Apple Pay: ING-DiBa und Sparkassen wollen nun auch die neue Bezahlart einführen

von am , 15:54 Uhr

Im bargeldliebenden Deutschland hat es der Boom der mobilen Bezahlmethoden nicht gerade leicht. Mit dem Smartphone oder einer Smartwatch an der Kasse zu bezahlen klingt für viele hierzulande bis heute noch unglaublich. Und das, während mobiles Bezahlen durch z.B. Apple Pay oder Google Pay im Ausland immer mehr an Wichtigkeit gewinnt und dem guten alten Portemonnaie den Kampf ansagt.

Im Dezember 2018 konnte Apple [1] Pay endlich auch in Deutschland seinen Service, der es Nutzern ermöglicht, das Smartphone [2] oder die Apple Watch zum Bezahlen einzusetzen, einführen. Damit erfolgte die Einführung dieser neuen Bezahlart sechs Monate nach der des Konkurrenten Google [3]. Die US-Technikgiganten Apple und Google sind so im Finanzbereich inzwischen auf dem Vormarsch und machen dadurch natürlich auch den Banken Druck. In Deutschland sind einige Banken noch immer zögerlich, die Bezahlmethoden der Technikkonzerne zu unterstützen.

Zwar bieten einige Banken ihre eigenen Bezahlapps an, die kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone ermöglichen, doch mit den großen Playern Apple und Google können diese nur schwer mithalten. Obwohl vor einem Jahr die ING-DiBa noch lautstark verkündete, Apple Pay nicht zu unterstützen, rudert sie nun doch zurück: Noch bis Ende des Jahres soll die Smartphone-Bezahlmethode für Applenutzer möglich gemacht werden. Auch die Sparkassen planen, noch dieses Jahr die Apple-Pay-App zu unterstützen.

Apple Pay weitet sich aus

In Deutschland bieten diverse Banken bereits ihre eigenen Bezahlapps an [4], wie etwa die Sparkassen, mit denen über das Smartphone gezahlt werden kann. Diese sind jedoch lediglich für Androidgeräte nutzbar, während Geräte von Apple aufgrund unternehmenseigener Einschränkungen nicht unterstützt werden. Mit dem Start von Apple Pay in Deutschland stellten allerdings auch die Deutsche Bank und Comdirekt sofort den neuen Dienst zur Verfügung, sodass auch Bankkunden mit ihrem iPhone mobil bezahlen können. Auch die ING-DiBa und Sparkassen haben die Wichtigkeit des Services entdeckt und werden bald ebenfalls Apple Pay anbieten [5].

In beiden Fällen muss jedoch eine Kreditkarte der Bank hinterlegt sein, damit der Bezahlabschluss erfolgen kann. Apple unterstützt bisher noch keine Bezahlungen mit der Girokarte, die in Deutschland jedoch äußerst beliebt ist. Somit ist Apple Pay gewissermaßen eine virtuelle Kreditkarte, die über einen im Smartphone befindlichen NFC-Chip mit dem Bezahlterminal kontaktlos kommuniziert. In Deutschland sind bereits über 70 Prozent aller Terminals mit der Nahfunktechnik ausgestattet, sodass die Annahmestellen auch hierzulande bereits verbreitet sind.

Mobiles Bezahlen

Bereits seit 2018 bietet Google das Bezahlen über die App an. (Quelle: Unsplash/mattykwong1)

Google Pay war Erster

Schon im Juni 2018 trat die Bezahlmethode des Internetgiganten Google in Deutschland auf den Markt. Seither haben Nutzer von Androidgeräten die Möglichkeit, über das Smartphone an der Kasse mit Google Pay kontaktlos zu zahlen. Große Banken wie die Comdirekt, DKB, Commerzbank und ING-DiBA unterstützen Google Pay bereits. Im Oktober 2018 folgte zudem die Integration von Google Pay in den elektronischen Bezahldienst PayPal. PayPal ist bereits seit 2004 in Deutschland verfügbar, nachdem es in den Online-Handel eBay integriert und damit groß gemacht wurde.

Inzwischen zählt PayPal in Deutschland über 15 Millionen Kunden, die den Bezahldienst für sämtliche Tätigkeiten im Netz einsetzen. Insbesondere in modernen Online-Industrien wird die eWallet Paypal gerne verwendet. Zu ersteren zählen vor allem Streaming-Abos wie DAZN, dessen Jahresmitgliedschaft seit 2017 per Paypal bezahlt [6] werden kann, sowie auch Online-Buchmacher und -Wettanbieter wie 888 [7], die sich auf die Online-Bezahlmethode und deren transparentes Transferieren von Geld verlassen. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent gehört PayPal bei den Deutschen sogar zu den beliebtesten Zahlungsmethoden im Internet. Die Nutzungsrate von PayPal war somit hierzulande bereits so groß, dass durch die Kooperation zwischen PayPal und Google, der Einstieg von Google Pay um einiges leichter ausfiel. Über die PayPal-App können mithilfe des Smartphones nun nämlich auch Zahlungen über Google Pay erfolgen. Google ist damit den Konkurrenten von Apple bereits einen großen Schritt voraus.

Lange hatte es der Trend der mobilen Bezahlmethoden in Deutschland schwer. Auch heute begegnen viele Deutsche der neuen Technologie mit Skepsis. Dennoch gewinnt nun auch hierzulande die neue Art zu bezahlen langsam an Anerkennung, da immer mehr Banken die Dienste von Apple und Google einführen. So können sich schon bald ING-DiBa- und Sparkassen-Nutzer darauf freuen, mithilfe von Apple Pay zu bezahlen. Es bleibt also spannend zu beobachten, ob auch weitere Banken in Deutschland auf den Zug aufspringen werden und dadurch mobile Bezahlmethoden noch weiter in Fahrt kommen.

Quelle Titelbild: Unsplash/blakewisz [8]

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[4] diverse Banken bereits ihre eigenen Bezahlapps an: https://www.sparkasse.de/unsere-loesungen/privatkunden/rund-ums-konto/sparkassen-apps.html

[5] werden bald ebenfalls Apple Pay anbieten: https://www.mactechnews.de/news/article/ING-DiBa-kuendigt-Apple-Pay-fuer-Deutschland-an-173364.html

[6] Jahresmitgliedschaft seit 2017 per Paypal bezahlt: https://www.spox.com/de/specials/dazn/1711/Artikel/paypal-als-neue-zahlungsmethode-bezahlen-lastschrift.html

[7] Online-Buchmacher und -Wettanbieter wie 888: http://wettbonus.net/einzahlungen/paypal/

[8] Unsplash/blakewisz: https://unsplash.com/photos/Xn5FbEM9564