Microsoft hat auf der gestrigen Presseveranstaltung in New York mit dem Surface Book eine Premiere gefeiert. Es ist das erste Notebook aus dem Hause Microsoft. Der Windows-Macher bezeichnete es als „den ultimativen Laptop“ und „den dünnsten und leistungsstärksten PC, der jemals gebaut wurde“. Das Gerät soll zweimal so leistungsstark wie ein MacBook Pro sein und scheint auch alles zu bieten, was man sich aktuell wünschen kann. Das Surface Book ist mit einem 13,5 Zoll großen Touchscreen, einer Intel-Core-i-Skylake-CPU, bis zu 16 GByte RAM und optional auch mit einem dedizierten Grafikchip von Nvidia ausgestattet. Außerdem kann es dank Steckmechanismus ähnlich wie beispielsweise das Toshiba Portégé Z20t als reines Tablet verwendet werden. Alternativ lässt sich das Display aber auch einfach nur um 360 Grad umgeklappen – Lenovo lässt grüßen.

Microsoft hat sein erste Ultrabook vorgestellt und will damit dem Apple MacBook Pro Konkurrenz machen (Foto: CNET.com).
Informationen zu Preisen und Verfügbarkeit gibt es für den deutschen Markt bislang noch nicht. In den USA und Kanada erscheint das Surface Book am 26. Oktober. Es wird in fünf verschiedenen Konfigurationen ab 1499 Dollar zum Verkauf stehen.

Das Touch-Display des Surface Book löst mit 3000 mal 2000 Pixel auf und kann auch per Finger oder Surface Pen bedient werden (Foto: CNET.com).
Das Surface Book kommt mit einem 13,5 Zoll großen PixelSense-Display mit einer Auflösung von 3000 mal 2000 Bildpunkten, was einer Pixeldichte von 267 ppi entspricht. Den Kontrast gibt Microsoft mit 1800:1 an. Zudem stellt die Anzeige 100 Prozent des sRGB-Farbraumes dar. Das Display ist zugleich ein 10-Punkt-Multitouchscreen und lässt sich auch mit dem Surface Pen ansteuern. Geschützt ist es von Gorilla Glas. Das Bildformat ist wie beim Surface Pro 4 3:2.
Das Display kann bei Bedarf von der vollwertigen Notebook-Tastatur abgesteckt und als reines Windows-Tablet genutzt werden. Der Mechanismus erinnert an das Toshiba Portégé Z20t. Der Bildschirm soll sich ebenfalls mit einer Hand lösen lassen. Der Vorteil gegenüber einem reinen Umklappen des Displays ist, das die Tastatur nicht mehr mit am Gerät hängt und das Tablet damit nicht unnötig schwerer und dicker macht, wenn man es beispielsweise auf dem Schoß nutzen will. Die Tablet-Einheit kommt dann nur auf 220,2 mal 312,3 mal 7,7 Millimeter, womit sie sogar noch dünner ist als das neue Surface Pro 4. Das Gewicht ist mit 726 Gramm ebenfalls etwas geringer.
Allerdings bietet Microsoft Nutzern auch die Möglichkeit, das Display – wie von Lenovo-Convertibles bekannt – um 360 Grad umzuklappen, wenn man es beispielsweise auf dem Tisch verwendet.
Das ermöglicht ein besonderes Drehscharnier, das Microsoft „Dynamic-Fulcrum-Hinge“ nennt. Mit Tastatur kommt das Surface Book auf 232,1 mal 312,3 mal 13,0 bis 22,8 Millimeter und 1579 gramm. Das silberne Gehäuse ist übrigens wie beim Surface aus Magnesium.

Microsofts Notebook kommt mit einer vollwertigen Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung und einem Glas-Trackpad (Foto: CNET.com).
Die vollwertige und hintergrundbeleuchtete Tastatur ist laut Microsoft dank perfekten Druckpunkten besonders komfortabel. Fast lautlos soll das Tippen vonstattengehen. Zum Steuern der Maus ist ein 5-Punkt-Glas-Trackpad integriert, das ein präzises Arbeiten ermöglichen soll. Ob es aber an die unübertroffenen Glas-Trackpads von Apples MacBooks herankommt, das muss ich erst noch zeigen.

