Preview: Nokia N97 – Top-Smartphone mit Touchscreen

von Andrew Lim und Daniel Schraeder am , 12:07 Uhr

Pro
  • großer Touchscreen
  • QWERTZ-Tastatur
  • UMTS mit HSDPA
  • WLAN
  • GPS
  • Klinkenbuchse
Con
  • kein Xenon-Blitz
  • relativ klobiges Design
Hersteller: Nokia Listenpreis: steht noch nicht fest
ZDNet TESTURTEIL: NICHT GETESTET 0,0 von 10 Punkte
Fazit:

Nach N95 und N96 hat Nokia mit dem N97 ein Flaggschiff für das kommende Jahr angekündigt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist es kein Doppel-Slider. Die Oberfläche mit Touchscreen lässt sich seitlich wegschieben; darunter verbirgt sich eine Tastatur.

Im nächsten Jahr bringt Nokia mit dem N97 ein neues Flaggschiff auf den Markt – selbstverständlich mit allem, was gut und teuer ist. HSDPA, WLAN, Bluetooth und GPS sind ja ohnehin schon üblich in diesem Segment – neu bei den Finnen ist allerdings das berührungsempfindliche Display. Wir haben uns die Daten und Fakten schon einmal angesehen.

Es ist wie eine unendliche Geschichte. Jedes Jahr kündigt Nokia ein neues Top-Handy an, dass den Konkurrenten die Schranken weisen soll. Der Burner 2009 wird wohl das N97 – rein namensmäßig der direkte Nachfolger der bisherigen Nokia-Flaggschiffe N95 [1] und N96 [2]. Neu ist das große Touchscreen-Display, unter dem sich eine QWERTZ-Tastatur versteckt.

Update: Inzwischen haben wir das N97 getestet. Infos, Bilder, Daten [3]

Das N97 soll Anfang des nächsten Jahres auf den Markt kommen. Preise stehen natürlich noch nicht fest, aber gute 500 Euro dürften realistisch sein – ohne Vertrag, versteht sich.

Stärken

Ganz oben auf der Liste der Auffälligkeiten steht natürlich das berührungsempfindliche Display. Das N97 ist das ersten Touchscreen-Handy der Nokia-N-Serie. Dafür haben die Finnen tief in die Entwicklungskiste gegriffen und bauen eine komplett neue Oberfläche – mit großen, fingerfreundlichen Icons und der Erkennung von Gesten. Die Bedienung findet komplett auf der 16:9-Anzeige statt, mechanische Navigationstasten gibt es nicht. Ein weiteres Novum ist die QWERTZ-Tastatur, die zum Vorschein kommt, wenn man das Display zur Seite schiebt. Sie ermöglicht schnelles Tippen von SMS-Nachrichten, E-Mails und Internet-Adressen.

Da die Oberseite weder über eine große Anzahl von Tasten noch über die übliche Zifferntastatur verfügt, bleibt viel Platz für ein großes Display. Mit 3,5 Zoll entspricht die Diagonale der der iPhone-Anzeige, allerdings löst Nokias Monitor mit 360 mal 640 Pixeln noch höher auf. Auflösung und Bildgröße sind natürlich optimal für das Betrachten von Multimedia-Inhalten wie Fotos oder Videos, aber auch zur Darstellung von Webseiten. Damit das Laden von Inhalten aus dem Netz nicht lange dauert, spendiert der Hersteller seinem Top-Handy UMTS mit Datenturbo HSDPA sowie WLAN. Dank Youtube-Client soll auch das Betrachten von Videos aus dem Netz schnell und problemlos vonstatten gehen.

Aktuelles aus dem eigenen Umfeld präsentiert der Homescreen. Widgets informieren beispielsweise über neue Mitteilung von Freunden auf Facebook oder Nachrichten aus Beruf und Hobby. Dadurch muss man nicht ständig Applikationen starten oder den Browser bemühen: Ein kurzer Blick auf das Display reicht, und man ist up-to-date.

