Kaufberatung Einsteiger-Kompaktkameras: worauf man bei günstigen Digicams achten muss

Weihnachten steht vor der Tür, und auf vielen Wunschzetteln steht eine neue Digitalkamera. Keine riesige SLR, kein komplexes Modell für anspruchsvolle Fotografen, sondern eine einfache und erschwingliche Knipse für Schnappschüsse. Aber die Auswahl ist alles andere als leicht: Ein Preisvergleichsdienst im Internet listet im Bereich bis 200 Euro 680 Treffer. Wir zeigen auf den folgenden Seiten, worauf man beim Kauf einer Einsteiger-Kamera achten muss und räumen alle Stolpersteine aus dem Weg.

Viele Features, die vor zwei Jahren noch den Highend-Kompaktkameras vorbehalten waren, haben inzwischen ihren Weg in die Einsteiger-Klasse gefunden. Und so gibt es inzwischen auch hier Modelle mit gewaltigem 18-fach-Zoom, mit GPS-Receiver, WLAN, integriertem Beamer, blitzschnellem Bildsensor, Full-HD-Videoaufnahme und so weiter und so fort. Allerdings gilt nach wie vor: Man kann nicht alles haben – eine Vollausstattung mit allen spektakulären Funktionen kostet immer noch viel Geld. Wer sich für eine bestimmte Auswahl an Features entscheidet und auf für ihn persönlich Unwichtiges verzichtet, kann aber auch für deutlich weniger als 200 Euro eine tolle Kompaktkamera abgreifen.

Auflösung

Insbesondere bei günstigeren Kompaktkameras versuchen die Hersteller nach wie vor, Käufer durch irrsinnig hohe Auflösungen zu gewinnen. Dabei bringt es in der Praxis für Privatanwender keinen Vorteil, wenn die Fotos anstelle von 10 oder 12 jetzt 14 oder gar 16 Megapixel auflösen. Eher im Gegenteil: Höhere Pixelzahlen sorgen für größere Datenmengen, und damit mehr Platzbedarf auf der Speicherkarte. Außerdem sind Kameras mit mehr Megapixeln tendenziell langsamer – schließlich hat die Elektronik der Digicam mehr Informationen zu verarbeiten.

Und zu guter Letzt nimmt die Bildqualität von Kompaktkameras ab einer gewissen Auflösung eher ab als zu. Denn der steigenden Auflösung zum Trotz werden die Sensoren nicht größer – und damit teilen sich immer mehr Pixel die gleiche Fläche. Damit wird jeder einzelne Bildpunkt kleiner und fängt somit weniger Licht ein. Weniger Licht bedeutet, dass eine höhere Empfindlichkeit erforderlich ist, was mehr Störungen beim Auslesen bedeutet. Das äußert sich in der Praxis dann in mehr Bildrauschen ergo schlechteren Fotos. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen ist der Unterschied deutlich.

Wie diese drei mit Kompaktkameras geschossenen vergrößerten Bildausschnitte zeigen, nimmt die Bildqualität mit steigender Auflösung nicht unbedingt zu - jedenfalls nicht, wenn die Sensorgröße gleich bleibt.
Wie diese drei mit Kompaktkameras geschossenen vergrößerten Bildausschnitte zeigen, nimmt die Bildqualität mit steigender Auflösung nicht unbedingt zu – jedenfalls nicht, wenn die Sensorgröße gleich bleibt.

Bei teureren Modellen, deren Interessenten sich vor dem Kauf ausführlicher informieren, sind die Hersteller in den letzten Jahren sogar dazu übergegangen, die Auflösung wieder zu reduzieren. Nur bei den günstigeren Digicams, die zumeist ohne vorherige Recherche gekauft werden, ist eine gigantische Pixelzahl noch immer ein schlagkräftiges Argument. Aber noch einmal: 10 Megapixel reichen völlig aus.

