Sicherheit für das Android-Smartphone: Tipps für jeden User

von Thomas Wingenfeld am , 12:00 Uhr

Android-Handys gehören zu den beliebtesten Smartphones auf dem Markt und werden neben Smartphones von Apple am häufigsten genutzt. Da Hacker hier eine große Zielgruppe finden, sind Android-Nutzer häufig Ziele von Kriminellen, die sich Zutritt zum Handy und zu persönlichen Daten verschaffen möchten. Dazu kommt, dass es Android Kriminellen eher leicht macht, an Handy-Daten zu gelangen. Denn es weist teils gravierende Sicherheitslücken auf. Smartphone-Nutzer sollten sich deshalb auf Eigeninitiative gegen virtuelle Angriffe schützen.

Grundlegende Tipps, die jeder Android [1]-User sofort umsetzen kann

Natürlich, das eigene Handy schützt man am besten mit Pin-Code und anderen Methoden, damit nicht der nächste, der das Smartphone [2] in die Hände bekommt, auf die Daten zugreifen kann. Etwas mehr Privatsphäre hat man auch, wenn man die eingehenden Nachrichten nicht am Sperrbildschirm anzeigen lässt. Das kann jeder sofort in den Benachrichtigungseinstellungen ändern. In diesem Beitrag geht es aber vorwiegend um die Sicherheitsbedrohung, die von außen, also durch fremde, sich im Internet tummelnde Hacker besteht. Folgendes kann wirklich jeder Android-Nutzer in die Wege leiten, um einen potenziellen Hacker-Angriff zu vermeiden:

• Hacker haben es oft sehr einfach, über Apps und Downloads Zugang zum Handy zu bekommen. Dabei hilft vor allem eine veraltete Software, die erfahrungsgemäß mehr Sicherheitslücken aufweist. Aus diesem Grund sollte man die Sicherheitsupdates vom Android-Betriebssystem immer gleich durchführen. Denn nur ein Handy, dass Up to Date ist, ist halbwegs gut vor dem Datenklau gefeit. Ob die Handy-Software auf dem neuesten Stand ist, findet man unter „Einstellungen“ [3], „Über das Telefon“ und „Systemupdates“.

• Aber nicht nur das Betriebssystem, sondern auch Apps können im veralteten Zustand Sicherheitslücken aufweisen. Am besten behält man nur jene Apps auf dem Handy, die man wirklich benötigt und deinstalliert alle anderen. Updates für die verbliebenen Apps sollten hinsichtlich der Handysicherheit ebenfalls regelmäßig durchgeführt werden.

• Ein guter Tipp ist auch, nur sichere WLAN-Verbindungen für den Einstieg ins Internet zu nutzen. Offene WLAN-Hotspots, wie sie oft in Restaurants, Zügen und an anderen öffentlichen Orten geboten werden, sind zwar eine tolle Sache. Diese Verbindungen bergen aber auch die Gefahr [4], ausspioniert zu werden. Am besten, man deaktiviert in den Einstellungen gleich die Benachrichtigungen über neue öffentliche Netzwerke. Das nervt weniger und man kommt gar nicht erst in Versuchung.

• Um ein Android-Handy benutzen zu können, benötigt man bekanntlich ein Google [5]-Konto. Dieses sollte man aus Sicherheitsgründen mittels Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen. Mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird bei Anmeldung ein zweites Passwort, das per SMS geschickt oder per Offline-Authentifikator generiert wird, abgefragt. Der Hacker benötigt also auch das Smartphone oder den Authentifikator, um in das Google-Konto zu gelangen. Das bloße Passwort zu hacken, reicht dann nicht mehr aus. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert man direkt im Google-Konto [6].

Die Kommunikation auf dem Smartphone sicherer machen

Was früher per SMS kommuniziert wurde, wird heutzutage per Messenger verschickt. Die wohl bekannteste Messenger-App ist WhatsApp. WhatsApp kam in den vergangenen Monaten immer häufiger in Verruf. Denn der Anbieter, der zur Facebook-Gruppe gehört, geht recht fragwürdig mit den Daten der Nutzer um. Wer nicht möchte, dass die zahlreichen, privaten Gespräche und Fotos, die via Messenger geteilt werden, von irgendeinem Megakonzern gespeichert und vielleicht an Unternehmen und Regierungen verkauft werden, hört entweder auf, Wichtiges und Privates über WhatsApp zu senden, oder schaut sich nach entsprechenden Alternativen um [7].

Android gegen ein alternatives Betriebssystem tauschen

Da Android mit einem Google-Konto verbunden werden muss, um zu funktionieren, und es mittlerweile viele Menschen gibt, die keinesfalls ihre Daten Google anvertrauen möchten, wurde in der Vergangenheit bereits an alternativen Betriebssystemen gebastelt. Eines davon ist LineageOS mit MicroG. MicroG ist eine Technik, die Google-Play-Dienste auch auf einem alternativen Betriebssystem abspielt. So müssen User nicht auf ihre liebsten Apps verzichten, kommen aber trotzdem ohne Android und Google aus. Denn die Datenmenge, die bei Nutzung der Apps an die Großkonzerne geschickt wird, ist weitaus kleiner. LineageOS wird heutzutage übrigens von rund zwei Millionen Menschen genutzt. Sicherheitsupdates werden von einer internationalen Community bereitgestellt.

Ein eher neues Betriebssystem, das Android ersetzen kann, ist das von dem Pariser Unternehmen e-Foundation entwickelte /e/. Dieses Betriebssystem basiert ebenfalls auf LineageOS und kann ohne Technikfachwissen genutzt werden [8]. Auf der Plattform der e-Foundation findet man Smartphones, die /e/ bereits vorinstalliert haben sowie eine Anleitung, wie man das Betriebssystem auf das eigen Handy spielen kann. Im App-Store von /e/ findet man zahlreiche Apps, die man schon vom Google-Play-Store kannte. Darüber hinaus gibt es zu jeder App eine Bewertung, die Nutzern Auskunft darüber gibt, wie datensicher die App ist und welche Daten die App abruft und speichert. Spätestens, wenn man sich diese Informationen zu den Apps genauer ansieht, wird einem klar, wie unverschämt manche App-Anbieter Daten von den Nutzer einholen.

Ein noch freieres alternatives Betriebssystem für Android-Smartphones ist Replicant, das ausschließlich eine Open-Source-Software verwendet. Allerdings funktioniert Replicant nur auf wenigen Handys und vornehmlich auf älteren Geräten. Und GrapheneOS ist ein freies Betriebssystem, das in Kanada entwickelt wurde. Es nutzt keine Google-Services, kann aber ebenfalls nur auf wenigen Geräten verwendet werden.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/88193246/sicherheit-fuer-das-android-smartphone-tipps-fuer-jeden-user/

URLs in this post:

[1] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] findet man unter „Einstellungen“: https://support.google.com/android/answer/7680439?hl=de

[4] Diese Verbindungen bergen aber auch die Gefahr: https://www.cnet.de/88166551/wlan-netz-der-deutschen-bahn-nicht-sicher/

[5] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[6] aktiviert man direkt im Google-Konto: https://support.google.com/accounts/answer/185839?hl=de&co=GENIE.Platform%3DAndroid

[7] nach entsprechenden Alternativen um: https://www.computerwissen.de/smartphone/messenger-apps/

[8] ohne Technikfachwissen genutzt werden: https://mobilsicher.de/ratgeber/e-betriebssystem-rezension