VPN steht für Virtual Private Network – das steckt wirklich dahinter

von Thomas Wingenfeld am , 15:53 Uhr

Das Virtual Private Network, kurz VPN, soll Usern ermöglichen, sich anonym durchs Internet zu bewegen. Diese Anonymität soll über eine Verschlüsselung der IP-Adresse ermöglicht werden.

Einige Anbieter bieten VPN mittlerweile bereits als Download für PC, Laptop, Smartphone, Tablet, Browser, Smart-TV und Konsolen an [1]. Die wichtigsten Fragen rund um den Dienst, der für Anonymität im Netz sorgen soll, beantwortet dieser Beitrag.

Ist ein VPN ein Programm?

Ein VPN ist ein Dienst. Diesen Dienst offerieren mittlerweile diverse Anbieter. Ganz plastisch beschrieben handelt es sich dabei um einen Tunnel, der den Internetuser vor den neugierigen Blicken Dritter schützt. Wer den Dienst für die eingangs erwähnten technischen Geräte herunterlädt, kann privat surfen und beruflich tätig werden – ohne, dass das Verhalten im Internet zur persönlichen IP-Adresse zurückverfolgt werden kann.

Warum ist ein VPN-Dienst nötig?

Zum einen bietet der VPN-Dienst den Usern Schutz. Das ist im Privatbereich wichtig, wenn Online-Einkäufe getätigt werden oder Online-Banking praktiziert wird. Im Geschäftlichen sind viele Mitarbeiter sogar per Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, die geschäftlichen Daten vor dem Zugriff Dritter zu schützen. So hilft ein VPN-Dienst dabei, Internet-Verbindungen über öffentliche Hotspots sicherer zu gestalten und Daten sicherer übermitteln zu können.
Daneben kann ein VPN-Dienst auch noch praktische Zusatzfunktionen haben. So können Urlauber im Ausland per VPN eine Internetverbindung aufbauen und damit „vertuschen“, dass sie sich nicht in der Heimat befinden. Das kann vor allem dann praktisch sein, wenn der Streaming-Dienst die Lieblingsserie nur in bestimmten Ländern ausstrahlt. Auch gibt es die Möglichkeit über dieses Geoblocking Zugang zu günstigeren Online-Angeboten zu bekommen.

Wem nutzt ein VPN-Dienst?

Auf den ersten Blick nutzt ein VPN-Dienst allen, die online sind. Durch die Anonymisierung der Bewegungen im Internet werden Daten und Aktivitäten losgelöst vom Nutzer. Das nutzt jeder Privatperson, die sich dagegen wehrt, bei jeder Internet-Nutzung gläsern zu werden. Damit wird der VPN-Dienst zum Must-have für Verfechter von Privatsphäre und Online-Sicherheit. Darüber hinaus gibt es auch weitere Personengruppen, die von einem VPN-Dienst profitieren können.

Abbildung 1: pixabay.com © StefanCoders (CC0 Public Domain)

Abbildung 1: Wer über einen öffentlichen Hotspot surft – beispielsweise im Café oder in der Uni – sichert mit dem VPN-Dienst den Datentransfer und die eigene Aktivität im Internet vor Zugriffen und neugierigen Blicken.

Sport-, Film- und Serienfans können mit einem VPN-Dienst das Geoblocking umgehen und ermöglichen sich so unabhängig von ihrem regionalen Standort freien Zugang zu Sportevents, Filmen und Serien, die von Pay-TV und Streamingdiensten zur Verfügung gestellt werden. Auch Zockern ermöglicht ein VPN-Dienst über Ländergrenzen hinaus Gaming-Partner zu finden [2] und mit diesen einen Challenge zu wagen. Selbst das Auffinden von Torrent-Dateien könnte mithilfe eines VPN-Dienstes ausgeschlossen werden [3]. Auch ermöglichen VPN-Dienste die freie Meinungsäußerung – ebenfalls über Ländergrenzen hinaus.

