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Deutschland ist online – So nutzen wir das Internet wirklich

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Was gibt es künftig auf Netflix? Wie steht es um dem Sale auf der Shoppingseite meines Vertrauens? Und welche Neuigkeiten teilen die Freunde gerade online? Das Internet ist zu einem schier unendlichen Medium geworden, das nicht nur zum Alltag der meisten Menschen auf der Welt dazu gehört, sondern sich auch sekündlich mit mehr und mehr Daten füllt. In nur einer Sekunde gehen weltweit 380 neue Websites online, werden 41,6 Millionen Facebook- und WhatsApp-Nachrichten versendet und 100 Stunden neues Videomaterial auf YouTube geteilt. Diese Zahlen haben sich zum Teil innerhalb von 5 Jahren verzehnfacht. Das Internet wächst schneller und bietet dadurch auch immer mehr Dinge an, in die Nutzer von Smartphone, PC oder Mac aus Zeit investieren können.

6 Stunden und 43 Minuten online

Im Jahr 2020 haben sich Experten für die Online Anbieter Hootsuite und We Are Social die Internet-Nutzungsdauer von Menschen weltweit angesehen. Den Rekord hielten die Einwohner der Philippinen mit rund 9 Stunden und 45 Minuten täglich, den niedrigsten Wert mit nur 4 Stunden und 22 Minuten erzielten Japaner. Der weltweite Schnitt lag bei 6 Stunden und 43 Minuten. Das ist, 8 Stunden für Schlaf und 8 Stunden für die Arbeit abgezogen, fast die gesamte Freizeit.

Wer mit dem Smartphone jederzeit mobil ins Internet gehen, Videos schauen, Spiele spielen und chatten kann, nutzt diese Möglichkeiten in Arbeitspausen, Urlaubstagen, im Wartezimmer, auf der Rolltreppe oder nach Feierabend auf der Couch. Doch was bietet das Internet im Jahr 2022 eigentlich? Womit verbringen wir all diese Zeit?

Meist geschätzte Aspekte rund um das Netz

Die meisten Menschen sind bei der Arbeit heute, gewollt oder ungewollt, online. Wo hohe Sicherheit und flexible Erreichbarkeit wichtig sind, werden Unternehmensdatenbanken immer häufiger in der Cloud gespeichert. Ganze ERP Systeme, also eine Software, von der aus sich alle Arbeitsbereiche ansteuern lassen, sind dauerhaft online.

Seit einigen Jahren neu ist der Begriff des „Internet of Things“ (IoT), also „Internets der Dinge“. Hier sind nicht Menschen online, sondern beispielsweise der heimische Kühlschrank, aber auch ganze Fertigungsstraßen in Werkhallen, medizinische Geräte oder Beleuchtungsstrukturen. Dieses Internet ist nahezu unsichtbar, wird jedoch im Alltag selbstverständlich genutzt, wenn beispielsweise eine digitale Klingel bei Knopfdruck auslöst, oder lebenserhaltende Gerätschaften im Krankenhaus sich gegenseitig mit Daten füttern, um ideale Werte zu erzielen.

Hier, in diesem unsichtbaren Bereich, liegt der wohl meistgeschätzte Teil der ständigen Konnektivität. Clouds schaffen einen merklichen Luxus, der jedoch aktiv selten mit dem Internet selbst verbunden wird. Über 3 Millionen Menschen nutzten 2021 hierzulande Haushaltsgeräte, die auf einen Internetanschluss angewiesen waren. Deutlich mehr Personen, nämlich rund 80 Prozent, nutzten das Internet in einem anderen Lebensbereich.

Shopping ohne Gedränge, Gespräche und Preisbindung

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Wie das Statistische Bundesamt in seinen Berichten für das Jahr 2021 verkündete, hatten im letzten Jahr 4 von 5 Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren bereits mindestens einmal in ihrem Leben online eingekauft. Für die meisten Menschen ist diese Praxis mittlerweile Standard. Ob Kreuzfahrt oder Ersatzteil, wer Geld ausgeben möchte, vergleicht zunächst online und kauft und bucht dann oft auch im Internet.

Hier gibt es nicht nur eine größere Auswahl, auch soziale Features wie das Einsehen von Bewertungen, die Möglichkeit zur Empfehlung und individualisierte Specials und Angebote machen das Onlineshopping besonders attraktiv. Globale Konzerne wie Amazon beherrschen nahezu weltweit den Markt. Doch auch Anbieter wie Zalando, Online-Shops von Otto und Quelle und kleine Läden für Handgemachtes verzeichnen in Deutschland zusammen Milliardengewinne.

Seit Beginn der Corona Pandemie wissen auch Senioren und alle, die bisher lieber Märkte und Fußgängerzonen erkundeten, das Internet zu schätzen denn Gedränge, unangenehme Beratungsgespräche und eine hohe Preisbindung gibt es hier nicht. Zusätzlich boomt seither der Onlinehandel mit Lebensmitteln. Lieferdienste aller großen Märkte sind so umfassend ausgebucht, dass neue wöchentliche Lieferslots nur noch selten zu ergattern sind.

