Sony BDP-S590: ästhetischer Blu-ray-Player mit solider Performance

von Gerald Strömer und Matthew Moskovciak am , 17:21 Uhr

Pro
  • integriert WLAN
  • 3D-kompatibel
  • unterstützt viele Streaming-Media-Services
  • schickes Design und gut konzipierte Fernbedienung
  • sehr gutes Playback von MKV-, DivX- und Xvid-Dateien
Con
  • User-Interface ist nicht so intuitiv wie das von Konkurrenten
  • relativ langsames Laden von Discs
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sony BDP-S590 ist ein großartig aussehender Blu-ray-Player mit integriertem WLAN, 3D-Fähigkeit und Unmengen Apps zum Streamen von Medien. Das Laden von Discs dauert aber etwas (manche Konkurrenten erledigen das in der Hälfte der Zeit) und das User-Interface ist auch nicht so ganz optimal.

Egal, wie man Sony gegenübersteht: Das Unternehmen hat ein Händchen für Produktdesign. Der Sony BDP-S590 wird dieser Tradition gerecht und ist der bislang einzige Blu-ray-Player des Produktjahres 2012, der attraktiv aussieht und nicht wie die meisten Konkurrenten einem zweckmäßigen, flachen schwarzen Kasten ähnelt. Der BDP-S590 ist zudem kein platter Schönling, sondern bietet auch noch eine breite Feature-Palette, darunter WLAN und 3D, sowie eine komplette Suite an Streaming-Apps.

Natürlich werden auch die Schwächen des Players offensichtlich, wenn man sich näher mit ihm beschäftigt und das schicke Aussehen und das Datenblatt hinter sich lässt. Der Player lädt Discs relativ langsam (bis zu doppelt so langsam wie andere Modelle) und das User-Interface kommt immer noch nicht an die Konkurrenz heran. Andererseits ist der BDP-S590 besser als die meisten anderen Player, wenn es um die Wiedergabe von digitalen Videoformaten wie MKV und DivX geht. Der Sony [1] BDP-S590 wäre zwar nicht unser erste Wahl als Blu-ray-Player (das wäre der Panasonic DMP-BDT220), aber er hat definitiv seine Vorzüge.

Der Sony BDP-S590 [2] wird jedenfalls vom Hersteller mit einem Listenpreis von 169 Euro geführt, ist am deutschen Markt aber bereits zu Preisen ab 139 Euro (lagernd) erhältlich. Wer will, kann auch direkt beim Hersteller kaufen; Sony bietet den Player einschließlich Versand für 170 Euro an.

Design

Sony mag das einzige Unternehmen sein, dass sich noch für das Aussehen von Blu-ray-Playern interessiert. Die Oberseite des BDP-S590 hat einen attraktiven strukturierten Look und das Gehäuse verjüngt sich nach unten, was in Kombination den typischen „Schwarzer Kasten“-Look der meisten Player aushebelt. Auf der linken Seite sitzt die ganz normale Laufwerks-Lade, auf der rechten ein Display, die Fronttasten und der USB-Port. Wer sich Gedanken darüber macht, wie der künftige Player im Heimkinomobiliar aussieht, ist mit dem BDP-S590 vermutlich ganz gut aufgehoben.

Mit seiner texturierten Oberseite und den nach unten und innen abfallen Kanten ist der BDP-S590 eine angenehme optische Abwechslung im Blu-ray-Lager. [3]
Mit seiner texturierten Oberseite und den nach unten und innen abfallen Kanten ist der BDP-S590 eine angenehme optische Abwechslung im Blu-ray-Lager.

Die Fernbedienung ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Sie hat ein simples Design mit einem zentralen 4-Wege-Pad und darunter befindlichen Wiedergabetasten. Praktisch ist die dedizierte Streaming-Taste für das Sony Entertainment Network (SEN, Sonys Portal von Streaming-Media-Diensten). Wie die meisten heutigen Blu-ray-Player kann man auch den BDP-S590 per Smartphone [4] fernbedienen. Wirklich empfehlenswert ist das aber nicht, die mitgelieferte Fernbedienung (oder eine gute Universalfernbedienung) macht sich einfach besser.

Das User-Interface des Players ist allerdings eine ganz andere Geschichte. Auf den ersten Blick ähnelt das User-Interface des BDP-S590 dem des letztjährigen BDP-S580 [5], das eine Menge Defizite aufwies. Das Haupt-Interface nutzt immer noch ein XMB-inspiriertes Layout, aber dankenswerterweise hat Sony etliche wichtige Verbesserungen umgesetzt und diverse Apps nutzen nicht mehr Sony unterdurchschnittliches proprietäres Interface.

