WannaCry-Bezwinger Marcus Hutchins darf sich frei bewegen

von Jonas Wagner am , 18:14 Uhr

Der britische WannaCry-Retter Marcus Hutchins darf sich wieder frei bewegen. Der junge IT-Experte befand sich seit August wegen des Verdachts, eine Schadsoftware entwickelt zu haben, unter Hausarrest.

Erst war der britische IT-Experte Marcus Hutchins der strahlende Held, nachdem er die WannaCry-Attacke gestoppt hatte. Dann kam mit seiner Verhaftung der tiefe Fall, weil er im Verdacht stand, selbst eine Schadsoftware programmiert und in Umlauf gebracht zu haben. Nun wurde der 23-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt, wie Medien berichten.

Hutchins war Anfang August dieses Jahres in Las Vegas festgenommen worden. Die Behörden werfen dem IT-Spezialisten vor, die 2014 und 2015 aktiv gewesene Schadsoftware „Kronos“ entwickelt und verbreitet zu haben. Mit dem Programm konnten die Login-Daten von Online-Banking-Daten ausgespäht werden. Dazu wurden die Kunden auf eine gefälschte Webseite geleitet, die der ihrer Bank zum Verwechseln ähnlich sieht.

Seit seiner Festnahme befand sich Hutchins in Los Angeles in Hausarrest, weil der Brite im Verdacht stand, sich der Verhandlung durch Ausreise zu entziehen. Nun befindet sich Hutchins wieder auf freiem Fuß. Seine Anwältin Marcia Hofman hatte zuvor in einem Brief an das zuständige Gericht darum ersucht, wie die Webseite arstechnica [1]berichtet. Sie begründete die Bitte mit der Tatsache, dass bei ihrem Mandanten keine Fluchtgefahr bestehe und dass er jeden Gerichtstermin wahrgenommen habe.

Hutchins feiert Freilassung am Lagerfeuer

Seine wiedergewonnene Freiheit hat Hutchins auch schon gefeiert, wie ein von ihm unter seinem Pseudonym Malware Tech auf Twitter gepostetes Bild beweist. Darauf ist ein Lagerfeuer zu sehen, um das herum sich mehrere Menschen versammelt haben. Sein Text dazu lautet: „Kann mit keine bessere Art vorstellen, die Aufhebung meiner Ausgangssperre zu feiern als mit einem Lagerfeuer“.

Die Verhandlung gegen Hutchins ist mit seiner Freilassung indes nicht vom Tisch. Im November muss er erneut vor Gericht.

Hutchins gelang im Mai dieses Jahres zu Weltruhm, nachdem er die damals im Umlauf gewesene Erpressersoftware WannaCry gestoppt hatte. Nach eigenen Aussagen war ihm das zufällig gelungen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/88176345/wannacry-bezwinger-marcus-hutchins-darf-sich-frei-bewegen/

URLs in this post:

[1] arstechnica : https://arstechnica.com/tech-policy/2017/10/judge-malwaretech-is-no-longer-under-curfew-gps-monitoring/

[2] pic.twitter.com/1eUOOgmBjo: https://t.co/1eUOOgmBjo

[3] October 20, 2017: https://twitter.com/MalwareTechBlog/status/921221670697758721?ref_src=twsrc%5Etfw