Kabellose Konnektivität

Das iPhone 5C hat wie das iPhone 5 Dual-Band-WLAN (802.11 a/b/g/n) sowie Bluetooth 4.0 an Bord. Apples iOS-7-Technik AirDrop erlaubt lokalen Dateiaustausch, was den Mangel von NFC etwas relativiert, denn NFC ist immer noch in keinem einzigen Apple-Gerät integriert. Sowohl das iPhone 5C als auch das iPhone 5S lassen zudem das schnellere 802.11ac-WLAN vermissen, das bereits – auch wenn noch keine finaler Standard verabschiedet wurde – in vielen MacBook-Air-Modellen und AirPort-Routern der 2013er-Generation integriert ist.

Anrufqualität

Dass die Sprachqualität des iPhone 5C auf dem Niveau der des iPhone 5 oder 5S rangiert, dürfte kaum überraschen, auch wenn es interessant ist, dass das 5C eine minimal andere Antennenkonfiguration als das 5/5S aufweist. Trotz dieser Tatsache scheinen Netzempfang und Audioqualität identisch zu sein.

Nachfolgend ein Mitschnitt eines Anrufs unserer US-Kollegen an einen Festnetz-Anrufbeantworter über das Netz des amerikanischen Mobilfunkproviders AT&T:

Hörprobe:

 

FaceTime-Telefonate (seit iOS 7 verfügbar) via WLAN klingen deutlich besser und bewegen sich auf Skype-Qualität. Künftig werden wohl viele Leute FaceTime-Audio nutzen – die bessere Sprachqualität und die potenziellen Kostenvorteile sprechen für sich.

iOS 7

Beide neuen iPhone-Modelle – 5C und 5S – kommen mit vorinstalliertem iOS 7 auf den Markt, der neuesten Version von Apples mobilem Betriebssystem. So wie das iPhone 5 letztes Jahr eine umfassende Überarbeitung der iPhone-Hardware darstellte, ist das iOS 7 nun eine grafische und Design-Überarbeitung der iPhone-Software: Altbekannte Apps haben ein neues Layout gekommen, Siri wurde verbessert und kann jetzt mehr und es gibt sogar neue Klingel- und Alarmtöne.

(Foto: CNET)

(Foto: CNET)

Viele Leute hatten bereits die Developer-Builds von iOS 7 auf ihren Smartphones. Die finale Version fühlt sich ganz ähnlich an wie diese frühen Versionen. Als Betriebssystem läuft iOS 7 sauber und flüssig auf dem iPhone 5C, aber seine Ästhetik ist durchwachsen. Die neuen Display-maximierenden Layouts vieler Apps (wie Safari) sind ein riesiges Plus, aber gleichzeitig gibt es da manchmal verwirrende neue Oberflächen und Menüs. Ganz ähnlich wie bei einem Facebook-Redesign werden sich viele Langzeit-User plötzlich neu orientieren müssen, was hoffentlich nicht allzu lange dauert. Einige Neuerungen wie der erweiterte Pull-Down-Benachrichtungsbereich sind praktisch, aber die neue, verwirrende Kalender-App beispielsweise, die Terminlisten vermissen lässt – wird Hardcore-iPhone-Usern zu schaffen machen.

Glücklicherweise bietet iOS 7 auch eine ganze Menge Vorteile. Da gibt es beispielsweise AirDrop für den kabellosen Nutzer-zu-Nutzer-Dateiaustausch im Nahbereich, knackig und exzellent klingende FaceTime-Audio-Anrufe, die nicht viel Bandbreite brauchen und als kostenlose WLAN-Telefonate verstanden werden können, sowie das Control Panel, das viele wichtige Einstellungen und Kontrollmöglichkeiten jederzeit unkompliziert verfügbar macht. Außerdem ist Siri jetzt smarter und kann auch deutlich mehr – beispielsweise Bluetooth anschalten oder nachgefragte Movie-Trailer abspielen.

iTunes Radio, der kostenlose Musik-Streaming-Dienst ist in die Musik-App implementiert und bietet im Test eine gute Auswahl an Inhalten. Er bietet Nutzern die Möglichkeit, eigene Radioprogramme zusammenzustellen und sie über das Internet zu streamen. Es stehen aber auch 200 nach Musikgenre sortierte Stationen zur Verfügung. Das Streaming ist werbefinanziert, aber iTunes-Match-Kunden bekommen das Ganze ohne Werbung. Ein Abonnement von iTunes Match kostet weiterhin 24,99 Euro pro Jahr.

