64-Bit-A7-Prozessor 

Die vierte iPad-Generation hatte Apple mit einer speziell für das Tablet entwickelten Abwandlung der iPhone-5-CPU A6 ausgestattet. Der als A6X bezeichnete Prozessor verfügt im Vergleich über vier statt zwei Rechenkerne. Beim iPad Air kam Apple offenbar zu dem Schluss, dass ein Dual-Core-Chip ausreichend ist. Es ist nun wie das iPhone 5S mit dem exakt gleichen 64-Bit-A7-Dual-Core-SoC samt dem M7-Co-Prozessor ausgerüstet. Das soll aber nicht negativ klingen, denn das iPad Air hat mit dieser CPU deutlich an Leistung zugelegt. Interessanterweise ist es trotzdem ein Stück schneller als das iPhone 5S, obwohl der Arbeitsspeicher mit einem GByte RAM dieselbe Größe hat. Offenbar hat Apple beim iPad Air die Taktrate der CPU erhöht und dadurch etwas an der Performance-Schraube gedreht. Statt mit 1,29 GHz (iPhone 5S) läuft sie beim iPad mit einer Taktrate von 1,39 GHz.

Im Vergleich zum Vorgänger-Modell ist das neue iPad laut Apple rund doppelt so schnell. Auch die GPU soll zwei Mal schneller arbeiten als beim letztjährigen Modell. In den gängigen Benchmark-Tests bestätigt sich dies auch. Im Sunspider-Test (Version 1.0.1), der die Javascript-Performance misst, benötigte das alte iPad 661 Millisekunden und das iPad Air 402 Millisekunden um den Test zu beenden (iPhone 5S: 417 ms). Das ist eine Verbesserung um mehr als 50 Prozent. Ähnliche Ergebnisse zeichnen sich beim Geekbench-2- sowie Geekbench-3-Test ab, welche die Grafikperformance auf den Prüfstand stellen. Das Air erreichte 2.382 respektive 2.643 Punkte, das iPad 4 kam lediglich auf einen Score von 1.797 beziehungsweise 1.408.

Das iPad Air ist um 80 Prozent schneller als das iPad 4. Generation, so die Aussage neuer Benchmark-Tests (Screenshot: (Credit: Primate Labs).

Das iPad Air ist um 80 Prozent schneller als das iPad 4, zumindest im aktuellen Benchmark-Tests (Screenshot: (Credit: Primate Labs).

Unter voller Auslastung wird das iPad übrigens immer noch ziemlich warm. Die Wärmeentwicklung ist zwar im Vergleich etwas zurückgegangen, das Tablet strahlt aber immer noch jede Menge Wärme ab. Im Winter könnte das aber durchaus ein netter Nebeneffekt sein.

In der Praxis verhält es sich ähnlich wie beim iPhone 5S. Die Leistungsunterschiede machen sich in der Realität nicht so deutlich bemerkbar, wie auf dem Papier. Das liegt unter anderem daran, dass bisher nur Apples vorinstallierten Apps für die 64-Bit-Architektur ausgelegt sind. Die bisherigen 32-Bit-Anwendungen können von der 64-Bit-Technologie nicht profitieren. Dennoch sind etwas kürzere Ladenzeiten – vor allem bei umfangreichen Spielen – und geringfügig höhere Frame-Raten beim Zocken feststellbar. Groß ins Gewicht fällt dies aber nicht. Apples hauseigene Anwendungen wie die Kamera-App profitieren dann schon eher von der besseren Performance der CPU. Auch das System läuft insgesamt gefühlt etwas schneller. Beim Großteil der aktuell verfügbaren Anwendungen machen sich aber kaum Geschwindigkeitsunterschiede bemerkbar.

Allerdings ist es anzunehmen, dass sich dies in Zukunft ändert und mehr Apps für die neue Technologie optimiert werden. Ein Spiel, das bereits die volle Leistung der A7-CPU ausnutzt, ist beispielsweise Infinity Blade 3. Dank der schnelleren Grafikeinheit des A7-SoCs, die nun auch OpenGL ES 3.0 unterstützt, sehen die Games dann nicht nur optisch etwas besser aus, sondern laden auch merkbar schneller. Ein flüssiges Spielen ist aber genauso auf einem iPad 4 möglich.

