Fujifilm Finepix XP200 – solide Outdoorkamera im Test

von Mehmet Toprak am , 15:56 Uhr

Pro
  • durchdachte Bedienung
  • gute Bildqualität
  • sinnvolle Optionen
  • Full-HD-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde
Con
  • lichtschwaches Objektiv
  • niedrige Auflösung bei Zeitlupe
  • kein GPS
Hersteller: Fujifilm Listenpreis: 249 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die Fujifilm Finepix XP200 ist eine kompromisslose Outdoorkamera, die mit durchdachter Bedienung, guter Bildqualität und sinnvollen Optionen überzeugt. Auch der Full-HD-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde ist ein Pluspunkt. Nachteile sind das lichtschwache Objektiv und die niedrige Auflösung bei der Zeitlupe. Auch GPS ist nicht an Bord.

Das Flaggschiff aus Fujifilms Outdoor-Serie besticht mit robuster Verarbeitung und sinnvollen Features. Die 16-Megapixel-Digicam Finepix XP200 kommt mit Wi-Fi-Modul und dreht Videos in Full-HD.

Praktisch, griffig und schön robust – das ist der erste Eindruck, den die Fujifilm Finepix XP200 nach dem Auspacken vermittelt. Die Outddorkamera mit dem bulligen Gehäuse liegt dementsprechend gut in der Hand. Bei der gebogenen Kunststoffabdeckung an der Unterseite haben sich die Designer offensichtlich von einem Autoreifen inspirieren lassen, das dicke schwarze, geriffelte Material erinnert zumindest daran. Die Fujifilm lässt sich bis zu einer Tauchtiefe von 15 Metern mitnehmen, daneben ist sie bis zu einer Fallhöhe von zwei Metern stoßfest und bis zu minus zehn Grad frostsicher.

Bis 15 Meter Tauchtiefe wasserdicht, bis minus zehn Grad frostsicher und bis zu einer Fallhöhe von zwei Meter stoßgeschützt, die Fujifilm Finepix XP200 hält einiges aus. (Foto: Mehmet Toprak) [1]

Bis 15 Meter Tauchtiefe wasserdicht, bis minus zehn Grad frostsicher und bis zu einer Fallhöhe von zwei Meter stoßgeschützt, die Fujifilm Finepix XP200 hält einiges aus. (Foto: Mehmet Toprak)

Ergonomie und Bedienung

Praktisch ist, dass Akku, Speicherkarte und Anschlüsse in einem gemeinsamen Fach untergebracht sind. Ein großes Drehrad mit Einrastpunkt (wie bei der Nikon Coolpix AW200) öffnet, schließt und verriegelt die Klappe. Das erspart das lästige Gefummel mit winzigen Schiebereglern wie sie bei anderen Herstellern üblich sind. Auch die ersten Schnappschüsse mit der Finepix XP200 sind schnell im Kasten.

Das logisch aufgebaute Software-Menü und die eindeutig beschrifteten Tasten sorgen dafür, dass man auch ohne Handbuch zurechtkommt. Keine schief übersetzten Begriffe, keine verschachtelten Menüs erschweren den Umgang mit der Kamera. Das durchdachte und auf einfache Bedienung angelegte Konzept ist vor allem dann ein Vorteil, wenn es bei Action-Fotos mal schnell gehen muss. Das 7,6 Zentimeter große Display bietet eine automatische Helligkeitsregelung und mit 920.000 Pixeln ein sehr hoch aufgelöstes Bild.

Die relativ großen Tasten auf der Rückseite der XP200 erleichtern die Bedienung. (Foto: Fujifilm) [2]

Die relativ großen Tasten auf der Rückseite der XP200 erleichtern die Bedienung. (Foto: Fujifilm)

Bildqualität und Digicam-Optionen

Auch bei der Bilqualität gibt sich die Fujifilm erst einmal keine Blöße. Schärfe und Auflösung sind gut, die Farben wirken natürlich und nicht übertrieben gesättigt. Ein Hauptgrund für die gute Bildqualität ist der 1/2,3 Zoll-Sensor, der 16 Megapixel liefert und das Fujinon-Objektiv mit 5fach-Zoom und einer Brennweite von 28 – 140 Millimeter (entsprechend Kleinbild).

Beim Objektiv setzt aber auch die Kritik an. Mit der größten Blendenöffnung von 1:3,9 ist die XP200 ziemlich lichtschwach. In Innenräumen oder bei Dämmerung muss man den Blitz zuschalten oder den ISO-Wert erhöhen. Für engagierte Hobbyfotografen, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und Outdoor- mit Alltagskamera in einem verbinden wollen, ist die Fujifilm deshalb nicht die erste Wahl.

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Fujifilm) [3]

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Fujifilm)

Überhaupt lässt die Fujifilm Finepix XP200 in einigen Bereichen jene Art von Hightech-Raffinesse vermissen, die viele Anwender von einem Spitzenmodell eines renommierten Kameraherstellers erwarten würden. So bietet beispielsweise die Belichtungsmessung außer einer Messung über 256 Zonen keine weiteren Optionen. Ambitionierte Anwender würden sich zumindest Spot- und Mehrfeldmessung wünschen.