(Foto: CNET)

(Foto: CNET)

Die überarbeiteten Kamera- und Foto-Apps sind ebenfalls Teil von iOS 7 – und beide bieten deutliche Verbesserungen. So sind ein digitaler Zoom bei Videoaufnahmen, zusätzliche Fotofilter und ein Instagram-artiger „eckiger“ Beschneidungsmodus für Fotos mit an Bord. Die Foto-App präsentiert aufgenommen Bilder in einer langen Zeitleiste, die nach Jahr und Ort organisiert werden kann. So lässt sich zwar hervorragend durch tausende Fotos stöbern, aber dieses Präsentationsniveau würde einer Mac-Version von iPhoto besser zu Gesicht stehen. Diese Archiv-artige Präsentation wäre noch viel besser, wenn iCloud die Synchronisierung und die Uploads von Mac-/PC-Fotobibliotheken voll unterstützen würde.

Apple bietet im Rahmen eines Kaufs die iWork- und GarageBand-/iMovie-App kostenlos an. Das Ganze ist eine nette, kleine Suite von Tools, die iOS-Geräten genau die Art von Produktivitätssoftware mitgibt, die man zunehmend auch auf konkurrierenden Mobilprodukten findet.

Die Rückkehr des A6-Prozessors

Im Vergleich mit den Prozessoren topaktueller 2013er-Smartphones sieht der Dual-Core-Prozessor A6 im iPhone 5C, der bei der Markteinführung des iPhone 5 die Messlatte noch nach oben schob, lange nicht mehr so faszinierend aus. In unseren Benchmarks schlägt er sich zwar immer noch gut, aber wo das iPhone 5 letztes Jahr noch einen Sprung nach vorne machte, bildet jetzt das iPhone 5S mit seinem 64-Bit-Prozessor A7 die Speerspitze. Wenn man sich GeekBench 3, Linpack, 3DMark und Sunspider ansieht, dann ist die Performance des iPhone 5C praktisch identisch mit der des iPhone 5 – wenig verwunderlich, denn letztlich ist es in Sachen Hardware ja auch das gleiche Gerät. In den meisten Tests erreicht es etwa die halbe Performance des A7-Prozessor des iPhone 5S.

Dennoch bleibt der A6 ein exzellenter Prozessor, der die Bedürfnisse der allermeisten iPhone-User locker befriedigen kann und immer noch eine beeindruckende Grafik-Performance bietet. Und man sollte auch nicht vergessen, dass das iPhone 5C damit einen leistungsfähigeren Prozessor an Bord hat als der iPod Touch der fünften Generation und das 2012er iPad Mini, die beide mit dem älteren A5-Prozessor arbeiten.

Akkulaufzeit

Laut Apple beherbergt das iPhone 5C einen minimal größeren Akku als das letztjährige iPhone 5. In unserem Video-Playback-Test mit halber Bildschirmhelligkeit und aktiviertem Flugzeug-Modus hielt das iPhone 5C im ersten Durchlauf jedenfalls 10 Stunden und 16 Minuten durch, was besser ist als der entsprechende Wert des iPhone 5. Weitere Testwerte werden wir nachreichen.

Nach einer vollen Akkuladung am Morgen hielt das iPhone 5C unserem Tester fast einen ganzen Tag lang die Treue. Es hat zwar beileibe keinen Mega-Akku an Bord, aber es tut, was es soll – nicht berauschend, aber okay.

Konkurrenzbetrachtung

Es gibt eine Menge guter Geräte, die – mit oder ohne Vertrag – preislich auf dem Niveau des iPhone 5C liegen. Das HTC One Mini ist ein Paradebeispiele für solch einen Konkurrenten. Betrachtet man seine Spezifikationen, dann schlägt sich das iPhone 5C ziemlich gut, auch wenn das Innenleben auf dem des letztjährigen iPhone 5 basiert. Und selbst wenn man Highend-Android-Smartphones wie das HTC One oder Samsung Galaxy S4 zum Vergleich heranzieht, schlägt sich das bonbonfarbene Smartphone mit dem verspielten Äußeren in Sachen Performance wacker.