Modell Gewicht (WiFi) Gewicht (Mobilfunk) Breite Höhe Tiefe
Apple iPad Air 469 Gramm 478 Gramm 169,5 mm 240,0 mm 7,5 mm
Apple iPad 4 652 Gramm 662 Gramm 185,7 mm 241,2 mm 9,4 mm
Apple iPad Mini mit Retina Display 331 Gramm 341 Gramm 134,7 mm 200,0 mm 7,5 mm
Microsoft Surface 2 675 Gramm 172,5 mm 274,6 mm 8,9 mm
Amazon Kindle Fire HDX 8.9 374 Gramm 384 Gramm 158,0 mm 231,0 mm 7,8 mm
Asus Transformer Pad TF701 585 Gramm 180,8 mm 263,0 mm 8,9 mm
Samsung Galaxy 10.1 (2014) 547 Gramm 547 Gramm 171,4 mm 243,1 mm 7,9 mm

Co-Prozessor M7

Eine weitere Neuerung ist wie beim iPhone 5S ein als M7 bezeichneter Co-Prozessor, der alle Daten der Sensoren sammelt und verarbeitet. Er überwacht die Bewegungsdaten des Beschleunigungssensors, des Gyrosensors und des Kompass in Echtzeit. Dadurch wird die zentrale CPU entlastet. Nützlich ist der M7-Prozessor vor allem in Kombination mit Location- oder Fitness-Tracking-Apps, das beim iPad wohl eher eine unbedeutende Rolle spielt.

(Foto: CNET)

Das iPad 4 hält knapp über 13 Stunden durch, das neue Modell 13 Stunden und 10 Minuten. In der Praxis kommt man mit einer Akkuladung jedenfalls ohne Probleme über den Tag. (Foto: CNET)

Akkulaufzeit

Wie schon beim Vorgänger verspricht Apple auch beim neuen iPad Air eine Akkulaufzeit von 10 Stunden. Trotz der ganzen neuen Technik sollen also nicht früher die Lichter ausgehen. Im CNET-Labs-Akku-Test, bei dem unter anderem ein Video in einer Dauerschleife über das Display flimmert, bestätigt sich dies auch. Das Apple iPad 4 hält knapp über 13 Stunden durch, das neue Modell 13 Stunden und 10 Minuten. In der Praxis kommt man mit einer Akkuladung jedenfalls ohne Probleme über den Tag. Bei eher normaler bis seltener Nutzung muss das Apple iPad sogar erst nach einigen Tagen an die Steckdose. Mit den richtigen Einstellungen lässt sogar noch etwas mehr herauskitzeln. Denn einige der Features der neuen Betriebssystemversion iOS 7 können die Akkulaufzeit negativ beeinflussen. Folgender Artikel hält weitere Details bereit.

Modell Akkulaufzeit (Videotest) in Stunden
Apple iPad Air 13,2
Apple iPad 4. Generation 13,1
Microsoft Surface 2 11,6
Samsung Galaxy Note 10.1 (2014) 6

Kamera

Mit dem Tablet zu fotografieren ist vermutlich für die meisten Anwender keine Killer-Anwendung. Möglichweise hat Apple dies eingesehen und legt deshalb keinen allzu großen Fokus auf die Kamera des neuen Apple iPad Air. Anstatt beispielsweise die deutlich verbesserte 8-Megapixel-Kamera des iPhone 5S zu verbauen, kommt das iPad weiterhin mit der identischen 5-Megapixel-Knipse, die aber immerhin von der schnelleren Bildverarbeitung des A7-Prozessors profitiert, und besser ist als die meisten Knipsen der Konkurrenz. Dadurch geht beispielsweise das Fokussieren schneller. Auch einen dreifachen Zoom bei Videoaufnahmen macht die neue Technik möglich.

Verbessert wurde dafür aber die 1,2-Megapixel-FaceTime-Kamera für Video-Chats. Größere Pixel und ein verbesserter BSI-Sensor sorgen für klarere und hellere FaceTime-Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Außerdem nehmen jetzt zwei Mikrofone den Ton auf.

Die 5-Megapixel-iSight-Kamera auf der Rückseite (Foto: CNET).

Die 5-Megapixel-iSight-Kamera auf der Rückseite wurde nicht verbessert (Foto: CNET).

Kommunikation

Ein Sachen Kommunikation scheint sich auf den ersten Blick nicht viel geändert zu haben. Wie das Apple iPad 4 ist das Apple iPad Air mit der Dual-Band-WiFi-Technik ausgerüstet und unterstützt die Standards WLAN 802.11a/b/g/n. Den neuesten Standard 802.11ac unterstützt das neue iPad demzufolge nicht. Da aber auch nicht jeder einen Router besitzt, der den ac-Standard unterstützt, ist dies womöglich auch nicht so tragisch. Wer sein iPad Air aber längere Zeit nutzen möchte, könnte sich in der Zukunft über das fehlende Feature ärgern.

(Foto: CNET)

Die MIMO-Technologie sorgt für eine doppelt so schnelle WLAN-Geschwindigkeit, sofern der Router MIMO unterstützt (Foto: CNET).

Neu ist laut Apple dagegen die MIMO-Technologie (Multiple-Input Multiple-Output), die für eine doppelt so schnelle WLAN-Geschwindigkeit sorgt und Downloadraten von bis zu 300 MBit/s ermöglicht, sofern der Router MIMO unterstützt. Allerdings ist dies alles andere als eine Weltneuheit. Bei der Konkurrenz gibt es das ebenso – und mitunter auch schon länger.

Die Ausführung mit Mobilfunkverbindung bietet neben UMTS natürlich auch wieder LTE und unterstützt nun noch mehr Frequenzen. Zudem ist das neue Air auch mit Bluetooth 4.0 sowie A-GPS und Glonass ausgestattet. NFC gibt es dagegen nicht.