Deutlich variabler agiert die Finepix XP200 beim Scharfstellen. Hier stellt sie Möglichkeiten wie mittenbetonte Messung, Mehrfeld oder Schärfenachführung zur Verfügung. Zudem kann man den Fokus-Messwert gemeinsam mit der Belichtung speichern. Dazu richtet man den Scharfstellbereich in der Mitte auf das Motiv, drückt den Auslöser halb durch, richtet die Kamera auf den gewünschten Bildausschnitt aus und drückt den Auslöser ganz durch.

Im Makromodus bietet die Kamera eine solide Leistung, aber keine Spitzentechnik. Nahaufnahmen sind ab einer Entfernung von neun Zentimetern möglich, andere Kameras wie etwa die Pentax WG-3 [4] oder die Olympus Tough TG-2 [5] stellen schon ab etwa ein Zentimeter scharf.

Effektfilter und Motivprogramme

Bei den Effektfiltern steht das übliche Repertoire zur Verfügung wie „Lochfilter“, „Popart“ und „Sternenfilter“. Neben den gängigen Effekten, sowie Automatik- und Motiverkennungsmodi bietet die Fujifilm weitere sinnvolle Aufnahmeoptionen. Beispielsweise die Option, bei der die Kamera unmittelbar hintereinander ein Foto mit und eines ohne Blitz macht. Oder der HDR-Modus (HDR, High Dynamic Range), bei dem die Kamera mehrere Bilder mit leicht unterschiedlicher Belichtung zu einem kontrastreichen Foto zusammenfügt. Da sind dann sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche nach Möglichkeit voll durchgezeichnet.

Erwähnenswert ist auch die Funktion Pro Low Light. Dabei macht die Kamera vier Fotos hintereinander und setzt diese zu einem Bild zusammen. Das verringert Rauschen und Unschärfe bei schwach beleuchteten Motiven. Angesichts der vielen nützlichen Voreinstellungen und Optionen lässt es sich verschmerzen, dass es keinen echten manuellen Belichtungsmodus gibt. Immerhin lässt sich die Belichtung auf Tastendruck leicht korrigieren.

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Fujifilm) [6]

Die XP200 kostet 249 Euro, angesichts der gebotenen Qualität ein fairer Preis. (Foto: Mehmet Toprak)

Sehr schnelle Serienbilder

Im Serienbildmodus schafft die XP200 bis zu zehn Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung. Allerdings ist nach neun Bildern Schluss, dann werden die Fotos auf die SD-Karte übertragen. Bei reduzierter Auflösung macht die XP200 sogar bis zu 60 Bildern pro Sekunde – ideal für schnelle Bewegungsabläufe. Die Serie ist nach einer Sekunde beendet, danach benötigt die Fujifilm einige Sekunden, um die Fotos auf die Speicherkarte zu übertragen. Praktisch ist die Taste, mit der man direkt zur Serienbildfunktion schalten kann.

Full-HD mit 60 Bildern

Ein weiterer Pluspunkt ist die Full-HD-Video-Funktion (1080i), die mit 60 Bildern pro Sekunde arbeitet und so auch schnelle Bewegungen flüssig darstellt. Daneben kann man aber auch niedrigere Auflösungen wie HD (720p, 1080 × 720, 60 Bilder pro Sekunde) oder VGA (640 × 480, 30 Bilder pro Sekunde) nutzen.

Die Camera Application App von Fujifilm wird auf dem Smartphone installiert und empfängt Bilder von der XP200. [7]

Die Camera Application App von Fujifilm wird auf dem Smartphone [8] installiert und empfängt Bilder von der XP200.

Nicht ganz so überzeugend präsentiert sich die Zeitlupen-Funktion. Zwar bietet die XP200 drei unterschiedliche Modi mit 120, 240 und sogar 360 Bildern pro Sekunde. Die Aufnahme ist auf jeweils 30 Sekunden begrenzt, das Mikrofon abgeschaltet und die Auflösung auf 640 × 480, 320 x 240 oder 224 x 168 Pixel reduziert. Aber spätestens im 240-Bilder-Modus ist die Auflösung (320 x 240) so niedrig, dass das Betrachten der Videoclips keinen großen Spaß mehr macht. Sinnvoller wäre es, die maximale Länge der Aufnahme auf 10 oder 15 Sekunden zu begrenzen und dafür eine höhere Auflösung zu bieten. Meistens reichen schon 10 Sekunden, um einen bestimmten Bewegungsablauf festzuhalten, zumal die Zeitlupen-Clips bei der Wiedergabe ja wesentlich länger dauern.

