Toshiba Regza 46SL733G: tolle HD-Qualität, mäßiges TV-Bild

von Ian Morris und Pascal Poschenrieder am , 15:30 Uhr

Pro
  • gute Blu-ray-Qualität
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • helles und farbenfrohes Bild
Con
  • schwacher Sound
  • schlechtes DVB-T-Bild
  • unterstützt wenige Medienformate
Hersteller: Toshiba Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der Toshiba Regza 46SL733G kommt gut mit HD-Videos von Blu-ray-Discs zurecht. Außerdem bietet der Fernseher viele Möglichkeiten zum Anpassen des Bildes an den eigenen Geschmack. Der Klang der integrierten Lautsprecher überzeugt jedoch nicht. Dadurch ist der TV primär für Gamer oder Blu-ray-Fans mit externem Soundsystem geeignet.

Der 46-Zoll-Fernseher Toshiba Regza 46SL733G bietet Full-HD-Auflösung, 100-Hz-Funktion und Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung. Das hört sich im ersten Moment vielversprechend an. Unsere britischen Kollegen hatten bereits die Möglichkeit, die englische Variante 46SL753B zu testen. Sie unterscheidet sich lediglich durch die Form des Standfußes und einen integrierten DVB-T2-Tuner vom deutschen Modell.

Toshiba hat es in letzter Zeit immer wieder geschafft, uns zu überzeugen. Die TV-Geräte des Herstellers bieten in der Regel vergleichsweise viel fürs Geld und meist eine sehr ordentliche Bildqualität. Dementsprechend sind wir schon seit längerem gespannt, wie sich die neuen LCD-Modelle mit im Rahmen verbauter Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung schlagen. Der 46-Zöller Regza 46SL733G mit Full-HD [1]-Auflösung ist einer dieser Fernseher. Er bietet einige seltene Features wie einen Subwoofer-Ausgang und Dolby Volume [2] sowie ein großes Bild für verhältnismäßig wenig Geld. Preisvergleichsdienste listen den Flachmann ab 1450 Euro.

Design

Normalerweise rügen wir nur Panasonic [3] für seine langweiligen TV-Gehäuse. Doch anscheinend müssen wir nun auch Toshiba einmal die Ohren langziehen. Der 46SL733G ist zwar nicht hässlich, er sieht allerdings etwas so aus, als sei in den Design-Labors des Herstellers eine Muse gestorben. Der Displayrahmen ist recht dick, was den TV billiger wirken lässt, als er es ist. Außerdem scheint es, als hätte sich die Edge-LED-Hintegrundbeleuchtung nicht positiv auf die Bautiefe ausgewirkt. Fünf Zentimeter sind zwar einigermaßen flach, andere Konzerne schaffen hier aber deutlich weniger.

Der Toshiba 46SL733G hat einen Bruder namens 46SL736G. Die beiden Modelle unterschieden sich lediglich durch den Standfuß. Beim SL733G ist er oval, beim SL736G besitzt er eine rechteckige Form. [4]
Der Toshiba 46SL733G hat einen Bruder namens 46SL736G. Die beiden Modelle unterschieden sich lediglich durch den Standfuß. Beim SL733G ist er oval, beim SL736G besitzt er eine rechteckige Form.

Samsungs neue Modelle sind hier schöne Beispiele. Sie sehen nicht nur absolut edel aus, sondern sind auch deutlich dünner. Das Gehäuse des UE46C8790 [5] misst an der dicksten Stelle lediglich 2,4 Zentimeter, also weniger als die Hälfte. Zwar ist das Design bei einem Fernseher unserer Meinung nicht das Wichtigste, dennoch werden sich Käufer bestimmt eher für einen schicken, flachen, als für einen langweiligen aussehenden TV entscheiden. Kürzlich haben Studien [6] gezeigt, dass das Design beim Otto-Normal-Käufer ein absolut entscheidendes Kriterium ist. Für viele steht es sogar noch vor der Bildqualität.

