VPN beim Spielen: Was ist dabei zu beachten?

von Thomas Wingenfeld am , 09:11 Uhr

Die Nutzung eines VPN ist eine sichere Methode, um die eigenen Daten im Netz zu verschleiern und die persönliche Datensicherheit herzustellen. Mittlerweile gibt es auf diesem Gebiet weit mehr als die Angebote, die noch vor 15 Jahren den Zugang zu amerikanischen TV-Sendern boten.

Die heutigen Lösungen sind weder langsam noch störend, funktionieren oft sogar völlig automatisch. Doch sind sie natürlich auf die Arbeitswelt und den allgemeinen Schutz ausgerichtet. Aber was ist mit Gamern? Können auch die problemlos auf ein VPN zurückgreifen oder machen ihnen Konsolen, Spieleherstelle rund Streams einen Strich durch das Spiel?

Funktionieren gängige Spiele auch über VPN?

Ja, das funktioniert. Häufig haben Gamer durch ihr VPN sogar Vorteile, denn sie können nicht nur das Geoblocking umgehen und hierzulande noch nicht veröffentlichte oder auch gesperrte Spiele zocken, auch die Internetgeschwindigkeit kann sich durch den Wegfall der Bandbreitenregulierung beschleunigen. Dies fällt aber nur denjenigen auf, die sonst häufig unter einer langsamen ISP leiden. Generell gilt:

– Konsolen – sie lassen sich fast alle über ein VPN betreiben, gerade dann, wenn dieses im Router integriert ist. Manchmal müssen die Einstellungen gezielt verändert werden.

– Onlinegames – sie funktionieren ebenfalls, auch auf den gängigen Plattformen. Probleme könnte es geben, wenn vorab schon ein Account angelegt wurde und nun die über das VPN gewählte IP auf ein anderes Land hinweist. Mitunter ist nun ein neuer Account notwendig, wenn die Einstellungen nicht im Account korrigiert und angepasst werden können.

– Herunterladen – das funktioniert ebenfalls über das VPN. Eventuell kann die oben genannte Problematik auftauchen, doch Steam und Co. sperren VPN-Nutzer nicht aus. Viele Experten empfehlen Gamern sogar die Nutzung des VPN.

Gamer können ihr Spielerlebnis über das VPN wesentlich besser schützen und sich vor unbemerkten Angriffen oder dem Abfangen von Daten schützen. Dies ist gerade beim Kauf von Onlinegames notwendig, immerhin werden hier klipp und klar Zahlungsmodalitäten übertragen. Es wäre nicht gut, wenn ein Fremder an die Zugangsdaten von PayPal kommt.

Was ist dabei zu beachten?

Gamer stellen natürlich andere Anforderungen an ein VPN. Datenschutz und Sicherheit sind wichtig, doch die höchste Priorität für jeden Gamer hat die Geschwindigkeit. Es gilt also:

– Zuverlässigkeit – das VPN muss eine zuverlässige und schnelle Verbindung gewährleisten. Gute VPN für Gamer schneiden in den Geschwindigkeitstests hervorragend ab und zeichnen sich durch ihre Zuverlässigkeit aus.

– Serverauswahl – sie ist breit gefächert und beschränkt sich nicht auf einzelne Länder. Dies ist wichtig, um auch hier noch nicht erschienene Spiele zocken zu können. Zumal bedeutet eine hohe Serverzahl, dass immer einer dabei ist, der funktioniert.

– Extras – auch sie sind wichtig. DDoS-Schutz ist für Gamer wichtig [1], die Wettbewerbe zocken. Manche VPN-Dienste stellen Gamern schon spezielle Server zur Verfügung.

– Testversionen – um sich selbst ein Bild zu machen, sollte eine Testversion des VPN erhältlich sein. So kann der Gamer eigenständig testen, ob er mit der Dienstleistung zufrieden ist.

Die meisten Anbieter, die auch in Testberichten immer wieder für Gamer genannt werden, bieten weit über 2.000 Servern auf der ganzen Welt.

Was sollte ein gutes VPN können?