Bildsensor

Seit zwei Jahren ersetzen die CMOS-Sensoren langsam aber sicher die altgedienten CCD-Chips. Die Vorteile der CMOS-Technologie äußern sich insbesondere bei der Geschwindigkeit. So bieten die entsprechend ausgestatteten Kameras eine Serienbildgeschwindigkeit von teilweise mehr als zehn Fotos pro Sekunde – so lassen sich actionreiche Momente einfacher festhalten. Außerdem ermöglicht die Sensortechnologie diverse Aufnahmemodi, bei denen die Digicam eine Reihe in schneller Folge geschossener Bilder miteinander kombiniert, um eine verbesserte Aufnahme zu erhalten. Das bringt beispielsweise bei kontrastreichen Motiven oder bei schlechten Lichtverhältnissen deutliche Vorteile. Auch bei Einzelfotos liefern die CMOS-Chips bei wenig Licht tendenziell eine bessere Bildqualität.

Sony hat die CMOS-Sensoren mit der BSI-Technologie zunächst in die Highend-Digicams gebracht - jetzt finden die schnelleren Sensoren zunehmend ihren Weg in die unteren Preisklassen.
Sony hat die CMOS-Sensoren mit der BSI-Technologie zunächst in die Highend-Digicams gebracht – jetzt finden die schnelleren Sensoren zunehmend ihren Weg in die unteren Preisklassen.

Der Nachteil dagegen ist der Preis: Die hauptsächlich von Sony gebauten, sogenannten rückseitig belichteten CMOS-Sensoren beziehungsweise BSI-CMOS-Sensoren sind nämlich noch teurer als ihre CCD-Pendants und rutschen nur langsam vom oberen Preisbereich nach unten durch. Dennoch: Die Extra-Kosten lohnen sich, und inzwischen wechseln Kameras mit CMOS-Chips bereits ab rund 120 Euro den Besitzer. Unser Preistipp ist hier derzeit die Canon Ixus 220 HS.

Objektiv

Gute Nachrichten für Fans von zoomstarken Objektiven: Für weniger als 200 Euro gibt es bereits vier Kameras, die einen 18-fachen optischen Zoom mitbringen, und ganze 16 Modelle schaffen immerhin 12-fach oder mehr. Allerdings gilt hier eben auch, dass ein leistungsstarkes Objektiv teuer ist, und damit die Ausstattung in den übrigen Bereichen eben weniger dürftig ausfällt. Und insbesondere die maximale Brennweite – also ein “starker Zoom” – ist in der Praxis häufig weniger sinnvoll, als man annehmen möchte. Denn je höher die Brennweite, desto mehr Licht ist erforderlich, um auf kurze Belichtungszeiten zu kommen und ein verwacklungsfreies Foto schießen zu können. Bei den allermeisten Megazoomkameras ist der obere Zoombereich wirklich nur in der prallen Sonne benutzbar. Hinzu kommt außerdem, dass bei vergrößerungsstarken und gleichzeitig kompakten und billigen Objektive häufig die Abbildungsqualität auf der Strecke bleibt.

Wichtiger als das Extra an Zoom ist dagegen der Weitwinkel. Der Brennweitenbereich des optischen Zooms ist üblicherweise mit einer Angabe wie 26 bis 224 Millimetern dargestellt. Die 26 Millimeter charakterisieren hierbei, wie viel vom Motiv die Kamera im Weitwinkel auf das Bild bringt. Alles unter 30 Millimetern geht in Ordnung, alles unterhalb von 26 Millimetern ist absolut panoramatauglich. Hier gibt es noch zu bedenken: Wenn man mangels maximaler Zoomstufe nicht näher an das Motiv herankommt, so kann man bei den hohen Auflösungen das Bild später immer noch am Rechner zurechtschneiden und so digital vergrößern. Wenn ein Bergpanorama oder eine Skyline mangels Weitwinkel nicht auf das Foto passt, lässt sich hier später nichts mehr retten.

Dieses Bild zeigt, wie sich verschiedene Brennweiten auf den Bildausschnitt auswirken. Wenn die Kamera zu wenig Weitwinkel bietet, passt unter Umständen nicht das ganze Motiv aufs Foto und ist unweigerlich verloren.
Dieses Bild zeigt, wie sich verschiedene Brennweiten auf den Bildausschnitt auswirken. Wenn die Kamera zu wenig Weitwinkel bietet, passt unter Umständen nicht das ganze Motiv aufs Foto und ist unweigerlich verloren.

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