Glücksspiel und Mobile Games im Trend

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Ein Bereich im Internet, der sich seit Beginn der frühen 2000er-Jahre nicht nur gehalten, sondern massiv vergrößert hat, ist neben dem Streaming von Filmen und Musik auch das Angebot an Spielen und Casinos. Der Trend ging weg vom klassischen Browsergame und hin zu grafisch anspruchsvollen Mobile Games, Spielen die in Echtzeit gestreamt werden und professionellen E-Sports. Einer der größten Anbieter für Spiele aller Genre Valve (Anbieter der Plattform „Steam“) war zu Beginn des Jahres laut Schätzungen rund 12 Milliarden Dollar wert. Das sind allerdings nur rund 10 Prozent der Bewertung von Social Media Gigant Facebook, der es zuletzt auf rund 948 Milliarden Dollar brachte. Etwa 219 Milliarden Dollar wurden 2021 mit Spielen umgesetzt, davon allein 116 Milliarden über Mobile Games.

Mit stetig besseren Endgeräten lassen sich auch immer bessere, spannende Spiele spielen, egal wo wir uns befinden. Endlosspiele wie Candy Crush, Coin Master, Clash of Clans und Township waren 2021 so beliebt, dass Kunden viel Geld für die Pflege ihrer virtuellen Dörfer und Farmen oder eine Spielrunde gegen Freunde und Familie ausgaben. Laut Statista gaben Spieler in Deutschland durchschnittlich 17 bis 32 Dollar im Monat für ihre liebsten Mobile Games aus, in den USA waren es 17 bis 27 Dollar.

Besonders beliebt bei den Deutschen sind auch sogenannte Online-Casinos, die glamouröse und beliebte Spiele wie Blackjack, Poker, Roulette und einarmige Banditen in das heimische Wohnzimmer holen. Drei von vier Befragten gaben laut einer Umfrage der BZgA 2019 an, in schon mindestens einmal an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Doch die Community hat sich in vielen Bereichen längst professionalisiert. Wer an den jährlichen World Series of Poker Spielen in Las Vegas teilnimmt, hat häufig über das Jahr viele hundert Stunden bei Onlinerunden verbracht. Während der Corona Pandemie wurde das Event sogar komplett online ausgetragen. Zudem findet dazu auch immer häufiger ein Austausch unter den Nutzern statt.

Social Media wird am meisten geschätzt

Was bedeutet es, wenn Mark Zuckerberg Europa damit droht, Facebook und Instagram als beliebteste Produkte der Meta Gruppe nicht mehr anzubieten, wenn die europäischen Datenschutzbehörden sich seinen Plänen nicht beugen? Für rund 32 Millionen Deutsche auf Facebook allein könnte ein wichtiges Netzwerk wegbrechen. Zwar sind die klassischen sozialen Netzwerke hierzulande vor allem bei Nutzern ab circa 25 Jahren bis ins Rentenalter beliebt. Dennoch sind sie aus dem Alltag allgemein nicht mehr wegzudenken.

Was über kleine Communities, Foren und IRC Gruppen begann, ist heute ein wichtiger Baustein unseres Soziallebens. Auf Facebook bleiben Nutzer in Kontakt mit Familie und Freunden, teilen Gedanken, Fotos, Videos oder Anekdoten. Auch politische Partizipation ist über Twitter und Facebook für viele Personen greifbarer als beispielsweise durch die Organisation in einem regionalen Parteiverband. Online-Petitionen und politische Blogs, digitale Tageszeitungen und Videoplattformen runden das Angebot ab.

Während Messengerdienste wie WhatsApp, Signal oder Discord auf ganz verschiedene Weise genutzt werden, haben auch sie eine wichtige Basis gemeinsam – sie bieten den Menschen einfache Vernetzung und die Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Das geht so weit, dass in einigen Staaten der Welt das Internet selbst im Grunde nur aus den vorinstallierten Apps günstiger Smartphones bestehen.

Unendliches Wissen und problematische Meinungsbildung

Zu den meist geschätzten aber kaum noch wahrgenommenen Aspekten des Internets zählt auch 2022 noch immer der Zugang zu Informationen und Bildung. Auch wenn der Algorithmus von Suchmaschinen wie Google und Bing Daten gewichtet und vorsortiert, bleibt doch am Ende eine geradezu unendliche Masse an Informationen zu jedem nur denkbaren Thema.

Experten warnen, dass Algorithmen auf lange Sicht die Wahrnehmung wichtiger Fakten verzerren könnten und sehen beispielsweise im Pandemie-Management Anhaltspunkte, wie freie Information auch zu einer Zunahme von Falschinformationen und Gefährdung durch falsche Schlüsse führen kann. Doch in einem sind sich alle einig, das Internet in seiner heutigen Form kann nicht mehr durch Bibliotheken, Videotheken und Wissenssammlungen ersetzt werden.

 

mjcarrasco

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