Ein VPN dient längst nicht nur dazu, Gamern den Umgang mit der Bandbreitenreduzierung [2] zu erleichtern oder den Zugang zu noch nicht in Deutschland erschienenen Games zu ermöglichen. Aus Sicht eines VPN-Anbieters sind dies nur weitere Extras, die das Gesamtpaket abrunden. Allgemein geht es um andere Details:

– Sicherheit – ein VPN schützt die eigenen Daten, da sie nicht mehr einem Sender zugeordnet werden können. Das ist gerade dann wichtig, wenn von dem Gerät aus auch das Onlinebanking betrieben wird.

– Dauerhafter Schutz – abhängig von der Art des VPN-Dienstes kann ein dauerhafter Schutz gewahrt werden. Gerade VPN-Router sichern beispielsweise die Internetleitung des Hauses ab, da alles über das VPN läuft. Anbieter mit zu installierenden Programmen sichern, wenn auf Automatik gestellt, das Gerät ab, sobald es eingeschaltet wird. Internetbasierte Dienste werden hingegen eigenständig vom Nutzer ein- und wieder ausgeschaltet.

– Plattformen – wie das VPN genutzt wird, hängt von der Plattform und natürlich der Art des VPN ab. Router schützen alle internetfähigen Geräte im heimischen Netzwerk, so auch den PC und die Konsole. Softwarebezogene Dienste kommen meist mit Lizenzen zum Nutzer, die darüber Auskunft geben, auf wie vielen Geräten das Programm installiert werden kann. Webbasierte VPN-Anbieter sind mobil und stationär nutzbar, denn sie werden auf Wunsch des Nutzers aufgerufen und eingeschaltet.

Während ein VPN die Bandbreitenreduzierung in Stoßzeiten abfangen kann, ist es möglich, dass die Geschwindigkeit allgemein ein wenig nachlässt. Bei Leitungen ab 16.000 Mbit/s fällt dies nicht auf, problematischer ist es bei sehr langsamen Leitungen. Doch diese verhindern auch das Gaming zu vielen Zeiten. Das Surfshark VPN [3] gilt dabei als relativ schnell und bietet für Gamer demnach entsprechend gute Voraussetzungen.

Grundsätzlich sollten sich Gamer die Testberichte auf dem gängigen Gamingseiten einmal genauer anschauen und auch PC-Magazine checken. Längst werden VPN-Anbieter aller Art regelmäßig durchleuchtet und miteinander verglichen, sodass ein Nutzer eine gute Vorauswahl treffen kann. Welches Modell letztendlich für einen selbst in Betracht kommt, lässt sich nur im Eigenversuch herausfinden. Router-Lösungen eignen sich jedoch nur für diejenigen, die ein ganzes Netzwerk schützen wollen, zumal nun auch ein dezidierter Schutz für mobile Geräte notwendig ist. Sobald das Smartphone [4] nicht mehr im heimischen WLAN ist, hat es auch nicht den Schutz durch das VPN. Dasselbe gilt auch, wenn daheim auf mobile Daten statt WLAN geschaltet wird.

Bildquelle: @ Dan Nelson / Unsplash.com

Fazit – Gamer können problemlos VPN nutzen

Skepsis ist nicht angebracht, zumal sich viele Anbieter schon mit speziellen Servern für Gamer hervorheben. Auch das Herunterladen oder Streamen von Games ist via VPN kein Problem, meist erhalten die Nutzer sogar noch Zugriff auf Spiele, die sie sonst nicht erreichen können. Je nach Konsole und Gamingseite kann es jedoch sein, dass die Einstellungen verändert werden oder ein neuer Account eröffnet werden muss. Dies lässt sich über die Ländereinstellungen des Accounts jedoch meist verhindern.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/88189042/vpn-beim-spielen-was-ist-dabei-zu-beachten/

URLs in this post:

[1] DDoS-Schutz ist für Gamer wichtig: https://www.pcwelt.de/international/Die-besten-VPNs-fuer-Gamer-2020-10827684.html

[2] mit der Bandbreitenreduzierung: https://gameme.eu/benoetige-ich-ein-vpn-zum-spielen-und-was-ist-das-beste/

[3] Surfshark VPN: https://vpnoverview.com/de/vpn-anbieter-test/surfshark/

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/