Betriebssystem

Als Betriebssystem kommt das neue iOS 7 zum Einsatz. Mit dem OS liefert Apple überarbeitete und für die 64-Bit-Architektur des neuen iPads angepasste Versionen seiner Apps  iPhoto, iMovie, GarageBand, Pages, Numbers und Keynote aus. Diese legt Apple dem Tablet nun auch kostenlos bei.

Fazit

Wer sich beim Kauf der letztjährigen iPad-Modelle aufgrund des identischen Designs noch zurückgehalten hatte, der kann beim iPad Air nun ohne Bedenken zuschlagen. Das iPad Air ist deutlich dünner, leichter und handlicher geworden und kommt nun mit demselben, hervorragenden Design des iPad Mini. Was Design und Asthetik anbelangt, spielt das iPad Air damit unumstritten in einer anderen Liga. Obwohl das Air keine grundlegend neuen Funktionen wie den Touch-ID-Sensor mitbringt, hat sich auch im Inneren etwas getan. Apple hat die Leistung des Tablets gesteigert. Dabei ist die solide Akkulaufzeit des Vorgängers nicht verloren gegangen. Die leicht verbesserte FaceTime-Kamera leistet zudem bei Video-Chats bessere Dienste. Insgesamt ist es zweifelsohne das derzeit beste Vollformat-Tablet auf dem Markt.

(Foto: CNET)

Wer sich beim Kauf der letztjährigen iPad-Modelle aufgrund des identischen Designs noch zurückgehalten hat, der kann beim iPad Air nun ohne Bedenken zuschlagen (Foto: CNET).

Wer bereits ein iPad 4 besitzt, der wird sich schwer tun, neben dem neuen Design einen wirklich überzeugenden Kaufgrund zu finden, sollte er das iPad nicht häufig zum Zocken oder für Videochats verwenden. Muss es auch nicht unbedingt ein großes Display sein, bietet sich jetzt auch das iPad Mini mit Retina-Display als ebenbürtige Alternative an, die 90 Euro günstiger ist. Das kleine Apple-Tablet wird jedoch erst später im November erscheinen, da Apple offenbar Probleme mit der Produktion hat. Und ob man dann auch ein Exemplar ergattern kann, ist nicht gesagt. Dass Käufer mit Engpässen rechnen müssen, hat der Apple-Chef Tim Cook bereits angedeutet.

[Mit Material von Tim Stevens, CNET.com]

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Apple iPad Air im Test: dünner, leichter, schneller, besser

  • Am 31. Oktober 2013 um 11:57 von iPad4 user

    Ein Touch-ID-Fingerscanner kostet Geld und es ist gut, dass es bei iPad noch nicht vorhanden ist.
    iPad Air und iPad mini 2 ( mit Retina Display) sind fast identisch. Der einzige Unterschied ist höchstwahrscheinlich nur die Display-Größe und das Gewicht.
    iPad mini mit Retina Display 16 GB kostet 389€, ist damit einer der günstigsten Pads und kann sich sehr gut verkaufen. Die Konkurenzprodukte sind meiner Meinung nach weder besser noch bieten mehr Apps.

    • Am 28. November 2013 um 13:33 von Rolf

      Wieder vollkommen oberflächlich rechergiert.Das neue Ipad Air hat ein neues Retina Display.Das Display hat die gleiche Auflösung,aber kommt aus einer neuen Serie.Die Weisstöne sind viel genauer und detailreicher.Kann jeder mal testen Ipad 4 Weisston gegen Ipad Air

      • Am 29. November 2013 um 05:33 von chris

        genau darum geht es bei Apple:
        eine kontinuierlichere Weiterentwicklung, in Usability und -vor allem- einer Feinabstimmung von Farben für den Profi-Bereich.

        auf allen Geräten hat man ein Zusammenspiel, und „echte Farben“. wenn der Drucker kompatibel ist, dann ist das Endergebnis genau dasselbe wie auf den Anfanggeräten.

        da gibt es keine „leuchtenderen Farben“ um Kunden zu locken. Dieses Zusammenspiel der Geräte zusammen mit dem Retina-Display, lassen erst andeuten wie hoch professionell …. ach/egal – die ewigen Meckerer werden trotzdem weiter meckern.

  • Am 9. Februar 2014 um 21:06 von Mike B.

    „Der als A6X bezeichnete Prozessor verfügt im Vergleich über vier statt zwei Rechenkerne. Beim iPad Air kam Apple offenbar zu dem Schluss, dass ein Dual-Core-Chip ausreichend ist.“

    Das ist leider nicht korrekt, der A6X Chip ist ebenfalls ein Dual-Core Prozessor. Nur die Grafikeinheit in dem A6X ist mit vier Kernen ausgestattet.

    Der A7 Chip ist weiterhin ein Dual-Core und ebenfalls mit einer Grafikeinheit die vier Kerne hat, ausgestattet.

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