In welchen Fällen spielt Geoblocking eine Rolle?

Abbildung 2: pixabay.com © StefanCoders (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: Gaming-Fans können ihre Zocker-Gegner mit VPN weltweit suchen und finden. Ländergrenzen bzw. Länderbeschränkungen werden durch den Dienst quasi aufgehoben.

Geoblocking bedeutet, dass die physischen Grenzen, beispielsweise Ländergrenzen, auch in der digitalen Welt Bestand haben. Die Bundesnetzagentur definiert Geoblocking als Einschränkung von Verbrauchern, die Waren nicht über Ländergrenzen hinweg erhalten [4] oder diese nur zu ungünstigeren Konditionen erhalten können. Für die Praxis heißt das: Jeder, der Preise gerne online vergleicht, kann durch einen VPN-Dienst wirkliche Schnäppchen ausfindig machen – und zwar nicht nur Schnäppchen, die in dem Land gelten, in dem gerade gesurft wird. Doch nicht nur die Einschränkungen im Online-Handel sind ein Folgeproblem von Geoblocking. Die Bundesnetzagentur sieht im Geoblocking auch eine Form der Diskriminierung – und zwar auf Basis des Wohnsitzes, der Staatsangehörigkeit oder des Orts, von dem aus der private oder der geschäftlicher Internetuser ein Online-Geschäft abschließt oder etwa online seine Meinung äußern möchte. Details dazu, was erlaubt ist und was nicht, stehen in der Geoblocking-Richtlinie vom Februar 2018 [5].

Worauf ist bei der Wahl eines VPN-Dienstes zu achten?

Es gibt diverse technische Details, die bei der Wahl eines VPN-Dienstes beachtet werden sollten. Im Idealfall bietet der VPN-Dienst einen Rundum-Schutz gegen Malware, Phishing, Tracker und Werbung. Darüber hinaus bieten gute VPN-Dienste die Möglichkeit, eine Art „Whitelist“ aufzusetzen. Alle Anwendungen und Programmen, die auf dieser Whitelist stehen, wird so grundsätzlich ermöglicht, ohne Tunnel zu agieren. Das ist beispielsweise nötig, um einen Netzwerkdrucker problemlos nutzen zu können.

Abbildung 3: pixabay.com © StefanCoders (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: Auch der Online-Preis-Vergleich wird mit einem VPN-Dienst validere Daten liefern, da auch hier landesspezifische Angebote ausgeschalten werden.

Doch auch im VPN-Tunnel gibt es Sicherheitseinstellungen, die praktisch sind. So kann die sogenannte Kill-Switch-Funktion dazu beitragen, dass die Internet-Verbindung sofort gekappt wird, wenn VPN nicht aktiv ist. Das bietet zusätzliche, automatische Sicherheit, ohne ständig die Funktionsfähigkeit des VPN-Dienstes zu überprüfen. Im besten Fall offeriert der Anbieter des VPN-Dienstes die Möglichkeit, den VPN-Dienst für alle Geräte zu nutzen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/88187393/vpn-steht-fuer-virtual-private-network-das-steckt-wirklich-dahinter/

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[1] als Download für PC, Laptop, Smartphone, Tablet, Browser, Smart-TV und Konsolen an: https://surfshark.com/de/download

[2] über Ländergrenzen hinaus Gaming-Partner zu finden: https://www.cnet.de/88186511/esport-zubehoer-eigene-gadgets/

[3] Auffinden von Torrent-Dateien könnte mithilfe eines VPN-Dienstes ausgeschlossen werden: https://www.cnet.de/41563411/o2-muss-daten-von-ueber-9000-torrent-nutzern-herausgeben/

[4] als Einschränkung von Verbrauchern, die Waren nicht über Ländergrenzen hinweg erhalten: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Digitalisierung/Geoblocking/Geoblocking-node.html

[5] stehen in der Geoblocking-Richtlinie vom Februar 2018: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32018R0302