PlayStation Network & PlayStation Plus

Ein Großteil aller Funktionen der Sony-Konsole ist wie üblich mit dem PlayStation Network verknüpft. Um fast alle Extra-Features der PS4 nutzen zu können, müssen Anwender dort angemeldet sein.

Anders als bei der Xbox, bei der eine Live-Goldmitgliedschaft im Prinzip für den Großteil aller coolen Features Pflicht ist, ist bei der PlayStation eine PS-Plus-Mitgliedschaft für deutlich weniger Funktionen nötig. Um die Entertainment-Dienste, Web-Browser, den Party-Chat oder den Game-DVR zu nutzen, ist sie beispielsweise nicht erforderlich. Allerdings steht der Online-Multiplayer-Modus nur noch PS-Plus-Mitgliedern zur Verfügung. Nur ausgewählte Free-to-Play-Games lassen sich ohne Abo im Multiplayer-Modus spielen. Eine Mitgliedschaft wird außerdem für automatisierte Updates von Spielen benötigt, die dann bereits im Standby-Modus im Hintergrund durchgeführt werden. Aktualisierungen der Firmware laufen aber auch ohne PS Plus selbstständig ab. Zahlenden PS4-Besitzern stellt Sony zudem 1 GByte Cloudspeicher für Spielstände zur Verfügung. Außerdem gibt es kostenlose und ermäßigte Games für alle Sony-Plattformen sowie Zugriff auf exklusive Demo-Versionen. Die kostenlosen Spiele sind allerdings nur solange verfügbar, solange auch die PS-Plus-Mitgliedschaft besteht. Eine bereits bestehende PS-Plus-Mitgliedschaft wird übrigens wie bei Microsoft auf die PS4 übertragen.

Alle PSN-Mitglieder müssen eine Konsole als primäres Gerät festlegen (lässt sich bei Bedarf ändern), können sich dann aber beispielsweise auch auf der PS4 eines Freundes einloggen, ihre bereits erstandenen Games herunterladen, installieren und dort spielen. Das klappt mit beliebig vielen Konsolen, solange man mit seinem Account angemeldet ist. Per Cloud-Zugriff können Spieler auch auf ihre Speicherstände zugreifen. Wie bereits erwähnt, ist das aber nur für PS-Plus-Mitglieder möglich. Gekaufte Download-Spiele können sogar auf zwei Konsolen gleichzeitig gezockt werden.

Die Konsole unterstützt zudem bis zu 16 lokale Konten. Das heißt, auch Familienmitglieder können beispielsweise die Games des Konsolen-Besitzers spielen, ohne sie selbst kaufen und sich mit dem primären Account einloggen zu müssen. Insgesamt können sich vier Nutzer gleichzeitig auf einer PS4 einloggen. Ist der primäre Halter ein PS-Plus-Mitglied, erhalten auch die anderen Gast-Spieler Zugang zum Multiplayer-Modus.

Eine Neuerung beim Herunterladen von Spielen über den PlayStation Store ist das Feature Play-as-you-Download. Das bedeutet, man kann ein Game bereits spielen, bevor der Download komplett abgeschlossen ist. Die restlichen Daten werden im Hintergrund heruntergeladen. Anfangs könnten einige Titel diese Funktion aber noch nicht unterstützten. Weiterhin haben Spiele-Entwickler nun die Möglichkeit, das Herunterladen von bestimmten Teilen des Spiels zu erlauben. Bei Call of Duty: Ghosts lässt sich auf der PS4 beispielsweise nur die Kampagne oder nur die Multiplayer-Komponente installieren.

Da eine PS4, die sich im Standby-Modus befindet, auch aus der der Ferne per Remote-Zugriff aufgeweckt werden kann, lassen sich Käufe auch von unterwegs durchführen. Beispielsweise über die PlayStation-App oder die Sony-Website. Bis man zu Hause ist, ist das Spiel dann schon fertig heruntergeladen und es kann sofort losgehen.

Soziale Features

Die PlayStation 4 unterstützt nun auch Party-Voice- und Text-Chats. Wie auf der PS Vita können acht Personen gleichzeitig kommunizieren – natürlich auch während des Zockens. Dabei können sich nicht nur PS4-Besitzer untereinander verständigen, sondern sich auch mit den Handheld-Nutzern unterhalten. An PS3-Spieler lassen sich allerdings nur Textnachrichten verschicken. Das PS-Konto kann nun mit dem Facebook- oder Twitter-Account verknüpft werden und die Freundesliste erlaubt insgesamt 2000 Bekanntschaften. Bei der PS3 war sie noch auf 100 Einträge beschränkt. Wer möchte, kann nun auch seinen realen Namen verwenden.

(Foto: CNET)

Eines der coolsten sozialen Features dürfte wie auf der Xbox One der Game DVR sein, der es Spielern ermöglicht, Screenshots und Videos von Spielszenen aufzunehmen, auf der Festplatte abzuspeichern und mit Freunden beziehungsweise der PlayStation-Community zu teilen (Foto: CNET).

Eines der coolsten sozialen Features dürfte wie auf der Xbox One der Game DVR sein, der es Spielern ermöglicht, Screenshots und Videos von Spielszenen aufzunehmen, auf der Festplatte abzuspeichern und mit Freunden beziehungsweise der PlayStation-Community zu teilen. Livestreams von Freunden lassen sich natürlich direkt über die PS4 anschauen. Dafür gibt es einen eigenen Menüpunkt.

