Handy und Familie: 7 Praxistipps für die Mobilkommunikation innerhalb eurer Familienbande

In Kontakt zu bleiben, ist auch innerhalb der Familie wichtig. Doch nicht zuletzt aufgrund der Altersunterschiede kann das auch mächtig nach hinten losgehen. Wir zeigen euch jetzt, wie sich Großeltern, Eltern und der Nachwuchs per Handy verbinden können, ohne dass es zu Problemen kommt.

In Kontakt zu bleiben, ist auch innerhalb der Familie wichtig. Doch nicht zuletzt aufgrund der Altersunterschiede kann das auch mächtig nach hinten losgehen. Wir zeigen euch jetzt, wie sich Großeltern, Eltern und der Nachwuchs per Handy verbinden können, ohne dass es zu Problemen kommt.

stock.adobe.com © Vane Nunes

Opa ruft grundsätzlich nur an, während alle anderen ein Wirrwarr aus WhatsApp und ähnlichen Apps nutzen – denn er kommt einfach nicht mit dem Tippen auf dem Smartphone zurecht. Mama besteht darauf, sämtliche Memes jedem in der Familie zuzusenden – leider jedoch meistens der unlustigeren Sorte. Der 14-jährige Sohn richtet dem Vater das neue Smartphone ein, verwendet dabei aber so viele „erklärende“ Wörter zwischen Flashen und Sideloaden und lässt sich beim Ricing aus, dass sein alter Herr froh ist, noch unfallfrei Anrufe tätigen zu können. Und das 9-jährige Nesthäkchen befindet, dass es nun alt genug für ein richtiges Handy sei, was für große Diskussionen sorgt.

Kommen euch solche Szenen bekannt vor? Das liegt daran, dass sie sehr weitverbreitet sind. Kein Wunder, wo praktisch jeder Deutsche mittlerweile irgendeine Form von Handy besitzt. Doch wenn ihr solche Szenen kennt, wisst ihr auch, wie sehr Mobiltelefonie und alles, was damit zusammenhängt, in der Familie stören können. Deshalb findet ihr jetzt Tipps, um es besser zu machen.

1. Gebt euch einen Familien-Klingelton

Bei Android etwas leichter, bei iOS etwas schwieriger, ist es bei jedem Smartphone und vielen Dumb Phones möglich, eigene Klingeltöne zu integrieren und diese auch jedem Kontakt zuzuweisen.

Genau das solltet ihr auch tun – und zwar in Form eines einzigen Klingeltons, der bei jedem installiert ist und nur den engen Familienmitgliedern zugewiesen wird. Das hat aber nichts mit Identitätsstärkung zu tun. Viel mehr, dass jedem von euch immer klar ist, dass gerade ein Familienmitglied anruft – das hilft sowohl bei bevorzugter Beantwortung wie auch dann, wenn ihr gedankenlos wegdrücken möchtet – in der Familie verzeiht sich sowas deutlich leichter.

Abheben oder Abwimmeln? Mit einem einheitlichen Familien-Klingelton könnt ihr das ohne Hinzusehen entscheiden. (unsplash.com © NordWood Themes)

aber nichts mit Identitätsstärkung zu tun. Viel mehr, dass jedem von euch immer klar ist, dass gerade ein Familienmitglied anruft – das hilft sowohl bei bevorzugter Beantwortung wie auch dann, wenn ihr gedankenlos wegdrücken möchtet – in der Familie verzeiht sich sowas deutlich leichter.

2. Versucht, tarifliche Einheitlichkeit zu schaffen

Weitverstreute Kernfamilien gibt es viele. Nur kommt dann aber schnell einiges zusammen, wenn ihr zu denjenigen gehört, die auf engen Kommunikationskontakt stehen. Das gilt nicht nur in Sachen Telefonminuten, sondern auch Kosten.

Denn: Bei den meisten von euch wird es einen bunten Mix geben, sowohl zwischen Providern, Tarifen wie auch der Frage nach Prepaid oder Vertrag. Hier solltet ihr versuchen, mehr Einheitlichkeit zu schaffen, am besten bei einem Provider. Das hat auch den Grund, dass so jeder jedem besser helfen kann – beispielsweise, in dem ein technikaffines Familienmitglied die Online-Zugangsdaten aller hat und somit ein bisschen Tech-Support spielen kann.

Da ihr allerdings natürlich auch außerhalb der Familie kommunizieren müsst, solltet ihr überlegen, ob dafür nicht eine Allnet-Flat die beste Wahl wäre. Hier gibt es mittlerweile verschiedene Pakete, die auch 5G enthalten und sich nur beim Datenvolumen und somit Preis unterscheiden.

3. Entscheidet für die Kleinsten nicht kopflos pro Prepaid

Für Kinder nur Prepaid – so handhaben es viele Familien. Der Glaube: Anderweitig würde der Nachwuchs horrende Handyrechnungen anhäufen. Doch stimmt das überhaupt noch? Nein.

– Erstens kommt es darauf an, dass ihr eure Kids zu verantwortungsvollen Handynutzern erzieht.