Das iPhone 5C bringt außerdem eines der besten digitalen Bilderfassungssystem mit, die je in einem Smartphone verbaut wurden, und nimmt Fotos und Videos mit vergleichbarer Qualität auf wie die Android-Schwergewichte von Samsung und HTC. Seine stärksten Konkurrenten das One Mini müssen mehr Kompromisse eingehen, um einen vergleichbaren Preis zu erzielen. Während das 5C das gleiche Retina-Display hat wie das 5S, hat das One Mini beispielsweise schlechtere Displays als sein großer Bruder. Das One Mini kann sich dafür aber mit einem hochwertigen Aluminum-Chassis brüsten, das man je nach Standpunkt als höherwertiger einstufen kann als das Polycarbonat-Chassis des iPhone 5C.

Für wen ist dieses Smartphone gedacht?

Das iPhone 5C präsentiert sich als Smartphone, das mit seiner Performance und seiner vollständigen Werkzeugpalette alle Bedürfnisse eines Durchschnittsnutzers perfekt bedient. Die Extras des iPhone 5S sind nicht unbedingt Dinge, die man im Alltag vermisst – und im Gegensatz zu den Unterschieden zwischen iPhone 4S und iPhone 5S erlaubt sich das iPhone 5C keine echten Schwächen im Vergleich zum großen Bruder.

Natürlich ist das Ganze nichts grundsätzlich Neues. Apple verkauft schon seit Jahren das „letztjährige iPhone“ mit einem 100-Euro-Rabatt parallel zu den jeweils aktuellen Geräten; in den letzten 12 Monaten nahm das 2011er-iPhone 4S diesen Platz ein. Aber Apple hat noch nie ein so gutes günstiges iPhone angeboten, das sich zudem durch ein komplettes Re-Design auszeichnet.

Anwender, denen es egal ist, ob ein Smartphone die allerneuste Hardware oder Kamera an Bord hat, oder für die wieder einmal ein Smartphone-Upgrade „fällig“ ist, sind die perfekten Kunden für das iPhone 5C. Es ist ein gutes Jahr für ein Upgrade, denn sowohl das iPhone 5C als auch das iPhone 5S sind sehr ausgereifte Smartphones.

Wer bereits ein iPhone 5 sein Eigen nennt, braucht über einen Umstieg nicht nachzudenken. Aber wer ein älteres Gerät hat, macht sicherlich keinen Fehler durch Vertragsverlängerung in ein subventioniertes Gerät zu investieren. Das iPhone 5C ist zudem ein solides Gerät für Apple-Neueinsteiger. Im Gegensatz dazu ist das iPhone 5S der Pro-Vertreter, der zwar jede Menge neueste Technologien an Bord hat, die allerdings derzeit noch nicht vollständig ausgeschöpft werden können. Das 5C hingegen hat sicherlich weniger Wachstumspotenzial, ist dafür aber ein grundsolides, schnelles Gerät ohne echte Schwächen.

Wer unbedingt ein iPhone will, auf leuchtende Farben steht und dabei auch noch 100 Euro sparen kann, sollte zum iPhone 5C greifen. Es ist nicht Apples technologische Speerspitze, bietet aber alles, was ein normaler User im Alltag benötigt. Apple hat mit diesem Gerät definitiv nicht die Smartphone-Welt revolutioniert, aber letztlich ist das 5C ein weiterer, kleiner Schritt in Richtung eines wirklich preiswerten iPhone. Wenn es auf 100 Euro mehr oder weniger aber nicht unbedingt ankommt, lohnt der Griff zum 5S. Denn gerade beim Betrachten der reinen Hardware-Kosten (Stichwort: Prepaid-User) ist der Preisunterschied (bei 32 GByte 699 gegenüber 799 Euro) zum 5S doch recht marginal.

3DMark Ice Storm Unlimited
(je länger der Balken, desto besser die Performance)

iPhone 5C (AT&T)

5.691

HTC One Mini

4.124

Linpack Multi-Thread (MFLOPS)
(je länger der Balken, desto besser die Leistung)

iPhone 5S (AT&T)

1.634.390

iPhone 5C (AT&T)

583.870

HTC One Mini

257.506

[Mit Material von CNET.com]

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