Ausstattung

In letzter Zeit haben immer mehr TV-Sender die unangenehme Angewohnheit, ihre Werbungen lauter als das normale Programm auszustrahlen und so die Zuseher zur Aufmerksamkeit zu zwingen. Der 46SL733G hat ein Feature an Bord, das diesen störenden Effekt ausgleichen soll: Dolby Volume. Es regelt die Ausgabelautstärke und hält sie auf einem Niveau.

Im Test funktioniert das Feature gut. Egal ob Blu-ray-Film, Serie, Werbung oder Shopping-Kanal, alles ist gleich laut. Unserer Meinung nach sollten sich andere Hersteller hier eine Scheibe von Toshiba abschneiden und Dolby Volume ausnahmslos in alle neuen Geräte integrieren.

Laut Toshiba beherrscht der 46SL733G die Wiedergabe von Multimediadateien von USB-Sticks und SD-Speicherkarten. Allerdings scheint der Fernseher ausschließlich Musik und Fotos zu unterstützen. Keines unserer Standard-Testvideos läuft. Hier hängt Toshiba seinen Rivalen wie Samsung [7], Sony [8] oder LG [9] deutlich hinterher. Schließlich beherrschen selbst 800-Euro-Modelle dieser Konzerne bereits das Abspielen der beliebten MKV [10]-Dateien.

Das Foto-Feature ist dennoch ein Genuss. Der TV zeigt Vorschaubildchen zwar nicht so flott an, wie wir es uns wünschen, die Qualität der großen Aufnahmen ist dafür umso besser. Somit eignet sich der 46SL733G optimal als digitaler Riesen-Bilderrahmen.

Wie immer mehr aktuelle Fernseher besitzt auch der 46SL733G einen echten Ausschalter. Wer ihn beim Verlassen des Wohnzimmers betätigt, sorgt dafür, dass der Fernseher keinen Strom verbraucht. Allerdings ist dann im Gegensatz zum ebenfalls sparsamen Standby-Modus kein Einschalten mit der Fernbedienung möglich. Der Schalter sitzt an der rechten Seite des Gehäuses und ist somit gut erreichbar. Im Betrieb sorgt die LED-Hintergrundbeleuchtung für einen geringen Energiebedarf. Der typische Verbrauch liegt bei etwa 125 Watt, was für einen 46-Zöller absolut in Ordnung geht.

Leistung

Der Toshiba hat einen Bildmodus namens Autoview an Bord. Er justiert die Einstellungen so, dass sie ideal zum gerade dargestellten Material und dem Umgebungslicht passen. Wir haben diese Funktion ausgiebig getestet und kommen zu dem Schluss, dass sie alles in allem für eine wirklich gut Bildqualität sorgt – und zwar ganz ohne lästiges Kalibrieren. Das sollte besonders Einsteigern in die Welt der Flachbildfernseher das Leben deutlich erleichtern.

Der Modus Movie überzeugt uns jedoch nicht. Bei den meisten Modellen kann man sich auf diesen Modus verlassen. Er bietet in der Regel ein Bild, das sehr nah an das im Kino herankommt. In diesem Fall trifft das jedoch nicht zu. Das Bild wirkt zu blass, was besonders bei unserem Testfilm Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen auffällt. Wer sich also nicht auf die Auto-Justierung verlassen möchte, muss selbst an den Einstellungen Hand anlegen. Glücklicherweise bietet der 46SL733G hier unzählige Optionen, mit denen sich auch das letzte bisschen Qualität aus dem Fernseher herausquetschen lässt.

Die Blu-ray-Bildqualität des Toshiba ist toll. Nach dem Kalibrieren stellt der TV unsere Testdisc Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen ausgezeichnet dar. Die Farben sehen lebendig aus, und das Bild strotzt vor Details. Es sind Feinheiten zu sehen, die normalerweise nur im Kino auffallen. Wer den Fernseher also hauptsächlich zum Spielen von HD-Games und für die Blu-ray-Wiedergabe nutzt, wird sicher sehr zufrieden sein.

