte Quäntchen Hightech-Raffinesse verzichten können. Die XP200 ist in Rot, Blau, Schwarz und Gelb erhältlich.

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