Damit einem auch im Ausland oder in der Berghütte ohne Handynetz nicht langweilig wird, baut Nokia im wahrsten Sinne des Wortes Massenspeicher ein. Von Haus aus sichert das N97 32 GByte an Programmen, Dokumenten, Fotos, Musik und Videos – das reicht für tagelange Unterhaltung. Wer gleich für Monate ins Ausland verschwindet, kann die Kapazität mit einer MicroSD-Karte auf 48 GByte erhöhen.

Wir freuen uns besonders über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Dank ihr kann man jederzeit hochwertige Standard-Kopfhörer anschließen – oder, in besagter Hütte in den Bergen, auch mal einen Ghettoblaster. Alternativ funkt das N97 Ton in Stereo über A2DP an entsprechende Bluetooth-Headsets oder -Lautsprecher. Für den akustischen Notfall gibt es auch einen integrierten Lautsprecher – naturgemäß dürfte es hier aber an Bass mangeln.

Auf der Rückseite des neuen Nokia sitzt die Linse der 5-Megapixel-Kamera. Sie zeichnet Fotos und Videos im 16:9-Format auf – eben passend für das Display. Der integrierte Beschleunigungssensor merkt sich, ob Bilder oder Videos im Hoch- oder Querformat aufgenommen wurden, die Software gibt die Inhalte dann in der richtigen Ausrichtung wieder. Und wenn die Anzeige doch mal zu klein ist, steckt man das N97 einfach am Fernseher an.

Ebenfalls integriert ist ein A-GPS-Empfänger mit digitalem Kompass. Er markiert Fotos und Videos mit Geotags [4], übermittelt die aktuelle Position auf Wunsch an Social Networks und übernimmt – entsprechende Software vorausgesetzt – auch die Navigation durch Städte und Skigebiete.

Schwächen

Das N97 ist vollgestopft mit Extras, die Technikverliebten das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Aber man kann sagen, was man will – als „klein“ geht das Nokia-Flaggschiff 2009 definitiv nicht durch. Es ist 5,5 Zentimeter breit, 11,7 Zentimeter hoch und 16 Millimeter dick. Wer plant, dieses Smartphone [5] zu kaufen, sollte zunächst seine Taschen ausmessen, ob es überhaupt Platz findet.

Außerdem gilt es zu beachten, dass Leckereien wie das große Display, der schnelle Internetzugang über HSDPA oder WLAN, die hochauflösende Kamera oder GPS ordentlich am Akku saugen. Wer sein Handy viel nutzt, sollte damit rechnen, dass das N97 täglich an die Steckdose will.

Schade ist außerdem, dass Nokia keinen Xenon-Blitz verbaut hat. Immerhin gibt es eine Foto-LED, die in dunklen Umgebungen zumindest für etwas Licht sorgt. Doch wer nachts draußen knipst oder ein paar Leute in der Bar aufnehmen möchte, kommt schnell an die Grenzen der integrierten Funzel. Das sind allerdings nur Erfahrungswerte – was das N97 wirklich aus der LED holt, verraten dann die ersten Tests.

Aus den ersten N97-Videos, die im Internet kursieren, lässt sich außerdem eine lahme Reaktion der Menüs erahnen. In diesem Punkt hoffen wir allerdings nur das beste – denn immerhin handelt es sich dabei ja noch um frühe Prototypen. Nokia, macht eure Hausaufgaben – wir sind schon ganz neugierig.

Ausblick

Kein Zweifel – das N97 ist ein spannendes Handy mit erstklassiger Ausstattung. Wir sind sehr gespannt auf das neue Touchscreen-Interface – denn das wird unterm Strich entscheiden, ob sich das N97 als Top oder Flop erweist.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39200450/preview-nokia-n97-top-smartphone-mit-touchscreen/

URLs in this post:

[1] N95: https://www.cnet.de/tests/handy/39153448/das+ueberhandy+nokia+n95.htm

[2] N96: https://www.cnet.de/tests/handy/39197487/schon+getestet+alleskoenner+nokia+n96.htm

[3] Inzwischen haben wir das N97 getestet. Infos, Bilder, Daten: https://www.cnet.de/tests/handy/41005077/endlich+da+und+schon+getestet+nokia+n97.htm

[4] Geotags: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/specials/39198547/geotagging+fotos+mit+ortskenntnissen.htm

[5] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/