Aber selbst mit den Verbesserungen liegt Sonys User-Interface gefühlsmäßig immer noch einen Schritt hinter den meisten Konkurrenten. Das XMB-Layout ist keine perfekte Wahl für die Organisation all der Streaming-Video-Dienste und anderen Inhalte, die einfach nur ein einer langen Liste auftauchen, von der man jeweils nur einige wenige Einträge sieht. Andererseits sind Sonys Modelle in der Hinsicht einzigartig unter den Blu-ray-Playern, das man die meisten Streaming-Media-Dienste hier direkt aus dem Hauptmenü aufrufen kann und nicht erst ein anderes Interface wie Panasonics Viera Connect oder Samsungs Smart Hub aufrufen muss.

Das grundlegende Layout des User-Interfaces des BD-Players dürften jedem PlayStation-Besitzer bekannt vorkommen. [6]
Das grundlegende Layout des User-Interfaces des BD-Players dürften jedem PlayStation-Besitzer bekannt vorkommen.

Ein bisschen verwirrend ist allerdings, dass Sony zusätzlich zu den originären Stream-Video-Diensten auch ein eigenes Media-Streaming-Interface namens Sony Entertainment Network (SEN) anbietet. Im Grunde genommen ist es lediglich ein anderer Weg, die Streaming-Media-Angebote des Unternehmens zusammen mit den Inhalten von Sonys Video- und Musikangeboten (Sony Video Unlimited und Sony Music Unlimited) darzustellen. In der Tat ist das Sony Entertainment Network sogar ein praktischeres Layout für Streaming-Media-Inhalte. Allerdings denken wir, dass die meisten Anwender das SEN nie nutzen werden, da es für viele nach einer Sammlung von Sony-Diensten und nicht wie eine Sammlung aller auf dem Player verfügbaren Medienanwendungen klingt. Und wenn der BDP-S590 uns gehören würde, würden wir wahrscheinlich auch eher das XMB-Interface nutzen, als auf das Laden eines weiteren Bildschirms zu warten.

Letztlich werden Technik-Fans kein Problem mit dem Interface des BDP-S590 haben, aber für technische Laien könnte es nicht die beste Wahl sein.

Ausstattung

Der Sony BDP-S590 glänzt mit einer guten Ausstattung: Integriertes WLAN, Unterstützung für 3D-Blu-rays und eine komplette Suite von Streaming-Media-Diensten kann nicht jeder Player vorweisen. Der BDP-S590 unterstützt die meisten großen Video-Streaming-Angebote und Facebook, hat aber keine Internetradio-App wie vTuner oder Last.fm und keine Foto-App wie Picasa oder Flickr an Bord. Als Ausgleich bietet Sony eine Menge lohnenswerter Nischendienste an, die sonst fast niemand im Portfolio hat.

Die Rückseite des Players ist dicht mit Anschlüssen besiedelt und hebt sich damit von dem sich abzeichnenden Trend ab, dass immer mehr Player auf analoge Audio- und Composite-Video-Anschlüsse verzichten. Alle Standardanschlüsse wie HDMI und Ethernet sind an Bord, auch beide Arten von digitalen Audioausgängen (optisch und koaxial) sowie ein ganz normaler analoger AV-Ausgang sind vorhanden. Neben dem USB-Port in der Front spendiert Sony dem Player noch einen zweiten an der Rückseite – praktische Sache, wenn man ein USB-Laufwerk nicht an der Front des Geräts herunterbaumeln lassen möchte.

Was man an Schnittstellen braucht, ist vorhanden; lediglich auf einen Komponenten-Ausgang muss man verzichten. [7]
Was man an Schnittstellen braucht, ist vorhanden; lediglich auf einen Komponenten-Ausgang muss man verzichten.

Der BDP-S590 kann eine Vielzahl von digitalen Mediendateien über seine USB-Ports oder – via DLNA – kabelgebunden oder drahtlos über das heimische Netzwerk wiedergeben. Wir testeten einen Mischmasch digitaler Video- und Audiodateien mit überraschend positiven Ergebnissen. MKV-, DivX- und Xvid-Dateien wurden perfekt wiedergegeben und luden überraschend schnell. Eine gebrannte DVD hat er abgespielt (nur TS-Video- und -Audio-Verzeichnisse, eine ISO-Datei funktioniert nicht), allerdings gibt es eine merkliche Pause, wenn der Player von einer TS-Datei zur nächsten springt.

