Gameplay

Auf Sonys Launch-Event in München hatten auch wir bereits die Möglichkeit, einige PS4-Launch-Games anzuzocken, darunter Killzone: Shadow Fall, Knack, Resogun und Assassin’s Creed 4: Black Flag. Um ehrlich zu sein, das Spielgefühl ist erst einmal ziemlich ähnlich wie beim Vorgänger. Die Spiele sehen aber dank der höheren Auflösung, detailreicheren Texturen und Lichteffekte sowie natürlicherer Farben grafisch merklich besser aus als noch auf der PlayStation 3. Der Fortschritt ist aber auf den ersten Blick nicht so groß wie beispielsweise beim Sprung von SD zu HD.

Besonders bei Cross-Plattform-Games wie Assassin’s Creed IV: Black Flag, die nicht grundlegend für die Next-Gen-Konsole überarbeitet wurden, sind die Unterschiede nicht so deutlich wie bei exklusiven PS4-Titeln wie Killzone: Shadow Fall, das wir auch am spannendsten und beeindruckendsten fanden. Eine Reihe an Cross-Plattform-Sportspielen wie FIFA 14, Madden 25 oder NBA 2K14 nutzen die neue Hardware aber auch schon besser aus.

Während des Zockens hat man die Möglichkeit, zurück ins Menü zu wechseln, ohne den aktuellen Spielstand zu verlieren. Drückt man den Home-Button zweimal, geht es wieder zurück zum Spielgeschehen. Nur wenn die Konsole ausgeschaltet wird, geht die aktuelle Session verloren.

Spielstände speichert die PS4 lokal ab und synchronisiert sie auch mit der Cloud. So sind sie beispielsweise auch auf der Konsole eines Freundes zugänglich, solange eine Internet-Verbindung und eine PS-Plus-Mitgliedschaft vorhanden ist.

(Foto: Sony)

Killzone: Shadow Fall auf der PS4 (Foto: Sony).

Wie die Xbox One ist auch die PS4 nicht abwärtskompatibel. Zumindest spielt sie alte Disks nicht ab. PS3-Spiele aus dem PlayStation-Store lassen sich laut Sony ebenfalls nicht übertragen. Allerdings erhalten Anwender über die PlayStation Cloud Streaming-Zugang zu Titeln der Vorgänger-Konsolen. Damit ist die PS4 im Prinzip doch abwärtskompatibel, obwohl sie selbst keine alten PS3-Datenträger unterstützt. Das Feature wird aber nicht vor 2014 verfügbar sein. Zudem wird Sony wohl nicht alle, sondern nur eine gewisse Auswahl an älteren Titeln als Streaming-Versionen anbieten.

PS3-Besitzer, die auf die PS4 wechseln, erhalten für einen bestimmten Zeitraum zudem signifikante Vergünstigungen beim Kauf eines PS4-Titels, den sie bereits für die alte Konsole erworbenen haben. Dies soll eine Belohnung für treue PlayStation-Anhänger sein, gilt aber nur für die Spiele Battlefield 4, Assassins Creed IV: Black Flag, Call of Duty: Ghosts, Injustice: Götter unter uns (Ultimate Edition) sowie NBA 2K14. Diese gibt es dann als Download-Versionen für die PS4 für knapp 10 Euro zu kaufen. Weitere Informationen hält Sony auf seiner Webseite bereit.

Weiterhin hat Sony angekündigt, dass es bei einigen Multiplattform-Titeln möglich sein wird, online mit PS3- und PS-Vita-Spieler zu zocken. Als Cross-Play-Games wurde bisher aber nur Helldiver genannt, das 2014 erscheint.

Im Gegensatz zu Spielen lassen sich ergatterte Trophäen auf die PS4 übertragen. Sony hat zudem ein neues dynamisches Trophäen-System eingeführt, das die Auszeichnungen neben dem Schwierigkeitsgrad (Bronze, Silber, Gold oder Platinum) auch nach der Seltenheit einstuft. Wie selten eine Trophäe ist, das hängt von den anderen PlayStation-Spielern ab und wird immer wieder neu errechnet.

Controller

Einen äußerst positiven Eindruck hinterlässt der neue und verbesserte DualShock-4-Controller. Sony hat fast alle Mängel des Vorgänger-Controllers DualShock 3 beseitigt. Die Handauflagen sind deutlich größer, etwas abgerundeter und an der Unterseite griffiger als zuvor. Der Controller hat insgesamt auch etwas an Gewicht zugelegt, das ein wertigeres Gefühl aufkommen lässt. Zudem hat Sony die etwas rutschigen, kuppelartigen Auflagen der Analog-Sticks beim neuen DualShock 4 überarbeitet. Sie sind kleiner und kommen nun mit einer ähnlichen, griffigen Oberflächenstruktur wie die des Xbox-Controllers. Kleiner Tipp: Drückt man den rechten Stick während der Texteingabe, erscheint eine Tastatur, mit der das Tippen etwas schneller geht.