Dank Core-i-Prozessoren und bis zu 16 GByte RAM sind auch leistungsintensive Anwendungen wie Videobearbeitung kein Problem (Foto: CNET.com).
Im Gegensatz zu vielen Notebook-Tablet-Hybriden anderer Hersteller hat das Surface Book richtig Power unter der Haube. Microsoft setzt nicht auf den lüfterlosen Intel-Core-M, sondern die leistungsstärkeren Core-i-Prozessoren – natürlich der 6. Generation Skylake. Zur Wahl stehen Konfigurationen mit Core i5 oder i7. Die integrierte Intel-HD-520-Grafik lässt sich optional um einen dedizierten GeForce-Grafikchip von Nvidia mit 1 GByte GDDR-Speicher erweitern. Microsoft will die GPU-Perfomance mit Hilfe der Expertise seiner Xbox-Sparte optimiert haben. Details bleiben aber noch abzuwarten. Aufgrund der Speichergröße dürfte es sich wohl nicht um ein Modell der neuen 900er-Serie von Nvidia handeln. Es könnte daher noch die ältere Geforce GTX 750 zum Einsatz kommen. Der Arbeitsspeicher ist mit wahlweise 8 oder 16 GByte ebenfalls ordentlich bemessen. Für normale Anwender dürfte aber auch die Konfiguration mit 8 GByte ausreichend sein.
Für System und Daten kann wahlweise eine SSD mit 128, 256 oder 512 GByte Speicher integriert werden. Auf der Produktseite ist auch die Rede von einem Modell mit 1 Terabyte. Allerdings kann man diese Version wie beim Surface Pro 4 im US-Store derzeit nicht bestellen.
Die Akkulaufzeit gibt Microsoft für ein Model mit Core i5 mit bis zu 12 Stunden bei der Videowiedergabe an. Sollten Nutzer eine Variante mit Nvidia-Grafik wählen, verbaut Microsoft wohl einen etwas stärkeren Akku, um den höheren Stromverbrauch auszugleichen. Geladen wird das Surface Book über den SurfaceConnect-Port.
Neben zwei vollwertigen USB-3.0-Anschlüssen verfügt das Microsoft-Notebook über einen SD-Kartenleser und einen 3,5-mm-Kopfhöhereranschluss. Ein externes Display kann das Surface Pro über einen Mini DisplayPort ansteuern. Darüber hinaus unterstützt es Dual-Band-WiFi (2×2 MIMO) nach dem Standard 802.11ac, WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n sowie Bluetooth 4.0. Außerdem sind ein Umgebungslichtsensor, ein Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop und ein Magnetsensor integriert.
Die rückseitige Kamera löst 8 Megapixel auf. Videotelefonate ermöglicht eine 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite, die wie beim Surface Pro 4 zu Windows Hello kompatibel ist und einen Login per Gesichtserkennung ermöglicht. Für die Soundausgabe sind Front-Stereo-Lautsprecher mit Dolby-Audio-Support an Bord. Zur Aufnahme wurden zwei Mikrofone auf der Vorder- beziehungsweise Rückseite verbaut.
Als Betriebssystem ist Windows 10 Pro vorinstalliert. Für Sicherheit auf Enterprise-Ebene sorgt wie beim neuen Surface-Tablet ein TPM-Chip.
Da noch keine deutschen Preise für das neue Surface Book vorliegen, können vorläufig nur die US-amerikanischen Preise als Richtwerte dienen. In der einfachsten Konfiguration mit Core-i5-CPU, 8 GByte RAM und 128 GByte SSD-Speicher verlangt Microsoft 1499 Dollar für das Surface Book. Mit einer größeren 256 GByte SSD kostest es 1699 Dollar. Die Variante mit Core-i5-Prozessor und dedizierter Grafik liegt bei 1899 Dollar. Ein Upgrade auf einen Core i7 schlägt mit insgesamt 2099 Dollar zu Buche. Die Top-Konfiguration mit Core-i7-CPU, 16 GByte RAM, 512 GByte SSD und Nvidia-Grafik ist für 2699 Dollar erhältlich. Alle Modelle können ab sofort über den US-Store vorbestellt werden. Die Auslieferung erfolgt bis zum 26. Oktober.
Nachfolgend noch der Ersteindruck unserer US-Kollegen von CNET.com:
[Mit Material von Katie Collins, CNET.com]
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Eine Kommentar zu Surface Book: Alle Details zu Microsofts MacBook-Pro-Killer
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MacBook-Killer mit Window10 ? Das ich nicht lache! Ein System mit dem Windows-Betriebssystem kann niemals einem MacBook das Wasser reichen. Aber das merkt man wohl erst wenn man selbst mit OS gearbeitet hat und den Unterschied kennt und nicht nur versucht darüber zu schreiben.