Andererseits ist der Sony BDP-S590 nach den Maßstäben guter digitaler Musikplayer dennoch nur ein recht einfaches Gerät. Er unterstützt beispielsweise keine Cover-Darstellungen und die Inhalte kann man nur nach der Ordnerstruktur durchsuchen. Wir sehen Blu-ray-Player generell nur als bestenfalls mittelmäßige Media-Streamer an, insofern überrascht der BDP-S590 an dieser Stelle kaum. Wer nur wenig mit Original-DVDs zu tun hat oder häufig digitale Medien streamt, ist mit einem diesbezüglich spezialisierten Gerät besser bedient. Dennoch handhabt der BDP-S590 Videodateien überraschend gut, und wenn man sich zwischen zwei Blu-ray-Playern entscheiden will, könnte das dann durchaus ein Faktor sein.

Als Streaming-Fan wünschte man sich, in den USA zu sein: Die Anzahl der Streaming-Dienste ist hierzulande im Vergleich deutlich eingeschränkt. [8]
Als Streaming-Fan wünschte man sich, in den USA zu sein: Die Anzahl der Streaming-Dienste ist hierzulande im Vergleich deutlich eingeschränkt.

Ebenfalls auf der Ausstattungsliste findet sich eine 2D-zu-3D-Anwendung. Aber da wir diese Funktionalität noch nie wirklich gut in Funktion gesehen haben, würde wir ihr kein großes Gewicht beimessen. Integrierten Speicherplatz bietet der Blu-ray-Player zwar nicht, aber das ist eine Baustelle, auf der sich auch die meisten anderen Hersteller nicht wirklich auszeichnen. Ein echtes Problem ist das allerdings nicht, da Onboard-Speicher letztlich nur für das (praktisch nutzlose) BD-Java-Feature wirklich nötig waren. Das Gerät bietet auch einen Web-Browser, aber der ist so langsam und rendert Webseiten so schlecht, dass man ihn praktisch niemals nutzen wird.

Performance

Die Leistung mag das ausschlaggebendste Kriterium für HDTVs und Lautsprecher sein, aber bei der Auswahl eines Blu-ray-Players ist dieser Aspekt praktisch irrelevant. Denn letztes Jahr stellten wir beispielsweise fest, dass die Blu-ray-Player aller großen Hersteller letztlich eine fast identische Bildqualität haben.

Dennoch schauen wir uns natürlich die Performance des BDP-S590 an und scheuchen ihn durch unseren Testparcours. Die Bildqualität von Blu-rays und DVDs des BDP-S590 ist wie die anderer moderner Player wenig überraschend exzellent. Die Streaming-Darstellungsqualität ist ebenfalls großartig, HD-Inhalte sehen so gut aus wie auf jedem anderen Player.

Der BDP-S590 (wie alle aktuellen Blu-ray-Player) lädt Filme merklich schneller als die Sony PlayStation 3 [9], ist dabei aber langsamer als andere Standalone-Blu-ray-Player des Modelljahres 2012. Das liegt hauptsächlich an seinen lausigen eigentlichen Disc-Ladegeschwindigkeiten; selbst für eine Disc mit einem simplen Menü (z.B. Mission Impossible III) braucht er bis zu zwei mal so viel Zeit wie die Konkurrenz. Der BDP-S590 ist beim Laden sonstiger Inhalte eigentlich keine Schlafmütze und auch die Navigation geht vergleichsweise flott von der Hand, aber wenn man einen Stapel Blu-ray-Filme anschauen will, sollte man besser Geduld mitbringen.

Der integrierte Web-Browser funktioniert an sich zwar, ist für eine echte Nutzung aber zu langsam und rendert zudem schlecht. [10]
Der integrierte Web-Browser funktioniert an sich zwar, ist für eine echte Nutzung aber zu langsam und rendert zudem schlecht.

Wer alle Testdetails haben möchte, braucht sich nur einmal die 2012er Blu-ray-Charts unser US-amerikanischen CNET-Kollegen [11] anzuschauen. Die Kernaussage ist aber, dass die Performance eines Blu-ray-Players als Unterscheidungsmerkmal einfach nicht mehr so wichtig ist, denn in Sachen Bildqualität liegen sie praktisch gleichauf. Man ist daher besser beraten, bei der Wahl eines Blu-ray-Players die fraglichen Modelle lieber hinsichtlich der gewünschten Ausstattungsmerkmal und einfacher Bedienbarkeit zu selektieren.