Zwischen den Analog-Sticks sitzt wie üblich der vertraute PlayStation-Home-Button und ein Lautsprecher. Unterhalb der Home-Taste ist die Buchse für ein Headset (für Online-Chat oder Spielsound) und ein „EXT“-Anschluss verbaut. Der Controller verfügt jetzt auch über ein kleines Touchpad in der Mitte, einen Share-Button sowie eine Lichtleiste für Bewegungssteuerung. Letztere war bisher nur mit dem zusätzlichen Move-Controller möglich.

Das Touchpad sitzt zwischen der Share- und Options-Taste, ist klickbar und verarbeitet auch Multitouchgesten – ganz ähnlich wie bei einem Laptop. Wie es dann in Spielen zum Einsatz kommt, das hängt natürlich von den Entwicklern ab. In Killzone: Shadow Fall befehligt man beispielsweise die OWL-Drone oder ruft Menüs mit Hilfe des Pads auf. Mit dem Share-Button lassen sich mit einem Klick aufgenommene Spielszenen und Screenshots heraussuchen, zuschneiden und mit Freunden teilen. Dazu später mehr. Der Share- und Options-Button ersetzt übrigens die Select- und Menü-Taste.

Die Lichtleiste auf der Rückseite dient nicht nur zur Bewegungssteuerung, sondern kann auch von Entwicklern in Spielen eingesetzt werden. So kann sie passend zur Atmosphäre der aktuellen Spielszene die Farbe wechseln. In Killzone: Shadow Fall vermittelt die Lichtleiste beispielsweise den Gesundheitszustand der Spielfigur.

(Foto: CNET)

Sony die etwas rutschigen, kuppelartigen Auflagen der Analog-Sticks beim neuen DualShock 4 überarbeitet. Sie sind kleiner und kommen nun mit einer ähnlichen, griffigen Oberflächenstruktur wie die des Xbox-Controllers (Foto: CNET).

Den L1-, L2-, R1- und R2-Knöpfen hat Sony ebenfalls ein neues Design verpasst. Davon profitieren besonders die L2- und R2-Trigger. Diese haben mehr Widerstand und bieten besseren Halt für den Finger.

(Foto: CNET)

Die L2- und R2-Trigger haben mehr Widerstand und bieten besseren Halt für den Finger (Foto: CNET).

Wie der DS3 kommt wie der DS4 mit einem Sixaxis-Bewegungssensor, einem Drei-Achsen-Gyroskop und einem dreiachsigen Beschleunigungsmesser. Die Präzision des Sensors hat Sony gegenüber dem letztjährigen Modell weiter verbessert.

Darüber hinaus kommt der DualShock 4 mit zwei Vibrationsmotoren, die sich getrennt voneinander ansprechen lassen. Damit können Entwickler das Vibrations-Feedback noch kontextbezogener einsetzen.

Einzig und allein trübt die Akkulaufzeit des DualShock-4-Controllers das sonst positive Gesamtbild. Im Gegensatz zum Vorgänger ist diese ersten Eindrücken zufolge deutlich geringer. Aufgeladen wird der Controller über den Micro-USB-Port. Der DS4 lässt sich nun auch mit Strom betanken, wenn sich die Konsole im Standby-Modus befindet. Das klappte bei der PS3 nicht.

Der PS4-Controller soll sich übrigens auch mit der PS3 verwenden lassen. Allerdings sind dann nur die grundlegenden Funktionen verfügbar. Neue Features wie das Touchpad werden auf der alten Konsole nicht unterstützt.

Benutzeroberfläche

Sowohl Sony als auch Microsoft haben versucht die Oberfläche der PlayStation 4 beziehungsweise Xbox One erheblich straffer zu gestalten. Die PlayStation-3-Xross-Media-Bar (XMB) hat sich bei der PS4 zum „Dynamic Menu “ weiterentwickelt, das die Menüführung vereinfacht und Inhalte logisch gruppiert. Es besteht im Wesentlichen aus zwei horizontalen Reihen. Am oberen Bildschirmrand finden Nutzer Symbole, über die sie beispielsweise Zugriff auf ihre Freunde, Trophäen und Einstellungen erhalten. Darunter zeigt die PS4 die letzten Aktivitäten des Spielers an. Zum Beispiel das letzte Spiel, das er gespielt hat, die zuletzt geteilten DVR-Clips, heruntergeladene Titel, Web-Zugriffe oder andere Inhalte. Wählt der Spieler eine Schaltfläche aus, zeigt das System Elemente aus dem PlayStation Network (PSN) mit relevanten Inhalten an. Themes gibt es ab Werk nicht mehr. Das Feature reicht Sony aber eventuell noch nach.