Grundlegend nimmt die PlayStation 4 maximal die letzten 15 Minuten des Spiels auf. Die Auflösung beträgt 720p bei 30 Frames pro Sekunde. Screenshots speichert die Konsole in 1080p. Daneben lässt sich das Spielgeschehen auch in Echtzeit streamen. Hierbei gibt es auch keine Zeitbeschränkung.

Als Soziale Netze sind Facebook (Videos und Screenshots), Twitter (Screenshots), UStream und Twitch (Livestreams) unterstützt. Ein Upload der Clips auf Youtube ist beispielsweise nicht möglich.

Geteilt werden die Videos über den Share-Button. Solange man diesen nicht betätigt, belegt das aufgezeichnete Material auch keinen Speicher auf der Festplatte. Anwender können dann entscheiden, ob sie einen Clip oder einen Screenshot teilen beziehungsweise eine Live-Übertragung starten wollen. Clips lassen sich vor dem Teilen noch zurechtschneiden. Bei Livestreams können Spieler das Geschehen mit Hilfe eines Headsets kommentieren. Zudem kann das Bild der Eye-Kamera mit übertragen werden.

Das Teilen der Videos per Share-Button ist ab Werk erst einmal die einzige Möglichkeit, die Videos zu verbreiten. Sony will allerdings noch eine Funktion nachreichen, sodass man sie auch von der Festplatte der Konsole auf andere Medien kopieren kann. Zudem hat Sony angekündigt, dass Gameplay-Aufnahmen auch über den HDMI-Port möglich sein werden. Allerdings nicht zum Marktstart.

PlayStation-App

Mit PlayStation-App für iOS und Android können PS4-Besitzer beispielsweise von unterwegs auf ihre Profile zugreifen und sich die letzten Aktivitäten anzeigen lassen oder mit Freunden chatten. Das Smartphone oder Tablet dient zudem als zweiter Bildschirm in Spielen oder als Navigationshilfe. Anwender können durch das Menü scrollen oder das Smartphone für Tastatureingaben verwenden. Das ist beispielsweise bei der Eingabe von Codes, beim Twittern von Screenshots oder Kommentieren von Videos nützlich.

Vorläufiges Fazit

Die PlayStation 4 ist definitiv ein würdiger Nachfolger der PlayStation 3. Im Gegensatz zu Microsoft, das sich bei der Xbox One verstärkt auf Unterhaltungsfunktionen konzentriert, bleibt Sony seiner Linie treu, und rückt weiterhin das Gaming in den Mittelpunkt. Dies zeigt sich nicht nur in der etwas potenteren Hardware der Sony-Konsole, sondern auch an anderen Stellen des Systems. Ein Fortschritt gegenüber dem Vorgänger ist neben der verbesserten Hardware auch der deutlich optimierte Controller.

Wie bei fast jedem Start einer neuen Konsolengeneration gibt es aber anfangs noch nicht allzu viele Spiele, und die, die es gibt, nutzen auch teilweise die Fähigkeiten des neuen Systems noch nicht voll aus. Mit Exklusiv-Titeln wie Killzone: Shadow Fall oder Knack hat Sony zwar einige neue Spiele im Programm, die auch schon von der neuen Hardware profitieren, doch wahnsinnig groß ist die Auswahl zu Beginn nicht. Eine Großzahl der Launch-Spiele gibt es auch schon für den Vorgänger. Zwar sehen auch Cross-Plattform-Games wie FIFA 14, Call of Duty: Ghosts oder NBA 2K14 besser aus, die Unterschiede machen sich aber nicht so deutlich bemerkbar. Die größeren Knaller kommen erst im Jahr 2014 heraus.

(Foto: CNET)

Die PlayStation 4 ist definitiv ein würdiger Nachfolger der PlayStation 3 (Foto: CNET).

Hinzu kommen einige Einschränkungen gegenüber der PS3. Der Multiplayer-Modus ist beispielsweise nur noch für zahlende PS-Plus-Mitglieder verfügbar. Zudem hat Sony das Streamen von Inhalten per DLNA sowie die Wiedergabe von MP3s (bisher) nicht integriert. Nicht ungewöhnlich sind auch hier kleinere Kinderkrankheiten bei Hardware, Software und Spielen. Wer diesen anfänglichen Problemen aus dem Weg gehen will, findet durchaus Gründe, die dafür sprechen, mit dem Kauf einer neuen Konsole noch zu warten – das gilt speziell für PS3-Besitzer. Wem mögliche anfängliche Schwierigkeiten nichts ausmachen und wer sich mit der bisherigen Spieleauswahl zufrieden gibt, der kann ohne Bedenken zuschlagen. Wer keine aktuelle Konsole besitzt, der sollte alternativ auch einen Blick auf die Xbox One werfen, die zwar teurer ist und als reine Gaming-Konsole nicht ganz mit der PS4 mithalten kann, dafür aber mehr Unterhaltungsfunktionen samt Live-TV-Integration bietet. Allerdings sind diese in Deutschland bisher noch nicht optimal umgesetzt.

[Mit Material von Jeff Bakalar, CNET.com]

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