Wi-Fi-Modul und Smartphone-App

Die Fujifilm ist mit einem Wi-Fi-Modul ausgestattet. Nach Installation der Software „Fujifilm PC Auto Save“ lassen sich Bilder und Videos über den Router drahtlos auf einen PC übertragen. Das ist noch nicht alles. Nach Download der „Camera Application App“ [9] von der Fujifilm-Webseite (auch bei iTunes [10] oder im Google Play Store [11] erhältlich) bieten sich weitere Möglichkeiten. Die App holt sich beispielsweise die GPS-Daten von einem Smartphone und verknüpft diese mit dem Foto. Keine besonders elegante Lösung, denn ein eigenes GPS-Modul hat die XP200 nicht vorzuweisen.

Daneben stehen drei weitere Funktionen zur Verfügung: Die App empfängt Bilder aus der Digicam oder sucht in der Kamera nach Bildern. Außerdem verschickt sie die Fotos auch „an einen Freund“. Natürlich stünde diese Funktion auch ohne spezielle App zur Verfügung, wenn das Foto erst mal im Smartphone gelandet ist. Im Praxistest kommt die Verbindung zu einem Smartphone problemlos zustande, auch die Übertragung der Fotos klappt.

Insgesamt ist die Funktionsvielfalt bei der Fujifilm-App aber etwas mager. Wenigstens ein Live-Bild von der Digicam und eine Fernauslösung sollte eine solche App schon bieten.

Fazit

Die Fujifilm Finepix XP200 [12] ist eine kompromisslose Outdoorkamera, die mit durchdachter Bedienung, guter Bildqualität und sinnvollen Optionen überzeugt. Auch der Full-HD-Modus mit 60 Bildern pro Sekunde ist ein Pluspunkt. Als Nachteil sind das lichtschwache Objektiv und die niedrige Auflösung bei Zeitlupe zu nennen, auch GPS ist nicht an Bord.

Für 249 Euro ist die Fujifilm Finepix XP200 eine gute Wahl für Anwender, die eine echte Outdoorkamera suchen und dabei auf das letzte Quäntchen Hightech-Raffinesse verzichten können. Die XP200 ist in Rot, Blau, Schwarz und Gelb erhältlich.

(Bayernboot)) Typisch für kompakte Digicams: Satte und leuchtende Farben im Automatik-Modus bei der Fujifilm XP200 (Foto: Mehmet Toprak). [13]

Typisch für kompakte Digicams: Satte und leuchtende Farben im Automatik-Modus bei der Fujifilm XP200 (Foto: Mehmet Toprak).

Bei sehr hellem Hintergrund wird das Motiv nur mit Belichtungskorrektur richtig hell, eine Spotmessung bietet die XP200 nicht (Foto: Mehmet Toprak). [14]

Bei sehr hellem Hintergrund wird das Motiv nur mit Belichtungskorrektur richtig hell, eine Spotmessung bietet die XP200 nicht (Foto: Mehmet Toprak).

Bei gleichmäßigem Licht liefert die Fujifilm XP200 korrekte Belichtung und gute Detailschärfe (Foto: Mehmet Toprak). [15]

Bei gleichmäßigem Licht liefert die Fujifilm XP200 korrekte Belichtung und gute Detailschärfe (Foto: Mehmet Toprak).

Im Makromodus benötigt die Fujifilm einen Mindestabstand von neun Zentimetern  (Foto: Mehmet Toprak). [16]

Im Makromodus benötigt die Fujifilm einen Mindestabstand von neun Zentimetern (Foto: Mehmet Toprak).

Dieses Foto wurde im HDR-Modus (High Dynamic Range) aufgenommen. Dabei werden in kurzer Folge mehrere unterschiedlich belichtete Fotos geknipst und dann zu einem Bild mit hohem Kontrastumfang zusammengesetzt. Deshalb zeigen die Wolken auch helle und dunkle Partien (Foto: Mehmet Toprak). [17]

Dieses Foto wurde im HDR-Modus (High Dynamic Range) aufgenommen. Dabei werden in kurzer Folge mehrere unterschiedlich belichtete Fotos geknipst und dann zu einem Bild mit hohem Kontrastumfang zusammengesetzt. Deshalb zeigen die Wolken auch helle und dunkle Partien (Foto: Mehmet Toprak).

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[4] Pentax WG-3: http://www.cnet.de/88114273/pentax-wg-3-clevere-outdoor-kamera-im-praxistest/

[5] Olympus Tough TG-2: http://www.cnet.de/88116094/olympus-tough-tg-2-test-robuste-outdoorkamera-im-eleganten-design/

[6] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/08/Fujifilm_Finepix_XP200_wasser.jpg

[7] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/08/Fujifilm_App.png

[8] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[9] „Camera Application App“: http://app.fujifilm-dsc.com/app/pc/de/

[10] iTunes: https://itunes.apple.com/de/app/fujifilm-camera-application/id544614669?mt=8

[11] Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.fujifilm_dsc.app.photo_gate

[12] Fujifilm Finepix XP200: http://www.fujifilm.eu/de/produkte/digitalkameras/outdoor/

[13] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/09/bayernboot.jpg

[14] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/09/bmw.jpg

[15] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/09/schloss.jpg

[16] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/09/tomate.jpg

[17] Image: http://www.cnet.de/wp-content/uploads/2013/09/wolke.jpg