(Foto: CNET)

Das neue „Dynamic Menu“ besteht im Wesentlichen aus zwei horizontalen Reihen. Am oberen Bildschirmrand finden Nutzer Symbole, über die sie beispielsweise Zugriff auf ihre Freunde, Trophäen und Einstellungen erhalten. Darunter zeigt die PS4 die letzten Aktivitäten des Spielers an (Foto: CNET).

Besitzer einer PlayStation Vita können den tragbaren Handheld mit der PS4 verbinden und die Remote-Play-Funktion verwenden. So lassen sich Spielinhalte auf dem 5-Zoll-Bildschirm der Mobilkonsole wiedergeben. Eine ähnliche Lösung bietet Nintendo mit dem in den Controller der Wii U integrierten Display an. Die Installation ist recht einfach und funktioniert tatsächlich gut, die Leistung hängt aber maßgeblich von der Geschwindigkeit des Heimnetzwerks ab. Außerhalb des Netzwerks lässt sich das Feature nicht nutzen.

Streaming

Während in den USA rund 14 Streaming-Dienste zur Verfügung stehen, haben deutsche PS4-Besitzer eine nicht ganz so große Auswahl. Hierzulande gehen neben Sonys eigenen Angeboten Music Unlimited und Video Unlimited Maxdome, Amazon Lovefilm, IGN, Videzone und Watchever an den Start. Ein Unterschied im Vergleich zur PS3 ist die fehlende Möglichkeit, Filme herunterzuladen. Sie lassen sich bei der PS4 nur streamen. Zudem hält das System regelmäßig Empfehlungen auf Basis der zuletzt angesehenen oder populärsten Inhalte bereit.

Ein cooles Feature ist die Möglichkeit, via Music Unlimited gestreamte Songs auch im Hintergrund während des Zocken anhören zu können. Die Xbox One bietet in diesem Bereich aber weit mehr. Mit der Snap-Funktion lassen auf der Microsoft-Konsole eine ganze Reihe an Anwendungen nebenbei betreiben. Ein Vorteil der PS4: Anwender können auswählen, ob nur die Musik, der Sound vom Spiel oder beides zu hören ist. Das klappt bei der Xbox zum Start noch nicht.

(Foto: CNET)

Ein Rückschritt ist im Vergleich zum Vorgänger aber die fehlende Möglichkeit, MP3-Files oder Audio-CDs abzuspielen. Die neue Konsole bietet nun auch keine DLNA-Unterstützung mehr (Foto: CNET).

Daneben können PS4-Besitzer auch wieder Blu-rays oder DVDs abspielen. Ein Rückschritt ist im Vergleich zum Vorgänger aber die fehlende Möglichkeit, MP3-Files oder Audio-CDs abzuspielen. Die neue Konsole bietet nun auch keine DLNA-Unterstützung mehr. Das bedeutet, PS4-Besitzer können auch keine Media-Dateien mehr von einem PC über das Netzwerk via DLNA streamen – zumindest zu Beginn. Aufgrund heftiger Beschwerden der Fan-Gemeinde hat Sony angekündigt, das Feedback an das Entwickler-Team weiterzugeben und das Feature eventuell im Lauf der Zeit per Firmware-Update nachzureichen.

Eine Live-TV-Integration gibt es im Gegensatz zur Xbox One bei der PS4 nicht. Eine IR-Schnittstelle ist ebenfalls nicht vorhanden. Die Konsole empfängt also keine Infrarot-Befehle wie es bei der Xbox der Fall ist. Daher lässt sie sich auch nicht mit einer Universal-Fernbedienung bedienen, wenn man einen Film anschaut, und kann auch nicht den Fernseher oder die Heimkino-Anlage per Sprachsteuerung bedienen. Sony hat aber bestätigt, dass es an einer Bluetooth-Fernbedienung arbeitet. Einen Release-Termin gibt es für das Zubehör aber noch nicht.

In Sachen Unterhaltung hat die Xbox One damit auf jeden Fall mehr zu bieten. Aber das ist auch Teil von Sonys Strategie. Im Gegensatz zur neuen Xbox, die nicht mehr hauptsächlich eine reine Spielekonsole, sondern zum Mittelpunkt des Wohnzimmers – der ultimativen All-In-One-Gaming und -Home-Entertainment-Zentrale – werden soll, betont Sony, die PS4 vor allem für Gamer entwickelt zu haben.

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