Das englische Modell des 46SL733G, der 46SL753B, hat einen DVB-T2-Tuner für den Empfang von HD-Sendern via Antenne an Bord. Derzeit gibt es auf der Insel drei hochauflösende Sender, die über DVB-T2 ausstrahlen: BBC HD, ITV1 HD und 4HD. Im Sommer sollen weitere folgen. In Deutschland gibt es weder HD-Ausstrahlungen via Antenne, noch DVB-T2. Daher besitzt die deutsche Version des Toshiba auch einen normalen DVB-T- anstatt eines DVB-T2-Tuners.

Allerdings ist das aufgrund der DVB-T2 [11]-Bildqualität des 46SL753B durchaus zu verkraften. Das Antennen-HD-Bild macht keinen sonderlich scharfen Eindruck. Es ist verrauscht und schlechter als das der Konkurrenz. Der Qualitätsgewinn im Vergleich zu normalem DVB-T [12]-Fernsehen ist marginal. Allerdings könnte das auch an den geringen Übertragungsbandbreiten liegen. Vermutlich ist der Bildprozessor des Fernsehers einfach nicht so leistungsfähig wie der anderer Modelle.

Die Bildqualität bei Material mit Standard-Auflösung verstärkt diesen Eindruck. Sendungen sehen sehr stark weichgezeichnet aus, was sich durch die ohnehin schon niedrige Qualität des Ausgangsmaterials doppelt negativ auswirkt. Während der Wettervorhersage haben wir das Gefühl, als wären in den Gesichtern der Nachrichtensprecher fast keine Konturen oder Falten vorhanden. Auch bei Nahaufnahmen sind nur mit viel gutem Willen einzelne Haare zu erkennen.

Anfangs glauben wir, die MPEG [13]-Rauschunterdrückung wäre für die Detailvernichtung verantwortlich. Also schalten wir sie ab – leider ohne Erfolg. Das Bild sieht keinen Deut detaillierter aus. Auch das Drehen am Schärferegler hilft fast nichts. Dafür wirkt die Darstellung sehr hell und farbenfroh, was besonders bei hellen Wohnzimmern von Vorteil ist.

Der Klang der im 46SL733G verbauten Lautsprecher ist – wie der der fast aller Flachbild-TVs – kein Ohrenschmaus. Für normales Fernsehen reicht er aus, er klingt aber sehr dünn, flach und bassfrei. Dennoch wird der Sound den meisten Käufern vermutlich genügen. Wer aber etwas Wert auf eine gute Audio-Untermalung von Filmen legt, sollte definitiv in ein ordentliches Soundsystem investieren.

Fazit

Auch wenn uns das Blu-ray-Bild des Regza 46SL733G begeistert, bei normalem DVB-T-Fernsehen überzeugt uns seine Qualität nicht. Der Klang der integrierten Lautsprecher lässt ebenfalls zu Wünschen übrig. Dafür bietet das Gerät viele Einstellungsmöglichkeiten und praktische Features wie Dolby Volume. Für einen Preis von 1450 Euro hätten wir uns allerdings einen besseren Mediaplayer gewünscht.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41533803/toshiba-regza-46sl733g-tolle-hd-qualitaet-maessiges-tv-bild/

URLs in this post:

[1] Full-HD: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[2] Dolby Volume: http://www.dolby.de/consumer/technology/dolby-volume.html

[3] Panasonic: https://www.cnet.de/tests/tv/archiv/?company[0]=Panasonic&subcat=tv

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41533803/1006_toshiba-regza-46sl733g_01.jpg

[5] UE46C8790: https://www.cnet.de/tests/tv/41532153/samsung+ue55c8790+ueberwaeltigender+led_tv+mit+vielen+extras+und+3d_bild.htm

[6] Studien: http://www.bitkom.org/61374_60358.aspx

[7] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[8] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[9] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[10] MKV: http://de.wikipedia.org/wiki/Matroska

[11] DVB-T2: http://de.wikipedia.org/wiki/DVB-T2

[12] DVB-T: http://de.wikipedia.org/wiki/DVB-T

[13] MPEG: http://de.wikipedia.org/wiki/MPEG