Wie sieht es eigentlich mit Sonys anderen Blu-ray-Playern aus? Der BDP-S590 ist in Sony aktuellem Portfolio das Mittelklassemodell, aber das Unternehmen bietet im Modelljahr 2012 noch drei weitere Player an:

  • Sony BDP-S390 [12] (Listenpreis 129 Euro): WLAN, Streaming-Apps
  • Sony BDP-S490 [13] (Listenpreis 129 Euro): 3D-Kompatibilität, Streaming-Apps
  • Sony BDP-S590 [2] (Listenpreis 169 Euro): WLAN, 3D-Kompatibilität, Streaming-Apps (hier im Test)
  • Sony BDP-S790 [14] (Listenpreis 249 Euro): WLAN, 3D-Kompatibilität, Streaming-Apps, zwei HDMI-Ausgänge, 4K-Upscaling, Skype (mit optionaler Kamera)

Die beiden 130-Euro-Modelle haben wir zwar noch nicht getestet, aber je nach Anspruch (WLAN oder 3D) dürften sie die beste Wahl für die allermeisten Anwender darstellen – speziell der BDP-S390. Denn für all die Käufer, die weder einen 3D-fähigen HDTV und noch 3D-Blu-rays besitzen und vielleicht auch einfach kein Interesse an diesem Format haben, ist die 3D-Kompatibilität keine essenziell wichtige Funktion, sondern nur ein Preistreiber. Vergleich man Stand jetzt via Geizhals [15] die Marktpreise, bildet sich der Unterschied im Listenpreis auch am Markt ab: Der BDP-S390 ist mit Lagerpreisen ab 98 Euro schon einen ganzen Zacken günstiger als der ab 139 Euro am Markt verfügbare BDP-S590. Und wer 3D will, aber kein WLAN braucht: Den BDP-S490 gibt es ebenfalls zu Preisen ab 98 Euro. Der Marktpreis des BDP-S790 liegt übrigens bei 198 Euro.

Fazit

Der Sony BDP-S590 ist ein guter Allround-Blu-ray-Player und definitiv einen zweiten Blick wert, wenn man auf die Ästhetik oder das Playback digitaler Videodateien Wert liegt. Die Streaming-Funktionen sind ebenfalls gut, aber im Vergleich zu den Möglichkeiten des US-amerikanischen Markts natürlich enorm beschnitten.

Wer nicht alle Features des Players braucht, kann am Markt rund 40 Euro sparen und einen der kleinen Brüder nehmen oder gleich zum Testsieger unserer US-amerikanischen CNET-Kollegen greifen: Der Panasonic DMP-BDT220 [16] hat zwar einen klassischen „Schwarzer Kasten“-Look, bietet dafür aber auch ein besseres User-Interface sowie merklich schnellere Filmladezeiten und ist ebenfalls bereits zu Preisen ab 139 Euro am Markt erhältlich.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41564620/sony-bdp-s590-aesthetischer-blu-ray-player-mit-solider-performance/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Sony BDP-S590: http://www.sony.de/product/blu-ray-disc-player/bdp-s590

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564620/sony_bdp-s590_detail_04.jpg

[4] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[5] BDP-S580: http://reviews.cnet.com/blu-ray-players/sony-bdp-s580/4505-9991_7-34468653.html

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564620/sony_bdp-s590_detail_01.jpg

[7] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564620/sony_bdp-s590_04.jpg

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564620/sony_bdp-s590_detail_03.jpg

[9] Sony PlayStation 3: https://www.cnet.de/tests/entertainment/41501733/sony_playstation_3_slim_neues_design__alte_ausstattung.htm

[10] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41564620/sony_bdp-s590_detail_02.jpg

[11] 2012er Blu-ray-Charts unser US-amerikanischen CNET-Kollegen: https://docs.google.com/spreadsheet/pub?key=0AhtQ0KI9vZ0PdFpmbjkzczRETnpsY0EzOXZJSDFjU2c&output=html

[12] Sony BDP-S390: http://www.sony.de/product/blu-ray-disc-player/bdp-s390

[13] Sony BDP-S490: http://www.sony.de/product/blu-ray-disc-player/bdp-s490

[14] Sony BDP-S790: http://www.sony.de/product/blu-ray-disc-player/bdp-s790

[15] Geizhals: http://geizhals.de/

[16] Panasonic DMP-BDT220: http://reviews.cnet.com/blu-ray-players/panasonic-dmp-bdt220/4505-9991_7-35120314.html