– Zweitens lässt sich dies mit Flatrates für alle Netze umgehen.

– Drittens ist die heutige Kindergeneration viel digitalmobiler als ihr es wart. Ohne Verbindung können sie kaum an einem normalen, modernen Jugenddasein teilhaben.

– Viertens wollt ihr nicht, dass in der ungünstigsten Situation plötzlich das Guthaben verbraucht ist.

Das heißt nicht, dass ihr den Nachwuchs vor dem Handy parken sollt. Auch sollt ihr nicht einige grundsätzliche Regeln aufstellen. Es bedeutet für euch nur, nicht davon auszugehen, dass Prepaid automatisch richtig wäre, weil der Handybesitzer minderjährig ist.

Familienkommunikation sollte für alle gleichermaßen zugänglich sein. Nutzt deshalb eine einzelne Nachrichten-App. (unsplash.com © Adem AY)

4.Einigt euch auf einen Kurznachrichtendienst

Spätestens, seit WhatsApp die Nutzungsbedingungen modifiziert hat, ist die deutsche Messenger-Landschaft wieder in Bewegung. Doch gerade, damit in eurer Familie niemals jemand überlegen muss, wen er jetzt auf welcher App anschreiben muss, solltet ihr euch auf einen Dienst einigen.

Eigentlich wäre dafür die SMS prädestiniert, nur sind dabei Gruppen-Chats etwas umständlich. Einigt euch deshalb lieber auf einen Dienstanbieter – auch wenn ihr für euren persönlichen Alltag auf etwas anderes setzen solltet. Wie wäre es mit Signal? Kostenlos, gut verschlüsselt und vor allem Open Source – und deshalb von vielen Spezialisten hochgelobt.

Richtet eine Gruppe ein und bleibt für die Familienkommunikation bei diesem Dienst – auch wenn ihr nur einzelne Familienmitglieder kontaktieren wollt. Alles andere führt langfristig zu Verwirrung.

5. Überfrachtet die anderen nicht mit Apps

In vielen Familien sind die Jüngsten diejenigen, die die meiste Ahnung in digitalen Belangen haben und auch die Finger am Puls der Trends. Doch gerade an euch richtet sich dieser Punkt: Natürlich sollt ihr den anderen helfen, ihre Handys einzurichten und auch die Nutzung generell zu verbessern.

Überlegt jedoch bei allem, was ihr empfehlt, ob diese Menschen das wirklich brauchen. Interessiert sich Papa wirklich für TikTok? Braucht die lebenserfahrene Oma wirklich Pinterest für Rezepte und Haushaltstricks? Solche Fragen solltet ihr euch immer stellen und euren Leuten nur das installieren, was sie auch wirklich brauchen.

6. Müllt den Familien-Chat nicht voll

Was lustig und spannend ist, ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit. Und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es in einer Familie nur wenige Schnittmengen gibt. Aus diesem Grund solltet ihr den Familien-Chat nur für echte Kommunikation nutzen. Nicht dafür, alles zu teilen, was ihr in irgendeiner Form für teilenswert haltet – dafür sind die Chats mit euren Freunden dar. In der Familiengruppe ist hingegen das Risiko einfach zu groß, dass die Bilder und Videos irgendwann stören, wodurch der Sinn der Gruppe konterkariert wird, weil vielleicht einige die Benachrichtigungen auf Stumm schalten.

Einmal täglich außerhalb der Schlafenszeit sollte es zumindest für die zusammenwohnenden Familienmitglieder gemeinsame eine handyfreie Zeit geben. (stock.adobe.com © pressmaster)

7. Vereinbart gemeinsame Ruhezeiten

Das Handy kann stören, das ist ein Fakt. Deswegen kann es auch großen Stress verursachen – ja, auch bei Personen, die kein bedenkliches Digitalsuchtverhalten zeigen.

Angesichts dessen empfehlen wir euch zwei wichtige Dinge:

– Vereinbart für die Familienkommunikation (Anrufe und Kurznachrichten) eine angemessene nächtliche Ruhezeit. Das hat auch den Vorteil, dass ihr, wenn dann trotzdem ein Anruf oder eine Nachricht eintreffen, davon ausgehen könnt, dass es wirklich wichtig ist.

– Vereinbart ferner für die zusammenlebenden Familienmitgliedern eine weitere handyfreie Zeit, die gemeinsam verbracht wird. Dafür bietet sich beispielsweise das Abendessen an.

Dazu auch noch ein Tipp an die Senioren unter den Lesern: Viele eurer Familienmitglieder haben bei jedem Anruf die unterschwellige Sorge, dass ihr anruft, weil etwas passiert ist. Gerade, wenn es um eure Gesundheit nicht mehr so gut bestellt ist und/oder ihr zu für euch ungewöhnlichen Zeiten anruft, könnt ihr deshalb viel Gutes tun, wenn ihr das Gespräch mit Worten startet, die signalisieren, dass alles bei euch in Ordnung ist – „Ich bin es, alles okay, ich rufe nur an, weil…“.

 

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